{"id":23778,"date":"2025-04-10T10:32:16","date_gmt":"2025-04-10T08:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22651-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:19","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:19","slug":"22651-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22651-01\/","title":{"rendered":"Umwelt schonendes Verfahren zur Be- und Entl\u00fcftung von Arbeitspl\u00e4tzen beim Einsatz von stark emittierenden Schadstoffen w\u00e4hrend der Herstellung von l\u00f6semittelhaltigen Lacken und Farben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am 11. M\u00e4rz 1999 wurde in Br\u00fcssel die so genannte VOC-Richtlinie (L\u00f6sungsmittel-Richtlinie f\u00fcr fl\u00fcchtige organische Verbindungen) verabschiedet. Anlagen zur Herstellung l\u00f6sungsmittelhaltiger Lacke sind von den Forderungen der Richtlinie betroffen, die im Jahre 2001 als Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie 1999\/13\/EG \u00fcber die Begrenzung von Emissionen fl\u00fcchtiger organischer Verbindungen in bundesdeutsches Recht umgesetzt wurde. Danach m\u00fcssen auch Altanlagen bis zum 31.10.2007 vorschriftsm\u00e4\u00dfig umger\u00fcstet werden. Bisher wird bei der l\u00fcftungstechnischen Erfassung von emittierenden Schadstoffen eine raum\u00fcbergreifende Bel\u00fcftung verwendet, die eine intensive Verteilung und Vermischung mit emittierenden Schadstoffen verursacht. Das bedeutet f\u00fcr Mensch und Umwelt eine erhebliche sch\u00e4dliche Belastung und erh\u00f6ht zudem durch das unkontrollierte Entweichen den Verbrauch an L\u00f6sungsmitteln. Bei der geplanten Entwicklung entsteht eine gezielte anlagentechnische Be- und Entl\u00fcftung der Arbeitszone, die messtechnisch \u00fcberwacht und nur dann eingeschaltet wird, wenn die freigesetzten Emissionen durch das Lackmischen die vorgegebenen Werte der Arbeitsplatzkonzentration \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Gesamtvorhaben gliederte sich in zwei Projektphasen. In der ersten Phase ging es um die Errichtung eines Versuchsstandes zur Erprobung verschiedener technischer Konzepte mit den folgenden Schwerpunkten: Mathematische Modellierung der Prozessgr\u00f6\u00dfen und Definition der Messpunkte; Auswahl und Erprobung von Abdichtungs- und K\u00fchlsystemen sowie der daf\u00fcr erforderlichen Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik; Auswahl und Erprobung der Quellausl\u00e4sse entsprechend der L\u00f6sungsans\u00e4tze; Beschaffung der erforderlichen Komponenten f\u00fcr den Bau der Versuchsanordnungen; Errichtung und Erprobung einer Versuchsstation mit einer optimalen Bel\u00fcftungsvariante.<br \/>\nDie zweite Phase befasste sich mit der Einrichtung und Anpassung der Pilotanlage f\u00fcr weitere acht Betriebsr\u00e4ume im Rahmen eines Investitionsvorhabens. Im Mittelpunkt stand auch hier die Erarbeitung von technischen L\u00f6sungen, womit folgende Zielstellungen wegweisend unterst\u00fctzt werden sollten: Auswer-tung der Versuchsergebnisse f\u00fcr die Planung und den Bau der Pilotanlage; Entwicklung und Realisierung der Pilotanlage; Entwicklung und Optimierung der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie der Steuerungssoftware.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde eine neue Methode f\u00fcr die Erfassung fl\u00fcchtiger organischer L\u00f6sungsmitteld\u00e4mpfe entwickelt, die nach der Ausbildung von Luftschleiern mit geringen Volumenstr\u00f6men funktioniert. Mit der praktizierten Luftstr\u00f6mung k\u00f6nnen die produktionsbedingten handwerklichen T\u00e4tigkeiten an den Mischgef\u00e4\u00dfen ungehindert ohne die Benutzung von Verdeckelungen oder Abdichtungen ausgef\u00fchrt werden.<br \/>\nDie L\u00fcftungsleistungen und ihre Str\u00f6mungsintensit\u00e4t werden \u00fcber einen Gasmonitor gesteuert. Damit kann die l\u00fcftungstechnische Anlage in ihrer Intensit\u00e4t dem Bedarf angepasst werden, so dass sie nur bei Vorhandensein von belasteter Umgebungsluft in Betrieb gesetzt wird.<br \/>\nMit der entwickelten Luftf\u00fchrung beim Umgang mit organischen L\u00f6sungsmitteln haben sich die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) soweit verbessert, dass wegen der Geringf\u00fcgigkeit keine Nachmessungen mehr erforderlich sind.<br \/>\nEs konnte eine Minimierung der abgeleiteten Emissionen auf ein Drittel der Ursprungswerte registriert werden. Die l\u00fcftungstechnische Anlage wurde mit einer Energier\u00fcckgewinnung ausgestattet, die im Vergleich mit anderen Heizperioden, wie dem Winter 2007\/2008, zu einer Reduzierung des Energieverbrauches um etwa 40 Prozent beitragen kann.<br \/>\nNach Abschluss aller Montagearbeiten lassen sich bez\u00fcglich der drei Hauptziele des Vorhabens die folgende Ergebnisse zusammenfassen:<\/p>\n<p>Humanisierung der Arbeitspl\u00e4tze<br \/>\nDurch arbeitsschutztechnische Messungen konnte eine sehr deutliche Reduzierung der Arbeitsplatzkonzentrationen an luftfremden gasf\u00f6rmigen Schadstoffen nachgewiesen werden. Entsprechend der Technischen Regelwerke (TRGS 402 und TRGS 900) liegen die gemessenen Konzentrationen der luftfremden gasf\u00f6rmigen Schadstoffe unterhalb von 10 Prozent der jeweiligen Grenzwerte. Weitere arbeitsplatzbezogene Messungen k\u00f6nnen aufgrund dieser geringen Konzentrationen an luftfremden Stoffen entfallen.<\/p>\n<p>Reduzierung der freigesetzten Emissionen<br \/>\nDie Ergebnisse einer ersten Kontrolle der Abgaswerte bei der Freisetzung am Kaminaustrag verweisen auf eine Reduzierung der Emissionsmassenstr\u00f6me von urspr\u00fcnglich ca. 8 kg C\/h auf weniger als 4 kg C\/h. Der Emissionsmassenstrom bezieht sich hierbei auf den Kohlenstoffanteil in den verdampfenden L\u00f6sungsmitteln. Die Feststellung gilt als gesichert, dass eine Reduzierung der freigesetzten Emissionen auf 50 Prozent der Ausgangswerte erreicht wurde.<\/p>\n<p>Wirtschaftlichkeit<br \/>\nDer Energieverbrauch wurde mit Hilfe von eingebauten W\u00e4rmemengenz\u00e4hlern registriert. Es ist allerdings nicht m\u00f6glich, einen Vergleich zu den Ergebnissen der vergangenen Heizperioden aufzustellen, weil die lufttechnische Anlage erst jetzt \u00fcber die technischen Einrichtungen zur Registrierung der W\u00e4rmemengen verf\u00fcgt. Auf der Basis von Erfahrungen mit den verwendeten Anlagenkomponenten zur W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung l\u00e4sst sich prognostizieren, dass eine Einsparung von 35 Prozent des Einsatzes an W\u00e4rmeenergie erreicht werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Entwicklungsergebnisse werden im Rahmen der Berichterstattung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ver\u00f6ffentlicht. Weitere M\u00f6glichkeiten bestehen durch Pr\u00e4sentationen vor Ort und in Zusammenarbeit mit dem Amt f\u00fcr Technischen Umweltschutz des Landratsamtes in Miesbach.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die neu entwickelte technische L\u00f6sung f\u00fcr ein umweltschonendes Verfahren zur Be- und Entl\u00fcftung von Arbeitspl\u00e4tzen beim Einsatz von stark emittierenden Schadstoffen w\u00e4hrend der Herstellung von l\u00f6sungsmittelhaltigen Lacken und Farben sorgt daf\u00fcr, dass L\u00f6sungsmitteld\u00e4mpfe durch die Ausbildung von Luftschleiern geb\u00fcndelt werden. Das Verfahren verhindert die Ausbreitung von luftfremden gasf\u00f6r-migen Schadstoffen in den Produktionsr\u00e4umen und f\u00fchrt zu einer Verminderung der Schadstofffrachtenim Abgas und zu einer Verringerung der Schadstoffbelastung der Atemluft an den Arbeitspl\u00e4tzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am 11. 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