{"id":23853,"date":"2023-07-13T15:24:19","date_gmt":"2023-07-13T13:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22866-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:20","slug":"22866-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22866-01\/","title":{"rendered":"Tagung: Wagnis Wildnis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die Tagung Wagnis Wildnis sollen erstmalig Akteure und Organisationen aus Deutschland, England, \u00d6sterreich, Schweden, der Schweiz, Italien (S\u00fcdtirol) und Polen zusammengef\u00fchrt werden, die sich mit Wildnis und wildnisbezogener Bildung auseinandersetzen. Die Tagung wird ein erster wichtiger Schritt sein, bisher gesammelte Erfahrungen und Ans\u00e4tze auszutauschen und daraus gemeinsam Perspektiven f\u00fcr die  Wildnisentwicklung und -bildung in einem Teilraum der EU zu gewinnen.<br \/>\nGrundlage der geplanten Tagung war ein durch die Karl-Oskar Koenigs-Stiftung Nationalparke finanziertes Projekte der Fachhochschule Osnabr\u00fcck mit dem Titel Wildnisbezogene Bildung in Deutschland und seinen Anrainerstaaten &#8211; eine Recherche. Best\u00e4rkt durch viele positive R\u00fcckmeldungen auf die Umfrag entschlossen wir uns, den w\u00e4hrend der Recherchearbeiten hergestellten Kontakt zum Deutsch &#8211; Polnischen Umweltbildungs- und Begegnungszent-rum zu vertiefen und mit diesem gemeinsam die Tagung Wagnis Wildnis zu planen und im Schlo\u00df Criewen in Schwedt durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer ersten Kontaktaufnahme im Mai 2004 wurde ein Arbeitstreffen in Schwedt\/ OT Criewen mit den Mitarbeiterinnen des Deutsch-Polnischen Umweltbildungs- und Begegnungszentrums Schlo\u00df Criewen, Frau B\u00f6hme und Frau P\u00f6tter, vereinbart. Dieses Treffen am 23.06.2004 diente dazu, den inhaltli-chen und organisatorischen Rahmen f\u00fcr die geplante Tagung abzustecken und n\u00f6tige weitere Arbeitsschritte zu besprechen.<br \/>\nAls erster wichtiger Schritt mussten nach der Absteckung des Tagungsrahmens und -themas geeignete Referenten gefunden werden. Dazu wurden einerseits die umfangreichen R\u00fcckmeldungen aus dem Projekt Wildnisbezogene Bildung in Deutschland und seinen Anrainerstaaten &#8211; eine Recherche gesichtet, um daraus Referenten aus allen in die Umfrage involvierten L\u00e4ndern herauszukristallisieren. Andererseits wurden weitere m\u00f6gliche Referenten aufgrund der Kenntnisse der Autoren dieses Berichtes angeschrie-ben. Unsere Partner aus Criewen \u00fcbernahmen es, Referenten aus polnischen Wildnisgebieten anzusprechen, da dort ein intensiver Kontakt besteht.<br \/>\nParallel zu diesen den Inhalt der Tagung betreffenden Aktivit\u00e4ten wurden erste Voranfragen bez\u00fcglich einer Tagungsfinanzierung bei dem Land Brandenburg, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie der Karl-Oskar Koenigs-Stiftung Nationalparke durchgef\u00fchrt.<br \/>\nSo wurde dann, nach einer erfolgreichen Referentensuche sowie den ersten positiven R\u00fcckmeldungen der F\u00f6rderer, ein weiteres Arbeitstreffen notwendig. Dieses fand am 30.09.2004 in der Fachhochschule in Osnabr\u00fcck statt. Dabei konnten folgende Punkte gekl\u00e4rt werden:<br \/>\n1.Erstellung eines endg\u00fcltigen Programms (Referenten-Reihenfolge, Exkursionen etc.),<br \/>\n2.Ausarbeitung eines Finanzplanes als Grundlage der F\u00f6rderantr\u00e4ge.<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Monaten erfolgten die endg\u00fcltige Organisation sowie Vertragsabwicklung mit den Referenten. Ferner mussten Manuskripte und Kurzfassungen sowie Abstracts von den Referenten angefordert werden und diese dann in Criewen ins Polnische bzw. vom Polnischen ins Deutsche \u00fcbersetzt werden. Nicht zuletzt galt es, die F\u00f6rderantr\u00e4ge endg\u00fcltig zu stellen und die erforderlichen Unterlagen beizubringen.<br \/>\nParallel zu diesen Aktivit\u00e4ten gelang es den Organisatoren, den oekom-Verlag M\u00fcnchen f\u00fcr ein Buchprojekt gewinnen. Es wurde vereinbart, in dem Buch einerseits die Tagungsbeitr\u00e4ge zu ver\u00f6ffentlichen und andererseits die Ergebnisse der Recherchearbeiten zur wildnisbezogenen Bildung in Deutschland und seinen Anrainerstaaten aufzunehmen.<br \/>\nNachdem diese Arbeitsschritte abgeschlossen waren, wurde ein letztes Arbeitstreffen im Schlo\u00df Criewen anberaumt. So konnte am 04.02.2005 das endg\u00fcltige Programm gestrickt und f\u00fcr den Druck vorbereitet werden. Au\u00dferdem war es n\u00f6tig, letzte organisatorische Details wie z. B. Platz f\u00fcr Stellw\u00e4nde f\u00fcr die Posterausstellung, Standort und Funktion der Dolmetscherkabinen etc. zu besprechen. Abschlie\u00dfend wurde noch der Kreis der Einzuladenden abgesteckt, da aus Platz- und Unterkunftsgr\u00fcnden eine Be-schr\u00e4nkung auf 80 Teilnehmer stattfinden musste.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Vom 8. &#8211; 10. April 2005 trafen sich in der Deutsch-Polnischen Umweltbildungs- und Begegnungsst\u00e4tte Schlo\u00df Criewen 65 Teilnehmer und 15 Referenten aus 6 Nationen.<br \/>\nDie Grundidee der Tagung war, unterschiedliche Akteure aus Wildnisgebieten zu Vortr\u00e4gen einzuladen. Diese sollten m\u00f6glichst verschiedene Facetten der Arbeit mit und in der Wildnis repr\u00e4sentieren (siehe Tagungsprogramm im Anhang). Dass dies gelang, zeigte sich in der Begeisterung der Teilnehmer und Referenten \u00fcber die Vielfalt der Themen. Dies galt besonders f\u00fcr die vielen Nationen, die durch Vortr\u00e4ge vertreten waren, sodass ein wirklicher Querschnitt der Arbeit mit und f\u00fcr Wildnis von der Biebrza in Polen bis Zernez im Dreil\u00e4ndereck \u00d6sterreich, Schweiz, Italien entstand.<br \/>\nNach einer Begr\u00fc\u00dfung durch Frau P\u00f6tter von der Brandenburgischen Akademie startete die erste Vortragsserie. Schwerpunktthema war hier das Wildniskonzept des Landes Brandenburg und die Wildnisentwicklung im Nationalpark Unteres Odertal mit allen seinen Facetten und Konflikten. Hier wurde die polnische Seite der Oder durch die Leiterin des Landschaftsschutzgebiet Dolina Dolnej Odry, Frau Dr. Migdalska, vertreten.<br \/>\nDer erste Tag schloss dann mit dem Empfang der Nationalparkstiftung Unteres Odertal  durch Herrn Dr. V\u00f6ssing ab. Im Rahmen des Empfangs wurde die Posterausstellung er\u00f6ffnet. Hier konnten Teilnehmer und Referenten unterschiedlichste Aspekte der Wildnis wiederfinden. Das Spektrum reichte von Wildnisballett im Nationalpark Bayerischer Wald (Herr Elmauer) \u00fcber praktische wildnisbezogene Bildung im Nationalpark Berchtesgaden (Frau Herzog) und die erlebnisp\u00e4dagogische Arbeit der Schule f\u00fcr Wild-nis und Naturerfahrung (Frau Wommer) bis hin zu der Recherchearbeit zu wildnisbezogener Bildung der Fachhochschule Osnabr\u00fcck (Herr Stegmann).<br \/>\nAm Morgen des zweiten Tages lag der Schwerpunkt auf den ethischen, planerischen und rechtlichen As-pekten der  Wildnisentwicklung in unserer Kulturlandschaft. Im Gegensatz dazu wurden mittags Gebiete vorgestellt, in denen sich die Natur schon seit langer Zeit frei und ohne anthropogene Beeintr\u00e4chtigungen entfalten kann. Zu nennen w\u00e4ren hier das Wildnisgebiet D\u00fcrrenstein (\u00d6sterreich) welches Herr Pekny vorstellte, und der Nationalpark Schweiz, \u00fcber den Herr Lozza referierte.<br \/>\nDer Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Landschaftsschutzgebietes  Dolina Dolnej Odry auf der polnischen Seite des Oderbruchs. Diese Exkursion wurde durch die Direktorin des Landschaftsschutzgebietes, Frau Dr. Migdalska, geleitet. Kaffee und Kuchen sowie das reichliche Abendessen richtete der polnische Landfrauenverein aus. Ein Bus brachte anschlie\u00dfend die Teilenehmer in die Unterk\u00fcnfte. Alternativ fand ein gem\u00fctlicher Ausklang der Tagung in der Gastst\u00e4tte Zum Winkel statt. Hier wurden die ersten Gedanken zu einer Folgetagung im Jahr 2006 gefasst.<br \/>\nDer letzte Block am Sonntag Vormittag legte den Schwerpunkt auf die wildnisbezogene Bildungsarbeit sowie die ethischen Aspekte von Wildniserfahrung. Das Spektrum reichte vom Ruhrgebiet bis in den Nationalpark Bayerischer Wald und von Wildnis f\u00fcr Kinder inmitten stillgelegter Industriebrachen bis zum Wildniscamp mitten im Nationalpark.<br \/>\nDurch die Tagung zog sich der wiederholt von vielen Teilnehmern und Referenten gehegte Wunsch, Treffen dieser Art j\u00e4hrlich an Orten, wo Wildnis stattfindet, zu wiederholen.<br \/>\nEinen ersten Anfang machte Herr Engelhardt vom Saarforst. Er erkl\u00e4rte sich spontan bereit, das n\u00e4chste Treffen im Urwald vor den Toren der Stadt im kommenden Jahr (2006) zu organisieren. Ein Vortreffen mit Prof. Dr. Herbert Zucchi ist bereits f\u00fcr den Sp\u00e4tsommer angedacht. Hier sollen ein Konzept und erste Details besprochen werden.<br \/>\nEin weiterer Vorschlag, der auf der Tagung breite Zustimmung fand, war der Aufbau eines European Wilderness Network (EuWiN). Hierzu trugen sich spontan 50 Teilnehmer in eine ausliegende Interessentenliste ein. Es ist geplant, mit diesem Interessentenstamm im Hintergrund eine Internetplattform auf dem Server der Fachhochschule Osnabr\u00fcck aufzubauen. Dies soll einerseits der besseren Kontaktm\u00f6glichkeit dienen, andererseits auch die Ank\u00fcndigung aktueller Veranstaltungen und Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glichen. Ein weiterer Aspekt, der verfolgt werden soll, ist die regelm\u00e4\u00dfige Verteilung eines European Wilderness Newsletter \u00fcber diese Plattform. Die n\u00f6tigen Schritte hierf\u00fcr werden von Dipl.-Ing. (FH) Paul Stegmann im Laufe der n\u00e4chsten Monate eingeleitet.<br \/>\nAbschlie\u00dfend wird im Sommer diesen Jahres das Buch Wagnis Wildnis (siehe Anhang) ver\u00f6ffentlicht. Hier werden alle Vortr\u00e4ge und Ergebnisse der Tagung zusammen mit den Ergebnissen der Recherche im Rahmen des von der Karl-Oskar Koenigs-Stiftung gef\u00f6rderten Projektes ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Tagung werden im Sp\u00e4tsommer als Buch im oekom-Verlag M\u00fcnchen erscheinen, in diesem Buch wird auch das durch die Karl-Oskar Koenigs-Stiftung Nationalparke finanzierte Projekt Wildnisbezogen Bildung in Deutschland und seinen Anrainerstaaten &#8211; eine Recherche ver\u00f6ffentlicht. Damit w\u00fcrde zum einen eine erste umfassendere Dokumentation f\u00fcr einen Teilraum Europas vorliegen, zum anderen w\u00e4re eine \u00fcber die Tagung hinausgehende Verbreitung des Materials gew\u00e4hrleistet und k\u00f6nnte so die Wildnis-Diskussion und -Entwicklung vorantreiben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend blieb nicht nur bei uns (dem Organisationsteam) nach der Tagung ein positives Gef\u00fchl. Aus etlichen Telefonaten, Mails und Zuschriften von Tagungsteilnehmern und Referenten, aber auch schon in Gespr\u00e4chen w\u00e4hrend der Tagung, wurde vielfach best\u00e4tigt, dass die Tagung ein guter Schritt in die richtige Richtung war, um die Zusammenarbeit von Institutionen und Organisation, die sich mit Wildnisentwicklung und wildnisbezogener Bildung besch\u00e4ftigen, zu st\u00e4rken.<br \/>\nMit dem nun erscheinenden Buch liegt zum einen eine erste umfassendere Dokumentation der Wildnisentwicklung und wildnisbezogener Bildungsarbeit f\u00fcr einen Teilraum Europas vor und zum anderen ist eine \u00fcber die Tagung hinausgehende Verbreitung des Materials gew\u00e4hrleistet und kann so die Wildnis-Diskussion und -Entwicklung vorantreiben.<br \/>\nMit diesem positivem Grundgef\u00fchl blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft des EuWiN!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die Tagung Wagnis Wildnis sollen erstmalig Akteure und Organisationen aus Deutschland, England, \u00d6sterreich, Schweden, der Schweiz, Italien (S\u00fcdtirol) und Polen zusammengef\u00fchrt werden, die sich mit Wildnis und wildnisbezogener Bildung auseinandersetzen. 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