{"id":23844,"date":"2023-07-13T15:24:16","date_gmt":"2023-07-13T13:24:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22838-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:18","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:18","slug":"22838-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22838-01\/","title":{"rendered":"Renaturierung und Strukturg\u00fcteverbesserung der Nettem\u00fcndung in den Rhein"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, den Entwicklungsraum der Nette zu vergr\u00f6\u00dfern und die Eigendynamik zu initialisieren, um die Revitalisierung des ehemaligen M\u00fcndungsdeltas mit Aufwertung des n\u00e4heren Einzugsbereiches zu f\u00f6rdern. Neben der naturnahen Ahrm\u00fcndung kann sich die Nette kleinr\u00e4umig zu einer weiteren naturnahen Nebenflussm\u00fcndung des Rheins entwickeln und als weiteres Trittsteinbiotop f\u00fcr die durch das Rheintal ziehenden Vogelarten dienen.<br \/>\nDie Nette liegt in ihrem M\u00fcndungsbereich tief eingeschnitten im Gel\u00e4nde. Die Ufer sind in beiden Teilen beidseitig mit Steinsch\u00fcttungen gesichert. Eine freie Entwicklung ist daher nicht m\u00f6glich. Im Rahmen einer langfristigen Entwicklung soll das Gew\u00e4sser naturnah gestaltet und die \u00f6kologische Funktionsf\u00e4higkeit verbessert werden. Langfristiges Ziel ist die Ausbildung eines naturnahen M\u00fcndungsdeltas in den Rhein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Ma\u00dfnahmen wurden durchgef\u00fchrt:<br \/>\nArbeitsschritte:<br \/>\n1. Konzepterstellung: Entwicklung eines Zielkonzeptes<br \/>\n2. Bestandsaufnahme:<br \/>\n\tFlora<br \/>\n\tFauna<br \/>\n\tBoden<br \/>\n3. Konkrete Planung:<br \/>\n\tR\u00fcckbau der Ufersicherung<br \/>\n\tAufweitung des Gew\u00e4sserprofils<br \/>\n\tInitialisierung von Gew\u00e4sserstrukturen<br \/>\n\tEinbau von Str\u00f6mungslenkern<br \/>\n4. Umsetzung der Ma\u00dfnahmen<br \/>\n5. Biomonitoring \u00fcber 10 Jahre<br \/>\nMittel- und langfristige Planung (5-20 Jahre):<br \/>\n\tR\u00fcckbau B\u00f6schungssicherung im unmittelbaren M\u00fcndungsbereich<br \/>\n\tHerstellung der Durchg\u00e4ngigkeit im Bereich der Leinpfadbr\u00fccke<br \/>\n\tR\u00fcckbau der Leinpfadbr\u00fccke<br \/>\n\tNeubau, Verlegung Rad- und Wanderweg<br \/>\n\tVerlegung Gas-\/ Versorgungsleitungen<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Entgegen der urspr\u00fcnglichen kurzfristigen Planung musste in der Plan- und Ausf\u00fchrungsphase insbesondere von dem Umfang (Breite und Tiefe) des Abgrabungsbereiches abgewichen werden. Auf Grund der Lage im Wasserschutzgebiet konnte die Bildung von Seitenarmen auf Sohlniveau nicht durchgef\u00fchrt werden, da eine sch\u00fctzende Lehmschicht von mind. 30 cm St\u00e4rke oberhalb der vorhandenen Kiese erhalten bleiben muss. Als Planungs\u00e4nderung wurde eine Erweiterung der Abgrabungsfl\u00e4che mit einer verminderten Tiefe weiterverfolgt. Die abgegrabenen Fl\u00e4chen werden von der Nette 2 &#8211; 4 Mal im Jahr \u00fcberflutet und zus\u00e4tzlich vom Rhein bei Hochwasser eingestaut.<br \/>\nBei Bodenuntersuchungen wurden Belastungen der zu entsorgenden Bodenschichten festgestellt. Durch die ge\u00e4nderten Abgrabungsmengen und die zus\u00e4tzlich anfallenden Entsorgungskosten f\u00fcr die belasteten Bodenmassen kam es zu Kostensteigerungen von 314.000 Euro auf ca. 860.000 Euro.<br \/>\nZum Schutz der z. T. nah an der rechten Uferkante verlaufenden Gasleitung wurden die Steinsch\u00fcttungen auf der rechten Netteseite nicht entfernt. Dies soll dann erfolgen, sobald die Verlegung der Versor-gungsleitung verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen in der \u00f6rtlichen Presse;<br \/>\nVorstellungstermine der Planung\/en vor anerkannten Naturschutzverb\u00e4nden, Kreisgremien und Anwohnern bzw. der interessierten Bev\u00f6lkerung.<br \/>\nOffizielle Pr\u00e4sentation\/ Einweihung mit politischen Vertretern &#8211; insbesondere Landesumweltministerin Margit Conrad f\u00fcr 08.09.2008 geplant.<br \/>\nAufstellung eines Basaltsteins mit Hinweistafel zum Projekt und zu den F\u00f6rderern und ggf. weitere Projekttafeln unter Darstellung des Vorher-\/Nachher-Zustandes geplant.<br \/>\nF\u00fchrung mit Schulklassen u. \u00e4. geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auch wenn von der urspr\u00fcnglichen kurzfristigen Planungskonzeption, insbesondere wegen den Anforderungen an den erh\u00f6hten Grundwasserschutz (wegen Lage des Planungsbereiches im Wasserschutzgebiet Feldfrieden) abgewichen wurde und die Abgrabungsfl\u00e4chen in ihrer Tiefe und Breite angepasst werden mussten, zeigt sich bereits nach k\u00fcrzester Zeit der Erfolg der Ma\u00dfnahme vor Ort. Durch kleinere und mittlere Hochw\u00e4sser Ende 2007 haben sich bereits \u00dcberflutungsbereiche, Kiesinseln und beginnen-de M\u00e4ander gebildet. Eine dynamische Eigenentwicklung der Nette hat eingesetzt. Durch die Bepflanzung (Einsaat, Weidenspreitlage) zeigt sich nach wenigen Monaten eine weitgehend naturnahe Entwick-lung. Zu gleicher Zeit mit dieser Ma\u00dfnahme erfolgte in den angrenzenden Rheinwiesen eine abgestimm-te Parallelplanung der Stadt Andernach &#8211; in Form von Muldenabgrabungen und f\u00fcr den Herbst diesen Jahres geplanten (Initial-)Auenwaldbepflanzung im unmittelbaren M\u00fcndungsbereich der Nette. Beide Projekte stellen in gesamt\u00f6kologischer Betrachtung eine hochwertige Verbesserung des Auensystems der Nettem\u00fcndung dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, den Entwicklungsraum der Nette zu vergr\u00f6\u00dfern und die Eigendynamik zu initialisieren, um die Revitalisierung des ehemaligen M\u00fcndungsdeltas mit Aufwertung des n\u00e4heren Einzugsbereiches zu f\u00f6rdern. 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