{"id":23866,"date":"2023-07-13T15:24:19","date_gmt":"2023-07-13T13:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22914-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:21","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:21","slug":"22914-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22914-01\/","title":{"rendered":"Modellma\u00dfnahme zur Erhaltung der Artenvielfalt in einem bedeutenden Landschaftspark unter Einsatz innovativer Ma\u00dfnahmen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Destedter Gutspark ist einer der \u00e4ltesten Landschaftsparks Deutschlands. Sowohl die kulturhistorisch wertvollen fr\u00fcheren Gestaltungsmerkmale des Parks als auch seine botanisch wertvollen Pflanzenbest\u00e4nde aus der Fr\u00fchphase werden durch dichte Fichtenschonungen und stark aufgekommenen Geh\u00f6lzwildwuchses erheblich bedr\u00e4ngt und stark \u00fcberformt. F\u00fcr die notwendige Durchforstung der Anlage sollten m\u00f6glichst schonende und dabei arbeitstechnisch und finanziell effiziente Arbeitsweisen erprobt werden, um ein H\u00f6chstma\u00df an notwendigen Ma\u00dfnahmen umsetzten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer Park misst eine Gr\u00f6\u00dfe von ca. 7 ha, wobei 5 ha stark verwildert sind. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Ausholzung der Fichtenschonungen und der Reduzierung des Wildwuchses. Dabei handelt es sich zum \u00fcberwiegenden Teil um sog. d\u00fcnneres Stangenholz, welches sich sowohl in der historischen Strauchschicht angesamt hat, als auch im Umfeld der \u00fcberkommenen Altb\u00e4ume w\u00e4chst und die historischen Geh\u00f6lze verdr\u00e4ngt. Vor dem Hintergrund, eine m\u00f6glichst maximale Arbeits- und Kosteneffizient zu erzielen, war zum einen der Einsatz sog. Selbstwerber vorgesehen sowie die Erprobung alternativer Arbeitsweisen bei der Ausholzung bei Firmen aus der Forstwirtschaft und des Garten- und Landschaftsbau und den daraus resultierenden Kosten. Zum anderen wurde die Auswirkung des Ausschreibezeitpunktes der Ma\u00dfnahmen auf die Angebotsh\u00f6he ermittelt. Weitere Arbeits- und Kostenminimierungseffekte bedingen sich durch die sp\u00e4teren Nutzungsm\u00f6glichkeiten des gewonnen Holzes und der damit implizierten Einsparung der Entsorgung. Dar\u00fcber hinaus werden unterschiedliche Arbeitsabl\u00e4ufe bei der Ausholzung, baumpflegerischen Ma\u00dfnahmen, den R\u00fcckschnittma\u00dfnahmen, den Verpflanzma\u00dfnahmen und dem Transport des Restholzes erprobt, um die Verfahrensweisen auf ihre Effizient und Schonung der benachbarten Parkstrukturen zu pr\u00fcfen. Insbesondere bei den Ausholzungsma\u00dfnahmen muss der Arbeitsfortschritt in Abh\u00e4ngigkeit zu den sich \u00e4ndernden Witterungsverh\u00e4ltnissen gesetzt werden. Deshalb wurden w\u00e4hrend der Ausholzungsma\u00dfnahmen Niederschlags- und Temperaturmessungen durchgef\u00fchrt und mit den Arbeitsabl\u00e4ufen in Beziehung gesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Einsatz von Selbstwerbern konnte nicht umgesetzt werden, weil der gesetzlich vorgeschriebene Zeitraum f\u00fcr Ausholzungsma\u00dfnahmen nach dem nds. NatschG durch eine verz\u00f6gerte Bewilligung von F\u00f6rdergeldern auf 14 Tage reduziert war. Es konnte aber auch trotz intensiven Bem\u00fchens (ca. 20 Anfragen) \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum kein Selbstwerber gefunden werden, weil die zu f\u00e4llenden Holzarten f\u00fcr die Brennholzvermarktung in der Region nicht nachgefragt werden und eine Erschwernis bei der Holzabfuhr durch die Selbstwerber gesehen wurde. Diese bedingte den Einsatz einer Fachfirma. Hierf\u00fcr w\u00e4re ein forstlicher Lohnunternehmer pr\u00e4destiniert gewesen. Der Einsatz in der Forstwirtschaft \u00fcblicher Gro\u00dfmaschinen in der Parkanlage wurde jedoch als problematisch gesehen, so dass die Kostenangebot generell deutlich h\u00f6her als bei Garten- und Landschaftsbaufirmen waren, so dass auf diese fachlich vielseitigeren Firmen zur\u00fcckgegriffen wurde. Der fr\u00fchzeitige Ausschreibungstermin bedingte zu dem eine erhebliche Kostenreduzierung im Vergleich zu den gesch\u00e4tzten Kosten (ca. 17 %), die wiederum in zus\u00e4tzliche Stubbenrodungs- und Nachpflanzungsma\u00dfnahmen investiert werden konnten. Alle Laubgeh\u00f6lze unter 10 cm Stammdurchmesser wurden sofort gerodet und die Stubben der gr\u00f6\u00dferen B\u00e4ume durch eine Stubbenfr\u00e4se im Stundennachweis ausgefr\u00e4st, was sich als sehr wirtschaftlich erwies, da sehr zeitsparend und produktiv gearbeitet werden konnte. Zum anderen verblieben die Fr\u00e4ssp\u00e4ne vor Ort, so dass kaum zus\u00e4tzlicher Boden zur Stubbenlochverf\u00fcllung ben\u00f6tigt wurde, was wiederum zur Kostenreduzierung f\u00fchrte, so dass mit der angesetzten Stundenzahl ca. 30 % mehr Stubben entfernt werden konnten als vorgesehen. Dies f\u00f6rderte die Nachhaltigkeit der Gesamtma\u00dfnahme erheblich, weil die j\u00e4hrlichen M\u00e4harbeiten der freigestellten Lichtungen nun zweimal j\u00e4hrlich mit Maschinen gem\u00e4ht werden k\u00f6nnen. Kronen und Stammholz bis 10 cm sind vor Ort zu Rindenmulch geschreddert worden, um sp\u00e4ter als Bodenverbesserungsmittel in der Landwirtschaft des angeschlossenen Gutsbetriebes Verwendung zu finden. Dadurch konnten teure Entsorgungskosten vermieden werden. Das Stammholz ging in das Eigentum des Unternehmers \u00fcber, da die Vermarktung an Selbstwerber nicht m\u00f6glich war. Arbeitsintensiv, aber bodenschonend erwies sich die Ber\u00e4umung der gef\u00e4llten Fl\u00e4chen in Handarbeit, wobei die St\u00e4mme zu tragf\u00e4higen Einzelst\u00fccken zerkleinert und per Hand zum Parkweg transportiert wurden. Hier nahm ein Kleinradlader mit geringer Spurbreite die Stammabschnitte auf und transportierte sie auf den Parkwegen zu den an den Eing\u00e4ngen aufgestellten Containern. Die anfallenden \u00c4ste wurden ebenfalls zu kleineren Haufen an den Wegen geschreddert und dann mit dem Radlader an gut erreichbaren Sammelstellen im Park auf Haufen aufgesetzt. Diese Verfahrensweise ersparte sehr viel Fahrverkehr auf den unbefestigten Geh\u00f6lzfl\u00e4chen und schonte das Bodengef\u00fcge und die Wurzelbereiche der Gro\u00dfb\u00e4ume. Innerhalb eines zweiten F\u00e4llzeitraums im Sommer konnte auf Grund der trockenen Witterung direkt auf kleinere LKWs geschreddert werden, was sich als noch zeitsparender erwies und den Fahrverkehr weiter reduzierte. An Hand von Wetterbeobachtungen konnte ermittelt werden, bis zu welcher Au\u00dfentemperatur der gefrorene Boden unbedenklich tragf\u00e4hig war. Trotzdem ist es notwendig, um Sch\u00e4den durch Fahrspuren zu vermeiden, auf Kleinger\u00e4te mit verbreiterter Moorbereifung zur\u00fcckzugreifen und starke Forstperioden zwischen -5 bis -10 \u00b0 C abzuwarten oder die Arbeiten im Sommer bei einer l\u00e4ngeren Trockenperiode durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vorgesehen ist die Einstellung eines umfangreichen Projektberichts in der Datenbank www.hericare.de des Hornemann &#8211; Inst. \/ FH Hildesheim.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mittels gezielter Kostensenkungsma\u00dfnahmen wurde versucht, den Pflegezustand, das genetische Potential und die Biotopdiversit\u00e4t eines sehr alten, dendrologisch wertvollen Landschaftsparks so wirtschaftlich effizient wie m\u00f6glich wiederherzustellen, um Erfahrungen f\u00fcr andere gleichartige Erhaltungsma\u00dfnahmen zu erhalten. Der \u00fcberwiegende Einsatz von sog. Selbstwerbern, denen das gewonnene Holz zum Eigenverbrauch \u00fcberlassen wird, und die dadurch den \u00fcberwiegende Teil der Ma\u00dfnahmen umsetzen, ist nicht m\u00f6glich. Stattdessen ist der Einsatz einer vielseitig versierten Fachfirma notwendig, wobei die Arbeiten durch eine Garten- und Landschaftsbaufirma gut, termingerecht und wirtschaftlich durchgef\u00fchrt wurden. Als Ausschreibungszeitraum empfiehlt sich der Jahresbeginn. Je nach Art der Arbeiten sollten F\u00e4ll- und R\u00fcckarbeiten bei l\u00e4ngeren Frostperioden unter &#8211; 5\u00b0 durchgef\u00fchrt werden. Bis zu 30 % effizienter und wirtschaftlicher lassen sich die so gearteten Arbeiten jedoch im Sommer bei l\u00e4ngerer Trockenheit bewerkstelligen. Das Restholz kann geschreddert und ohne hohe Entsorgungskosten als Bodenverbesserungsmittel weiter verwendet werden. Zur Stubbenrodung empfiehlt sich das sog. Ausfr\u00e4sen, wodurch keine gro\u00dfen L\u00f6cher gerissen werden und der Boden geschont wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Destedter Gutspark ist einer der \u00e4ltesten Landschaftsparks Deutschlands. Sowohl die kulturhistorisch wertvollen fr\u00fcheren Gestaltungsmerkmale des Parks als auch seine botanisch wertvollen Pflanzenbest\u00e4nde aus der Fr\u00fchphase werden durch dichte Fichtenschonungen und stark aufgekommenen Geh\u00f6lzwildwuchses erheblich bedr\u00e4ngt und stark \u00fcberformt. 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