{"id":23934,"date":"2024-11-27T10:36:54","date_gmt":"2024-11-27T09:36:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23161-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:57","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:57","slug":"23161-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23161-01\/","title":{"rendered":"Schutz der vier europ\u00e4ischen Geierarten (Bartgeier &#8211; Gypaetus barbatus, G\u00e4nsegeier &#8211; Gyps fulvus, M\u00f6nchsgeier &#8211; Aegypius monachus, Schmutzgeier &#8211; Neophron percopterus)  in Bulgarien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Programms mit seinen Komponenten ist es, in Bulgarien stabile Populationen aller vier Geierarten aufzubauen und die \u00e4u\u00dferen Bedingungen so g\u00fcnstig zu gestalten, dass diese sich dauerhaft selbst erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEin Rahmenaktionsplan zum Schutz der vier europ\u00e4ischen Geierarten im Balkanraum wurde entwickelt und durch ein logisches Rahmenkonzept in einzelne Umsetzungsschritte umgebrochen. Die Ma\u00dfnahmen unterteilen sich in direkte und indirekte Hilfsma\u00dfnahmen, die eine Sofortwirkung zeigen und in solche, die dem langfristigen Schutz der Geierarten dienen. <\/p>\n<p>Folgende Komponenten f\u00fcgen sich zu einem sinnvollen Ganzen und wurden im Rahmen des Aktionsplanes zum Schutz der Balkangeier (ASBG\/BVAP) mit den Experten aus sieben L\u00e4ndern herausgearbeitet. <\/p>\n<p>Komponente A: Direkter Bestandsschutz durch:<br \/>\n1.\tEinrichtung von tempor\u00e4ren Futterpl\u00e4tzen;<br \/>\n2.\tBewachung von Horstpl\u00e4tzen, insbesondere w\u00e4hrend der Brutzeit;<br \/>\n3.\tAufbau eines Beobachternetzwerkes im Balkanraum;<br \/>\n4.\tF\u00f6rderung der nat\u00fcrlichen Nahrungsgrundlagen<br \/>\nKomponente B: Antigift-Kampagne zur zuk\u00fcnftigen Vermeidung von Vergiftungsf\u00e4llen durch<br \/>\n1.\tEinrichtung einer Task-Force bestehend aus Veterin\u00e4ren, Naturschutzbeauftragten der Regierung, Polizeibediensteten, Verbandsvertretern, Landwirtschafts-, Forst- und Jagdbeh\u00f6rdenvertretern;<br \/>\n2.\tAllgemeine Aufkl\u00e4rung- und Bewu\u00dftseinsbildungsma\u00dfnahmen durch TV-Magazin-Beitr\u00e4ge, Rundfunkfeatures, Printmedienartikel, zielgruppengerechte Brosch\u00fcren und Faltbl\u00e4tter, Plakate;<br \/>\n3.\tAus- und Fortbildungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Veterin\u00e4re, Polizeidienste, Naturschutz- und Umweltverwaltung, Forst- und Jagdverwaltung sowie Verbandsvertreter;<br \/>\nKomponente C: Bewusstseinbildung und Kapazit\u00e4tserweiterung<br \/>\n1.\tInternetplattform zur Kommunikation unter den Gruppen und zur Information aller zu Beteiligenden;<br \/>\n2.\tAusstellung zum Thema Geierschutz f\u00fcr verschiedene bulgarische Infozentren und Veranstaltungen;<br \/>\n3.\tInfomaterialen f\u00fcr verschiedene Zielgruppen (Sch\u00e4fer, J\u00e4ger, F\u00f6rster, Veterin\u00e4re, Touristen);<br \/>\n4.\tAusr\u00fcstungsgegenst\u00e4nde (Ferngl\u00e4ser, Beobachtungs-Spektive, Transporter);<br \/>\n5.\tAus- und Fortbildungskurse f\u00fcr NGOs, und verschiedene Beteiligtengruppen.<\/p>\n<p>Die Komponenten werden in folgenden Einzelma\u00dfnahmen in Tr\u00e4gerschaft bulgarischer Naturschutzorganisationen umgesetzt:<\/p>\n<p>Komponente A:<br \/>\n1.\tSchutz der Geier in den Ostrhodopen; Bulgarian Society for Protection of Birds (BSPB)<br \/>\n2.\tNotma\u00dfnahmen f\u00fcr die bestehende Schmutzgeierpopulation in Bulgarien Bulgarian Society for Protection of Birds (BSPB)<br \/>\n3.\tWiederansiedlung von G\u00e4nsegeiern im Zentral Balkan Gebirge; Bulgarian Society for Protection of Birds of Prey (BPPS)<br \/>\n4.\tWiederbesiedlung des Vrachnaski Massivs mit G\u00e4nsegeiern; Bulgarian Society for Protection of Birds of Prey (BPPS)<br \/>\n5.\tProgramm zur Wiederansieldung des Bartgeiers in Bulgarien, Green Balkans Federation<br \/>\nKomponente B:<br \/>\n1. \tKampagne gegen die Giftanwendung in Bulgarien; Fund for Protection of Wild Flora and Fauna FWFF-Blagoevgrad<br \/>\n2. \tAnti-dot Programm Bulgarien; Fund for Protection of Wild Flora and Fauna FWFF-Sofia<br \/>\nKomponente C:<br \/>\n1. \t\u00d6ffentlichkeitsarbeit zum Geierschutz in Bulgarien; Alpiner Club Edelweiss Bulgarien<\/p>\n<p>Zusammenfassung<br \/>\nDas Projekt wurde \u00fcber die gesamte Laufzeit in Bulgarien durch die bulgarische Umweltpartnerschaftsstiftung (BEPF) koordiniert. Diese betreut die 8 einzelnen Vorhaben zum Geierschutz, die bereits im Jahr 2005 begonnen und bis zum Ende der Laufzeit fortgesetzt wurden. Die BEPF erstellt die Vertr\u00e4ge mit den Partnerorganisationen f\u00fcr die Teilvorhaben und nimmt die bulgarischen Abrechnungen entgegen, sammelt die Teilberichte und erstellt die Jahresabrechnung f\u00fcr ZGF und DBU. Fachlich und inhaltlich wird das Projekt von der M\u00f6nchsgeier-Stiftung (BVCF) begleitet und die Einzelvorhaben in Bulgarien hinsichtlich ihres Beitrages zum Balkan Geier-Aktionsplan \u00fcberpr\u00fcft. Die Bewilligung wurde nach der fachlichen \u00dcberpr\u00fcfung durch BVCF und ZGF gegen\u00fcber den bulgarischen Bewilligungsempf\u00e4ngern durch BEPF in Absprache mit der ZGF erteilt.<\/p>\n<p>Im F\u00f6rderzeitraum 2006-2008 wurden folgende Einzelma\u00dfnahen gef\u00f6rdert:<\/p>\n<p>Titel\t\t\t\t\t\t\t                                        bulgarische Empf\u00e4ngerorganisation<br \/>\n1.\tGeierschutz in den Ostrhodopen, Madjarovo\tBulgarian Society for Protection of Birds (BSPB)<br \/>\n2.\tNotma\u00dfnahmen zum Schutz der Schmutzgeier,<br \/>\nRussenski Lom (Donauzuflu\u00df) \t\t\t                    BSPB<br \/>\n3.\tGiftbek\u00e4mpfungskampagne und Schaffung\t       Fund for Wild Flora and Fauna (FWFF)<br \/>\ng\u00fcnstiger Erhaltungsbedingungen f\u00fcr Geier<br \/>\nin West Bulgarien.<br \/>\n4.\tBartgeier Wiederansiedlung &#8211; R\u00fcckkehr des<br \/>\nbulgarischen Naturschutzsymbols \t\t                     Green Balkans Federation<br \/>\n5.\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit zur Schaffung positiver\tAlpiner Klub Edelweiss<br \/>\nBedingungen zur R\u00fcckkehr der Geier nach BG<br \/>\n6.\tWiederansiedlung des G\u00e4nsegeiers in\t\t       Birds of Prey Protection Society (BPPS)<br \/>\nNationalpark Zentraler Balkan<br \/>\n7.\tWiederansiedlung von Brutpaaren des \t\t        BPPS<br \/>\nG\u00e4nsegeiers im Naturpark Vratchanski Balkan<br \/>\n8.\tGiftbek\u00e4mpfungskampagne durch Einbindung    FWFF<br \/>\nstaatlicher Institutionen wie Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden,<br \/>\nPolizeikr\u00e4fte und Regionale Umweltinspektorate<br \/>\ndurch Information und Trainingsworkshops<\/p>\n<p>Das im Jahr 2005 mit dem bulgarischen Ministerium f\u00fcr Umwelt und Wasser unterzeichnete  Memorandum of Understanding und den Nichtregierungsinstitutionen wurde durch die im Rahmen des vorliegenden Projektes gef\u00f6rderten Einzelma\u00dfnahmen wirksam umgesetzt. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren beim Geierschutz in Bulgarien mit Leben erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Die im Fr\u00fchjahr 2006 durchgef\u00fchrte Expertenmission zur Evaluation m\u00f6glicher Wiederansiedlungsorte von G\u00e4nsegeiern (Gyps fulvus) im Balkanraum, hatte eine klare Fokussierung auf das Balkangebirge ergeben. Die Expertenkommission kam zur Empfehlung eine aktive Wiederansiedlung in Ost-Serbien im Grenzgebiet zu Bulgarien, in West-Bulgarien im Vratchanski Naturpark, im Bereich des Zentralen Balkan Gebirges im Naturpark Sinite Kameni sowie im strengen Schutzreservat bei Kotel im Ost-Balkanmassiv mit G\u00e4nsegeiern zu wagen. In diesen Gebieten erscheint die Situation g\u00fcnstig. Die an der zuk\u00fcnftigen Wiederansiedlung beteiligten Organisationen, wurden in Trainingseinheiten auf die Aufgaben bei der geplanten Wiederansiedlung vorbereitet. In Workshops, durchgef\u00fchrt in Frankreich, in einem erfolgreichen Wiederansiedlungsvorhaben in den Cevennen wurden erfolgreiche Techniken vermittelt und Details der Wiederansiedlungen besprochen. Ferner wurden durch die bulgarischen Partner in der Zwischenzeit umfangreiche Machbarkeitsstudien f\u00fcr die ausgew\u00e4hlten Orte erarbeitet. Die Wiederansiedlungskommission hat nun aufgrund der geleisteten Vorarbeit gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die aktive Wiederansiedlung von G\u00e4nsegeiern gegeben. Die V\u00f6gel stammen aus Auffangstationen und Zoos \u00fcberwiegend aus Spanien, da dort eine starke G\u00e4nsegeierpopulation mit \u00fcber 22.000 Brutpaaren besteht und somit einer Abgabe von Einzeltie-ren aus diesem Bestand nichts entgegensteht. <\/p>\n<p>Die Arbeiten im Berichtszeitraum widmeten sich zum gr\u00f6\u00dften Teil der Vorbereitung der aktiven Wiederansiedlung. Hierzu war es notwendig die \u00d6ffentlichkeit und vor allem die Landnutzer und Tierhalter hierauf vorzubereiten. Wichtige flankierende Ma\u00dfnahmen gelten der Vermeidung des Einsatzes von Gift durch Tierhalter (Schafz\u00fcchter) oder auch durch die J\u00e4gerschaft. Daher wurden entsprechende Aktivit\u00e4ten zielgerichtet auf diese Zielgruppen durchgef\u00fchrt. Ferner wurden Workshops mit den Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden und den Umweltinspektoraten des Ministeriums f\u00fcr Umwelt und Wasser vorbereitet und teilweise auch durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Wichtig bei den Ma\u00dfnahmen im Berichtszeitraum jedoch war auch, die Problemlage bei den noch vorhandenen wildlebenden Geierpopulationen in Bulgarien nicht aus den Augen zur verlieren.<br \/>\nIm Sommer 2007 wurden dann experimentell im \u00f6stlichen Gebiet des Balkangebirges im Schutzgebiet Kotel vier Geier in die Freiheit entlassen. Ihr verbleib wurde sorgf\u00e4ltig registriert. Im Fr\u00fchjahr 2008 konnte dann die R\u00fcckkehr zun\u00e4chst einer der vier frei gelassenen Tiere zum Freilassungsort in Kotel verzeichnet werden. Abzuwarten bleibt zun\u00e4chst wie sich die anderen Tiere verhalten werden. Jedoch kann die R\u00fcckkehr eines der Tiere als sehr positives Zeichen gewertet werden, so dass die mit diesem Experiment \u00fcberpr\u00fcfte Methodik der Freisetzung auch funktionieren d\u00fcrfte. Damit steht der aktiven Wiederansiedlung von G\u00e4nsegeiern im Balkangebirge nichts entgegen und somit ist ein wichtiges Projektziel erreicht worden. <\/p>\n<p>Besorgniserregend bleibt indes ist die Populationsentwicklung des Schmutzgeiers (Neophron percnopterus). Allerdings ist die gesamte im Mittelmeerraum br\u00fctende Population des Schmutzgeiers am R\u00fcckgang, so dass davon ausgegangen werden muss, dass die Ursachen f\u00fcr den globalen R\u00fcckgang dieser Geierart nicht ausschlie\u00dflich im Brutgebiet, sondern m\u00f6glicherweise in den afrikanischen \u00dcberwinterungsgebieten oder auf den Wegen zu und von diesen zu suchen sein k\u00f6nnten. Diesbez\u00fcgliche Untersuchungen werden derzeit in Angriff genommen. Ergebnisse liegen bei Abfassung dieses Berichtes noch nicht vor. <\/p>\n<p>Bis zur Kl\u00e4rung dieser Problemlage aber, muss den vorhandenen Brutpopulationen erh\u00f6hte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Bulgarische Gesellschaft zum Schutz der V\u00f6gel (BSPB BirdLife Bulgaria), hat sich dieser Aufgabe schwerpunktm\u00e4\u00dfig gewidmet. Wichtig hierbei sind auch die von der DBU \u00fcber den WWF-Deutschland gef\u00f6rderten Ma\u00dfnahmen zur Vergr\u00f6\u00dferung des Naturparks Russenski Lom im Rahmen des Donau-Auenprojektes. Der Naturpark Russenski Lom beherbergt im Augenblick die gr\u00f6\u00dfte Schmutzgeierkolonie in Bulgarien und bedarf daher gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Schutzanstrengungen.<\/p>\n<p>Eine Internetpr\u00e4sentation der Geieraktivit\u00e4ten im Balkanraum wurde erstellt und ist \u00fcber die URL Adresse: http.\/\/www.balkanvultures.net zug\u00e4nglich gemacht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Bestand an G\u00e4nsegeiern in Bulgarien konnte \u00fcber die Projektlaufzeit weiterhin stabilisiert werden. Der bisher positive Trend beim G\u00e4nsegeier hat sich best\u00e4tigt. Die bisher eingeleiteten Ma\u00dfnahmen scheinen Wirkung zu zeigen. Beim M\u00f6nchsgeier ist nach wie vor nur ein Brutpaar sicher nachgewiesen, der Bartgeier kommt nach wie vor derzeit in Bulgarien nicht vor. Besorgnis erregend bleibt der Bestand des Schmutzgeiers, jedoch ist deren Erhaltungszustand nicht nur in Bulgarien prek\u00e4r, sondern auch in anderen Bereichen seines Vorkommens, wie etwa in Spanien. Die Ursachen hierf\u00fcr sind noch nicht klar. Der Schmutzgeier ist der einzige Zugvogel unter den europ\u00e4ischen Geiern. Er \u00fcberwintert in Afrika und ern\u00e4hrt sich w\u00e4hrend des Zuges auch von Insekten. <\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes wurden flankierende Ma\u00dfnahmen in Bulgarien realisiert. Hierzu z\u00e4hlt die Wiedereinrichtung des traditionellen Schaftriebes. Die Organisationen Semperviva und FWFF betreiben mitt-lerweile Wandersch\u00e4fereien. Im Fr\u00fchjahr werden Schafe von ihren Winter-Stallungen beispielsweise im Nationalpark Pirin in die alpinen Sommerweiden getrieben und im Herbst wieder ins Winterquartier. Hierbei verungl\u00fccken Schafe und werden somit zur Nahrungsquelle f\u00fcr Aasfresser. Ein \u00e4hnliches Projekt wird von der Organisation FWFF in Kotel betrieben. Hier werden auch Schafe gehalten, die anderen Sch\u00e4fer den Verlust durch W\u00f6lfe ersetzen sollen. Damit soll das Problem der Giftauslegung zur T\u00f6tung von W\u00f6lfen vermieden werden. Sempervivia und FWFF z\u00fcchten auch Schutzhunde, die an Sch\u00e4fer abgegeben werden und die innerhalb einer Schafherde einen wirksamen Schutz gegen W\u00f6lfe aufrecht erhalten sollen. Auch diese Ma\u00dfnahmen zeigen bis jetzt rundherum Erfolge, da in keiner der Schafherden, in der Schutzhunde eingesetzt wurden, es zu Verluste von Schafen durch Wolf- oder B\u00e4rattacken kam.  <\/p>\n<p>Im Jahr 2006 wurden in S\u00fcdwestbulgarien 340 Schafe und Ziegen sowie 11 Esel, 9 Pferde und 21 K\u00e4lber offenbar von W\u00f6lfen gerissen. In allen F\u00e4llen zeigte sich, dass es Fehler der Tierhalter waren, die die Wolfs\u00fcbergriffe erm\u00f6glichten. Daher wird nun intensiver mit Tierhaltern zusammen gearbeitet. Aufkl\u00e4rung wie die Tiere gegen Wolfsattacken gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen sind nun sehr wichtig. Kompensationsma\u00dfnahmen sollen helfen Giftaktionen gegen W\u00f6lfe zu verhindern. Betroffenen Tierhaltern werden ferner Schutzhunde angeboten. Dies sind wichtige Ma\u00dfnahmen, die den willk\u00fcrlichen Einsatz von Gift zur Wolfsbek\u00e4mpfung vermeiden helfen. So konnten die gemeldeten Giftfunde im Jahr 2006 deutlich zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden und beschr\u00e4nken sich auf wenige F\u00e4lle im s\u00fcdlichen Bulgarien. <\/p>\n<p>Damit ist die wichtigste Voraussetzung geschaffen worden, die G\u00e4nsegeier aus Spanien aktiv im Balkangebirge wieder anzusiedeln. <\/p>\n<p>Eine weitere flankierende Ma\u00dfnahme ist die Wiederansieldung der Balkang\u00e4mse in Gebirgslagen Bulgarien, in denen sie ausgerottet wurde. So findet derzeit eine aktive Wiederansiedlung im Naturpark Vitosha statt. Die bis jetzt frei gelassenen G\u00e4msen-Herden entwickeln sich in Freiheit gut. Einzelne Tiere wurden mit Halsbandsendern ausgestattet und unterliegen somit einer dauerhaften \u00dcberwachung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Bulgarien wurde durch die Alpinen Klub Edelwei\u00df ein professioneller Fernsehbeitrag erstellt, der im bulgarischen Fernsehen einem breiten Publikum zug\u00e4nglich gemacht wurde. Insgesamt st\u00f6\u00dft das Geiervorhaben im Land auf ein breites Interesse und eine gro\u00dfe Akzeptanz. Jede beteiligte Organisation hat f\u00fcr sein jeweiliges Teilprojekt umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeiten durchgef\u00fchrt. In den zuk\u00fcnftigen Wie-deransiedlungsgebieten Naturpark Vratchanski, Naturpark Sinite Kamani, Strenges Reservat Kotel und auch in dem Nationalpark Zentraler Balkan wird in eigens eingerichteten Dauerausstellungen in den jeweiligen Besucherzentren umfassenden \u00fcber die Projekte und den Schutz und die Gef\u00e4hrdung der Geier informiert. Die vom Klub Edelwei\u00df erstellten Filmbeitr\u00e4ge informieren dort Besucher \u00fcber die Vorhaben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt mit seinen Umsetzungskomponenten reiht sich in den Aktionsplan zur Erhaltung der Geierpopulationen Im Balkanraum ein und tr\u00e4gt erheblich zu dessen Erfolg durch die erzielten positiven Teilergebnisse der Einzelma\u00dfnahmen bei. <\/p>\n<p>Mit Beendigung der DBU-F\u00f6rderung ist das Projekt jedoch nicht abgeschlossen. Die beteiligten Organisationen in Bulgarien sind in der Lage die bis jetzt durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen weiter zu f\u00fchren. Die bis jetzt erreichten Ziele werden fernerhin in dem weiterf\u00fchrenden Projektansatz des gemeinsam von DBU und ZGF gef\u00f6rderten Vorhabens zum Biodiversit\u00e4tsschutz im bulgarischen Balkan Gebirge AZ 26175 gefestigt und mit neuer Schwerpunktsetzung fortgef\u00fchrt. Die Laufzeit des neuen Vorhabens ist f\u00fcnf Jahre, so dass bis dahin eine G\u00e4nsegeierpopulation im Balkangebirge etabliert sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Daher kann man sagen, dass das Projekt auf einem sehr erfolgreichen Weg sich befindet. Die wichtigsten Vorbereitungen zur aktiven Wiederansiedlung von G\u00e4nsegeiern im Balkangebirge sind getroffen. Eine breite Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung, aber besonders bei den betroffenen Zielgruppen der Tierhalter und J\u00e4ger konnte erreicht werden.<\/p>\n<p>Allerdings brachte der Beitritt Bulgariens zur Europ\u00e4ischen Union neue Problem, die von der innerhalb der EU geltenden Hygiene-Verordnung EU-VO 1774-2002 zur Bek\u00e4mpfung des Rinder-Wahnsinns ausgehen. Danach d\u00fcrfen offene Tierk\u00f6rperbeseitigungsstellen, wie sie die Geierfutterpl\u00e4tze darstellen, nicht mehr betrieben werden. <\/p>\n<p>Im Zuge intensiven Lobbying in Br\u00fcssel konnte erreicht werden, dass die \u00f6rtlichen Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden Ausnahmegenehmigungen von dem allgemeinen Verbot der offenen Tierk\u00f6rperbeseitigung erteilen d\u00fcrfen. Diese kommen in erster Linie den sogenannten \u0082Mulladores in Spanien und in S\u00fcdfrankreich zu Gu-te, sind aber auch f\u00fcr die bereits eingerichteten Geierfutterpl\u00e4tze in Bulgarien von gro\u00dfer Bedeutung. <\/p>\n<p>Dennoch bedarf es nun weiterer Informations- und Aufkl\u00e4rungsarbeit gerade bei den Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden in Bulgarien, die derzeit eher verunsichert sind<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Programms mit seinen Komponenten ist es, in Bulgarien stabile Populationen aller vier Geierarten aufzubauen und die \u00e4u\u00dferen Bedingungen so g\u00fcnstig zu gestalten, dass diese sich dauerhaft selbst erhalten k\u00f6nnen. 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