{"id":23756,"date":"2024-11-27T10:36:50","date_gmt":"2024-11-27T09:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22576-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:52","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:52","slug":"22576-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22576-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer regionalen Vermarktungsstrategie f\u00fcr Produkte aus regionalem Holz in einem branchen\u00fcbergreifenden Cluster und Praxistest durch Clustermanagement in einer Modellregion"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Hintergrund. Die dt. Forst- und Holzwirtschaft ist zunehmend in einen globalen Kontext ger\u00fcckt. Im Massenvolumeng\u00fctermarkt spiegelt sich dies in einer zunehmenden Verlagerung der Rundholzm\u00e4rkte und der Schnittholzproduktion nach Osteuropa wider, w\u00e4hrend gleichzeitig der Absatzmarkt Mitteleuropa in den Blickpunkt gro\u00dfer Holzkonzerne r\u00fcckt. Hinzu kommen Preisverfall beim Rundholz und Schnittholz, Konzentrationsprozesse, weit \u00fcber einen normalen Strukturwandel hinausgehender Verlust von KMU, R\u00fcckw\u00e4rtsintegration der Holzwirtschaft, zunehmende Einengung der nachgefragten Holzsortimente sowie stark weiterverarbeitete Holzprodukte verbunden mit raschem Turnover bei der Technisierung. Aktuelle Entwicklungen in Politik, Verwaltung, Finanzwesen, Technik tragen dazu bei, dass gerade KMU kaum mehr investieren k\u00f6nnen, was regionale Produkte benachteiligt (z. B. Basler Beschl\u00fcsse; Branchenampeln). Informationsdefizite bei Kunden und Gesellschaft im Hinblick auf die Zusammenh\u00e4nge sowie Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Umwelt (z. B. erh\u00f6htes Transportaufkommen und Zunahme der Importe von Halbwaren und Fertigwaren mit allen bekannten Folgen, Abnahme der Biodiversit\u00e4t im Wirtschaftswald durch Einengung auf wenige verwendete Holzarten, Importe von H\u00f6lzern aus L\u00e4ndern in denen unter Nachhaltigkeit etwas anders verstanden wird als in Deutschland, erneute Zunahme der Importe von auch illegal geschlagenem Tropenholz, usw.). Gleichzeitig besteht jedoch eine, bislang nicht in Wert gesetzte, Nachfrage nach Produkten aus regionalem Holz (Umfragen HAF, FH Rottenburg, BNR).<br \/>\nZiel des Projekts. Das Ziel des Projekts ist es, eine Vermarktungsstrategie f\u00fcr Produkte aus regionalem Holz zu entwickeln (Beschr\u00e4nkung auf die Produktgruppen Bauholz, Holz f\u00fcr Innenausbau, M\u00f6belbau sowie Energieholz) und \u00fcber Clustermanagement die Markteinf\u00fchrung in einer Modellregion zu testen. Zielsetzung ist, die bundesweite Anwendbarkeit dieser Strategie und ihrer Instrumente. Hierdurch werden diverse Umweltentlastungen erreicht und Alleinstellungsmerkmale f\u00fcr KMU geschaffen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Ausarbeitung und Umsetzung erfolgt gemeinsam mit den Clusterbetrieben und den Projektpartnern. Schritte: (1) Abgrenzung des Begriffs regionales Holz; (2) Zielgruppenanalyse; (3) Konzeption der Vermarktungsstrategie: strategische Positionierung, Produkt- und Preispolitik, Distributionspolitik und Logistik, Qualit\u00e4tsmanagement und Herkunftsnachweis, Informationstransfer\/Kommunikation im Cluster und Werbung, Schulungskonzept, Erfolgskontrolle; (4) Umsetzung durch Clustermanagement in der Modellregion und Vermittlung der Projekterfahrungen von der Testregion in andere Regionen; Leitfaden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Herzst\u00fcck der neu entwickelten Dachmarke und Vermarktungsstrategie Holz von Hier ist der elektronische Herkunftsnachweis f\u00fcr Produkte aus Holz der kurzen Wege. Hiermit ist ein innovatives Instrument geschaffen worden, welches nicht nur die schwierigen Anforderungen an ein bundesweit einheitliches aber gleichwohl kurze Wege dokumentierendes Zertifikat erf\u00fcllt. Zugleich ist es auch f\u00fcr den Anwender denkbar einfach konstruiert, so dass es vor allem beim Mittelstand und Holzhandwerk eine hohe Akzeptanz findet. Ein entsprechendes System gibt es derzeit in Deutschland und auch anderen L\u00e4ndern der EU nicht, auch nicht in anderen Branchen. Der Praxistest in der Modellregion Oberfranken wurde nicht nur erfolgreich abgeschlossen; das System hat inzwischen in ganz Bayern Anh\u00e4nger und Mitglieder gefunden und erfreut sich Unterst\u00fctzung auf h\u00f6chster politischer Ebene. Der Charme der Initiative besteht auch darin, dass Holz von Hier eine echte Vereinigung von \u00d6konomie und \u00d6kologie zu beiderseitigem Nutzen ist, was sich auch darin ausdr\u00fcckt, dass Holz von Hier Unterst\u00fctzung sowohl von Wirtschaftsverb\u00e4nden wie auch von gesellschaftlichen und Umweltgruppen findet.<br \/>\nDer Erfolg des entwickelten Systems zeigt sich auch darin, dass seit der offiziellen Freischaltung bereits zahlreiche \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude mit Holz von Hier Zertifikat errichtet wurden, darunter das erste 5-st\u00f6ckige Holzgeb\u00e4ude in reiner Holzbauweise in Deutschland. Holz von Hier hat seit dem Start zudem auch schon echte Marktrelevanz erreicht. So wurden innerhalb eines Jahres bereits \u00fcber 350.000 fm Rundholz von insgesamt 17 verschiedenen Baumarten in das System eingebucht. Mit einem Fensterbaubetrieb, der 2009 seine Produktion von urspr\u00fcnglich Meranti auf Holz von Hier umgestellt hat, erreicht Holz von Hier bereits 5 % Marktanteil bei Holzfenstern in Deutschland u. a.<br \/>\nWeiterhin finden sich bereits jetzt zahlreiche zertifizierbare Holzvor-, -zwischen- und  endprodukte unter Holz von Hier.<br \/>\nAuch das Netzwerk der Partner und Unterst\u00fctzer umfasst zahlreiche Akteure unterschiedlicher Fachrichtungen und Ebenen. Das Betriebsnetzwerk hat sich bereits weit \u00fcber die Modellregion hinaus ausgeweitet und die Ergebnisse sind nicht nur auf andere Regionen Deutschlands \u00fcbertragbar, sondern dort bereits jetzt schon unmittelbar anwendbar. D. h., es wurde nicht nur ein Modellbeispiel, sondern ein universales Serviceangebot entwickelt. Die Umweltwirkungen mit Holz von Hier sind bei einer Ausweitung auf ganz Deutschland betr\u00e4chtlich. W\u00fcrde gemessen an den derzeitigen Transportintensit\u00e4ten die Holzprodukte in Deutschland (einschlie\u00dflich sich \u00fcberlappender Importe und Exporte) k\u00fcnftig nach Holz von Hier zertifiziert, so erg\u00e4ben sich 10-fach h\u00f6here CO2-Einsparpotenziale als z. B. durch das 100.000-D\u00e4cherprgramm der Bundesregierung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die erarbeiteten Ergebnisse (Initiative, Dachmarke, Herkunftsnachweis und Betriebsnetzwerk) wurden und werden auf unterschiedlichste Art und Weise der \u00d6ffentlichkeit bekannt gemacht. Das Webportal zu Holz von Hier gibt dar\u00fcber einen \u00dcberblick. Zudem wurde \u00fcber Holz von Hier bereits im Fernsehen (BR), Radio, in Fachzeitschriften (z. B. Holzzentralblatt), Kommunalbl\u00e4ttern (z. B. Bayerischer Gemeindetag, Deutscher St\u00e4dte- und Gemeindetag), Verwaltungsorganen (z. B. Bayerische Staatszeitung) sowie \u00fcber-regionalen und regionalen Zeitschriften berichtet. Holz von Hier hat eine Wanderausstellung erstellt, die seit Erstellung 2008 kontinuierlich ausgebucht ist und bereits an unterschiedlichsten Standorten gastierte, wie z. B. der COP 9, der Kommunale 2009, der Interforst 2010 und der Internationalen M\u00f6belmesse 2010. Holz von Hier arbeitet in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit vielen Partnern zusammen wie z. B. der Metropolregion N\u00fcrnberg oder in Form gemeinsamer Kampagnen beispielsweise mit dem Tiergarten N\u00fcrnberg. Holz von Hier pr\u00e4sentierte sich zudem auf zahlreichen Aktionstagen und Messen bis hin zu einem Auftritt auf der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim. Seit August 2010 wird Holz von Hier von einem PR-Profi in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt kann als durchschlagender Erfolg gewertet werden. Mit der Gr\u00fcndung einer Verwaltungs- und Management gGmbH sowie einem mit Institutionen und Politik besetzten gemeinn\u00fctzigen F\u00f6rderverein Holz von Hier e. V. i.G. sind die Grundlagen f\u00fcr eine Ausweitung auf ganz Deutschland geschaffen und eine entsprechende Ausweitung hat bereits begonnen. Damit wurde das Projektziel nicht nur erreicht, sondern mit dem entwickelten System existiert eine Plattform und Basis f\u00fcr ein echtes nationales Klimalabel f\u00fcr Holzprodukte, das prinzipiell auch eine Ausbreitung in andere L\u00e4nder der EU erm\u00f6glicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Hintergrund. Die dt. Forst- und Holzwirtschaft ist zunehmend in einen globalen Kontext ger\u00fcckt. Im Massenvolumeng\u00fctermarkt spiegelt sich dies in einer zunehmenden Verlagerung der Rundholzm\u00e4rkte und der Schnittholzproduktion nach Osteuropa wider, w\u00e4hrend gleichzeitig der Absatzmarkt Mitteleuropa in den Blickpunkt gro\u00dfer Holzkonzerne r\u00fcckt. 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