{"id":23801,"date":"2023-07-14T10:34:13","date_gmt":"2023-07-14T08:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22726-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:15","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:15","slug":"22726-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22726-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Strategien f\u00fcr eine naturschutzgerechte Nachnutzung ehemaliger Milit\u00e4rfl\u00e4chen unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der \u00dcbungspl\u00e4tze M\u00fcnsingen (Baden- W\u00fcrttemberg) und Wittstock-Ruppiner-Heide (Brandenburg)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Genutzte und ungenutzte Milit\u00e4rfl\u00e4chen stellen durch ihre Gro\u00dffl\u00e4chigkeit und St\u00f6rungsarmut einen besonders wichtigen Baustein bei der Sicherung des Nationalen Naturerbes dar. Da seit Anfang der 90er Jahre immer mehr dieser Fl\u00e4chen aus der Nutzung genommen werden, m\u00fcssen langfristig tragbare Konzepte f\u00fcr eine naturschutzgerechte Nachnutzung entwickelt werden. Im Rahmen des Projektes sollen die bisherigen L\u00f6sungsans\u00e4tze zusammengetragen, bewertet und weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt gliedert sich in vier Teilprojekte<\/p>\n<p>1.\tTeilprojekt Begleitung von zwei Beispielprojekten<br \/>\n2.\tTeilprojekt Zusammenstellung bisheriger Strategien f\u00fcr eine naturschutzgerechte Nachnutzung<br \/>\n3.\tTeilprojekt Vernetzung, Informationsaustausch und Diskussion<br \/>\n4.\tTeilprojekt Initiierung von Informations-Netzwerken auf Ebene der Bundesl\u00e4nder<\/p>\n<p>Die Projektkoordination m\u00f6chte im Rahmen des Projektes die langfristige Sicherung m\u00f6glichst vieler Milit\u00e4rfl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz unterst\u00fctzen. Dies erfolgt einerseits durch die Begleitung konkreter Projekte (Wittstock-Ruppiner-Heide, M\u00fcnsingen), andererseits durch die Vernetzung der verschiedenen Akteure (Naturschutzorganisationen, Bundeswehr, Naturschutzverwaltungen, Verm\u00f6gensverwaltungen) auf Bundes- und Landesebene. Dabei werden u. a. die bestehenden L\u00f6sungsans\u00e4tze \u00fcberregional bekannt gemacht. Damit werden andere Akteure zur Nachahmung ermuntert. Der Schwerpunkt der Umsetzung liegt somit auf der konkreten Projektbegleitung und auf einer umfassenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr die interessierte Fach\u00f6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Projektf\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat wesentlich dazu beigetragen, dass im Herbst 2005 die Sicherung des Nationalen Naturerbes im Koalitionsvertrag von CDU \/ CSU und SPD verankert werden konnte. Der Verzicht auf die Privatisierung von 125.000 Hektar national bedeutsamer Naturschutzfl\u00e4chen war einer der gr\u00f6\u00dften Erfolge des Naturschutzes in den letzten Jahren. Die DBU-Projektf\u00f6rderung trug weiterhin dazu bei, dass die im November 2006 von Bund und L\u00e4ndern verabschiedete \u00dcbertragungsliste f\u00fcr national bedeutsame Naturschutzfl\u00e4chen bis auf wenige Ausnahmen alle aus Naturschutzsicht besonders wichtigen ehemaligen Milit\u00e4rfl\u00e4chen beinhaltet. Nach der \u00dcbertragung dieser Fl\u00e4chen an die L\u00e4nder, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt oder andere Naturschutzorganisationen sind damit die f\u00fcr den Naturschutz wichtigsten ehemaligen Milit\u00e4rfl\u00e4chen langfristig f\u00fcr den Naturschutz gesichert. Einen \u00dcberblick \u00fcber alle naturschutzrelevanten Milit\u00e4rfl\u00e4chen in Deutschland gibt die im Rahmen des Projektes grundlegend aktualisierte Datenbank Naturschutz und Milit\u00e4r.<br \/>\nWeiterhin trug das Projekt dazu bei, f\u00fcr den Truppen\u00fcbungsplatz M\u00fcnsingen die Idee des Biosph\u00e4rengebietes zu entwickeln, die nach einem l\u00e4ngeren Diskussionsprozess nunmehr eine breite Zustimmung aus der Bev\u00f6lkerung erf\u00e4hrt. Noch im Jahr 2007 soll das Biosph\u00e4rengebiet offiziell ausgewiesen werden.<br \/>\nDas von der DBU unterst\u00fctzte Projekt schuf weiterhin wichtige Grundlagen f\u00fcr eine langfristige naturschutzgerechte Nutzung der Gebiete Wittstock-Ruppin und Hohe Schrecke, die beide (ebenso wie der \u00dcbungsplatz M\u00fcnsingen) nicht Bestandteil der \u00dcbertragungsliste des Nationalen Naturerbe sind. Bei der Begleitung des (w\u00e4hrend der Laufzeit zus\u00e4tzlich in das Projekt mit aufgenommenen) Waldgebietes Hohe Schrecke konnte ein Privatinvestor gewonnen werden, der rund 25 Prozent des Buchenwaldgebietes komplett ungenutzt l\u00e4sst und die restlichen Fl\u00e4chen nach sehr naturnahen Kriterien bewirtschaften will.<br \/>\nDas im Rahmen des Projektes aufgebaute Informationsnetzwerk zwischen haupt- und ehrenamtlichem Naturschutz, Bundeswehr und Bundesagentur f\u00fcr Immobilienaufgaben hat sich sehr bew\u00e4hrt. Insbesondere mit der Bundesagentur f\u00fcr Immobilienaufgaben konnte ein regelm\u00e4\u00dfiger und offener Austausch umgesetzt werden. Das Informationsnetzwerk bietet die Voraussetzung, zuk\u00fcnftig noch besser und schneller gemeinsame L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr die Sicherung naturschutzrelevanter Milit\u00e4rfl\u00e4chen voranzubringen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes werden insbesondere auf der im Jahr 2005 grundlegend \u00fcberarbeiteten Projekt-Internetseite www.naturschutz-und-militaer.de dargestellt. Seit Anfang 2006 ist es m\u00f6glich, von der Internetseite eine vereinfachte Version der Datenbank Naturschutz &#038; Milit\u00e4r herunterzuladen. In der Internet-Version sind in der Datenbank die Felder gesperrt, welche nicht\u00f6ffentliche Informationen enthalten. Es besteht jedoch die M\u00f6glichkeit, \u00fcber ein Kontaktformular vertiefende Informationen von der Naturstiftung David begr\u00fcndet abzufragen. Davon wird regelm\u00e4\u00dfig Gebrauch gemacht &#8211; allein im Jahr 2006 hat die Naturstiftung David \u00fcber 50 verschiedene Anfragen bearbeitet.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes wurden im Magazin Gorilla der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und im Mitgliedermagazin der Hessischen Gesellschaft f\u00fcr Ornithologie und Naturschutz (HGON) ausf\u00fchrlich vorgestellt. Ein gr\u00f6\u00dferer Artikel zur Rolle ehemaliger Milit\u00e4rfl\u00e4chen f\u00fcr den Naturschutz wurde im Maga-zin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ver\u00f6ffentlicht. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurde ein ausf\u00fchrlicher Artikel f\u00fcr die Zeitschrift Natur und Landschaft erstellt. Der Artikel wird wegen der langen redaktionellen Planungszeitr\u00e4ume bei Natur und Landschaft voraussichtlich Mitte 2008 erscheinen.<br \/>\nDie Ergebnisse des Projektes konnten in verschiedenen Vortragsveranstaltungen pr\u00e4sentiert werden &#8211; so in M\u00fcnsingen (27.06.2005), in Klietz (25.07.2006 vor den Gel\u00e4ndebetreuern des Bundeswehr) und in Schneverdingen (12.10.2006 Norddeutschen Naturschutzakademie). Auch vor einem internationalen Publikum wurden die Ergebnisse des Projektes pr\u00e4sentiert &#8211; so im Rahmen der EU-Life-Tagung nature in defence vom 20.09. &#8211; 22.09.2005 in Br\u00fcssel sowie auf der Bundeswehr-Tagung Konversion milit\u00e4rischer Liegenschaften unter Ber\u00fccksichtigung von NATURA 2000 vom 04.09. &#8211; 08.09.2006 in Berlin.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt musste w\u00e4hrend der Projektlaufzeit mehrmals an die aktuellen politischen Entwicklungen bei der Sicherung des Nationalen Naturerbes angepasst werden. Dadurch war es jedoch m\u00f6glich, wesentlich zum Erfolg der Sicherung von rund 60.000 Hektar naturschutzrelevanter Milit\u00e4rfl\u00e4chen beizutragen. Die Naturstiftung David wird den Prozess auch nach Auslaufen der DBU-Projektf\u00f6rderung weiterhin aktiv begleiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Genutzte und ungenutzte Milit\u00e4rfl\u00e4chen stellen durch ihre Gro\u00dffl\u00e4chigkeit und St\u00f6rungsarmut einen besonders wichtigen Baustein bei der Sicherung des Nationalen Naturerbes dar. Da seit Anfang der 90er Jahre immer mehr dieser Fl\u00e4chen aus der Nutzung genommen werden, m\u00fcssen langfristig tragbare Konzepte f\u00fcr eine naturschutzgerechte Nachnutzung entwickelt werden. 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