{"id":23803,"date":"2024-11-27T10:36:50","date_gmt":"2024-11-27T09:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22728-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:53","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:53","slug":"22728-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22728-01\/","title":{"rendered":"Uferr\u00fcckbau in gekr\u00fcmmten Flie\u00dfstrecken &#8211; Planungshilfen f\u00fcr die Untere Isar"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Renaturierung von einst regulierten begradigten Fl\u00fcssen und der R\u00fcckbau von starren Uferbefestigungen sind derzeit an vielen voralpinen Fl\u00fcssen diskutierte Ma\u00dfnahmen. Zum einen wird hierdurch das Gew\u00e4sser \u00f6kologisch aufgewertet und Strukturvielfalt und Dynamik zugelassen. Zum anderen soll die Sohlerosion, ein Problem der meisten voralpinen Fl\u00fcsse, verhindert oder zumindest gebremst werden. Die anhaltende Sohlerosion f\u00fchrt zu fallenden Grundwasserst\u00e4nden und f\u00fchrt zum Austrocknen \u00f6kologisch wertvoller Auenbereiche. Uferr\u00fcckbauma\u00dfnahmen m\u00fcssen gut geplant sein, da weite Bereiche der Talr\u00e4ume von Infrastruktur, Bebauung oder auch wertvollen \u00f6kologischen Strukturen (z. B. Altgew\u00e4sser) beansprucht werden. Es fehlt jedoch an Planungswerkzeugen und Erfahrungen, um solche Ma\u00dfnahmen planbar zu machen. Ziel des eingereichten Antrages ist es, f\u00fcr den Isarm\u00fcndungsbereich mit Hilfe von physikalischen und numerischen Modellen den Uferr\u00fcckbau, die \u00f6kologische Aufwertung des Flussab-schnittes und damit auch den Schutz f\u00fcr die wertvollen Auenbereiche zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie bisherigen Untersuchungen zeigen, dass gerade die Wasserspiegellage am Ende einer Aufweitungsstrecke die Breiten- und Sohlentwicklung beeinflusst. Um hier eine Art Steuerungsm\u00f6glichkeit zu haben, mit der auch nachtr\u00e4glich eventuellen Fehlentwicklungen entgegen gewirkt werden kann, bieten sich V-Rampen an. Dieser Rampentyp verspricht den wesentlichen Vorteil, dass gerade bei Niedrigwasser keine nennenswerte Beeinflussung der Durchg\u00e4ngigkeit und des Flie\u00dfgew\u00e4ssercharakters vorliegt. In der ersten Projekth\u00e4lfte werden deshalb mit physikalischen Modellen weitergehende Untersuchungen zur Ausbildung von V-Rampen durchgef\u00fchrt. In der zweiten H\u00e4lfte wird mit der Wasserwirtschaftsverwaltung eine Dokumentation bereits durchgef\u00fchrter R\u00fcckbauma\u00dfnahmen erstellt. Vorhandene Praxiserfahrungen sollen so in das Projekt mit einflie\u00dfen. Danach wird das Untersuchungsgebiet Isarm\u00fcndung zusammen mit den Beh\u00f6rden in m\u00f6gliche Entwicklungs- und Kontrollstrecken unterteilt. Mit Hilfe numerischer Modellierung sollen nun die Entwicklungsstrecken auf Laufverlagerungen untersucht werden und gegebenenfalls eine Anpassung der Kontrollstrecken mit den V-Rampen erfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der erste Block des Vorhabens weiterf\u00fchrende Untersuchungen zu V-Rampen konnte in der geplanten Weise durchgef\u00fchrt werden. Dank dem gro\u00dfen Interesse der Wasserwirtschaftsverwaltung Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg an den V-Rampen wurden bez\u00fcglich der Anwendung einer V-Rampe an der Iller weitere Untersuchungen am Institut durchgef\u00fchrt. Hieraus ergaben sich f\u00fcr beide Projekte, der Untersuchung zur Illerrampe bei Fkm 13,8, welche lediglich auf diese eine Rampe zugeschnitten war, und die auf einen etwas allgemein g\u00fcltigeren Anwendungsbereich ausgelegten Untersuchungen des DBU-Projekts, positive Nebeneffekte. F\u00fcr die Ermittlung der Aufstaubeziehungen der V-Rampen sowie f\u00fcr die bauliche Durchbildung konnten Bemessungsans\u00e4tze sowohl f\u00fcr die Geometrie, als auch f\u00fcr die zu verwendenden Steingr\u00f6\u00dfen aufgestellt werden. F\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung der Energieumwandlung konnte ein Konzept auf Basis einer speziell ausgebildeten Tosmuldenform aufgezeigt werden, welches an physikalischen Mo-dellversuchen best\u00e4tigt wurde.<br \/>\nMit der V-Rampe steht nun ein sohlstabilisierendes Querbauwerk zur Verf\u00fcgung, welches die Durchg\u00e4ngigkeit und den Flie\u00dfgew\u00e4ssercharakter eines Flusses weit weniger beeintr\u00e4chtigt als herk\u00f6mmliche Querbauwerke.<br \/>\nAm Anfang der zweiten Projekth\u00e4lfte wurde eine Felderhebung bereits durchgef\u00fchrter R\u00fcckbaustrecken durchgef\u00fchrt. Der Aufwand f\u00fcr die Zusammenstellung und Auswertung der verschiedenen Strecken war allerdings vom Arbeitszeitraum her etwas zu knapp kalkuliert. Die Auswertung k\u00f6nnte noch wesentlich ersch\u00f6pfender erfolgen. Es lassen sich allerdings zwischen den einzelnen Ma\u00dfnahmen durchaus wertvolle Parallelen erkennen und verschiedene Einflussfaktoren beschreiben, welche bei R\u00fcckbauma\u00dfnahmen zu ber\u00fccksichtigen sind. Diese Erkenntnisse helfen vor allem die numerischen Simulationsergebnisse, welche nur stark vereinfachte Absch\u00e4tzungen darstellten, zu interpretieren und daraus Aussagen f\u00fcr die Umsetzung zu formulieren. In der zweiten Projekth\u00e4lfte wurde als weiteres Werkzeug ein zeitsparendes 1D2D-Verfahren entwickelt, um die eigendynamische Entwicklung gerade von langen Flussabschnitten abzusch\u00e4tzen. Vergleiche mit physikalischen Modellversuchen zeigten in geraden Abschnitten gute \u00dcbereinstimmungen. Mit Hilfe dieses 1D2D-Modells wurden schlie\u00dflich Betrachtungen an der 10 km langen Gesamtstrecke durchgef\u00fchrt. Ein 2D-Modell kam dagegen aufgrund der h\u00f6heren G\u00fcte der Simulationsergebnisse f\u00fcr Detailbetrachtungen an zwei kurzen Abschnitten zum Einsatz.<br \/>\nAls Sanierungskonzept wurde letztendlich eine Kombination aus V-Rampen und Uferr\u00fcckbaustrecken aufgezeigt, welches die Sohle st\u00fctzt, in den Uferr\u00fcckbaubereichen die Dynamik und Strukturvielfalt f\u00f6rdert und den Flie\u00dfgew\u00e4ssercharakter und die Durchg\u00e4ngigkeit weit weniger beeinflusst als die diskutierte L\u00f6sung mittels Sohlstufen bzw. herk\u00f6mmliche Rampen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber die Erkenntnisse der V-Rampen erfolgt Mitte 2007 im Rahmen einer Dissertation. Eine erste Anwendung der V-Rampe ist an der Iller vorgesehen.<br \/>\nEine Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Simulation von Aufweitungsstrecken, Anwendungsf\u00e4llen und praktischen Beispielen aus der Felderhebung wird Ende 2007 im Rahmen einer Dissertation erfolgen. Eine kurze Vorstellung des Projekts erfolgte auf der DWA-Bundestagung 2006 in Osnabr\u00fcck.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Zielsetzung, Planungshilfen f\u00fcr eine \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Sanierung der Unteren Isar zu liefern, wurde erreicht. Die Kombination von V-Rampen mit Uferr\u00fcckbauma\u00dfnahmen wird als m\u00f6gliches Sanierungskonzept vorgeschlagen. Es konnten erste Empfehlungen bez\u00fcglich der V-Rampengeometrie und Durchbildung gegeben werden. Ebenfalls wurden morphologische Entwicklungstendenzen und Zusammenh\u00e4nge in den Aufweitungsabschnitten aufgezeigt.<br \/>\nBei der Vorgehensweise hat sich vor allem die Kombination von physikalischen Modellversuchen, von Naturbeobachtungen und von numerischen Absch\u00e4tzungen bew\u00e4hrt. F\u00fcr die numerischen Betrachtungen der Gesamtstrecke waren vor allem die urspr\u00fcnglich nicht vorgesehenen Absch\u00e4tzungen mit Hilfe der 1D2D-Simulation hilfreich. In Hinblick auf eine Umsetzung sind allerdings weitere Detailuntersuchungen n\u00f6tig, so ist z. B. die Energieumwandlung einer V-Rampe eine Ma\u00dfanfertigung, welche im Modellversuch zu untersuchen ist. Auch die genauen Auswirkungen der Bauwerke auf die Abflusssituation im Vorland konnten in dieser ersten Konzeptfindungsphase nicht genau untersucht werden und sollten Gegenstand einer m\u00f6glichen Detailplanung sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Renaturierung von einst regulierten begradigten Fl\u00fcssen und der R\u00fcckbau von starren Uferbefestigungen sind derzeit an vielen voralpinen Fl\u00fcssen diskutierte Ma\u00dfnahmen. Zum einen wird hierdurch das Gew\u00e4sser \u00f6kologisch aufgewertet und Strukturvielfalt und Dynamik zugelassen. Zum anderen soll die Sohlerosion, ein Problem der meisten voralpinen Fl\u00fcsse, verhindert oder zumindest gebremst werden. 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