{"id":23989,"date":"2025-04-10T10:32:19","date_gmt":"2025-04-10T08:32:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23387-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:20","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:20","slug":"23387-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23387-01\/","title":{"rendered":"Validierung und Praxiseinf\u00fchrung von SkleroPro unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Sortenfaktors"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den letzten drei Jahren wurde am Institut f\u00fcr Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz in G\u00f6ttingen ein schlagspezifisches, befalls- und schadensbezogenes Prognosemodell (SkleroPro) zur Sclerotinia-Bek\u00e4mpfung in Winterraps entwickelt. Dieses Modell zeigte anhand r\u00fcckwirkender Analysen, dass ein gro\u00dfer Teil der Fungizidbehandlungen in der Praxis eingespart werden kann. In  2005 und 2006 sollte die Praxiseinf\u00fchrung von SkleroPro auf der Internetplattform www.isip.de erfolgen. Ziel dieses Projektes war es, das Modell bundesweit auf Versuchsfl\u00e4chen der Pflanzenschutzdienste der L\u00e4nder zu \u00fcberpr\u00fcfen, zu validieren und zu optimieren, um es dann der landwirtschaftlichen Praxis zur Verf\u00fcgung zu stellen.<br \/>\nWeiterhin zeigten die durchgef\u00fchrten Versuche zur Erarbeitung der Schadensschwelle deutliche Sortenunterschiede in der Ertragswirkung von Sclerotinia, die nicht mit der in der Sortenliste ausgewiesenen Anf\u00e4lligkeit gegen\u00fcber Sclerotinia \u00fcbereinstimmen. Zur Erh\u00f6hung der schlagspezifischen Vorhersagegenauigkeit, sollte ein Sortenfaktor zu erarbeitet und ihn in SkleroPro integriert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Grundlage f\u00fcr die Praxiseinf\u00fchrung von SkleroPro war es notwendig, das Modell unter m\u00f6glichst unterschiedlichen Klima- und Standortbedingungen zu validieren. In Zusammenarbeit mit den Pflanzenschutzdiensten der L\u00e4nder wurden daher bundesweit Feldversuche mit drei Varianten (unbehandelte Kontrolle, Behandlung nach Prognoseempfehlung SkleroPro, Routinebehandlung in EC 65) angelegt werden. Dabei wurden insbesondere folgende Daten erhoben: Befallsh\u00f6he, Befallsverlauf anhand zweier Bonituren, \u00dcberpr\u00fcfung vorhergesagter Behandlungsentscheidung von SkleroPro auf die Wirtschaftlichkeit der Fungizidma\u00dfnahme, \u00dcberpr\u00fcfung der vorhergesagten Befallsh\u00f6he von SkleroPro in bezug auf die aktuelle Befallsh\u00f6he, \u00dcberpr\u00fcfung der vorhergesagten Infektionswahrscheinlichkeit mit Hilfe des pH-Indikator Test sowie der RealTime-PCR. Des Weiteren wurden schlagspezifische Parameter auf allen Versuchsstandorten erfasst und analysiert, um sie in das Modell einzuflie\u00dfen zu lassen. Nach dem Vegetationsjahr erfolgte die Auswertung der erhobenen Daten und die Optimierung bzw. letzte Feinjustierung des Modells.<br \/>\nZur Untersuchung der Ertragswirkung unterschiedlicher Rapssorten wurde am Versuchsstandort Weende in G\u00f6ttingen ein Feldversuch mit jeweils vier Hybrid- und Liniensorten angelegt. Mit Hilfe der Zahnstocherinokulation werden zur Vollbl\u00fcte Befallsh\u00e4ufigkeiten von 0-70% eingestellt und nach der Ernte sortenspezifische Befalls-Verlust-Relationen erstellt. Parallel wurde die Anf\u00e4lligkeit verschiedener Sorten ge-gen\u00fcber Sclerotinia im Gew\u00e4chshaus untersucht. Hierf\u00fcr wurde ein umfassendes Sortiment aktueller Rapssorten k\u00fcnstlich mit Sclerotinia bewachsenen Agarplugs zur Vollbl\u00fcte infiziert. Zu den Erhebungsdaten geh\u00f6ren Befalls-\/Symptomentwicklung, Befallsst\u00e4rke, L\u00e4sionsl\u00e4nge und -umfang sowie die Sklerotienbildung. Basierend auf den Ergebnissen der Feld- und Gew\u00e4chshausversuche sollten die verschiedenen Rapssorten in Befallsgruppen eingeteilt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>n den Feldversuchen zur Erarbeitung sortenspezifischer Befalls-Verlust-Relationen f\u00fcr S. sclerotiorum zeigten sich Unterschiede in der Anf\u00e4lligkeit der verschiedenen Sorten, die sich jedoch nur in einem Fall statistisch absichern lie\u00dfen. Auch in der Schadwirkung konnten gro\u00dfe Unterschiede zwischen den sieben untersuchten Sorten beobachtet werden. Diese Unterschiede lie\u00dfen sich jedoch aufgrund der fehlenden Wiederholungen sowie aufgrund der nur einj\u00e4hrigen Ergebnisse nicht statistisch absichern.<br \/>\nIn den Gew\u00e4chshausversuchen zeigten sich nur wenig statistisch abzusichernde Unterschiede in der Anf\u00e4lligkeit der verschiedenen Sorten gegen\u00fcber S. sclerotiorum. Neben der chinesischen Sorte You You 5 erwiesen sich die deutschen Sorten Planet und Oase am wenigsten anf\u00e4llig. Allgemein zeigten sich die chinesischen Sorten weniger anf\u00e4llig als die deutschen Sorten. Die Einstufung der Sorten basierend auf den Ergebnissen dieses Gew\u00e4chshaustests entsprach nicht der Einstufung, wie sie in der Bundessorten-liste angegeben ist. Differenzen zwischen den Versuchsergebnissen dieser Arbeit und der Bundessortenliste konnten auch in den Feldversuchen beobachtet werden.<br \/>\nAuf Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse konnte kein Sortenfaktor zur Integration in das Prognosemodell SkleroPro entwickelt werden. Die Ergebnisse des Feldversuches aus dem einen Versuchsjahr deuten aber darauf hin, dass es Unterschiede in der Schadwirkung verschiedener Sorten gibt. Dies m\u00fcsste jedoch in einer mehrj\u00e4hrigen Versuchsserie im Feld abgesichert werden. Vor dem Hintergrund der geringen Anf\u00e4lligkeitsunterschiede im deutschen Sortenspektrum ist vor allem der Parameter Fruchtfolge zur-zeit noch von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung als die Sortenwahl. Sollten durch den Zuchtfortschritt wenig anf\u00e4llige Sorten zum Anbau bereit stehen, k\u00f6nnte durch die Integration eines Sortenfaktors in das Prognosemodell SkleroPro eine Verbesserung des Prognoseergebnisses erzielt werden.<br \/>\nDas Modell SkleroPro wurde von den Pflanzenschutzdiensten der L\u00e4nder in den vergangenen Jahren auf vielen Versuchsfl\u00e4chen getestet. Die \u00dcberpr\u00fcfung des Modells hat gezeigt, dass mit dem Modell eine Verringerung des Fungizideinsatzes in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 30-40% im Vergleich zur bisher praktizierten Routinebehandlung erreicht werden konnte. Dies erm\u00f6glicht dem einzelnen Landwirt nicht nur ei-ne umweltschonendere Bewirtschaftung seiner Fl\u00e4chen, sondern auch eine ma\u00dfgebliche Verringerung der Bek\u00e4mpfungskosten. Mit Hilfe von SkleroPro werden durch Einsparungen von \u00fcberfl\u00fcssigen Bl\u00fctenbehandlung von bis zu 50\u0080\/ha im Vergleich zu einer Routinebehandlung erreicht. Es konnte gezeigt werden, dass eine Vielzahl von mittlerweile zur Routine geh\u00f6renden Fungizidbehandlungen nicht wirtschaftlich sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00a2\tDunker,S. (2005). Untersuchungen zur Schadwirkung von Sclerotinia sclerotiorum (Lib.De.bary) und Verticillium longisporum (comb. nov. Karapapa) im Winterraps (Brassica napus). Dissertation, G\u00f6ttingen: 1-205.<br \/>\n\u00a2\tKleinhenz, B., S. Koch,  et al. (2006). Prognose der Wei\u00dfst\u00e4ngeligkeit mit SkleroPro. RAPS(2): 68-72.<br \/>\n\u00a2\tKoch, S., S. Dunker, et al. (2006). SkleroPro &#8211; ein neues schlagspezifisches Prognosemodell zur Bek\u00e4mpfung von Sclerotinia sclerotiorum im Winterraps. Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft (400): 289.<br \/>\n\u00a2\tKoch, S. und A. von Tiedemann (2005). Mit SkleroPro au der sicheren Seite. Land &#038; Forst Sonderheft Neue Strategien im Pflanzenschutz: 28-30.<br \/>\n\u00a2\tKoch, S. (2005). Entwicklung eines schlagspezifischen und schadensbezogenen Prognosemodells zur Bek\u00e4mpfung von Sclerotinia sclerotiorum an Winterraps. Dissertation, G\u00f6ttingen: 1-169.<br \/>\n\u00a2\tKoch, S., and A, von Tiedemann. (2005). Den Spritztermin richtig absichern. DLG-Mitteilungen (3): 44-46.<\/p>\n<p>SkleroPro kann jederzeit unter www.isip.de genutzt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit diesen vorliegenden Ergebnissen kann SkleroPro als sichere Entscheidungshilfe eingestuft werden. Die Trefferquoten liegen zwischen 70 und 80%. Da das Modell eher zu einer \u00dcbersch\u00e4tzung des Befalls neigt, bietet es aus Sicht der praktischen Landwirtschaft ausreichende Sicherheitsreserven. Es steht der Praxis im Internet (www.isip.de) sowie auszugsweise \u00fcber die \u00fcblichen Warndienstmedien zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den letzten drei Jahren wurde am Institut f\u00fcr Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz in G\u00f6ttingen ein schlagspezifisches, befalls- und schadensbezogenes Prognosemodell (SkleroPro) zur Sclerotinia-Bek\u00e4mpfung in Winterraps entwickelt. Dieses Modell zeigte anhand r\u00fcckwirkender Analysen, dass ein gro\u00dfer Teil der Fungizidbehandlungen in der Praxis eingespart werden kann. 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