{"id":23930,"date":"2023-08-04T10:32:02","date_gmt":"2023-08-04T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21632-01\/"},"modified":"2023-08-04T10:32:03","modified_gmt":"2023-08-04T08:32:03","slug":"21632-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21632-01\/","title":{"rendered":"Tagung: Paradies in Gefahr &#8211; Rum\u00e4nien und seine W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel: Durchf\u00fchrung der 2. Hermannst\u00e4dter \u00d6kologie-Konferenz mit dem Thema Paradies in Gefahr: Ru-m\u00e4nien und seine W\u00e4lder vom 13.-15. Juni 2005<br \/>\nAnlass: Zunehmende Degradierung rum\u00e4nischer Wald\u00f6kosysteme<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGeplante Themen und Referenten des zweit\u00e4gigen Vorhabens (Stand: April 2005):<\/p>\n<p>\tN. N. (Staatssekret\u00e4r des Forstministeriums; Bukarest): Rum\u00e4niens W\u00e4lder und Baumbestand:<br \/>\nSachstandsbericht aus der Sicht der Regierung<br \/>\n\tggbf. Dr. Fritz Brickwede (Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt) Gru\u00dfworte der DBU<br \/>\n\tNicolae Radulescu Dobrogea (Vorsitzender der Vereinigung f\u00fcr \u00d6kologie und Zivilgesellschaft; Bukarest): B\u00e4ume ohne Lobby: die Zerst\u00f6rung des rum\u00e4nischen Wald- und Baumbestands<br \/>\n\tPfr. Dr. J\u00fcrgen Henkel (Akademieleiter; Hermannstadt): Sozialethische Erw\u00e4gungen zum Umgang mit der Natur aus christlich-biblischer Perspektive<br \/>\n\tProf. Dr. Andreas Schulte; Dr. Thorsten Mrosek (Wald-Zentrum, Westf\u00e4lische Wilhelms Universit\u00e4t M\u00fcnster): Das Cluster-Konzept als Weg zur nachhaltigen und regional\u00f6konomisch erfolgreichen Waldbewirtschaftung in Europa: Probleme und Chancen<br \/>\n\tDr. J\u00fcrgen Blaser; N. N. (Intercooperation, Schweiz): Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Transkarpatien: Ein Modell f\u00fcr Siebenb\u00fcrgen\u0085?<br \/>\n\tN. N. (Professor an der Fakult\u00e4t f\u00fcr \u00d6kologie der Deutsch-Rum\u00e4nischen Universit\u00e4t Hermannstadt):<br \/>\n     Die Vernichtung des Baumbestandes in Rum\u00e4nien &#8211; eine Gefahr f\u00fcr den \u00d6kohaushalt in<br \/>\n      Rum\u00e4nien<br \/>\n\tClaudiu T\u00e2rziu (Redakteur bei Jurnalul national): Mafia, Korruption und wirtschaftliche Interesen:<br \/>\n      das besondere Waldsterben in Rum\u00e4nien<br \/>\n\tSowie noch zu identifizierende Vertreter von: Holz be- und verarbeitenden Firmen,Holzexporteuren<br \/>\nForst\u00e4mtern<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>15 Jahre nach der Revolution leidet die rum\u00e4nische Gesellschaft immer noch unter einem fehlenden Umweltbewusstsein. An Stra\u00dfenr\u00e4ndern, auf Parkpl\u00e4tzen, in W\u00e4ldern und auf Bergen spiegelt sich die weit verbreitete Wegwerfmentalit\u00e4t besonders in den M\u00fcllbergen wieder, die Privatleute dort hinterlassen. In den letzten Jahren haben die rum\u00e4nischen W\u00e4lder und Baumbest\u00e4nde zudem an einem Raubbau zu leiden, dessen Folgen noch gar nicht abzusehen sind. Auch Schatten spendende Alleen an vielen Stra\u00dfen sind meist mit fadenscheinigen Begr\u00fcndungen abgeholzt worden, um das Holz gewinnbringend zu verkaufen. Eine mafiotische Mischung aus finanziellen Interessen und Korruption erm\u00f6glicht selbst in gesch\u00fctzten Gebieten massive Rodungen, die die Wald\u00f6kosysteme in Rum\u00e4nien nachhaltig sch\u00e4digen werden. Umweltinteressen und entsprechende Aktivisten haben keine Lobby im Land. Die Tagung will die mit der ersten \u00d6kologie-Konferenz 2004 aufgebauten Netzwerke nutzen und ausbauen, um dieses Thema in das Bewusstsein der rum\u00e4nischen \u00d6ffentlichkeit zu lancieren und eine kritische Haltung zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Tagung will die mit der ersten \u00d6kologie-Konferenz 2004 aufgebauten Netzwerke nutzen und ausbauen, um dieses Thema in das Bewusstsein der rum\u00e4nischen \u00d6ffentlichkeit zu lancieren und eine kritische Haltung zu f\u00f6rdern. Neben Artikeln in rum\u00e4nischen Tageszeitungen und Fachzeitschriften wird das Intern. Institut f\u00fcr Wald und Holz NRW f\u00fcr eine gezielte Ver\u00f6ffentlichung in Deutschland sorgen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Experten aus sechs L\u00e4ndern diskutierten drei Tage lang die Probleme der Waldbewirtschaftung in Sibiu, Rum\u00e4nien. Mit \u00fcber 60 TeilnehmerInnen, darunter Vertreter des Forst- und Umweltministeriums aus Bukarest, ansprechenden Vortr\u00e4gen und angeregten Diskussionen wurden die im Projektantrag dargelegten Zielsetzungen erreicht.<\/p>\n<p>HERMANNSTADT &#8211; Holz und Wald als \u00f6konomische Ressourcen wiederzuentdecken, gleichzeitig aber die Bedeutung des Waldes f\u00fcr den \u00d6kologie-Haushalt zu w\u00fcrdigen und ihn entsprechend zu sch\u00fctzen, das ist ein Spagat  f\u00fcr Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleicherma\u00dfen. Wie dies gelingen kann, dar\u00fcber haben sich nun drei Tage lang Experten aus Forstwirtschaft und Waldforschung, Regierungsvertreter, \u00d6kologie-Aktivisten und Journalisten sowie am Thema Interessierte bei der &#8220;Zweiten Hermannst\u00e4dter \u00d6kologie-Konferenz&#8221; der Evangelischen Akademie Siebenb\u00fcrgen (EAS) besch\u00e4ftigt. <\/p>\n<p>Die rund 60 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, der Ukraine, Kanada und Rum\u00e4nien wagten sich mit dem Thema &#8220;Paradies in Gefahr? Rum\u00e4nien und seine W\u00e4lder&#8221; an ein weiteres &#8220;hei\u00dfes Eisen&#8221; der Umweltpolitik in Rum\u00e4nien, nachdem die Konferenz des Vorjahres bereits kritische Themen wie &#8220;Ro?ia Montana&#8221; und den &#8220;Dracula-Park&#8221; in Sch\u00e4\u00dfburg behandelt hatte. Zwei Vertreter des Umwelt- und Forstministeriums stellten sich der Diskussion &#8211; ein Fortschritt gegen\u00fcber 2004, als das Umweltministerium auf die Einladung der Akademie nicht einmal reagiert hatte. F\u00fcr Akademieleiter Pfarrer Dr. J\u00fcrgen Henkel auch ein Zeichen f\u00fcr die neue Transparenz der jetzigen Regierung gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit und der Zivilgesellschaft. Von kirchlicher Seite nahmen Vertreter der orthodoxen Erzbist\u00fcmer T\u00e2rgovi?te, Konstanza und der Metropolie des Banats sowie des r\u00f6misch-katholischen Bistums Oradea\/Gro\u00dfwardein teil. Zu den G\u00e4sten z\u00e4hlten weiter der Deutsche Generalkonsul Thomas Gerlach und der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Dr. Fritz Brickwedde. Die Konferenz wurde in Kooperation mit dem Internationalen Institut f\u00fcr Wald und Holz der Universit\u00e4t M\u00fcnster veranstaltet, finanziell hat vor allem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Durchf\u00fchrung erm\u00f6glicht. <\/p>\n<p>Akademieleiter Dr. Henkel machte auch in seiner Eigenschaft als Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Rum\u00e4nien deutlich: &#8220;Die EU-Kommission hat im Fr\u00fchjahr dieses Jahres ihre Zustimmung zur Aufnahme Rum\u00e4niens in die EU auch von der Entwicklung im Bereich des Umweltschutzes abh\u00e4ngig gemacht. Also nicht nur von der Bek\u00e4mpfung der Korruption, die in aller Munde ist. Der Umweltschutz ist also relevant f\u00fcr den EU-Beitritt Rum\u00e4niens, die \u00f6kologische Situation des Landes ein Ma\u00dfstab f\u00fcr den Beitritt. Man kann dies nicht oft genug sagen.&#8221; EAS-Vorstandsvorsitzender Dechant Dietrich Galter wies darauf hin, da\u00df &#8220;der Umweltschutz nicht nur eine politische Fragen sei, sondern auch eine Frage des Umgangs mit der Sch\u00f6pfung&#8221;. Generalkonsul Gerlach machte in seinem Gru\u00dfwort deutlich: &#8220;Den Raubbau am Wald zu verhindern, ist eine weltweite Aufgabe f\u00fcr die Jahrzehnte, die vor uns liegen. Es herrscht ein breiter Konsens, da\u00df im Bereich des Umweltschutzes nicht gen\u00fcgend getan werden kann.&#8221; <\/p>\n<p>Gheorghe Gheorghi?a vom Forstministerium berichtete im Eingangsreferat der Tagung, dass der Waldbestand Rum\u00e4niens derzeit 6,38 Millionen Hektar betrage, was 28,2 Prozent der Fl\u00e4che Rum\u00e4niens bedeute. Damit liege Rum\u00e4nien knapp unter dem EU-Durchschnitt (29 %). Innerhalb Rum\u00e4niens sei die Verteilung sehr unterschiedlich. Manche Kreise im S\u00fcden des Landes h\u00e4tten weniger als f\u00fcnf Prozent Waldfl\u00e4chen (z. B. Konstanza, Olt, Teleorman, Ilfov). Mit dem \u00dcbergang an Privatbesitzer in den letzten 15 Jahren werde der Wald immer mehr als Geldquelle gesehen. Gheorghi?a: &#8220;Nur wenige Waldbesitzer versuchen eine \u00f6kologische Nutzung des Waldes. Viele denken nur an den \u00f6konomischen Nutzen.&#8221; Es gebe zwar gute Gesetze, doch die Anwendung sei das Problem. Sein Ministerium h\u00e4tte zum Beispiel keine Handhabe, die vielen Holztransporter auf rum\u00e4nischen Stra\u00dfen zu kontrollieren, ob das Holz aus rechtm\u00e4\u00dfigem Abbau stamme. <\/p>\n<p>Der Vertreter des Umweltschutzministeriums, John Samad Smaranda, verdeutlichte, wie die rum\u00e4nische Regierung sich um den Schutz der besonders wertvollen rum\u00e4nischen Urw\u00e4lder bem\u00fcht. Die Regierungsvertreter erl\u00e4uterten, da\u00df von den bestehenden Waldfl\u00e4chen 4,23 Mio. Hektar dem Staat geh\u00f6rten, 804.000 Hektar den Gemeinden und Kommunen, 679.000 Hektar Wald seien im Besitz von Waldkollektiven und 676.000 Hektar im Privatbesitz. F\u00fcr den \u00d6kologie-Haushalt des Landes sei eine Abdeckung von 40 % w\u00fcnschenswert. Auf den Raubbau am rum\u00e4nischen Wald angesprochen, machten Gheorghi?a und Samad deutlich, da\u00df die j\u00e4hrlich neu festgelegte Rodungsquote bei 16 Mio. Kubikmetern Holzmasse liege und damit weit unter den W\u00fcnschen der Forstwirtschaft, die Quoten bis zu 25 Mio. Kubikmetern fordere. Aufgrund eines systematisch \u00fcberh\u00f6hten Waldabbaus in der Zeit des Kommunismus bestehe derzeit sehr viel junger Wald. \u00dcber 60 % des Waldbestandes seien bis 60 Jahre alt, nur 15 % \u00fcber 100 Jahre alt. Das mittlere Alter f\u00fcr Baumf\u00e4llungen liege bei 100 Jahren. Laut Smaranda ist in den gesch\u00fctzten Urw\u00e4ldern kein Abbau m\u00f6glich. Dies betrifft 211.000 Hektar des rum\u00e4nischen Waldes. Doch das Problem stelle die fehlende Kontrolle dar.  <\/p>\n<p>Der Enth\u00fcllungsjournalist Claudiu T\u00e2rziu, Herausgeber der Zeitschrift &#8220;Rost&#8221; und Redakteur bei &#8220;Cotidianul&#8221;, berichtete sehr kritisch von einer &#8220;Holzmafia&#8221; und &#8220;von Politikern gedeckten Mi\u00dfbr\u00e4uchen in der Wald- und Forstwirtschaft&#8221;. Er hat mit einem Artikel \u00fcber die Holzmafia in Rum\u00e4nien vor einigen Monaten Aufsehen erregt. T\u00e2rziu konkretisierte seine Kritik am Beispiel der Kreise Bac?u, Neam? und Boto?an. Dort habe es in den letzten 15 Jahren massive Rodungen gegeben. &#8220;Das Ergebnis sind Berge und triste Landschaften, wo nur noch die Spuren von Wald zu sehen sind.&#8221; T\u00e2rziu: &#8220;Nur im Kreis Bac?u gibt es 1380 Anlagen f\u00fcr Holzverarbeitung. Diese verarbeiten Holz, das von den Privatbesitzern von den r\u00fcckerstatteten W\u00e4ldern illegal gef\u00e4llt wurde oder gestohlen wurde.&#8221; Das Holz werde von gro\u00dfen Firmen ohne Papiere gekauft und zum Export um das Vielfache verschachert, so der Journalist. Kontrollen gebe es so gut wie keine. Zur\u00fcck blieben nur kahle H\u00fcgel und Berge. <\/p>\n<p>Unter dem provokanten Titel &#8220;Wer schneidet uns Rum\u00e4nen die Luft ab&#8221; kritisierte Nicolae Radulescu Dobrogea, Vorsitzender der &#8220;Vereinigung f\u00fcr \u00d6kologie und Zivilgesellschaft&#8221; (Bukarest) die Abnahme des Waldbestandes in Rum\u00e4nien und die massiven Rodungen aus wirtschaftlichen oder privaten Interessen. Er dokumentierte seine Darstellung mit zahlreichen Lichtbildern. Der Umweltaktivist warnte vor den unabsehbaren Folgen f\u00fcr den \u00d6kologie-Haushalt in Rum\u00e4nien: &#8220;Die W\u00e4lder sind unsere Sauerstoffquelle. Es ist verheerend, wenn sich nach den illegalen Rodungen in der Moldau die einzige W\u00fcstenzone n\u00f6rdlich des 45. Breitengrades in Rum\u00e4nien befindet. Die gewaltigen \u00dcberschwemmungen in der Moldau sind ein Ergebnis der massiven Rodungen.&#8221; Der Vorsitzende der Bukarester \u00d6kologie-Gruppe weiter: &#8220;Das Verschwinden der W\u00e4lder f\u00fchrt zu einer Reduktion der Biodiversit\u00e4t, einer Ver\u00e4nderung des Klimas, zu Erdrutschen und der Ersch\u00f6pfung der Wasserquellen. Das hat soziale, wirtschaftliche und gesundheitliche Sch\u00e4den zur Folge.&#8221; Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Holzes aus Rum\u00e4nien wurde und werde exportiert, so der Umweltexperte weiter. Das bilde die Grundlage f\u00fcr den Reichtum der an diesem Gesch\u00e4ft Beteiligten im In- und Ausland. Das Vorgehen der Holzmafia sei mehr als dreist: &#8220;Lastwagenweise wird im Sommer in Vrancea gestohlenes Holz in Konstanza verkauft.&#8221; Die rum\u00e4nischen Urw\u00e4lder seien besonders schutzw\u00fcrdig. &#8220;Sie stellen etwas Besonderes dar und bedeuten f\u00fcr Experten und die Forschung ein einmaliges Anschauungsobjekt, vergleichbar mit den Urw\u00e4ldern am Amazonas.&#8221; \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Erika Stanciu vom WWF Rum\u00e4nien. Sie ist f\u00fcr die Entwicklung von Schutzkonzepten f\u00fcr die rum\u00e4nischen Urw\u00e4lder und gesch\u00fctzte W\u00e4lder verantwortlich und wies darauf hin: &#8220;Rum\u00e4nien ist eines von f\u00fcnf L\u00e4ndern, die f\u00fcr den Erhalt der Naturlandschaft der Karpaten verantwortlich sind.&#8221; Prof. Dr. Gheorghe Florian Borlea, Direktor von Pro Silva in Temeswar, kritisierte, da\u00df der Wald eine nachhaltige Bewirtschaftung brauche. Ziel sei es, den Wald als erneuerbare Energiequelle zu sehen. Borlea: &#8220;Den Markterfolg haben aber die, die gerade nicht nachhaltig arbeiten. Das bedroht die Kapazit\u00e4t der W\u00e4lder und die Zukunft des \u00d6kologie-Haushalts.&#8221; <\/p>\n<p>In einem Gru\u00dfwort stellte der Generalsekret\u00e4r der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Dr. Fritz Brickwedde, die Arbeit seiner Stiftung vor, die durch Beschlu\u00df der Bundesregierung Kohl auf Initiative des damaligen Finanzministers Theo Waigel (CSU) aus Erl\u00f6sen der Privatisierung der deutschen Salzgitter AG gegr\u00fcndet wurde und auf nationaler wie internationaler Ebene t\u00e4tig ist. Laut Dr. Brickwedde ist es das Ziel der Stiftung, &#8220;den Umweltschutz in alle \u00f6konomischen Prozesse zu integrieren und gemeinsam Innovationen zu entwickeln f\u00fcr den Umweltschutz&#8221;. Dabei gehe es um &#8220;pr\u00e4ventiven Umweltschutz mit dem Ziel, Umweltsch\u00e4den erst gar nicht entstehen zu lassen, Rohstoffe zu schonen, statt sp\u00e4ter Umweltsch\u00e4den zu beseitigen&#8221;. Die Bewahrung des deutschen Kulturgutes vor Umweltsch\u00e4den sei ein weiteres Stiftungsziel. Gef\u00f6rdert w\u00fcrden Ma\u00dfnahmen im Bereich des &#8220;produktions- und produkintegrierten Umweltschutzes, der Umweltbildung und der Umweltberatung, der Transfer von Know-How und die breit angelegte Wissensvermittlung&#8221;, bisher \u00fcber 6000 Umweltprojekte. In den letzten Jahren sei die Stiftung zunehmend auch im Ausland aktiv und habe bisher rund 180 Projekte gef\u00f6rdert, \u00fcber 90 % davon in Mittel- und S\u00fcdosteuropa. Dazu z\u00e4hlt auch diese \u00d6kologie-Konferenz. Dr. Brickwedde erl\u00e4uterte: &#8220;Wir arbeiten mit Kommunen, NGOs, Vereinen, Verb\u00e4nden und Kirchen zusammen und wollen bewu\u00dft die Zivilgesellschaft st\u00e4rken und mit \u00f6kologischen Fragestellungen vertraut machen&#8221;. <\/p>\n<p>Einen Ausblick wagten schlie\u00dflich Hillmar Foellmi vom Projekt &#8220;FORZA&#8221; aus der Ukraine und Prof. Dr. Andreas Schulte vom Internationalen Institut Wald und Holz der Universit\u00e4t M\u00fcnster. FORZA ist ein zukunftsweisendes Projekt zwischen der Schweiz und der Ukraine mit Schwerpunkt auf dem Forstsektor in Transkarpatien. Ausl\u00f6ser waren gro\u00dfe \u00dcberschwemmungen 1998 und 2001 in der Ukraine, als deren Ursache die Waldbewirtschaftung erkannt wurde. Das Projekt zielt auf eine &#8220;sachgem\u00e4\u00dfe Forstbewirtschaftung in Transkarpatien nach den Prinzipien nachhaltiger Entwicklung&#8221; und setzt seinen Schwerpunkt auf Multifunktionalit\u00e4t des Waldes, die Nachhaltigkeit der Resourcen, die Vorbeugung von Naturkatastrophen und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Lokalbev\u00f6lkerung. Das Programm liest sich wie eine Empfehlung f\u00fcr die rum\u00e4nische Forstwirtschaft. So geht es u. a. um die Entwicklung von \u00d6ko-Tourismus, die genaue Zertifizierung der W\u00e4lder und eine Verst\u00e4rkung des \u00f6ffentlichen Bewu\u00dftseins. Ziel ist der Wechsel von gleichaltrigen zu ungleichaltrigen Best\u00e4nden und die F\u00f6rderung von Mischw\u00e4ldern. Anhand systematisierter Analyse des Bestands werden die W\u00e4lder zertifiziert. Danach werden die Pflegema\u00dfnahmen und die Handlungsempfehlungen erarbeitet, anschlie\u00dfend die zu entfernenden B\u00e4ume entfernt. Laut Foellmi ist das Ziel eine &#8220;naturnahe Waldbewirtschaftung und die Kl\u00e4rung des Verh\u00e4ltnisses von Schutzwald und Nutzwald&#8221;. Rum\u00e4nien hat \u00e4hnliche Ressourcen und Standortbedungungen. Allerdings befindet sich der Wald in der Ukraine im Staatsbesitz. <\/p>\n<p>Prof. Dr. Schulte wies auf die weltweit dramatische Entwicklung hin. &#8220;1960 bis 2000 haben wir \u00fcber 500 Millionen Hektar Tropenwald verloren. \u00dcber 25 Staaten haben mehr als 90 % ihrer Waldfl\u00e4che verloren. Weltweit betragen die Waldverluste j\u00e4hrlich rund 12 bis 13 Millionen Hektar. Seit 1970 habe es eine Abnahme von 1,15 Hektar auf 0,65 Hektar Wald pro Einwohner gegeben.&#8221; Weltweit haben sich &#8220;gigantische Wald-, Forst- und Holzkonzerne etabliert&#8221;. Diese &#8220;Megakonzerne&#8221; treffen in der EU auf Kleinstprivatwaldstrukturen. Mehrere Millionen Menschen besitzen weniger als 10 Hektar Wald. Das &#8220;Cluster Forst und Holz&#8221; sei auch in der EU ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, so der Waldwissenschaftler. Es gebe 136 Millionen Hektar Wald in der EU (40 % der Fl\u00e4che), im Jahr 2000 habe die Wertsch\u00f6pfung 300 Mrd. Euro betragen. 2,2 Millionen Arbeitnehmer seien in der Forstwirtschaft und im Holz verarbeitenden Gewerbe besch\u00e4ftigt. Die Nachfrage nach Holzprodukten steige weltweit deutlich. 12 Millionen Privatwaldbesitzer gibt es in Europa. Schultes Appell lautet daher: &#8220;Naturschutz, Erholungsnutzung und Holzproduktion kann es nur miteinander, nicht gegeneinander geben. Das gemeinsame Feindbild der Forstwirtschaft und der Natursch\u00fctzer sollten die illegalen Holzgesch\u00e4fte und der Raubbau sein, das gemeinsame Ziel ein naturnaher und \u00f6kologisch verantwortbarer Waldbau.&#8221; Das Holz werde gleichzeitig wieder als &#8220;erneuerbarer Rohstoff der Zukunft&#8221; in den Blick kommen. Prof. Schulte prognostizierte, da\u00df Holzprodukte &#8220;eine Boombranche der Zukunft&#8221; seien. <\/p>\n<p>Dem Ziel solcher Konferenzen, die Bev\u00f6lkerung und die Verantwortlichen f\u00fcr diese Themen zu sensibilisieren, bringen solche Tagungen wohl einen kleinen Schritt n\u00e4her nach dem Motto &#8220;Steter Tropfen h\u00f6hlt den Stein&#8221;. Besonders angesichts der aktuellen Lage des Waldes in Rum\u00e4nien, die am Ende der Konferenz der in Rum\u00e4nien ans\u00e4ssige Schweizer Forstexperte Christoph Hugentobler mit den Worten auf den Punkt brachte: &#8220;Zwischen den Pl\u00e4nen und der tats\u00e4chlichen Lage in den W\u00e4ldern bestehen gro\u00dfe Diskrepanzen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel: Durchf\u00fchrung der 2. Hermannst\u00e4dter \u00d6kologie-Konferenz mit dem Thema Paradies in Gefahr: Ru-m\u00e4nien und seine W\u00e4lder vom 13.-15. Juni 2005 Anlass: Zunehmende Degradierung rum\u00e4nischer Wald\u00f6kosysteme Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGeplante Themen und Referenten des zweit\u00e4gigen Vorhabens (Stand: April 2005): N. N. (Staatssekret\u00e4r des Forstministeriums; Bukarest): Rum\u00e4niens W\u00e4lder und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,2422,50,2423],"class_list":["post-23930","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-landnutzung","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"21632\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-21632.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"11.990,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Internationales Institut f\u00fcr Wald und Holz NRW e. V.\nan der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster","dbu_projektdatenbank_strasse":"Robert-Koch-Str.  27","dbu_projektdatenbank_plz_str":"48149","dbu_projektdatenbank_ort_str":"M\u00fcnster","dbu_projektdatenbank_p_von":"2005-04-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2005-12-07 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"8 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0251\/83-30131","dbu_projektdatenbank_inet":"www.wald-zentrum.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Grenz\u00fcberschreitend","dbu_projektdatenbank_foerderber":"134","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23930","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":42985,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23930\/revisions\/42985"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}