{"id":23883,"date":"2023-07-14T10:34:16","date_gmt":"2023-07-14T08:34:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22975-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:18","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:18","slug":"22975-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22975-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildung durch Sch\u00fclerfirmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Jugendliche mit F\u00f6rderbedarf Lernen und sozial benachteiligte Jugendliche sind eine Zielgruppe, die bisher von der Umweltbildung kaum erreicht wurde. Den bestehenden gro\u00dfen Aufkl\u00e4rungsbedarf in dieser sozialen Schicht versucht dieses Projekt damit zu entsprechen, indem Sinn und M\u00f6glichkeiten umweltgerechten Handelns im Alltag und im Berufsleben \u00fcber Qualifizierungsma\u00dfnahmen im Rahmen der, auf das Berufsleben vorbereitenden Sch\u00fclerfirmenarbeit vermittelt und vom Sch\u00fcler selbst erfahren werden. Das Projekt erreicht 375 sozial benachteiligt Jugendliche aus 26 Sonderschulen direkt.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner IBZ St. Marienthal und unter Nutzung seiner Erfahrungen bei der Umsetzung des DBU-Projekts Sch\u00fclerfirmen im Kontext einer Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit (NaSch21) werden innerhalb von 27 Monaten, in 17 Qualifizierungsma\u00dfnahmen sechs verschiedene, innovative Konzepte umgesetzt: 1. \u00d6kologische Ern\u00e4hrung, 2. \u00d6kologisches Malen und Lackieren, 3. Umweltgerechte Garten- und Landschaftspflege, 4. Umweltfreundliche Hauswirtschaft, 5. \u00d6kologisches Bauen, 6. Das \u00f6kologische B\u00fcro. Die Teilnehmer werden im Praxisteil einer Besch\u00e4ftigung analog zu ihrer Sch\u00fclerfirma nachgehen (z. B. Catering in Gro\u00dfk\u00fcche). Im thematischen Teil geht es um Fragen der \u00f6kologischen Ausrichtung innerhalb dieser Sch\u00fclerfirma und um das Erlangen von \u00f6kologisch orientierten Basiskompetenzen. Die Bildungsmodule: Grundlagenwissen zur Nachhaltigkeit, Produktpolitik mit nachhaltigem Erfolg, nachhaltige Materialwirtschaft\/Lagerwirtschaft, Fertigungswirtschaft und Nachhaltigkeit, Sozial- und umweltvertr\u00e4gliches Marketing wurden f\u00fcr die Zielgruppe der lernbehinderten Jugendlichen weiterentwickelt. Organisatorisch und inhaltlich ist das Projekt gekennzeichnet durch anwendungsbezogenes, ganzheitliches Lernen in Praxiszusammenh\u00e4ngen (Sch\u00fclerfirma) als besondere Methodik f\u00fcr sozial benachteiligte Zielgruppen. So lernen z. B. Jugendliche der Sch\u00fclerfirma Catering etwas \u00fcber \u00f6kologische Ern\u00e4hrung, Jugendliche aus dem Bereich Malerei etwas \u00fcber \u00f6kologische Farben und Lacke etc. Die Jugendlichen k\u00f6nnen am Lernort, im Bereich umweltfreundliches Tagungshaus von der Praxiserfahrung der MitarbeiterInnen profitieren und lernen nicht in abstrakten Zusammenh\u00e4ngen, sondern am Vorbild.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Durch Einbeziehung von 26 Schulen, 87 Sch\u00fclerfirmen, 375 Sch\u00fclern und 75 Lehrern an 95 Projekttagen wurde eine Breitenwirkung erzielt, die eine stabile Grundlage daf\u00fcr bildet, dass die Fragen der Umweltbildung auch weiterhin im Mittelpunkt der Sch\u00fclerfirmenarbeit der Berliner Schulen mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Lernen stehen werden. Das urspr\u00fcngliche Projektziel von 84 Projekttagen und 288 Sch\u00fclern konnte damit \u00fcbererf\u00fcllt werden ohne h\u00f6here Mittel von der DBU in Anspruch zu nehmen.<br \/>\nDie fruchtbare Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt konnte vertieft werden durch Teilnahme an Konferenzen (DBU Konferenz Schule-Wirtschaft-Nachhaltigkeit vom 11. bis 12.12.2006 mit Pr\u00e4sentation des NEBS ) und einen Ausbau der Verbindungen zu Transfer-21. Multiplikatoren des Netzwerks Berliner Sch\u00fclerfirmen erhielten die M\u00f6glichkeit an der Lehrerfortbildung von Transfer-21 zum Thema Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen an F\u00f6rderschulen vom 07. M\u00e4rz bis 9. M\u00e4rz 2007 im Lutherstift in Falkenburg (Niedersachsen) teilzunehmen. Die Veranstaltung l\u00f6ste bei unseren Teilnehmern gro\u00dfe Begeisterung aus einschlie\u00dflich des Wunsches enger mit Niedersachsen zusammenzuarbeiten und Referenten, zum Beispiel Herrn Rolf Dasecke f\u00fcr eine Lehrerfortbildung nach Berlin einzuladen.<br \/>\nIm j\u00e4hrlich stattfindenden NEBSTAR Wettbewerb wurde ab 2007 durch Transfer 21 ein Umweltsonderpreis f\u00fcr die umweltfreundlichste Idee im Sch\u00fclerfirmenwettbewerb gestiftet der fester Bestandteil k\u00fcnftiger Sch\u00fclerfirmenwettbewerbe sein wird.<br \/>\nAuf der Basis des Projekts Umweltbildung durch Sch\u00fclerfirmen wird die Zusammenarbeit mit weiteren Umweltprojekten und Initiativen in die Arbeit unseres Netzwerkes integriert.<br \/>\nIn Zusammenarbeit mit dem FEZ-Berlin werden Angebote geschaffen, in denen Bildungsreferenten aus den L\u00e4ndern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Sch\u00fclerfirmen in handlungsorientierten und interaktiven Workshops Hintergrundwissen zu der Herkunft von Produkten, deren landestypische Verwendung und zu Aspekten des fairen und umweltgerechten Handels zwischen Nord und S\u00fcd (Fairer Handel) vermitteln.<br \/>\nIn direkter Folge des Projekts werden unter dem Motto Bio kann jeder &#8211; mit der F\u00f6rdergemeinschaft \u00d6kologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V. Workshops zu gesunder Ern\u00e4hrung f\u00fcr Sch\u00fclerfirmen angeboten, die im Ern\u00e4hrungsbereich arbeiten. Die \u00dcbergewichtigkeit einer gro\u00dfen Anzahl von Sch\u00fclern in unseren Schulen zeigt die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen.<br \/>\nDiese Beispiele machen deutlich, dass durch das Projekt Umweltbildung durch Sch\u00fclerfirmen in den Berliner Schulen mit F\u00f6rderschwerpunkt Lernen eine Sensibilisierung f\u00fcr Umweltfragen eingesetzt hat, die zunehmend an Eigendynamik gewinnt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wird auf der Homepage des Netzwerks Berliner Sch\u00fclerfirmen (www.nebs.de) vorgestellt. Die anl\u00e4sslich der Woche der Umwelt stattfindende Pr\u00e4sentation des Projekts im Rahmen der Ausstellung im Park des Schlosses Bellevue am 5. und 6. Juni 2007 fand reges Interesse bei den Besuchern.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des F\u00f6rderprojekts machen deutlich, das es gelungen ist, eine Sensibilisierung der Berliner Schulen mit F\u00f6rderschwerpunkt Lernen f\u00fcr Umweltfragen in gro\u00dfer Breite zu erreichen.<br \/>\nBesonders die aktive Einbeziehung der Lehrer in das Projekt hat sich bew\u00e4hrt. Damit konnten die Ergebnisse der im IBZ Marienthal geleistete Arbeit in die Sch\u00fclerfirmen \u00fcbertragen und nachhaltig gefestigt werden. Die Kurse wurden von den Lehrern im Unterricht gelegentlich vorbereitet und fast immer nachbereitet.<br \/>\nDamit hat sich ein Wandel in der Sch\u00fclerfirmenarbeit vollzogen. \u00d6kologische Fragen wurden vor dem Beginn des F\u00f6rderprojekts nur in sehr geringem Ma\u00dfe ber\u00fccksichtigt. Heute sind \u00f6kologische Fragen Bestandteil von Fortbildungen und Beratungen im Netzwerk.<br \/>\nDie Zusammenarbeit mit \u00f6kologischen Initiativen wird zielgerichtet gesucht. Ohne die Kurse des F\u00f6rderprojektes w\u00e4re diese Entwicklung in dieser Breite nicht m\u00f6glich gewesen.<br \/>\nASIG betrachtet es als seine Aufgabe, die Zielstellungen des Projekts auch weiterhin in der Sch\u00fclerfirmenarbeit zu verankern. Die beteiligten Sch\u00fcler werden die Schulen bald verlassen haben. Der Schwerpunkt unserer Arbeit in Netzwerk Berliner Sch\u00fclerfirmen wird sich deshalb im Weiteren darauf konzentrieren die Erfahrungen des F\u00f6rderprojektes in Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Lehrern in der weiteren Sch\u00fclerfirmenarbeit zu institutionalisieren und fortzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Jugendliche mit F\u00f6rderbedarf Lernen und sozial benachteiligte Jugendliche sind eine Zielgruppe, die bisher von der Umweltbildung kaum erreicht wurde. 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