{"id":23929,"date":"2023-07-13T15:24:30","date_gmt":"2023-07-13T13:24:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23135-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:31","slug":"23135-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23135-01\/","title":{"rendered":"Modell-Management-Plan zum Thema Barrierefreiheit \nam Beispiel des Nationalparks Berchtesgaden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Deutsche Nationalparke und andere Gro\u00dfschutzgebiete stehen vor einer neuen Herausforderung: Die Ber\u00fccksichtigung einer umfassenden Barrierefreiheit bei allen Planungen, steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Bislang entstehen barrierefreie Angebote in Gro\u00dfschutzgebieten meist aufgrund von Einzelinitiativen oder ergeben sich zuf\u00e4llig. Die Verantwortlichen im Naturbereich haben bei ihren Planungen vielerlei Aspekte zu ber\u00fccksichtigen, und dabei tritt das Anliegen der Barrierefreiheit leicht in den Hintergrund. Ein systematischer Ansatz, Barrierefreiheit \u00fcber einen Management-Plan herzustellen, bietet sich deshalb an. Am Beispiel des Nationalparks Berchtesgaden wird ein Modell-Management-Plan erarbeitet, der als Vorbild f\u00fcr andere <\/p>\n<p>Gro\u00dfschutzgebiete dienen soll.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBeabsichtigte Schritte<br \/>\n1.\tGrundlagenerarbeitung zum Modell-Management-Plan<br \/>\n2.\tBestandsaufnahme f\u00fcr den Modell-Management-Plan<br \/>\n3.\tMa\u00dfnahmeentwicklung zum Modell-Management-Plan<br \/>\n4.\tBrosch\u00fcre zur Darstellung des Modell-Management-Planes<br \/>\n5.\tInternetpr\u00e4sentation des Modell-Management-Planes<br \/>\n6.\tVeranstaltung eines Workshops zum Erfahrungsaustausch \u00fcber den Modell-Management-Plan<br \/>\n7.\tBegleitende Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zur Bekanntmachung des<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt wurde, wie im Zeit- und Kostenplan vorgesehen, innerhalb von 12 Monaten planm\u00e4\u00dfig und entsprechend der Kostenkalkulation durchgef\u00fchrt. Au\u00dferdem wurden noch kostenneutral zus\u00e4tzliche Arbeiten durchgef\u00fchrt, die sich im Laufe des Projekts als sinnvoll und aktuell notwendig erwiesen:<br \/>\n\u00b7\tErarbeitung eines Frequent-Asked-Questions-(FAQ) Papiers nach der ersten Pressekonferenz, das auch auf die Homepage des Nationalparks gestellt wurde.<br \/>\n\u00b7\tErarbeitung von Kernpunkten zur barrierefreien Gestaltung des geplanten Hauses der Berge (HdB), das als Neubau in den n\u00e4chsten Jahren entstehen soll.<br \/>\n\u00b7\tExkursion im Oktober 2005 mit unterschiedlich behinderten TeilnehmerInnen und Mitarbeitern des Nationalparks im Klausbachtal zur zus\u00e4tzlichen Bestandsaufnahme<br \/>\nAuf Basis der Grundlagenerarbeitung und der Bestandsaufnahme wurden insgesamt 67 Ma\u00dfnahmen (inklusive Kostensch\u00e4tzungen) f\u00fcr einen Modell-Management-Plan in den Monaten November 05 &#8211; Februar 06 erarbeitet, unter anderem zur Schulung von MitarbeiterInnen und zur Besch\u00e4ftigung behinderter MitarbeiterInnen. Sie sollen innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren f\u00fcr die unterschiedlichen Nationalparkfunktionen (Organisationsstruktur-Qualit\u00e4tssicherung, Informations- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Erholungsnutzungs-Naturerlebnis, Umweltbildung, Kooperationen) verwirklicht werden. Alle 67 Ma\u00dfnahmen wurden mit der Nationalparkverwaltung r\u00fcckgekoppelt.<br \/>\nDie Umsetzung dieser Barrierefrei-Ma\u00dfnahmen ist dabei nicht vorrangig eine Frage der Topographie oder der finanziellen Ressourcen, sondern vor allem eine Frage des Willens. Nat\u00fcrlich entstehen f\u00fcr die Herstellung von Barrierefreiheit Kosten &#8211; es w\u00e4re unredlich, dies zu verneinen. Jedoch sind diese Kosten meist geringer als vermutet, gerade wenn bei Neuplanungen konsequent auf Barrierefreiheit geachtet wird. Die erforderlichen Kosten sollten aber als sinnvolle Zukunftsinvestitionen in die Infrastruktur be-trachtet werden, die angesichts einer \u00e4lter werden Gesellschaft dringend notwendig sind, um gleichbleibende und gleichwertige Lebensbedingungen f\u00fcr alle Menschen zu schaffen.<br \/>\nWichtig zu wissen ist, dass die Herstellung von Barrierefreiheit f\u00fcr alle gestalteten \u00f6ffentlichen Bereiche verpflichtend ist und dass sich die meisten Bundesl\u00e4nder (zust\u00e4ndig f\u00fcr den Naturschutz) dazu entsprechende Landesgleichstellungsgesetze gegeben haben. Im Bereich des Naturerlebens wird diese Verpflichtung zur Barrierefreiheit jedoch oft vergessen, da topographische Kriterien zu voreilig nur in Bezug zu rollstuhlnutzenden Menschen gesetzt werden und der verbleibende weite Spielraum f\u00fcr barrierefreie Gestaltung \u00fcbersehen wird.<br \/>\nZur Dokumentation des Modell-Management-Plans wurde eine Brosch\u00fcre (M\u00e4rz \/ April 2006) mit ca. 150 Seiten erstellt und in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt.<br \/>\nEine DIN-lang Postkarte, die den Titel der Brosch\u00fcre wiedergibt, wurde in einer Auflage von 15.000 Exemplaren gedruckt. Die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden und zus\u00e4tzlich die  ideellen Partner des Projekts (EURO-PARC Deutschland und das Netzwerk Alpiner Schutzgebiete) erhielten diese Materialien.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit war ein wichtiges Anliegen in diesem Projekt. So wurde zu Beginn (am Sitz des Tr\u00e4gers) und zum Abschluss (im Bayerischen Umweltministerium) des Projektes je eine Pressekonferenz organisiert, an denen jeweils der bayerische Umweltminister, Dr. Werner Schnappauf, teilnahm. Anl\u00e4sslich einer Exkursion ins Klausbachtal (Oktober 2005) und des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung (Dezember 2005) wurde weitere Pressearbeit durchgef\u00fchrt, im Dezember mit einer weiteren Pressekonferenz. Neben den Berichten in den lokalen Zeitungen (Berchtesgadener Anzeiger, Bad Reichenhaller Tagblatt) liefen die Pressemeldungen auch \u00fcber die Presseagenturen. Alle Pressekonferen-zen wurden auch nachbereitet, d.h. die Pressemeldung wurde an Mailinglisten sowie an einen Verteiler von rund 400 Medien und Organisationen aus den Bereichen Natur und Umwelt, Behinderung, Reise und Tourismus verschickt.<br \/>\nDer Modell-Management-Plan wurde in einer barrierefreien Internetversion auf die Homepage www.barierefreiplan-natur.de gestellt, die mit der Homepage des Nationalparks www.nationalpark-berchtesgaden.de verlinkt ist. Auf der Homepage des Nationalparks ist eine Downloadm\u00f6glichkeit des Modell-Management-Plans als PDF-Datei bereitgestellt worden.<br \/>\nIm Mai 2006 f\u00fchrte das Projektmanagement au\u00dferdem eine Fachtagung f\u00fcr MultiplikatorInnen im Bayerischen Umweltministerium in M\u00fcnchen durch. Auf dieser Veranstaltung wurde der Modell-Management-Plan ca. 50 Personen aus den Bereichen Behindertenarbeit, Naturschutz (amtlicher und Verbandsbereich) und Landschaftsplanung vorgestellt. Man diskutierte, wie ein solcher Plan in Berchtesgaden, aber auch in anderen Schutzgebieten umgesetzt werden k\u00f6nne.<br \/>\nAuf Initiative der TeilnehmerInnen gr\u00fcndete sich zum Schluss der Veranstaltung ein Bayerisches Netz-werk Barrierefreies Naturerleben, das die Umsetzung begleiten will.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wenn alle im Modell-Management-Plan vorgeschlagenen 67 Ma\u00dfnahmen Realit\u00e4t werden sollten, dann w\u00e4re der Nationalpark Berchtesgaden f\u00fchrend in Deutschland, was den Zugang f\u00fcr alle G\u00e4ste mit ihren unterschiedlichen F\u00e4higkeiten und Voraussetzungen betrifft. Die Herstellung von Barrierefreiheit ist aber keine Frage eines Alles oder Nichts, sondern ein Prozess: Jeder einzelne Schritt, jede einzelne umge-setzte Ma\u00dfnahme, in welchem Gro\u00dfschutzgebiet auch immer, ist ein wichtiger Schritt in die angestrebte Richtung. Besondere Bedeutung hat dabei die Bekanntmachung des Angebotes, denn ohne die Information \u00fcber neue Angebote muss deren Wirkung verpuffen, und dies kann die Bereitschaft der Verantwortlichen &#8211; trotz gesetzlicher Verpflichtungen &#8211; bremsen, weiter auf dem Barrierefrei-Weg fortzuschreiten.<br \/>\nDieser Management-Plan zur Barrierefreiheit wurde zwar prototypisch f\u00fcr den Nationalpark Berchtesgaden erarbeitet, ist aber auf jedes andere Gro\u00dfschutzgebiet in Deutschland und Europa sinngem\u00e4\u00df zu \u00fcbertragen, da die Parke vergleichbare Funktionen haben. Die eine oder andere Barrierefrei-Ma\u00dfnahme in einem Gro\u00dfschutzgebiet kann nat\u00fcrlich leicht unterschiedlich ausfallen: In den Wattenmeer-Nationalparken beispielsweise m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch der Ausflugskutter oder die Wattwanderung, die es in einem alpinen Park nicht gibt, zug\u00e4nglich gestaltet werden. Vom Prinzip her sind die vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen jedoch leicht f\u00fcr alle Gro\u00dfschutzgebiete anwendbar. Hilfestellung dazu leistet der umfang-reiche Anhang zu diesem Management-Plan, der auch ein Barrierefrei-Glossar sowie Beratungs- und Literaturtipps umfasst. Der Weg zu einer umfassenden barrierefreien Gestaltung der Gro\u00dfschutzgebiete in Deutschland ist damit geebnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Deutsche Nationalparke und andere Gro\u00dfschutzgebiete stehen vor einer neuen Herausforderung: Die Ber\u00fccksichtigung einer umfassenden Barrierefreiheit bei allen Planungen, steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Bislang entstehen barrierefreie Angebote in Gro\u00dfschutzgebieten meist aufgrund von Einzelinitiativen oder ergeben sich zuf\u00e4llig. 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