{"id":23755,"date":"2023-07-13T15:24:07","date_gmt":"2023-07-13T13:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22566-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:07","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:07","slug":"22566-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22566-01\/","title":{"rendered":"\u00d6kologisch \/ \u00f6konomische Bewertung zweier Fassadenkonzepte &#8211; Glasfassade versus Kunststofffassade &#8211; zur Sanierung eines Verwaltungsgeb\u00e4udes der 1960er Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Studie unterst\u00fctzt exemplarisch die Planung und Realisation eines innovativen Sanierungskonzepts f\u00fcr den 4-geschossigen Altbau der Entsorgungsbetriebe der Stadt Remscheid.<br \/>\nDas Geb\u00e4ude ist zu Beginn der 60-er Jahre als Stahlbeton-Skelett-Bau mit elementierter Betonfassade erstellt worden. Es weist hinsichtlich seiner Struktur und Ausstattung 2004 erhebliche Defizite auf, die zu einem unwirtschaftlichen Betrieb, Fehlbelegungen und im Jahr 2005 m\u00f6glicherweise zu Leerst\u00e4nden gef\u00fchrt h\u00e4tten.<br \/>\nDie Gegen\u00fcberstellung von Fassadenvarianten mit Kunststoff und Glas und die Dokumentation des Entscheidungsprozesses soll in der, die Sanierung begleitenden Studie erfolgen. Es sollen die D\u00e4mm- und Belichtungsfunktion, die passive und aktive Solarenergienutzung, gestalterische und \u00f6konomische Konsequenzen und die \u00f6kologischen Rucks\u00e4cke bei der Gewinnung der Rohstoffe und bei der Verarbeitung zu den Bauteilen untersucht werden.<br \/>\nMit dem so gew\u00e4hlten Verfahren sollen verallgemeinerbare Bewertungskriterien an einer zu realisierenden Bauma\u00dfnahe unter praxisgerechten Bedingungen ermittelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNeben den bautechnischen und bauphysikalischen Untersuchungen und Ableitungen zur Fassadenentwicklung werden dar\u00fcber hinaus sowohl die gestalterischen Anforderungen aus dem Bereich Imagebildung, als auch die inhaltlichen Forderungen aus dem Bereich technischer Innovation gemeinsam mit dem Bauherrn erarbeitet. Auf dieser Grundlage werden die Bereiche Raumklima, passive L\u00fcftung, Tageslichtoptimierung, Heizw\u00e4rmebedarf, sowie Solarsysteme untersucht.<br \/>\nF\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung werden ausgew\u00e4hlte Leitindikatoren herangezogen, der Ressourcenverbrauch als TMR (Total Material Requirement), der kumulierte Energieverbrauch (KEA, VDI Richtlinie 4600) sowie das GWP 100 (Global Warming Potential).<br \/>\nAuf der Basis der o. a. Untersuchungen werden die Fassadensysteme alternativ als Kunststoff- und Glasfassade ausgeschrieben, um so ebenfalls eine aktuelle \u00f6konomische Bewertung vornehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Energieeffizienz<br \/>\nZur Erstellung eines m\u00f6glichst energieeffizienten Geb\u00e4udes wurde eine Vielzahl von kleinen Ma\u00dfnahmen getroffen, die in der Summe zur Optimierung der Energieeinsparung gef\u00fchrt haben. Der im Vorfeld der Sanierung ermittelte Prim\u00e4renergiebezug f\u00fcr das Bestandsgeb\u00e4ude lag bei 440 kWh\/m\u00b2a. Nach der Realisierung des Bauvorhabens wurde ein zuk\u00fcnftiger Prim\u00e4renergiebedarf von 96,8 kWh\/m\u00b2a und damit in Bezug auf den Ausgangswert als Einsparung ein Faktor 4 ausgewiesen. Der Bedarf des sanierten Bestandsgeb\u00e4udes liegt damit bei ungef\u00e4hr der H\u00e4lfte des Anforderungswertes der EnEV 2007 im Nicht-wohnungsbau f\u00fcr Neubau nach DIN V 18599. <\/p>\n<p>Ressourceneffizienz<br \/>\nDie Fassade wurde aufgrund des notwendigen vollst\u00e4ndigen Austausches der Geb\u00e4udeh\u00fclle und den damit einhergehenden energetischen Abh\u00e4ngigkeiten zum ma\u00dfgebenden Bauteil der Umbauma\u00dfnahme, somit wurde ein besonderer Fokus auf dieses Bauteil gelegt. Gem\u00e4\u00df der Berechungen nach dem mips-Ansatz konnte nachgewiesen werden, dass die ausgew\u00e4hlte Leichtbauweise mit vorgeh\u00e4ngten Polycarbonat-Mehrstegplatten im Vergleich zu einer Bauweise mit vorgeh\u00e4ngten U- Profilbaugl\u00e4sern zu Ressourceneinsparungen mit dem Faktor 2 f\u00fchren. Abh\u00e4ngig vom Hinterbau k\u00f6nnen im Vergleich zu einer konventionellen Sanierung mit WDVS Ressourceneinsparungen mit dem Faktor 5, bzgl. einer vorgeh\u00e4ng-ten Naturstein- bzw. Metallfassade mit dem Faktor 25 erreicht werden.<\/p>\n<p>Baukosten<br \/>\nDie Fassade wurde alternativ in zwei Ausf\u00fchrungsvarianten geplant und ausgeschrieben. Vor einem identischen Hinterbau als vorelementierte Holztafelkonstruktion wurden jeweils geb\u00e4udehoch U- Profilbaugl\u00e4ser, bzw. Polycarbonat-Mehrstegplatten geplant. Die Ausschreibung wurde gem\u00e4\u00df VOB \/ A durchgef\u00fchrt. Von allen Bietern, die sich am Ausschreibungsverfahren beteiligt haben, wurde die Ausf\u00fchrungsvariante mit Polycarbonat- Mehrstegplatten preisg\u00fcnstiger angeboten. Der in der Submission ausgewiesene Kostenvorteil der PC- Mehrstegplatten gegen\u00fcber den Gussglasprofilen lag zwischen 14,1 und 37,5 %. Es ergibt sich eine mittlere Einsparung in H\u00f6he von 23%. Die Bauwerkskosten f\u00fcr die gesamte Sanierungsma\u00dfnahme des Verwaltungs- und Betriebsgeb\u00e4udes der Nordstr. 48 betragen EUR 3,78 Mio.. Hieraus resultieren Indexkosten von EUR 717,- pro m\u00b2Brutto Geschossfl\u00e4che (BGF) (Kostengruppen 300, 400, Bruttobetr\u00e4ge). Die Durchschnittswerte nach BKI f\u00fcr den Neubau von B\u00fcrogeb\u00e4uden mit mittlerem Standard liegen bei EUR 1.310,- pro m\u00b2BGF.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Schlussbericht wird jeweils \u00fcber die Datenbank der DBU, der Stadt Remscheid und der Kooperationspartner einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4ngig gemacht. Dar\u00fcber hinaus werden diese in die Lehr- und Weiterbildungsma\u00dfnahmen der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal und des mipsHAUS- Institutes sowie aktuelle bundesweiten Forschungsma\u00dfnahmen integriert. In aktuellen Bauvorhaben der Stadt Remscheid werden die Erfahrungen aus dem Bauvorhaben Nordstr. 48 bereits weiterf\u00fchrend umgesetzt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Verwaltungs- und Betriebsgeb\u00e4ude Nordstr. 48 in Remscheid durch integrale Planungsprozesse mit umfassenden Sanierungsans\u00e4tzen hinsichtlich Nutzungsqualit\u00e4t, Gestaltung und Energiebilanz kosteng\u00fcnstig auf Neubaustandard gebracht werden konnte. Durch die Nutzung des vorhandenen Rohbaus und den Einsatz neuer Baumaterialien, wie hier Kunst-stoffmehrstegplatten, wird eine hohe Ressourceneffizienz bzgl. der Erstellung, Nutzung und Entsorgung eines Geb\u00e4udes erreicht.<br \/>\nDie in diesem Bericht aufgezeigten Planungsgrunds\u00e4tze k\u00f6nnen, unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen projektspezifischen Parameter, auf den zahlreich in Deutschland verf\u00fcgbaren Geb\u00e4udebestand aus den 60er-Jahren \u00fcbertragen werden. Die aufgezeigten Planungsergebnisse stellen in diesem Sinn einen Beitrag zur dringend ben\u00f6tigten Erstellung eines Ma\u00dfnahmenkatalogs f\u00fcr energie- und ressourcensparendes Bauen im Bestand dar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Studie unterst\u00fctzt exemplarisch die Planung und Realisation eines innovativen Sanierungskonzepts f\u00fcr den 4-geschossigen Altbau der Entsorgungsbetriebe der Stadt Remscheid. Das Geb\u00e4ude ist zu Beginn der 60-er Jahre als Stahlbeton-Skelett-Bau mit elementierter Betonfassade erstellt worden. 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