{"id":23882,"date":"2023-07-13T15:22:31","date_gmt":"2023-07-13T13:22:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20410-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:22:31","modified_gmt":"2023-07-13T13:22:31","slug":"20410-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20410-01\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4t und Sport &#8211; Bewusstseinswandel im Sportverkehr &#8211; ein Gewinn f\u00fcr die Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Projektantrags des LSV Baden-W\u00fcrttemberg war die Entwicklung der sportbezogenen Mobilit\u00e4t des \u00fcberwiegend Pkw-basierten Sportverkehrs und die zunehmenden Auswirkungen auf die Umwelt. Ziel war es ein zukunftsf\u00e4higes Mobilit\u00e4tskonzept f\u00fcr Sporttreibende zur Kompensation der sportverkehrbedingten Umweltkonflikte zu entwickeln und zu erproben.<br \/>\nIn einer Gesamtbetrachtung und gleichzeitig erstellten Perspektive wurde der Sportverkehr in einem vorausgehenden Projekt des IVU, das von der Landesregierung Baden-W\u00fcrttemberg initiiert war, hinsichtlich seiner Strukturen und Dimensionen erstmals f\u00fcr ein Fl\u00e4chenlang genau untersucht. Danach waren die Gr\u00f6\u00dfenordnungen der j\u00e4hrlichen Fahrleistungen des sportinduzierten Verkehrs &#8211; insbesondere des Pkw-Verkehrs &#8211; enorm und verlangen weitergehende \u00dcberlegungen und die Entwicklung von Strategien, um auf diesen Trend angemessen, d. h. zukunftsorientiert und nachhaltig reagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Zusammenh\u00e4nge zwischen Sport und Mobilit\u00e4t als Argumentationsfeld wurden aufgearbeitet, beschrieben, quantifiziert und spezifiziert. Aufbauend auf unterschiedlichen Mobilit\u00e4tskonzepten und Ans\u00e4t-zen wurden mit exemplarischen Sensibilisierungs-Kampagnen und mit Einsatz und Erprobung verschiedener Medien die Ver\u00e4nderungspotentiale herausgearbeitet. Mit Hilfe von Projektpartnern und so genannten Multiplikatoren wurden die Mobilit\u00e4tsans\u00e4tze anschlie\u00dfend bei den verschiedenen Zielgruppen umgesetzt, korrigiert sowie anschlie\u00dfend evaluiert und bewertet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bundesweit treibt \u00fcber ein Drittel der Bev\u00f6lkerung Sport. F\u00fcr die H\u00e4lfte aller Sporttreibenden ist der Pkw das Hauptverkehrsmittel. Mit dem tendenziell erkennbaren Zuwachs an Sportaktivit\u00e4ten w\u00e4chst damit auch die Belastung f\u00fcr Umwelt und Natur. In der 2005 abgeschlossenen Studie Mobilit\u00e4t und Sport hat das Institut f\u00fcr Verkehr und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Ministerium f\u00fcr Umwelt und Verkehr BW die tats\u00e4chlichen Auswirkungen der sportbezogenen Mobilit\u00e4t in Baden-W\u00fcrttemberg und die daraus re-sultierenden Auswirkungen auf Umwelt und Klimaschutz erarbeitet.<\/p>\n<p>Aus den Ergebnissen dieser Studie geht hervor, dass 70 % der Befragten ganzj\u00e4hrig sportlich aktiv sind. Bei einer Einwohnerzahl von 10,6 Mio. Personen (abz\u00fcglich der unter 16-J\u00e4hrigen) entspricht dies einer Anzahl von \u00fcber 6 Mio. Personen, die regelm\u00e4\u00dfig Sport treiben. 40 % der Sportaktiven fahren zu ihrer Sportst\u00e4tte mit dem Pkw &#8211; dabei meistens allein. Der \u00f6ffentliche Verkehr wird zur Erreichung der Sportst\u00e4tte nur zu 4 % genutzt. Nur sehr kurze Wegstrecken &#8211; bis zu einem Kilometer &#8211; werden mit dem Fahrrad oder zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegt. Die hohen Fahrleistungswerte im Sportverkehr werden also \u00fcberwiegend durch den Pkw erzeugt &#8211; die Dimensionen des sportinduzierten Verkehrs insgesamt sind enorm: Auf das Jahr gerechnet werden 5 Mrd. km von Sportlern, 1,1 Mrd. km zur Kinderbef\u00f6rderung und 0,5 Mrd. km von Zuschauern mit dem Pkw zur\u00fcckgelegt &#8211; dies entspricht einer Gesamt-Jahresleistung von 6,6 Milliarden Personen-Kilometer. Zuz\u00fcglich \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel, Fahrrad- und Fu\u00dfwegen, liegt das gesamte Sportverkehrsaufkommen in Baden-W\u00fcrttemberg bei insgesamt 8,2 Mrd. km pro Jahr.<br \/>\nAuf dieser Basis und unter Ber\u00fccksichtigung verschiedener Reduktionsfaktoren w\u00fcrde sich bei einer fortgeschriebenen Jahresfahrleistung des gesamten Pkw-Sportverkehrs bis 2020 in Baden-W\u00fcrttemberg ein Anstieg des Treibstoffverbrauchs um 13 % und der CO2-Emissionen um 0,65 % ergeben.<br \/>\nBetrachtet man die Wegeketten, zeigt sich, dass bei 95 % der aktiven Sportler der Weg zu ihrer Sport-st\u00e4tte zu Hause beginnt und nach der Sportaktivit\u00e4t direkt dorthin zur\u00fcckf\u00fchrt. Gerade einmal<br \/>\n5 % der Sporttreibenden verbinden den Sportweg mit anderen Wegen, wie zum Beispiel dem Berufsweg.<br \/>\nAus den repr\u00e4sentativen Daten der Studie geht weiter hervor, dass die beliebtesten Breitensportarten, wie zum Beispiel Radfahren, Joggen oder Schwimmen deutlich weniger Verkehr erzeugen, als Sportarten, wie Wintersport, Natursport oder auch Fu\u00dfball. Daher wird bei Entwicklung und Diskussion von Mobilit\u00e4tskonzepten ein besonderes Augenmerk auf die Kilometer-intensiven Sportarten und die Erzielung g\u00fcnstiger Reduktionseffekte gelegt. <\/p>\n<p>Im Laufe des Projektes wurden zu den nachfolgenden Bereichen Ergebnisse und Empfehlungen erarbeitet, die im abschlie\u00dfenden Projektbericht ausf\u00fchrlich dargestellt sind (zur Vereinfachung wurden die Kapitelnummer des Projektberichtes vorangestellt):<\/p>\n<p>6.2.1 Zur Einstellung der Sportaktiven gegen\u00fcber Verkehr und Umwelt<br \/>\n\tAnsprache unterschiedlicher Gruppierungen<br \/>\n6.2.2 Mobilit\u00e4t in Sport und Freizeit<br \/>\n\tGro\u00dfveranstaltungen<br \/>\n\tFu\u00dfballclubs der Bundesliga<br \/>\n6.2.3 Strategien zur Reduzierung von Pkw-Fahrleistungen<br \/>\n\tMobilit\u00e4tsmanagement und Mobilit\u00e4tsberatung<br \/>\n\tEffiziente Ansprache und Nutzung  von Zielgruppen<br \/>\n\tSenkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen<br \/>\n6.2.4 Realisierung von Mobilit\u00e4tskonzepten mit Multiplikatoren<br \/>\n\tMit Multiplikatoren Zielgruppen effektiver erreichen<br \/>\n6.2.5 Erkenntnisse aus Aktionen mit Projektpartnern und Multiplikatoren<br \/>\n\tErfahrungen aus der Sportpraxis<br \/>\nWerbewissenschaftliche Erkenntnisse<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der gesamten Projektlaufzeit wurde kontinuierlich Medien- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit geleistet um eine Breitenwirkung zu erzielen. Es wurden diverse Flyer, Mailings, Plakate, Anzeigen in Fach- und Tageszeitungen und (Partner-)Homepages mit aktuellen Inhalten ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDie Projekthomepage www.bewegdichvorher.de enthielt st\u00e4ndig aktualisierte Daten rund um das Projekt und zum Thema Klimaschutz und hat weit \u00fcber den Projektrahmen hinaus aufgekl\u00e4rt und informiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Sportbezogene Mobilit\u00e4t ist als Problemraum weitgehend unbekannt und muss zun\u00e4chst erl\u00e4utert werden. Die Sensibilisierung der breiten \u00d6ffentlichkeit ist nur durch geeignete Multiplikatoren m\u00f6glich, was zu diversen zeitlichen Verz\u00f6gerung (bei der Partnersuche) f\u00fchrte.<br \/>\nDie Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Projektpartnern hat jedoch gezeigt, dass ein gro\u00dfes Interesse besteht Defizite zu beheben. Voraussetzung daf\u00fcr war allerdings immer eine Wirtschaftlichkeit bei den Partner-Unternehmen (z. B. beim Verlegen von Bushaltestellen).<br \/>\nBestehende Potentiale und erprobte nationale wie auch internationale Perspektiven und Handlungsm\u00f6glichkeiten konnten aufgezeigt werden und sollen soweit m\u00f6glich auch noch nach Projektabschluss durch das IVU in neuen Projekten umgesetzt werden, um die gew\u00fcnschten Effekte weiter auszubauen und eine weitere Reduzierung des sportinduzierten PKW-Verkehrs zu erzielen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Projektantrags des LSV Baden-W\u00fcrttemberg war die Entwicklung der sportbezogenen Mobilit\u00e4t des \u00fcberwiegend Pkw-basierten Sportverkehrs und die zunehmenden Auswirkungen auf die Umwelt. Ziel war es ein zukunftsf\u00e4higes Mobilit\u00e4tskonzept f\u00fcr Sporttreibende zur Kompensation der sportverkehrbedingten Umweltkonflikte zu entwickeln und zu erproben. In einer Gesamtbetrachtung und gleichzeitig erstellten Perspektive wurde der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[56,47,51,52,2423,53],"class_list":["post-23882","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-baden-wuerttemberg","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umweltkommunikation","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"20410\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-20410.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"98.290,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Landessportverband Baden-W\u00fcrttemberg e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Fritz-Walter-Weg 19","dbu_projektdatenbank_plz_str":"70372","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Stuttgart","dbu_projektdatenbank_p_von":"2005-09-16 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-03-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 7 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0711\/28077852","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Baden-W\u00fcrttemberg","dbu_projektdatenbank_foerderber":"130","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36885,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/23882\/revisions\/36885"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}