{"id":23735,"date":"2023-07-13T15:24:03","date_gmt":"2023-07-13T13:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22529-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:05","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:05","slug":"22529-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22529-01\/","title":{"rendered":"Analyse, Bewertung und Umsetzung von Ma\u00dfnahmen des pr\u00e4ventiven Hochwasserschutzes in der Mittelgebirgsregion Jeseniky (Altvater-Gebirge, Tschechische Republik)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>1. Phase: Der vorbeugende Hochwasserschutz ist in den Einzugsgebieten von Oder und Elbe zum zentralen Gegenstand der grenz\u00fcberschreitenden Umweltpolitik im \u00f6stlichen Mitteleuropa geworden. Bei der Diskussion der Ursachen von Hochw\u00e4ssern wird h\u00e4ufig der in den letzten Jahrzehnten erfolgte Wandel in der Landnutzungsstruktur als eine der dominierenden, anthropogenen Ursachen angef\u00fchrt. Ziel des Projektes war die Erarbeitung und Umsetzung eines Ma\u00dfnahmenkataloges zum vorbeugenden Hochwasserschutz in der Region Jeseniky (Altvater\/Gesenke-Gebirge). Im Vordergrund steht die Reaktivierung nat\u00fcrlicher R\u00fcckhaltefunktionen und Gew\u00e4sserentwicklung bzw. Renaturierung von Gew\u00e4ssern.<\/p>\n<p>2. Phase: Vor dem Hintergrund der j\u00fcngsten Flutkatastrophen in Europa und der weltweiten aktuellen Klimadiskussion erschien es sowohl den Projektpartnern (Institut f\u00fcr Bodenkunde und Standortslehre, Tharandt und Hnuti DUHA, CZ) als auch dem Projekttr\u00e4ger (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) wichtig und notwendig, das Projekt im Jahr 2006 fortzusetzen, auch wenn die urspr\u00fcnglichen Projektziele nicht umgesetzt werden konnten. Die geplante Pilotrenaturierungsma\u00dfnahme eines kleinen Einzugsgebietes im Altvatergebirge scheiterte am Widerstand bzw. der Skepsis der Fl\u00e4cheneigent\u00fcmer (Lesy ?R, tschechische Forstverwaltung). Diese abwehrende Haltung verdeutlicht jedoch die Notwendigkeit gezielter Infor-mationsarbeit im Projektgebiet. Im Zentrum der neu angepassten Projektausrichtung steht somit neben der Beschaffung der relevanten Daten und der Niederschlags-Abflussmodellierung im Einzugsgebiet der Opava besonders die \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUnser Vorgehen umfasst folgende Schritte:<br \/>\n1. Phase:<br \/>\n\tBestandsaufnahme und -analyse,<br \/>\n\tDarstellung und Bewertung der Potentiale und Konflikte,<br \/>\n\tDarstellung der Erfordernisse bzw. Ma\u00dfnahmen<br \/>\npr\u00e4zisiert:<br \/>\nBestandsaufnahme und -analyse<br \/>\nF\u00fcr das noch Modellgebiet (Einzugsgebiet der oberen Opava) werden Karten- und Informationsmaterialien zu den Themen Boden, Geologie, Topographie, Vegetation, Waldzustand und Landnutzung gesichtet und in ein Geoinformationssystem \u00fcberf\u00fchrt. Luftbildaufnahmen werden zur Verifizierung von Baumartenzusammensetzung, Bestandesdichte und -struktur und Alterszusammensetzung herangezogen. Der gegenw\u00e4rtige Zustand der Flie\u00dfgew\u00e4sser wird durch Luftbildaufnahmen und Gel\u00e4ndebegehungen beurteilt. Unter Zuhilfenahme von Luftbildern, topographischen und  historischen Karten\/Quellen wird die Ver\u00e4nderung der Landnutzung des Gebietes im zeitlichen Verlauf dokumentiert. Ziel der historischen Landnutzungsanalyse ist es, zu pr\u00fcfen, inwieweit eine anthropogen bedingte Beg\u00fcnstigung von Hochw\u00e4ssern gegeben ist. Bestehende Planwerke zur Raumordnung, Landschaftsplanung, Wasserwirtschaft inkl. Hochwasserschutz sowie zur Land- und Forstwirtschaft werden begleitend mit herangezogen.<br \/>\nDarstellung und Bewertung der Potentiale und Konflikte<br \/>\nDie im Rahmen der Gel\u00e4ndebegehung und der r\u00e4umlich verteilten Modellrechnung erhobenen Parameter bilden die Grundlage f\u00fcr die Bewertung des gegenw\u00e4rtigen Zustandes des Modellgebietes hinsichtlich des pr\u00e4ventiven Hochwasserschutzes. Besonders unter Einbeziehung der Erkenntnisse des DBU-Verbundprojektes Nachhaltiger Hochwasser- und Naturschutz in Sachsen aber auch aus eigenen Untersuchungen und projekt\u00fcbergreifenden Kooperationen (z. B. FLOODsite &#8211; 6. EU FRP, WaReLa &#8211; IN-TERREG IIIb) werden hochwasserversch\u00e4rfende Defizite im Einzugsgebiet diagnostiziert.<br \/>\nMit Hilfe der GIS-gest\u00fctzten Auswertung werden Potentiale, Beeintr\u00e4chtigungen und Konflikte konkurrierender Nutzungen dargestellt und beurteilt sowie Handlungsbedarf und Planungsschwerpunkte festgelegt. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Ma\u00dfnahmen geeignet sind, um einerseits besonders funktionsf\u00e4hige Bereiche zu erhalten und weiterzuentwickeln und um andererseits bereits vorhandene anthropogene Beeintr\u00e4chtigungen zu vermindern oder zu beheben. Au\u00dferdem kann das Potential landnutzungsbezogener Verbesserungen der Wasserretention auf Einzugsgebietsebene abgesch\u00e4tzt und bewertet werden. Ein besonderer Schwerpunkt hierbei liegt in der Vermittlung der Umsetzungsm\u00f6glichkeiten (Ma\u00dfnahmen und deren Finanzierung) an die lokalen und \u00fcberregionalen Entscheidungstr\u00e4ger.<br \/>\nDarstellung der Erfordernisse bzw. Ma\u00dfnahmen<br \/>\nBasierend auf der Bestandesaufnahme und der Gef\u00e4hrdungsbewertung werden Ziele und Erfordernisse bzw. Ma\u00dfnahmen des pr\u00e4ventiven Hochwasserschutzes pr\u00e4zisiert. Ma\u00dfnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft, naturnahe Waldbewirtschaftung (bodenschonende Holzernte, angepasster Waldwegebau, Waldumbau, h\u00f6here Biodiversit\u00e4t, Renaturierung der Auenbereiche), Aufforstung und Entsiegelung erhalten oder verbessern das nat\u00fcrliche Wasserr\u00fcckhaltepotential (Infiltration, Speicher, Versickerung) im Einzugsgebiet und k\u00f6nnen somit zum Hochwasserschutz beitragen. Vergleichende Modellrechnungen f\u00fcr Einzelstandorte (BROOK90) und f\u00fcr das Modellgebiet (AKWA-M\u00ae) bewerten quantitativ die hochwasserreduzierende Wirkung der Ma\u00dfnahmen. Synergien zwischen Natur- und Hochwasserschutz im Sinne der europ\u00e4ischen Planwerke (EUWRRL, HWRL, Forstaktionsplan) sind besonders herauszuarbeiten.<br \/>\n2.Phase:<br \/>\n\tVernetzung mit anderen europ\u00e4ischen und internationalen Projekten besonders mit dem DBU-Verbundprojekt Nachhaltiger Hochwasser- und Naturschutz in Sachsen.<br \/>\n\tOrganisation einer Exkursion nach Sachsen f\u00fcr lokale und regionale Entscheidungstr\u00e4ger des Naturschutzgebietes Jeseniky (Altvatergebirge) mit Pr\u00e4sentation der DBU-gef\u00f6rderten waldbaulichen Umsetzungsma\u00dfnahmen (Hochwasserschutz\/Naturschutz) im Osterzgebirge.<br \/>\n\tErarbeitung einer To-Do-Liste der Exkursionsteilnehmer unter dem Titel: Notwendige Informationen bzw. dringende Fragen, um die zuk\u00fcnftige Umsetzung naturnaher Hochwasserschutzma\u00dfnah-men im Jeseniky zu erm\u00f6glichen.<br \/>\n\tAbschlussworkshop im Projektgebiet f\u00fcr alle lokalen Interessierten sowie lokalen und regionalen Entscheidungstr\u00e4ger:<br \/>\n&#8211;\tPr\u00e4sentation der Projektergebnisse<br \/>\n&#8211;\tErl\u00e4uterungen\/Beantwortung der To-Do-Liste<br \/>\n\tMediale Kampagne (tschechisch):<br \/>\n&#8211;\tErrichtung einer transportablen Dauerausstellung Wald und Hochwasser<br \/>\n&#8211;\tFilm zur Unterst\u00fctzung dieser Ausstellung<br \/>\n&#8211;\tBegleitmaterial (Flyer, Brosch\u00fcren)<br \/>\n\tWeiterf\u00fchrung der Gespr\u00e4che mit den Entscheidungstr\u00e4gern.<br \/>\nDie Diskussion unserer Ergebnisse in Fachzeitschriften, auf wissenschaftlichen Kongressen aber auch mit fachfremden Interessierten ist ein wichtiger zus\u00e4tzlicher Bestandteil der Projektarbeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>(1) Modellierung<br \/>\nDie Modellierung konzentriert sich auf die Wirkung von gesunden standortsgerechten Waldfl\u00e4chen, da hier im Projektgebiet der gr\u00f6\u00dfte Handlungsbedarf liegt. Das Potential der Entwicklung der in der traditionellen Fichtenreinbestandswirtschaft genutzten Standorte hin zu artenreichen Mischw\u00e4ldern sowie die zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit der Aufforstung zur Verbesserung der Hochwasserretention in der Fl\u00e4che im Sinne des Natur- und Hochwasserschutzes ist immens. Die h\u00e4ufigen Windbr\u00fcche im Projektgebiet (z. B. im Jahr 2004) zeigen, dass eine standortgerechte Vegetation einen entscheidenden Beitrag zur fl\u00e4chenhaf-ten Hochwasserretention selbst als auch zu deren langfristigen Erhalt leisten kann.<br \/>\nDer Verlust von Waldfl\u00e4chen, wenn auch nur tempor\u00e4r, stellt immer auch eine Versch\u00e4rfung des Hochwasserrisikos dar. Die Reduktion der Wasserr\u00fcckhaltef\u00e4higkeit der Landschaft ist offensichtlich. Die Hauptfaktoren sind hierbei der Verlust des Wasserverbrauchs vor dem Niederschlagsereignis und somit eine fehlende Entleerung des Bodenspeichers. Zum anderen sterben die Wurzeln ab, so dass Infiltrationsbahnen verschwinden.<br \/>\nDer Verlust der Waldbedeckung hat neben diesen direkten Einfl\u00fcssen auch den Verlust der Schutzfunktion zur Folge. Niederschlag trifft ungebremst auf den ungesch\u00fctzten Boden. Dieser verschl\u00e4mmt oder wird erodiert. In beiden F\u00e4llen erh\u00f6ht sich der Hochwasserabfluss.<br \/>\nIn den zentralen Projekt-Workshops wurden weitere landnutzungsbedingte Einfl\u00fcsse auf die Hochwasserentstehung auf Forstfl\u00e4chen diskutiert. Besonders der Einsatz von schwerem Ger\u00e4t bei der Holzernte, das ganzj\u00e4hrige uneingeschr\u00e4nkte Befahren der Forstwege sowie die Herstellung der Gew\u00e4sserdurchg\u00e4ngigkeit f\u00fchrten zu Kontroversen. \u00d6kologische Fragestellungen wie der Verbleib von Totholz im Gew\u00e4sser oder \u00fcbergreifende Themen wie die Ufergeh\u00f6lzauswahl wurden ebenfalls von Experten in den Workshops vorgestellt. Im Zusammenwirken aller Ma\u00dfnahmen erh\u00f6ht sich der Hochwasserr\u00fcckhalt noch im Vergleich zu den in gezeigten Werten. Das Hauptaugenmerk zuk\u00fcnftiger Projekte im Jeseniky-Gebiet sollte jedoch auf die schrittweise Wiederherstellung stabiler Forst\u00f6kosysteme mit entsprechender Bewirt-schaftung gerichtet werden.<br \/>\nNaturnahe Mischbest\u00e4nde, die pfleglich bewirtschaftet werden (z. B. durch Einsatz bodenschonender Erntetechniken) tragen durch ihre hohe Bestandesstabilit\u00e4t erheblich zur Vermeidung von Windbruch oder Sch\u00e4dlingsbefall bei. Eine ganzj\u00e4hrige m\u00f6glichst tiefwurzelnde Vegetationsbedeckung ist auch im Sinne des Hochwasserschutzes &#8211; besonders in den Quellgebieten der Fl\u00fcsse &#8211; anzustreben. Das Projektgebiet ist eine solche Fl\u00e4che und mit seinem Status als Naturschutzgebiet sollte die Umsetzung die-ser Ziele, die sich in hohem Ma\u00dfe auch mit naturschutzfachlichen Zielen decken, eigentlich unproblematisch sein. Die Praxis im Projekt zeigte jedoch, dass noch betr\u00e4chtliche Informationsarbeit n\u00f6tig ist, um den Synergien zwischen Hochwasser- und Naturschutz und die darin enthaltene nachhaltige Sicherung des multifunktionalen Charakters des Waldes \u00fcberall die n\u00f6tige Aufmerksamkeit zu verschaffen.<br \/>\n(2) Erkenntnisvermittlung<br \/>\nDas gro\u00dfe Interesse an den Veranstaltungen, die durch das Projekt realisiert werden konnten, zeigt, dass es besonders in der Schlussphase des Projektes gelungen ist, die Wichtigkeit der Aussch\u00f6pfung aller naturnahen M\u00f6glichkeiten des Hochwasserschutzes zu verdeutlichen. Dabei ist es auf der einen Seite wich-tig, die lokalen NGOs als unabh\u00e4ngige Kontrollorganisationen zu unterst\u00fctzen. Auf der anderen Seite sind auch die lokalen Entscheidungstr\u00e4ger zu bef\u00e4higen auf fundierten Erkenntnissen die bestm\u00f6glichen Entscheidungen zu treffen. Die Aufbereitung des aktuellen Standes der Wissenschaft zum naturnahen Hochwasserr\u00fcckhalt sowie die allgemeine Entwicklung der europ\u00e4ischen Rahmenbedingungen (HWRL, Forstaktionsplan) zeigten den lokalen Entscheidungstr\u00e4gern das Potential aber auch die Notwendigkeit der im Projekt thematisierten Ma\u00dfnahmen. Es herrschte aber Konsens dar\u00fcber, dass die Einbeziehung der Beh\u00f6rden in die Projektplanung sowie in die Projekte selber, z. B. den Datenaustausch, in Zukunft erheblich erleichtern wird. Die wechselnde Politik der Waldbeh\u00f6rde in den vergangenen drei Jahren, wel-che die Umsetzung von Ma\u00dfnahmen innerhalb der Projektlaufzeit blockierte, war bedingt durch unterschiedliche Ausrichtungen der tschechischen Waldpolitik insgesamt. Die Vertreter von Lesy ?R versicherten jedoch, dass Ressourcenschutz sowie Nachhaltigkeit zentrale Themen in der Forstbewirtschaftung geworden sind. Zuk\u00fcnftige gemeinsame Projekte sollen die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen erm\u00f6glichen. \u00dcber die Entwicklung neuer Projektantr\u00e4ge wird bereits beraten. Ein entsprechendes Einvernehmen dar\u00fcber gibt es zwischen folgenden Beh\u00f6rden und Organisationen, namentlich mit jeweils einem Ansprechpartner hier benannt:<br \/>\n&#8211;\tLibu\u009ae Vlas\u00e1kov\u00e1 (Umwelministerium Tschechische Republik)<br \/>\n&#8211;\tKarel Van?ura (Tschechischer Hydrometeorologischer Dienst &#8211; ?HMU)<br \/>\n&#8211;\tJind?ich Chl\u00e1pek (Nationalparkverwaltung Jesen\u00edky)<br \/>\n&#8211;\tJarom\u00edr Latner (Lesy ?esk\u00e9 republiky &#8211; Lesy ?R Jesen\u00edk)<br \/>\n&#8211;\tTom\u00e1\u009a Hradil (Mitglied der Gr\u00fcnen Partei Jesen\u00edk)<br \/>\n&#8211;\tZden?k Po\u009atulka (Hnut\u00ed DUHA &#8211; Friends of the Earth, Olomouc)<br \/>\n&#8211;\tBo?ivoj \u008aarapatka (Palacky University, Olomouc)<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt hatte in der zweiten Phase die \u00d6ffentlichkeitsarbeit als zentrales Ziel. Folgende projektinternen Veranstaltungen wurden realisiert:<br \/>\nFachexkursion &#8211; 12.6.2007 bis 14.6.2007 Bad Gottleuba:<br \/>\nNaturnaher Wasserr\u00fcckhalt in forstwirtschaftlich genutzten Gebieten<br \/>\nAbschluss-Workshop &#8211; 22.10.2007 bis 24.10.2007 Rejviz (Jesen\u00edky):<br \/>\nMa\u00dfnahmen des pr\u00e4ventiven Hochwasserschutzes in der Mittelgebirgsregion Jesen\u00edky (Altvatergebirge, Tschechische Republik)<br \/>\nWeiterhin wurden folgende Pr\u00e4sentationen entwickelt:<br \/>\nWanderausstellung (tschechisch): Wald und Hochwasser<br \/>\nFilm: (tschechisch): Einfluss des Waldes auf den nat\u00fcrlichen Hochwasserr\u00fcckhalt<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Verlauf des Projektes verdeutlicht, das neben der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse zum naturnahen Hochwasserschutz oft die Kenntnis \u00fcber die Menschen und Entscheidungstr\u00e4ger in der betreffenden Region eine entscheidende Rolle spielt. Es ist vielfach belegt, das die Landnutzung in Ein-zugsgebieten einen nicht unbetr\u00e4chtlichen Einfluss auf die Hochwasserentstehung und auf die Hochwas-sersch\u00e4den hat. Die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen muss aber auch politisch gewollt sein. Der Wandel der tschechischen Forstpolitik in den vergangenen 2 \u00bd Projektjahren war rasant. So war vor dem Projekt ein starkes Bestreben hin zum Naturschutz mit dem Versprechen, alle Naturschutzorganisationen einzubinden, erkl\u00e4rtes Ziel der Forstverwaltung. Bis Ende 2006 \u00e4nderte sich nach Aussage unserer tschechischen Projektpartner diese Ausrichtung unter der konservativen Minderheitsregierung (Ministerpr\u00e4sident Mirek Topolanek) betr\u00e4chtlich. Der Europ\u00e4ische Forstaktionsplan (2006) sowie der Wechsel in der tschechischen Regierung (2007), an der nun z. B. auch die gr\u00fcne Partei (SZ) beteiligt ist, r\u00fccken naturschutz-relevante Themen wieder mehr in den Vordergrund. F\u00fcr die Umsetzung der urspr\u00fcnglichen Projektziele war somit der Zeitpunkt denkbar ung\u00fcnstig. Die Umsetzung von Ma\u00dfnahmen, die bis zur tats\u00e4chlichen Vollendung Jahrzehnte lang begleitet werden m\u00fcssen, erschienen den Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern nicht zuletzt wegen der noch nach Orientierung suchenden Gesamtpolitik des Landes als ungeeignet. Die Richtungswechsel, die besonders in der Forstwirtschaft sp\u00fcrbar waren &#8211; zwischen Naturschutzorientierung und reinem Holzlieferanten &#8211; f\u00fchrten zu wenig Entscheidungsfreude. Diese abwartende Haltung wurde beson-ders in der Anfangsphase des Projektes von Hnuti DUHA als gezielte und ausschlie\u00dfliche Verhinderungspolitik fehlinterpretiert. Es ist jedoch gelungen, die teilweise zerstrittenen Gruppen  (NGOs und Entscheidungstr\u00e4ger) im Rahmen unserer Workshops an einen Tisch zu bringen und die entstandenen Spannungen wieder abzubauen. Es besteht sehr wohl Interesse auch von Seiten des Forstbetriebes (Lesy ?R), die naturfernen Fichtenreinbest\u00e4nde, welche im Projektgebiet bis zu 90 Jahre alt sind, wieder in artenreichere Mischbest\u00e4nde umzuwandeln. Ein Zeichen in dieser Richtung ist, dass dem traditionellen Symbol von Lesy ?R, einem Fichtenzweig, in der aktuellen Version nun ein Buchenzweig, hinzugef\u00fcgt wurde.<br \/>\nEs ist als ein gro\u00dfer Erfolg zu werten, dass das ein Projektteam aus NGOs und Entscheidungstr\u00e4gern die Ideen des DBU-Projektes aufgreift und sich nun gemeinsam im Sinne der Europ\u00e4ischen HWRL, aber auch im Sinne des Europ\u00e4ischen Forstaktionsplanes auf weitere und in der Folge auch mehr umset-zungsorientierte Projekte gemeinsam bewirbt. Dabei sollen sowohl tschechische als auch europ\u00e4ische F\u00f6rderprogramme genutzt werden. Hochwasserschutzma\u00dfnahmen in der Fl\u00e4che mit stark naturschutzfachlicher Ausrichtung wirken nachhaltig und sind deshalb trotz ihrer langen Implementierungsdauer zu bevorzugen. Sie sollten in jedem Fall, wie in der Europ\u00e4ischen HWRL gefordert, immer erg\u00e4nzend zu technischen Ma\u00dfnahmen erwogen werden. F\u00fcr den tschechischen Projektpartner Hnuti DUHA bleibt die Informationsarbeit ein zentrales Aufgabenfeld. Mit dem im Projekt erworben Know-How k\u00f6nnen diese NGOs sich aber auch st\u00e4rker als bisher fachlich an Umsetzungsprojekten beteiligen. Dem zentralen F\u00f6rderziel der DBU, nichtstaatliche Organisationen als unabh\u00e4ngige Kontrollorgane zu bef\u00e4higen, wird damit im besonderen Ma\u00dfe Rechnung getragen. Die Technische Universit\u00e4t Dresden, Institut f\u00fcr Bodenkunde und Standortslehre, verfolgt nicht zuletzt durch die entstandenen freundschaftlichen Kontakte gern beratend die zuk\u00fcnftigen Bestrebungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens 1. Phase: Der vorbeugende Hochwasserschutz ist in den Einzugsgebieten von Oder und Elbe zum zentralen Gegenstand der grenz\u00fcberschreitenden Umweltpolitik im \u00f6stlichen Mitteleuropa geworden. Bei der Diskussion der Ursachen von Hochw\u00e4ssern wird h\u00e4ufig der in den letzten Jahrzehnten erfolgte Wandel in der Landnutzungsstruktur als eine der dominierenden, anthropogenen Ursachen angef\u00fchrt. 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