{"id":23787,"date":"2023-07-13T15:24:10","date_gmt":"2023-07-13T13:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22694-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:12","slug":"22694-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22694-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung eines Freiwilligenkonzepts zu Betreuungs-, Monitoring- und Umweltbildungsaufgaben in der Goitzsche bei Bitterfeld"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der BUND Sachsen-Anhalt e.V. hat in den letzten Jahren ca. 1 300 ha Fl\u00e4che in der Goitzsche erworben, die vorrangig dem Prozessschutz dienen sollen, aber auch f\u00fcr Umweltbildung zur Verf\u00fcgung stehen. Das Prof. Hellriegel Institut e.V. begleitet das Vorhaben seit 2001 wissenschaftlich.<br \/>\nGegenstand des beantragten Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines Freiwilligenkonzeptes zu Betreuungs-, Monitoring- und Umweltbildungsaufgaben f\u00fcr die vom BUND erworbenen Fl\u00e4chen, da diese Aufgaben durch bezahlte T\u00e4tigkeiten vom BUND als Fl\u00e4cheneigent\u00fcmer nicht abgesichert werden k\u00f6nnen. Dazu sollen die entsprechenden Freiwilligen-, Monitoring- und Umweltbildungskonzepte entwickelt werden, die in zwei Erprobungsphasen erprobt werden sollen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErarbeitung eines Freiwilligenkonzeptes, das u. a. M\u00f6glichkeiten der Freiwilligenwerbung, m\u00f6gliche T\u00e4tigkeitsbeschreibungen, Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten, Rechte und Pflichten von gewonnenen Freiwilligen, notwendige Bildungsangebote sowie die Aufgaben des k\u00fcnftigen Freiwilligenkoordinators umfassen soll.<br \/>\n&#8211;\tErstellung des Monitoringkonzeptes unter Beachtung des Freiwilligenkonzepts.<br \/>\nDazu bedarf es einer Indikatoren-, Parameter- und Probefl\u00e4chenauswahl, der Festlegung der Methoden der Erfassung und Bewertung  und der Intervalle der \u00dcberwachung. Die Indikation der Umweltzust\u00e4nde muss bei einem Konzept, dass auf Ehrenamtler zur\u00fcckgreift, insbesondere \u00fcber leicht erfassbare und handhabbare Indikatoren erfolgen, die gleichzeitig jedoch zielorientiert aussagef\u00e4hig sind.<br \/>\n&#8211;\tErstellung eines Naturbildungskonzepts und der notwendigen Materialien unter Beachtung des Freiwilligenkonzepts  Die zwei zu vermittelnden Hauptkomponenten des Bildungskonzeptes sind Wildnis und Bergbaufolgelandschaft.<br \/>\nDie erarbeiteten Konzepte werden mit den gewonnenen Freiwilligen in zwei aufeinander folgenden Jah-ren (jeweils Sommerhalbjahr) getestet und angepasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das entwickelte Freiwilligenkonzept f\u00fcr die Goitzsche-Wildnisfl\u00e4chen der BUND-Stiftung umfasste die drei Hauptt\u00e4tigkeitsbereiche Gebietsbetreuung, Umweltbildung\/Naturerfahrung und Monitoring. F\u00fcr alle T\u00e4tigkeiten wurden Profile erarbeitet, diese enthalten Angaben zur Art der T\u00e4tigkeit, dem zeitlichen Umfang und den Anforderungen f\u00fcr diese Arbeit. Zeitgleich wurden Freiwillige f\u00fcr die einzelnen T\u00e4tigkeitsbereiche geworben. Dabei kristallisierten sich unterschiedliche ben\u00f6tigte Zielgruppen heraus, d. h. es sollten insbesondere Personen mit Qualifikationen aus dem Bereich Biologie, Naturschutz, P\u00e4dagogik, Bergbau oder verwandter Fachrichtungen angesprochen werden. Diese Zielpersonen sollten, wenn m\u00f6glich, aus dem regionalen Umfeld der Goitzsche kommen, eine starke Verbundenheit mit ihrer Heimat haben sowie zuverl\u00e4ssig und selbstst\u00e4ndig arbeiten. Es konnten einige j\u00fcngere und eine Vielzahl \u00e4ltere Freiwillige f\u00fcr das Projekt gewonnen werden, dieses begr\u00fcndet sich mit der Arbeitsmarkt- und demografischen Situati-on im Umwelt der Goitzsche. Insgesamt engagierten sich 21 Gebietsbetreuer, 17 Umweltbildner und 24 Monitorer. Allen Freiwilligen wurden projektinterne Weiterbildungen und Hilfe bei der Umsetzung ihrer T\u00e4tigkeiten angeboten, diese wurde zum Gro\u00dfteil gut angenommen.<br \/>\nIn der Testphase wurden innerhalb des Monitoring 3.282 Datens\u00e4tze gesammelt, dies geschah mit einer Aufwendung von 1.148 Freiwilligenstunden. Innerhalb des Naturerfahrungskonzeptes konnten in eint\u00e4gigen Veranstaltungen \u00fcber 100 Kindergartenkinder, 22 Klassen (1.-4. Klasse), 137 Kinder (au\u00dferschulisch) und 1.500 Erwachsene betreut werden. Bei mehrt\u00e4gigen Veranstaltungen (schulischer und au\u00dfer-schulischer Art) wurden zus\u00e4tzlich 119 Kinder mit der Wildnis bekannt gemacht. Insgesamt wurde inner-halb des Naturerfahrungsbereiches 1.745 Freiwilligenstunden geleistet.<br \/>\nSomit wurden in der gesamten Projektlaufzeit fast 4.400 (inklusive > 1.500 Freiwilligenstunden Gebietsbetreuung) Ehrenamtlerstunden erbracht.<br \/>\nDie Freiwilligenwerbung sowie deren Bindung an das Projekt zeigten sich grunds\u00e4tzlich sehr positiv. F\u00fcr die Bereiche Umweltbildung\/Naturerfahrung und Gebietsbetreuung konnten mehr als ausreichend Freiwillige gefunden werden. Darunter wurden insbesondere in der Altersklasse 50plus ortsans\u00e4ssige Freiwillige gefunden, die Aufgaben bei den eint\u00e4gigen Umweltbildungsveranstaltungen sowie der Fl\u00e4chenbetreuung \u00fcbernahmen. Hingegeben sind Freiwillige, die im Rahmen von mehrt\u00e4gigen Umweltbildungsveranstaltungen t\u00e4tig wurden, in der Altersklasse bis Anfang 30 zu finden. Die Freiwilligengewinnung von fachkundigen Monitorern gestaltet sich zum Teil schwierig. F\u00fcr drei Artengruppen konnten nur wenige Bearbeiter gewonnen werden. W\u00e4hrend die restlichen Artengruppen schon von der ersten Erfassung an gut abgedeckt werden konnten. Auf Grund der hohen Probefl\u00e4chenzahlungen, die w\u00e4hrend der Er-probungsphase bearbeitet werden mussten, gab es gelegentlich Engp\u00e4sse. So dass auf Grund von ung\u00fcnstigen Wetterverh\u00e4ltnissen einige Fl\u00e4chen nicht in der vorgeschriebenen H\u00e4ufigkeit erfasst werden konnten. Dieses wird sich im fortlaufenden Monitoring, durch die Verteilung der Fl\u00e4chenzahl auf sechs Jahre deutlich entsch\u00e4rfen. Die Qualit\u00e4t der geleisteten Arbeiten war, bis auf sehr wenige Ausnahmen, sehr hoch.<br \/>\nEs zeigte sich, dass es zwingend n\u00f6tig ist, in allen Bereichen permanent neue Freiwillige zu werben, da es immer zu einer gewissen Fluktuation kommt. Des Weiteren sind, um die Bereitschaft der Freiwilligen zu erhalten, eine intensive Betreuung und eine ausgepr\u00e4gte Anerkennungskultur notwendig. Hierf\u00fcr ist es auch notwendig, dass der Freiwilligenkoordinator 7 Tage die Woche f\u00fcr die Freiwilligen erreichbar ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Teile des Projektes wurden in regionalen und \u00fcberregionalen Print- und Rundfunkmedien vorgestellt. Weiterhin wurde das Projekt auf der eigenen Homepage beworben. F\u00fcr einige Teilbereiche wurden Flyer und Brosch\u00fcren gedruckt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Rahmen dieses Projektes erarbeiteten Konzepte konnten zur Praxisreife f\u00fcr das Goitzsche-Wildnisprojekt erarbeitet werden. insbesondere die Konzepte der Umweltbildung m\u00fcssen in den kom-menden Jahren immer wieder auf die sich m\u00f6glicherweise ver\u00e4ndernden Anspr\u00fcche der Nutzer angepasst werden. W\u00e4hrend der Erprobungsphase hat sich gezeigt, dass sowohl die Fl\u00e4chenbetreuung, als auch die Umweltbildung und das Monitoring mit Hilfe von Ehrenamtlern umsetzbar sind. Die geleistete Arbeit war fast durchgehend von sehr hoher Qualit\u00e4t. Weiterhin hat sich herausgestellt, dass es einerseits zur Koordinierung, Betreuung und Gewinnung der Freiwilligen sowie andererseits f\u00fcr den Abgleich der gewonnenen Daten und f\u00fcr deren Auswertung eine hauptamtliche Stelle notwendig ist. Dieser Aufga-benkomplex ist nicht durch ehrenamtliche Arbeit ableistbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der BUND Sachsen-Anhalt e.V. hat in den letzten Jahren ca. 1 300 ha Fl\u00e4che in der Goitzsche erworben, die vorrangig dem Prozessschutz dienen sollen, aber auch f\u00fcr Umweltbildung zur Verf\u00fcgung stehen. Das Prof. Hellriegel Institut e.V. begleitet das Vorhaben seit 2001 wissenschaftlich. 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