{"id":23986,"date":"2025-07-31T10:32:03","date_gmt":"2025-07-31T08:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23383-01\/"},"modified":"2025-07-31T10:32:04","modified_gmt":"2025-07-31T08:32:04","slug":"23383-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23383-01\/","title":{"rendered":"Verbundprojekt: Neue internetgest\u00fctzte Wege zur Optimierung der Stickstoffd\u00fcngung; Teilprojekt: D\u00fcngeberatung auf der Basis von Referenzfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt soll zur weiteren Optimierung der N-D\u00fcngung beitragen. Der Ansatz f\u00fcr eine weitere Verbesserung der D\u00fcngebedarfsermittlung ergibt sich aus dem seit langem bekannten Zusammenhang zwischen N-Aufnahme von Ackerkulturen und aufnehmbarem mineralischem N im Boden. W\u00e4ren die N-Aufnahme der Pflanzen und die im Boden mineralisierte N-Menge dem Landwirt im Zeitverlauf zu jedem Augenblick genau bekannt, k\u00f6nnte er die D\u00fcngung so bedarfsgerecht dosieren, dass sich der Nmin-Rest nach der Ernte auf ein Minimum reduzieren lie\u00dfe. Tatsache ist: Je besser pflanzliche N-Aufnahme und Verlauf der N-Mineralisation bekannt sind, desto genauer kann die N-D\u00fcngung bemessen werden. Dies bedeutet, dass der Wissensstand hierzu noch verbessert werden kann. Das neue Projekt soll hierzu beitragen und Methoden entwickeln, die Prognose des Nachd\u00fcngungsbedarfs weiter pr\u00e4zisieren zu k\u00f6nnen. Ziel des Projektes ist eine modellgest\u00fctzte D\u00fcngeberatung im Internet unter Ber\u00fccksichtigung von Witterungsdaten, Bodenwasserhaushalt, Bodeneigenschaften, Ertragserwartung und N-D\u00fcngebedarf der Pflanzen mit minimalem Zeit- und Datenaufwand f\u00fcr den Nutzer. Die Umsetzung im Internet erfolgt im Informationssystem integrierter Pflanzenbau (ISIP).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer grundlegende Beitrag der LWK ist die Anlage und Betreuung von N-D\u00fcngungsversuchen mit verschiedenen D\u00fcngungssystemen auf Versuchsfeldern der LWK als Referenzfl\u00e4chen f\u00fcr alle Projektpartner. Auf diesen Parzellen werden w\u00e4hrend der Vegetation Messungen f\u00fcr die Projektpartner durchgef\u00fchrt, die diese f\u00fcr ihre Modellberechnungen ben\u00f6tigen. Als Projektkoordinator ist die LWK f\u00fcr eine zeitliche und inhaltliche Abstimmung aller Untersuchungsarbeiten auf den Referenzfl\u00e4chen, einen reibungslosen Datenaustausch zwischen den Gruppen und eine abgestimmte Weitergabe der Monitoring-Ergebnisse an ISIP zust\u00e4ndig. Alle gewonnenen Daten werden w\u00f6chentlich zu einer Beratungsempfehlung zusammengefasst und im Landwirtschaftsblatt bzw. im Internetportal unter ISIP ver\u00f6ffentlicht. Informationen gibt es zum Wachstumsverlauf und Stickstoffern\u00e4hrungszustand der Kulturen, sowie Empfehlungen zum D\u00fcngungszeitpunkt und zur D\u00fcngermenge.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Von 2005 bis 2008 wurden auf den Referenzfl\u00e4chen in Holtorfsloh, Borwede, Poppenburg, K\u00f6nigslutter und H\u00f6ckelheim w\u00e4hrend der Vegetation w\u00f6chentlich Nitratmessungen im verd\u00fcnnten Pflanzensaft der Halmbasis von Winterweizen und Wintergerste durchgef\u00fchrt. Anhand der Messergebnisse, die in den unterschiedlichen Varianten bzw. D\u00fcngesystemen gewonnen wurden, konnte deren Ern\u00e4hrungszustand dargestellt werden. Daraus wurden Empfehlungen zur Anschlussd\u00fcngung bei verschiedenen in der Praxis angewendeten D\u00fcngesystemen abgeleitet. Das Niveau der Nitratversorgung war auf den f\u00fcnf Referenzfl\u00e4chen in den einzelnen Projektjahren sowohl im Weizen als auch in der Gerste witterungsbedingt sehr unterschiedlich. Unabh\u00e4ngig von der H\u00f6he der absoluten Nitratgehalte konnten allerdings die Unterschiede in der Stickstoffversorgung der Pflanzen in Folge differenzierter N-D\u00fcngung durch die Nitrachek-Methode sehr gut aufgezeigt werden.<br \/>\nAnhand der im Rahmen unterschiedlicher Messungen und Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse und Daten konnte die Landwirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern D\u00fcngeempfehlungen f\u00fcr die Praxis zu bestimmten Wachstumsphasen ableiten und ver\u00f6ffentlichen. Dies geschah in den beiden ersten Projektjahren in der Fachzeitschrift Land &#038; Forst mit einer Auflage von ca. 65.000. Seit April 2007 werden w\u00e4hrend der Vegetation w\u00f6chentlich die Mess- und Simulationsdaten aller Teilprojekte von der LWK in die ISIP-Tabelle eingegeben. Dargestellt werden der Wachstumsverlauf der Kulturen, Bestandesdichten (BFI), Nitratgehalte, nutzbare Feldkapazit\u00e4t (% nFK), N-Aufnahme der Pflanzen und die Differenz aus bisherigem N-Angebot und N-Aufnahme in Form von Kenndaten und Graphiken. Seit 2007 besteht also die M\u00f6glichkeit, diesen N-Diff-Wert als Beratungsgrundlage f\u00fcr die w\u00f6chentlich in ISIP erscheinenden Beraterkommentare zu verwenden:<br \/>\nN-Diff = N-Angebot (Nmin im Fr\u00fchjahr + N-D\u00fcngung) &#8211; berechnete N-Aufnahme<br \/>\nDie Universit\u00e4t Kiel berechnet die N-Aufnahme des Getreides im Vegetationsverlauf, die zu jedem Messtermin vom aktuellen Stickstoffangebot abgezogen wird. Positive N-Diff-Werte zeigen an, dass den Pflanzen weiterhin Stickstoff zur Verf\u00fcgung steht. Negative N-Diff-Werte geben an, dass die Mineralisation aus dem Boden eingesetzt hat und eine Anschlussd\u00fcngung notwendig wird. Damit kann der Praxis bereits eine Orientierungshilfe f\u00fcr den richtigen D\u00fcngezeitpunkt und die D\u00fcngemenge gegeben werden.<br \/>\nDie Anzahl der Internet-Seitenabrufe in ISIP zum D\u00fcngungsprojekt in 2007 im Winterweizen und in der Wintergerste ist im M\u00e4rz, April und Mai \u00e4hnlich gro\u00df wie die Anzahl der Seitenabrufe zu Befallserhebungen im Getreide. Das Interesse an einer D\u00fcngeberatung im Internet in der Praxis wurde also geweckt und das nicht zuletzt wegen der gestiegenen D\u00fcngerkosten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden mehrmals auf verschiedenen Praxisveranstaltungen (Feldtage, Veranstaltungen der Landwirtschaftskammer), Fachtagungen sowie vor Fachgremien vorgestellt und diskutiert. Im ersten und zweiten Projektjahr wurden die auf den Referenzfl\u00e4chen gewonnenen Messergebnisse zusammen mit Beratungsempfehlungen mehrfach im Landwirtschaftsblatt ver\u00f6ffentlicht. Im dritten Projektjahr konnten dann in Verbindung mit den Projektpartnern alle Mess- und Simulationsdaten w\u00f6chentlich zusammengestellt und mit Beraterkommentaren f\u00fcr jeden Standort im Internet unter www.isip.de ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf den von der LWK angelegten und betreuten Referenzfl\u00e4chen erfolgten w\u00e4hrend der Vegetation w\u00f6chentlich in unterschiedlich ged\u00fcngten Weizenparzellen Messungen zum Stickstoffern\u00e4hrungszustand der Pflanzen. Seit April 2007 werden die Ergebnisse aus den Teilprojekten w\u00f6chentlich in ISIP eingestellt und ver\u00f6ffentlicht. Eine wesentliche Gr\u00f6\u00dfe ist dabei der N-Diff-Wert (s.o.), der als Beratungsgrundlage f\u00fcr die Erstellung der Beraterkommentare durch die LWK dient. Die in ISIP \u00fcbliche Ergebnisdarstellung in Tabellenform erscheint f\u00fcr die umfangreichen Datenreihen aller Projektpartner sehr un\u00fcbersichtlich. F\u00fcr die Praxis ist es notwendig, ein neues verst\u00e4ndlicheres Konzept zu erarbeiten. Vor Ende dieses Verbundprojektes wurde daher mit denselben Projektpartnern ein neues Verbundprojekt beantragt, in dem es um die praktische Umsetzung eines Internetdienstes zur nutzungs- und schlagspezifischen N-D\u00fcngeplanung in ISIP geht. In das neue Projekt werden sowohl Pilotbetriebe als auch Berater der Landwirtschaftskammer eingebunden, um ein m\u00f6glichst praxisnahes Konzept zu erarbeiten. Neben der Betreuung von Versuchsfl\u00e4chen auf den Pilotbetrieben soll der genannte Personenkreis Hinweise zur praxisnahen Darstellung der Modellergebnisse geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt soll zur weiteren Optimierung der N-D\u00fcngung beitragen. 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