{"id":23949,"date":"2023-07-13T15:24:33","date_gmt":"2023-07-13T13:24:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23208-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:34","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:34","slug":"23208-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23208-01\/","title":{"rendered":"Sanierung einer umweltgesch\u00e4digten bedeutsamen Kreuzwegstation aus Sandstein als modellhafte Aktion von B\u00fcrgerengagement"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Verfasser m\u00f6chte sich entsprechend dem Leitgedanken der Agenda 21 global denken &#8211; lokal handeln in W\u00fcrzburg vor Ort im gesellschaftspolitischen Kontext engagieren und die Denkmalpflege als kulturellen Umweltschutz entwickeln. Dabei stellte sich der Verfasser die Frage, ob nicht im Informations-zeitalter ein B\u00fcrger (hier: der Verfasser), der sich sehr gut mit den Neuen Technologien auskennt und der sehr schnell relevante Informationen im Internet und in Datenbanken finden kann, einem anderen B\u00fcrger (hier: einem Rentnerehepaar im sehr hohen Alter und mit begrenzten finanziellen Mitteln und keinem Zugang zu den Neuen Medien) zu Hilfe kommen kann, um ein sehr komplexes Problem wie beispielsweise die Restaurierung der 4. Kreuzwegstation in 97204 H\u00f6chberg zu l\u00f6sen (Initiative im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe). Die Aufgabe des engagierten B\u00fcrgers sollte es sein, in der Art eines Informations-Brokers, ein sehr effizientes Informations- und Teilnehmernetzwerk aufzubauen, um die Restaurierung eines Kulturdenkmals zu initiieren, zu koordinieren und zu finanzieren. Die Frage ist, ob dieser innovativ gew\u00e4hlte Ansatz (Innovation) nicht auch f\u00fcr die Restaurierung anderer bedrohter Denkm\u00e4ler in Deutsch-land angewendet werden kann (Modellcharakter) &#8211; zeitnah und unter marktwirtschaftlichen Konditionen sowie unter Ausnutzung von Umweltentlastungspotentialen (Umweltentlastung). Der Verfasser vertritt die Auffassung, dass dieser neue Ansatz eine Weiterentwicklung in der Denkmalpflege darstellt, als dass der engagierte B\u00fcrger Aufgaben \u00fcbernehmen kann, die er noch vor wenigen Jahren nie h\u00e4tte \u00fcbernehmen k\u00f6nnen: fr\u00fcher ben\u00f6tigten Experten lange Jahre des Lernens und der beruflichen Praxis, um sich das Fachwissen auf dem Gebiet der Denkmalpflege anzueignen. Heutzutage ist es dem engagierten B\u00fcrger m\u00f6glich innerhalb eines \u00fcberschaubaren Zeitrahmens sehr tief in das Thema Denkmalpflege einzusteigen &#8211; was nicht bedeuten soll, dass auf den Rat von Experten verzichtet werden k\u00f6nnte. Keinesfalls, der B\u00fcrger kann heutzutage sehr schnell kompetente Ansprechpartner mittels der neuen Informationstechnologien zu sehr geringen Kosten ausfindig machen und  mit ihnen in Kontakt treten. Zudem hat das Internet dem B\u00fcrger erst die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet sich einen Eindruck vom Umfang und der Komplexit\u00e4t der Denkmalpflege zu machen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt ging es darum, die 4. Kreuzwegstation in ihrer Bedeutung als historisches Zeugnis zu erkennen. Hierzu war eine massive und sehr umfangreiche Archivalienauswertung erforderlich. Diese Arbeit lie\u00df sich jedoch bequem mittels des Internets von zu Hause aus und zu jeder beliebigen Tageszeit durchf\u00fchren. Das Ergebnis dieser Archivalienauswertung ist beeindruckend, denn es stellte sich heraus, dass die 4. Kreuzwegstation die einzige noch im Original erhaltene Kreuzwegstation der Sieben F\u00e4lle Christi ist, Michael Kern, der bedeutendste W\u00fcrzburger Bildhauer zu Beginn des 17. Jahrhunderts, die-se 4. Station geschlagen hat, Michael Kern sich wahrscheinlich in der Art eines Selbstbildnisses in dem Relief verewigt hat, die Sieben F\u00e4lle Christi 24 % des gesamten kulturellen Erbes der Marktgemein-de H\u00f6chberg darstellen. In einem zweiten Schritt galt es den Begriff Denkmalschutz, also die rechtlichen Vorschriften des Bayerischen Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Denkm\u00e4ler, zu eruieren. In einem dritten Schritt war es die Aufgabe des Verfassers einen fachlich qualifizierten Restaurator zu finden, der aufgrund seiner langj\u00e4hrigen beruflichen Praxis die 4. Kreuzwegstation wird fachgerecht restaurieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Restaurierung der 4. Kreuzwegstation konnte innerhalb der Projektlaufzeit von 20 Monaten zu den urspr\u00fcnglich kalkulierten Kosten durchgef\u00fchrt werden. Diese Station konnte somit f\u00fcr kommende Generationen vor dem Verfall gerettet werden. W\u00e4hrend der Restaurierungsarbeiten zeigte sich jedoch, dass der sog. saure Regen den weichen Sandstein viel st\u00e4rker in Mitleidenschaft gezogen hatte, als urspr\u00fcnglich gedacht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Markt H\u00f6chberg, als auch der Versch\u00f6nerungsverein H\u00f6chberg e. V., haben aufgrund der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung sofort die Bedeutung dieses Kunstwerkes erkannt. Dies kommt nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, dass Herr B\u00fcrgermeister Peter Stichler schon im Anschluss an das erste Gespr\u00e4ch mit Herrn Dr. Bergrath die Restaurierung zur Chefsache erkl\u00e4rte. Der W\u00fcrzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann beauftragt den Bau- und Kunstreferenten der Di\u00f6zese W\u00fcrzburg, Herrn Domkapitular Dr. J\u00fcrgen Lenssen, sich dieses b\u00fcrgerschaftlichen Engagements mittels eines Artikels Zum Kreuz anzunehmen.<br \/>\nMainpost (Zeitung), Samstag, 17. April 2004 &#8211; Nr. 89, W\u00dcS &#8211; Seite C 9 (Auflagenh\u00f6he: 100.000)<br \/>\nTitel: Sieben F\u00e4lle Christi angeschlagen; Mainpost (Zeitung), Montag, 30. Mai 2005 &#8211; Nr. 121, W\u00dcS &#8211; Seite C 10 (Auflagenh\u00f6he: 100.000); Titel: Besonderheit im Frankenland &#8211; Die vierte Kreuzwegstation m\u00fcsste dringend saniert werden; Mainpost (Zeitung), Donnerstag, 9. Juni 2005 &#8211; Nr. 130, W\u00dcS &#8211; Seite C 11 (Auflagenh\u00f6he: 100.000); Titel: Zeugnis der Volksfr\u00f6mmigkeit &#8211; Kreisheimatpfleger Hans Schmelz liegt der Kreuzweg nach H\u00f6chberg am Herzen.<br \/>\n02.04.2006: Vortag von Herrn Dr. Andreas Bergrath w\u00e4hrend der Jahreshauptversammlung 2006 (= 80. j\u00e4hriges Bestehens des Vereines) des Versch\u00f6nerungsvereins H\u00f6chberg e.V. Ca. 80 von 400 Vereinsmitgliedern konnten aus erster Hand erfahren, wie sich dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entwickelt hatte. Die meist \u00e4lteren Vereinsmitglieder (> 60 Jahre) waren sehr \u00fcberrascht, dass sich auch j\u00fcngere Mitb\u00fcrger f\u00fcr das kulturelle Erbe ihrer Heimatgemeinde interessieren und erhalten. Insbesondere die kulturhistorische Bedeutung des gesamten Kreuzweges, bestehend aus sieben Kreuzwegstationen und einer Kreuzigungsgruppe, war f\u00fcr diese Publikum von grossem Interesse (Hexenverfolgung in W\u00fcrzburg). Die anwesenden Vereinsmitglieder sind Mulitplikatoren innerhalb des Marktes H\u00f6chberg und machen die Restaurierung durch Mundpropaganda im Ort bekannt. Die Vereinsmitglieder waren \u00fcberrascht, welch innovativer Ansatz von Herrn Dr. Bergrath gew\u00e4hlt wurde, um diese Kreuzwegstation vor dem Verfall zu retten.<br \/>\nAusgabe M\u00e4rz 2006, S. 33 des Mitteilungsblattes des Marktes H\u00f6chberg (Auflagenh\u00f6he: 5.200)<br \/>\n1-seitiger Beitrag Restaurierung der 4. Kreuzwegstation der `Sieben F\u00e4lle Christi\u00b4 in H\u00f6chberg. Dieser Bericht wurde auch gleichzeitig auf der Homepage des Marktes H\u00f6chberg ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nVgl. http:\/\/www.hoechberg.de\/profil\/aktuelles\/willkommen\/index.htm<br \/>\nAusgabe April 2006, S. 25\/26 des Mitteilungsblattes des Marktes H\u00f6chberg (Auflagenh\u00f6he: 5.200)<br \/>\n2-seitiger Beitrag Restaurierung der 4. Kreuzwegstation der `Sieben F\u00e4lle Christi\u00b4 in H\u00f6chberg (Teil 2) Dieser Bericht wurde auch gleichzeitig auf der Homepage des Marktes H\u00f6chberg ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nVgl. http:\/\/www.hoechberg.de\/profil\/aktuelles\/willkommen\/index.htm<br \/>\n02.04.2006: Vortag von Herrn Dr. Andreas Bergrath w\u00e4hrend der Jahreshauptversammlung 2006 des Versch\u00f6nerungsvereins H\u00f6chberg e.V. Ein 5 Seiten langes Dokument \u00fcber die Restaurierung der 4. Kreuzwegstation wurde 100-fach fotokopiert und unter den Vereinsmitgliedern verteilt.<br \/>\nVer\u00f6ffentlichung von Domkapitular Dr. J\u00fcrgen Lenssen (Bau- und Kunstreferent der Di\u00f6zese W\u00fcrzburg) vor Ostern 2006. Dieser Bericht wurde nur auf der Homepage des Marktes H\u00f6chberg ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nVgl. http:\/\/www.hoechberg.de\/profil\/aktuelles\/willkommen\/index.htm<br \/>\nMai 2006: 2-seitiger Beitrag Restaurierung der 4. Kreuzwegstation der `Sieben F\u00e4lle Christi\u00b4 in H\u00f6chberg (Teil 3) Dieser Bericht wurde nur auf der Homepage des Marktes H\u00f6chberg ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nVgl. http:\/\/www.hoechberg.de\/profil\/aktuelles\/willkommen\/index.htm<br \/>\nJuli 2006: Der W\u00fcrzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann bietet seine \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung dieses Projektes an, sofern dies von der zust\u00e4ndigen Pfarrei Mari\u00e4 Geburt in H\u00f6chberg gew\u00fcnscht ist (vgl. beigef\u00fcgtes Schreiben von Dr. Martin Faatz &#8211; Sekret\u00e4r des Bischofs von W\u00fcrzburg.<br \/>\n29.10.2007: 45-min\u00fctiger Pressetermin mit Powerpointpr\u00e4sentation im Sitzungssaal des Marktes H\u00f6chberg. Anwesende: 1. B\u00fcrgermeister Peter Stichler, Bezirksrat Martin Umscheid, Kreisheimatpfleger Hans Schmelz, Christoph Bergrath, Dr. Andreas Bergrath<br \/>\nMainpost (Zeitung), Samstag, 3. November 2007 &#8211; Nr. 253, W\u00dcS &#8211; Seite 27 (Auflagenh\u00f6he: 100.000)<br \/>\nTitel: Kreuzwegstation ein Gl\u00fccksfall &#8211; Restaurator nach der Sanierung: Einzige noch fast original erhaltene des Weges<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ohne die finanzielle Unterst\u00fctzung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt h\u00e4tte diese Restaurierung nicht durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Somit wurde diese einzigartige Kreuzwegstation vor dem sicheren Verfall gerettet. Zudem erwies sich dieser neue Ansatz in der Denkmalpflege, der sehr stark durch ein-zelne B\u00fcrger vorangetrieben wurde, als \u00fcberaus erfolgreich und wurde von allen beteiligten Personen und \u00f6ffentlichen Verwaltungen als exemplarisch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte angesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Verfasser m\u00f6chte sich entsprechend dem Leitgedanken der Agenda 21 global denken &#8211; lokal handeln in W\u00fcrzburg vor Ort im gesellschaftspolitischen Kontext engagieren und die Denkmalpflege als kulturellen Umweltschutz entwickeln. 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