{"id":23897,"date":"2023-09-21T10:32:09","date_gmt":"2023-09-21T08:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23005-01\/"},"modified":"2023-09-21T10:32:11","modified_gmt":"2023-09-21T08:32:11","slug":"23005-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23005-01\/","title":{"rendered":"Deutsch-slowakischer Know-how-Transfer f\u00fcr Berufsschulen im Bereich regenerativer Energietechnik und Energieeinsparung: Aufbau von slowakischen Pilotstandorten und Netzwerkbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Projektes ist die Energieversorgungssituation im Geb\u00e4udebestand der Slowakei. Diese ist gepr\u00e4gt von Energieerzeugungsanlagen die \u00fcberwiegend sowjetischer Bauart entsprechen. Der Geb\u00e4udebestand entspricht in energetischer Sicht dem mitteleurop\u00e4ischen Stand der 60er Jahre. Die Beheizung von Geb\u00e4uden wird seit den 90er Jahren oft durch Elektroheizungen realisiert. Die Strompreise liegen seit dem EU-Beitritt auf EU Niveau, so dass die bisherigen Heizungsmethoden weder \u00f6kologisch noch \u00f6konomisch zeitgem\u00e4\u00df und nachhaltig sind. Bisher sind Themen wie Ressourcenschutz, Energieeinsparung und regenerativer Energien weder in der \u00f6ffentlichen Diskussion noch in der schulischen wie betrieblichen und universit\u00e4ren Ausbildung etabliert.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, durch Kooperation von slowakischen Berufsschulen aus dem Bau- und Biomassebereich mit deutschen und slowakischen Ingenieuren, P\u00e4dagogen, Vereinen und Berufsschulen Lehrpl\u00e4ne f\u00fcr die genannten Bereiche zu entwickeln und diese durch theoretische und praktische Projekte  zu etablieren. Auf diese Weise sollen Themen wie Energieeinsparung und regenerative Energien \u00f6ffentlich gemacht, nachhaltige Technologien etabliert und zukunftsorientierte Arbeitsfelder f\u00fcr junge Handwerker erschlossen werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBasierend auf Erfahrungen von deutschen Berufsschulen, Technikern und Vereinen mit starkem Engagement im Bereich regenerativer Energietechnik und den w\u00fcnschen von slowakischen Berufsschulen, die aufgrund der genauen Kenntnisse der \u00f6rtlichen Probleme sehr genau definiert werden k\u00f6nnen, sollen Inhalte f\u00fcr die Berufsausbildung junger Techniker im Bereich regenerativer Energietechnik und Energieeinsparung erarbeitet und in die Ausbildung implementiert werden.<br \/>\nUnterst\u00fctzt werden die theoretischen Grundlagen durch den gemeinsamen Bau von Pilotanlagen im Bereich thermischer und photovoltaischer Solaranlagen sowie Biomasseanlagen.<br \/>\nErg\u00e4nzt wird das Konzept durch eine detaillierte Datenerfassung in Schulen und anderen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, die zur energetischen Optimierung beitragen soll. Diese Erfassung sowie die Diskussion der Daten und deren Umsetzung wird \u00fcber den Projektzeitraum hinaus dauerhaft durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ziele des Projektes wurden weitestgehend erreicht. Teilweise wurde das Arbeitsfeld erweitert bzw. an aktuelle Bedingungen angepasst. Im Rahmen des Projektes wurden in Kooperation mit Schulen, immer unter Beteiligung der Sch\u00fcler und P\u00e4dagogen, 3 Pilotanlagen f\u00fcr die Nutzung regenerativer Energien installiert und in Betrieb genommen.<br \/>\n&#8211;\tEine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,7 kWpeak in der Schule f\u00fcr Elektrotechnik in Stara Tura.<br \/>\n&#8211;\tEine thermische Solaranlage zur Trinkwassererw\u00e4rmung des Internats in der Schule f\u00fcr Maschinenbau in Nove Mesto nad Vahom.<br \/>\n&#8211;\tEine thermische Solaranlage in Kombination mit einer Holzvergaserheizung im \u00d6kozentrum der Kirchengemeinde Myjava.<br \/>\nDie Schule f\u00fcr Gartenbau in Piestany konnte ihre Pl\u00e4ne bez\u00fcglich einer Biomasseheizung f\u00fcr die Gew\u00e4chsh\u00e4user nicht realisieren, da die in der Schule beantragten F\u00f6rdermittel nicht bewilligt wurden. Die Schule f\u00fcr Garten bringt sich stattdessen engagiert in die \u00f6kologische Au\u00dfengestaltung des \u00d6kozentrums in Myjava ein und hat durch den Kontakt mit dem deutschen Solarpreistr\u00e4ger, EnergieDezent e. V., weitere Bet\u00e4tigungsfelder im Rahmen der Kompostierung und der dezentralen Abwasserentsorgung und -nutzung erschlossen.<br \/>\nDas \u00d6kozentrum in Myjava wurde erst durch das auslaufende Projekt als solches durch die Gemeinde benannt. Es ist deutlich geworden, dass die Anspr\u00fcche, die die Gemeinde an ihr Zentrum stellt, nicht von Begriffen wie Sch\u00f6pfungsbewahrung, Ressourcenschutz, \u00f6kologischer Verantwortung und \u00f6kologischen Gesamtkonzept zu trennen sind.<br \/>\nDie Schule f\u00fcr Bauwesen in Trencin hat kein eigenes Praxisprojekt angestrebt. Sie hat alle anderen Projektpartner in allen baulich relevanten Fragen unterst\u00fctzt und sich auf die Ausweitung ihrer Kompetenz in diesem Gebiet konzentriert. Dar\u00fcber hinaus hat sie mit Mitteln der slowakischen Regierung eine profunde Fachbibliothek zu den relevanten Themen aufgebaut.<br \/>\nAlle Schulen haben versucht, ein umfangreiches Datenerfassungssystem f\u00fcr alle relevanten Verbrauchsdaten zu etablieren. Ziel war es, die konkrete Situation kennenzulernen und Einsparpotentiale zu definieren und zu erschlie\u00dfen. Dieses Anliegen stie\u00df immer wieder an Grenzen, da in vielen Bereichen die Schulen nicht selbst mit den Versorgern abrechnen. Die Schultr\u00e4ger m\u00fcssen von dem Nutzen eines solchen Konzeptes weiter \u00fcberzeugt werden. Nur so k\u00f6nnten tats\u00e4chlich Einsparpotentiale erschlossen und deren Nutzen den Schulen zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit war jederzeit in das Projekt involviert. Die Schulen haben ein sehr gro\u00dfes Interesse daran, ihre Projekte \u00f6ffentlich zu pr\u00e4sentieren und haben diese bei Stadt- und Schulfesten etc. vorgestellt. Des Weiteren wurden zu allen gr\u00f6\u00dferen Veranstaltungen die regionale Presse und das Fernsehen eingeladen. Diese Einladungen wurden durch die Medien fast immer genutzt. Die bestehenden Internetseiten der Schulen dienen bereits als Multiplikatoren.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus haben die Schulleitungen das Projekt bei entsprechenden schul\u00fcbergreifenden Konferenzen anderen Schulen zug\u00e4nglich gemacht und so deren Interesse geweckt. Auf dieses Interesse innerhalb der Schullandschaft gr\u00fcndet sich die Idee der Projektfortf\u00fchrung im Rahmen der Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms f\u00fcr slowakische P\u00e4dagogen.<br \/>\nIm Einzugsgebiet des \u00d6kozentrums in Myjava war die \u00d6ffentlichkeit in Form der Gemeinde von vorne herein in das Projekt involviert. Seitens der Gemeinde wurden die W\u00fcnsche zur Bildung einer \u00f6kologischen Akademie formuliert, die inzwischen ebenso Menschen \u00fcber die Kirchengemeinde hinaus anspricht. Durch die Auseinandersetzung mit dem \u00d6kozentrum und dessen \u00f6kologischer Optimierung wurde das Zentrum zu einem \u00f6ffentlich getragenen und verantwortetem Haus. Die Gemeinde ist daran interessiert, das Zentrum f\u00fcr Schulungsma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung zu stellen und ihre Erfahrungen an andere Einrichtungen weiterzugeben. W\u00e4hrend der Tagung des european christian environmental network (ECEN) im Juni 2010 in Prag wurde das Projekt einem internationalen Auditorium vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der erfolgreichen, integrierten, \u00f6ffentlichkeitswirksamen und dokumentierten Installation und Betriebsf\u00fchrung der Pilotanlagen einerseits und mit dem f\u00fcr den Erfolg des Projektes relevanteren deutlich gewachsenen Interesse an der Thematik, an der Kooperation untereinander und an deren \u00fcber den Projektzeitraum hinausgehenden Fortf\u00fchrung zeigt das Projekt seinen Erfolg. Aus diesem Erfolg resultiert das Interesse aller Beteiligten an der weiteren Kooperation und Erweiterung des Aktionsradius. Einige Sch\u00fcler der ersten Generation der Projektarbeit stehen inzwischen im Arbeitsleben und k\u00f6nnen ihre Erfahrungen aus der t\u00e4glichen Auseinandersetzung mit regenerativen Energien in der Slowakei in die weitere Arbeit einbringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Projektes ist die Energieversorgungssituation im Geb\u00e4udebestand der Slowakei. Diese ist gepr\u00e4gt von Energieerzeugungsanlagen die \u00fcberwiegend sowjetischer Bauart entsprechen. Der Geb\u00e4udebestand entspricht in energetischer Sicht dem mitteleurop\u00e4ischen Stand der 60er Jahre. Die Beheizung von Geb\u00e4uden wird seit den 90er Jahren oft durch Elektroheizungen realisiert. 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