{"id":23941,"date":"2024-11-27T10:36:54","date_gmt":"2024-11-27T09:36:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23181-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:57","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:57","slug":"23181-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23181-01\/","title":{"rendered":"Kalkulation der symbiotischen N2-Fixierleistung und der N-Fl\u00e4chenbilanz beim Anbau von Leguminosen im \u00f6kologischen Landbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war es, die symbiotische N2-Fixierleistung von im \u00f6kologischen Landbau angebauten K\u00f6rner- und Futterleguminosen schlagsspezifisch genauer als es bisher m\u00f6glich war in der landwirtschaftlichen Praxis und Beratung kalkulieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn den Jahren 2005 und 2006 wurden auf 22 \u00fcber Deutschland verteilten, \u00f6kologisch bewirtschafteten Ackerschl\u00e4gen nichtlegume Referenzpflanzen (Hafer, Wiesenschwingel bzw. Welsches Weidelgras) parallel zu den angebauten Futter- und K\u00f6rnerleguminosen etabliert. Damit wurde das standortgegebene Angebot an pflanzenverf\u00fcgbarem Stickstoff im Boden in der Vegetationsperiode abgesch\u00e4tzt. Die Referenzfl\u00e4chen sollten repr\u00e4sentativ sein f\u00fcr Standorte und die Stellung in der Fruchtfolge beim Anbau von Futter- und K\u00f6rnerleguminosen im \u00f6kologischen Landbau. Dabei wurden f\u00fcr Futterleguminosen die Anbausysteme einj\u00e4hrige Nutzung (z. B. Persischer Klee in Reinsaat oder im Gemenge, Referenzpflanze Welsches Weidelgras) und \u00fcberj\u00e4hriger Nutzung (z. B. Rotklee oder Luzerne in Reinsaat oder im Gemenge, Referenzpflanze Wiesenschwingel) unterschieden. Je Schlag wurden zwei Kleinparzellen mit Referenzpflanzen zu je 15 m2 angelegt. Zu den Schnittterminen der Futterleguminosen wurde aus diesen Kleinteilfl\u00e4chen das Schnittgut (zum Vegetationsende auch die Stoppelmasse) auf je 2 m2 beerntet. Die Erntetermine waren an die ortstypische und witterungsabh\u00e4ngige Nutzung (2 bis 5 Schnitte) gebunden. Als Referenzpflanze auf den Standorten mit K\u00f6rnerleguminosenanbau wurde Hafer ausges\u00e4t. F\u00fcr eine Mitwirkung am Projekt konnten Einrichtungen der Bundesl\u00e4nder gewonnen werden, die im \u00f6kologischen Landbau Sortenversuche mit K\u00f6rnerleguminosen durchf\u00fchren. Zum Nutzungszeitpunkt der entsprechen-den K\u00f6rnerleguminose wurden jeweils 1,5 bis 2 m2 Hafersprossmasse von Hand aus zwei getrennten Kleinteilfl\u00e4chen geerntet und der N-Gehalt in der Biomasse mittels Dumas-Verfahren bestimmt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Unter www.isip.de kann mit Hilfe des Leguminosenrechners LeNi Ba Eco  die N2-Fixierleistung und der mit dem Anbau von Futter- und K\u00f6rnerleguminosen einhergehende N-Fl\u00e4chenbilanzsaldo im \u00f6kologischen Landbau kalkuliert werden. Dazu werden nach der Eingabe der Ertragsgr\u00f6\u00dfe Korn- oder Schnittgut-FM (dt ha-1) innerhalb des Systems verschiedene Kalkulationsgr\u00f6\u00dfen (z.B. gesamtpflanzliche N-Menge der Leguminose, Harvest-Index) berechnet. Die N-Bilanzierung kann erst nach der Aufteilung der gesamtpflanzlichen N-Mengen in die Gr\u00f6\u00dfen Boden-N-Aufnahme und N2-Fixierleistung erfolgen. Anhand vorliegender Daten aus Feldversuchen konnte gezeigt werden, dass sich der Einfluss des Boden-N-Angebotes auf die Boden-N-Aufnahme bei Ackerbohnen \u00fcber die zeitgleich am Standort gewachsene Referenzpflanze Hafer mit r2 = 0,92 abbilden l\u00e4sst. Mit steigendem Boden-N-Angebot erh\u00f6ht sich der Anteil an bodenb\u00fcrtigem Stickstoff bei einer gleichzeitigen Reduzierung der N2-Fixierleistung. Im Kalkulationsverfahren wird diese Beziehung genutzt, um die Boden-N-Aufnahme und die N2-Fixierleistung beim Anbau von Ackerbohnen abzuleiten. Bei den weiteren in LeNi Ba Eco kalkulierbaren K\u00f6rnerleguminosen (Gr\u00fcnspeiseerbse, K\u00f6rnererbse in Reinsaat und Gemenge mit Hafer, Wei\u00dfe Lupine und Gelbe Lupine) und den Futterleguminosen (Rotklee, Luzerne, Persischer Klee jeweils in Reinsaat und Gemenge mit Gr\u00e4sern) wird analog verfahren. Die dazu ben\u00f6tigten Angaben zum jahres- und standortspezifischen Boden-N-Angebot werden anhand von Referenzfl\u00e4chen mit Nichtleguminosen jahresbezogen erfasst. Es wurde gezeigt, dass es unter Ber\u00fccksichtigung der Ackerzahl und des Vorfruchtwertes einer Fl\u00e4che m\u00f6glich ist, die Boden-N-Nachlieferung verschiedener Standorte jahresspezifisch abzuleiten.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt bzw. die Ergebnisse wurden zwischen 2005 und 2008 auf 15 Tagungen, Seminaren und Kolloquien vorgestellt. Die Ergebnisse wurden in drei Tagungsbeitr\u00e4gen ver\u00f6ffentlicht. \u00dcber LeNi Ba Eco wurde in der Zeitschrift BIOLAND berichtet. Dem breiten Publikum wurde das Modul im November 2007 auf der Messe Agritechnica online pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Um die breite Anwendung der verbesserten Kalkulationsverfahren in der land- und wasserwirtschaftlichen Fachberatung sowie in der Praxis des \u00f6kologischen Landbaus zu erm\u00f6glichen und deren Umsetzung zu beschleunigen, wurde im Rahmen des bearbeiteten Projektes (i) ein Monitoringsystem zur Sch\u00e4tzung der bodenb\u00fcrtigen N-Aufnahme von Leguminosen im \u00f6kologischen Landbau etabliert, (ii) die vorhandenen Kalkulationsverfahren aktualisiert, (iii) die Kalkulationsverfahren als internetbasiertes Informationssystem im Rahmen von ISIP (Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion) \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar gemacht und (iv) durch Informationsveranstaltungen und Begleitmaterial die land- und wasserwirtschaftliche Fachberatung auf das neue internetbasierte Informationsangebot hingewiesen und in der Anwendung ge-schult. Aufgrund fehlender Datengrundlage konnten in diesem Vorhaben in LeNi Ba Eco noch nicht alle im \u00f6kologischen Landbau angebauten Leguminosenarten (z. B. Schmalbl\u00e4ttrige Lupine, Wei\u00dfklee) und Nutzungssysteme (z. B. legumer Zwischenfruchtbau, Nutzung als Gr\u00fcnbache) ber\u00fccksichtigt werden. LeNi Ba Eco bietet aber eine sehr gute Internetplattform, um nach Erarbeitung entsprechender Datengrundlagen die Anwendungsbereiche entsprechend zu erweitern und auch den Anbau von Leguminosen in an-deren Landbausystemen einzubeziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war es, die symbiotische N2-Fixierleistung von im \u00f6kologischen Landbau angebauten K\u00f6rner- und Futterleguminosen schlagsspezifisch genauer als es bisher m\u00f6glich war in der landwirtschaftlichen Praxis und Beratung kalkulieren zu k\u00f6nnen. 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