{"id":23990,"date":"2023-09-30T10:32:02","date_gmt":"2023-09-30T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23389-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:05","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:05","slug":"23389-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23389-01\/","title":{"rendered":"Wiesionen f\u00fcr eine neue Lebensgemeinschaft zwischen der Stadt L\u00f6rrach und ihrem Fluss Wiese"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Wiese, s\u00fcdlichster Nebenfluss des Rheins, wurde im 19. Jahrhundert begradigt und als hart befestigter Kanal verbaut. Neben dem Neckar erhielt die Wiese in der Gew\u00e4sserstrukturkarte 2004 des Landes Baden-W\u00fcrttemberg die schlechteste Bewertung. Mit WIESIONEN sollen folgende Ziele erreicht werden:<br \/>\n&#8211;\tZwischen den Hochwasserd\u00e4mmen soll eine reduzierte Form der Auendynamik wiederbelebt werden. Wanderungshindernisse im Fluss sollen beseitigt und damit der Weg f\u00fcr die R\u00fcckkehr des Lachses und anderer Wanderfische in die Wiese geebnet werden.<br \/>\n&#8211;\tAn ausgew\u00e4hlten Stellen soll der Fluss wieder in das st\u00e4dtische Leben integriert werden. Die Verbindung von Umweltaspekten und urbanen Erfordernissen soll dabei eine breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Landesgrenze hinweg f\u00fcr das Thema Gew\u00e4sserrenaturierung sensibilisieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Grundz\u00fcge des Projekts wurden in den Jahren 1999 und 2000 von einem Architekten aus privater Initiative heraus entwickelt. Ein Hochwasserereignis einige Kilometer oberhalb des heutigen Projektgebiets hatte dazu den Ansto\u00df gegeben. Eine vertiefende, interdisziplin\u00e4re Projektstudie best\u00e4tigte 2002 die Vereinbarkeit der Projektidee mit den Belangen des Hochwasserschutzes. Das Konzept zur Wiederentdeckung der Wiese stie\u00df bei der Gew\u00e4sserdirektion (heute Abteilung Umwelt beim Regierungspr\u00e4sidium Freiburg), bei der Stadt L\u00f6rrach und in der Bev\u00f6lkerung auf breite Zustimmung. Diese erste Projektphase endete mit der Feststellung reizvolle Idee &#8211; in absehbarer Zeit nicht finanzierbar. 2003 begann eine kleine private Arbeitsgruppe aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern mit der systematischen Projektentwicklung: Ihr Ziel war, das Projekt im Bewusstsein der \u00d6ffentlichkeit zu verankern und die Finanzierung des Initialprojekts Ro\u00dfschwemme sicherzustellen. Sie suchte und fand Partner, die sich nach dem win-win-Prinzip auch jenseits von Natur- und Umweltschutz auf besondere Weise in dem Projekt wiederfinden konnten: B\u00fcrgerstiftung L\u00f6rrach, Stadt L\u00f6rrach, Sozialer Arbeitskreis L\u00f6rrach e.V., BUND Regionalgruppe Hochrhein. Das Regierungspr\u00e4sidium Freiburg (bzw. die ehemalige Gew\u00e4sserdirektion Oberrhein) als Unterhaltspflichtiger f\u00fcr die Wiese hatte das Projekt bereits von Anfang an unterst\u00fctzt. Das Gesamtprojekt, nun unter dem Namen WIESIONEN, wurde in mehrere r\u00e4umlich und inhaltlich \u00fcberschaubare Teilprojekte aufgegliedert. Der jeweilige st\u00e4dtebauliche, soziale, \u00f6kologische oder kommunikative Mehrwert wurde dabei besonders herausgearbeitet, um mit der Projektidee m\u00f6glichst viele und unterschiedliche Bev\u00f6lkerungsgruppen zu erreichen. Zur Finanzierung wurde der Wiesemeter als symbolische Umweltaktie kreiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt Wiesionen ist inzwischen \u00fcber die Landesgrenze zur Schweiz hinweg mit regionalen Arbeits-gruppen vernetzt, die sich im weitesten Sinn um die Sicherung von Natur- und Naherholungsr\u00e4umen im Ballungsgebiet des trinationalen Eurodistrikts Basel k\u00fcmmern.<br \/>\nBei der Realisierung der einzelnen Teilprojekte wurde bisher folgender Sachstand erreicht:<br \/>\nIn einem Workshop der Architektenkammer wurde \u00fcber Wege zur Wiese nachgedacht, die k\u00fcnftig die Innenstadt mit dem Verweilbereich Ro\u00dfschwemme verbinden sollen. Die dort erarbeitete Planung wurde inzwischen als Zielsetzung in den Stadtentwicklungsplan der Stadt L\u00f6rrach aufgenommen. An der Ro\u00df-schwemme, dem sicherlich urbansten Teil des Projekts Wiesionen, haben die Bauarbeiten begonnen. Die Fertigstellung ist im Sommer 2007. Eine biologische Bestandsaufnahme vor Beginn der Bauarbeiten dient der Erfolgskontrolle nach Abschluss der Ma\u00dfnahme. F\u00fcr den geplanten Fischaufstieg an einem Wehr in unmittelbarer N\u00e4he zur Landesgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz werden gegenw\u00e4rtig \u00f6kologisch sinnvolle und st\u00e4dtebaulich vertr\u00e4gliche Varianten untersucht. Partner f\u00fcr diese wissenschaftliche Betreuung ist das Institut f\u00fcr Wasser und Gew\u00e4sserentwicklung der Universit\u00e4t Karlsruhe. Mit der Fertigstellung wird im Herbst 2007 gerechnet.<br \/>\nMit einer B\u00fcrgerversammlung im Fr\u00fchjahr 2007 begannen die Vorbereitungen f\u00fcr die Realisierung des dritten Teilprojekts. Die Gestaltung eines Freizeitbereichs am Wasser dient als Aufh\u00e4nger f\u00fcr integrative Sozialarbeit in einem an die Wiese angrenzenden Stadtteil von L\u00f6rrach. In Vorbereitung ist au\u00dferdem eine f\u00fcr 2008 geplante trinationale Ausstellung Alles im Fluss &#8211; Wiese, Birs und Ill. In die Gestaltung werden vor allem Kinder und Jugendliche eingebunden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bei der \u00d6ffentlichkeitsarbeit wurde und wird Wiesionen von den lokalen Medien unterst\u00fctzt. Die Bericht-erstattung ist wohlwollend und umfangreich. Ein Fest am Fluss r\u00fcckten die Wiese und ihre urbane Bedeutung erstmals in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit. Au\u00dfergew\u00f6hnliche Patenschaften (Umweltministerin Baden-W\u00fcrttemberg, Bundespolizei und Rheinkolleg e.V.) sicherten die Aufmerksamkeit in der Bev\u00f6lkerung. Bauschilder weisen auf die geplanten Bauma\u00dfnahmen hin. Eine Stadtteilkonferenz tr\u00e4gt das Projekt in ein Wohnquartier. Die Quartiersschulen dort sind eingebunden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus werben Flyer, Bauschilder, kleinere Ausstellungen und eine Homepage f\u00fcr das Projekt. Die Gestaltung ist professionell, was sich sehr positiv auf die \u00f6ffentliche Wahrnehmung auswirkt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt WIESIONEN ist in der Bev\u00f6lkerung verankert. Die Resonanz ist auch au\u00dferhalb der natur- und umweltorientierten Vereine und Verb\u00e4nde ausgesprochen gut. Dementsprechend ist der Mittelzufluss \u00fcber den Verkauf von symbolischen Wiesemetern zufriedenstellend.<br \/>\nMit der Realisierung des Initialprojekts wurde begonnen. Der Grundstein f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitende Zu-sammenarbeit ist gelegt. Der Austausch soll im weiteren Projektverlauf noch intensiviert werden. Die stadtr\u00e4umliche Vernetzung von Stadt und Fluss ist auf einem guten Weg: F\u00fcr die Verbindung zwischen Fluss und Stadtkern soll ein Masterplan erarbeitet werden. Ein Teilprojekt in Nachbarschaft zu einem verdichteten Wohngebiet wurde inzwischen zum ersten Baustein f\u00fcr eine umfassendere partizipatorische Quartiersarbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Wiese, s\u00fcdlichster Nebenfluss des Rheins, wurde im 19. Jahrhundert begradigt und als hart befestigter Kanal verbaut. Neben dem Neckar erhielt die Wiese in der Gew\u00e4sserstrukturkarte 2004 des Landes Baden-W\u00fcrttemberg die schlechteste Bewertung. 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