{"id":23732,"date":"2025-06-25T10:32:20","date_gmt":"2025-06-25T08:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22515-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:22","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:22","slug":"22515-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22515-01\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zum bauphysikalischen Verhalten eines sanierten Altbaus &#8211; Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse zum Transfer in die handwerkliche Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Umfassende bauphysikalische Messdaten der unterschiedlichen Bauteile und der haustechnischen Anlagen des beispielhaft sanierten Geb\u00e4udes in Gelsenkirchen-Buer und des Demonstrationszentrums Bau+Energie in M\u00fcnster sollten \u00fcber einen Zeitraum von 3 Jahren erfasst werden.<br \/>\nErst durch die Langzeitbeobachtung der Bauteilfunktion durch die in allen relevanten Bauteilschichten gemessenen W\u00e4rme- und Feuchtigkeitswerte wurde es m\u00f6glich, die Praxisrelevanz der bauphysikalisch optimierten Baukonstruktionen direkt und nachvollziehbar objektiv und wissenschaftlich belastbar zu demonstrieren. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den simulierten Eigenschaften sollte die Notwendigkeit beweisen, Baukonstruktionen ganzheitlich zu planen und korrekt umzusetzen.<br \/>\nDie handwerkliche Qualit\u00e4t ist entscheidend f\u00fcr das nachhaltige und energiesparende Funktionieren des Gesamtsystems Geb\u00e4ude. Damit werden das Energieeinsparpotential und die CO2-Reduzierung optimiert und durch eine Reduzierung des Schadenpotentials wird deutlich zur Ressourcenschonung beigetragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Aufgabenstellung des Projektes sieht vor, die Messdaten der Demonstrationszentren f\u00fcr eine kombinierte und vergleichende Auswertung und Aufbereitung zusammenzuf\u00fchren und zentral zur Verf\u00fcgung zu stellen. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit wurden die Daten kontinuierlich auf Plausibilit\u00e4t gepr\u00fcft. In Workshops mit den Fachdozenten des Handwerkskammer Bildungszentrums wurden die Verwertungsm\u00f6glichkeiten der gesammelten Daten f\u00fcr die in den laufenden Bildungsangeboten auftretenden Fragestellungen gepr\u00fcft und zusammengestellt. Die Fragestellungen wurden inhaltlich Seminarthemen zugeordnet. In Workshops mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Bauphysik wurden die aus den Dozentenworkshops entwickelten Anforderungen an die Messtechnikauswertung \u00fcberpr\u00fcft und geeignete Analyse- und Auswertungsm\u00f6glichkeiten ausgew\u00e4hlt. Die Ergebnisse der Workshops wurden in einem iterativen Prozess zu den endg\u00fcltigen Seminarthemen verdichtet. F\u00fcr die Aufbereitung und Untersuchung der Messdaten standen die Softwareprodukte WuFi, WuFi+ und WUFImedas zur Darstellung instation\u00e4rer Vorg\u00e4nge von W\u00e4rme und Feuchte in Bauteilen und die Auswertungstools der Imedas-Datenbank zur Verf\u00fcgung. Mit dem Programm LEGEP wurde die \u00d6kobilanz erstellt. Simulationen des Energiehaushaltes erfolgten mit der Software TRNSYS.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ziel, das bauphysikalische Verhalten eines sanierten Altbaus zu untersuchen und die ausgewerteten Ergebnisse zum Transfer in die handwerkliche Praxis aufzubereiten, wurde aus unserer Sicht und nach Einsch\u00e4tzung unserer Dozenten und Teilnehmer erf\u00fcllt.<br \/>\nWesentliches Ziel des Projektes war die Entwicklung von Seminarmodulen, mit denen Handwerkern die bau-physikalischen Erkenntnisse praxisgerecht vermittelt werden sollten. Dazu wurden die Messergebnisse der Demonstrationszentren und der angeschlossenen Bestandsgeb\u00e4ude genutzt und die Untersuchungen zum bauphysikalischen Verhalten eines sanierten Altbaus ausgewertet und aufbereitet. Sie werden im Rahmen eines Seminarzyklus Handwerkszentrum Altbausanierung in das Angebot des Handwerkskammer Bildungszentrums aufgenommen. Die Seminarmodule wurden thematisch zu den typischen Bauteilgruppen Dach, Keller, Fassade, Innenausbau und Technischer Ausbau zusammengefasst und sind als Premium-Seminare konzipiert, die auf Weiterbildungsangebote wie dem Geb\u00e4udeenergieberater im Handwerk aufbauen. Flankiert werden die Angebote von einem einf\u00fchrenden Crashkurs Bauphysik und Kommunikations- und Beratungsmodulen, um die Seminare auf dem notwendigen hohen Niveau durchf\u00fchren und die Ergebnisse f\u00fcr den Teilnehmer optimal in der Praxis nutzbar machen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDamit nachvollziehbar wird, was abseits der Theorie und der Simulation mit Planungstools (Black Box) tats\u00e4chlich passiert, musste f\u00fcr jedes Thema zun\u00e4chst genau definiert werden, was genau gezeigt werden soll. Dann wurde hinterfragt, inwiefern es sich um ein allgemeing\u00fcltiges Ph\u00e4nomen handelt oder ob es um die Darstellung von Einzelf\u00e4llen geht, die aber helfen, die Funktionsweise zu verstehen, denn es ist ebenfalls notwendig zu verstehen, wann eine individuelle L\u00f6sung entwickelt werden muss, um ein Einzelproblem l\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Abh\u00e4ngig davon, ob eine bestimmte Detaill\u00f6sung dargestellt werden sollte oder ob das Verhalten unterschiedlicher Konstruktionen im Vergleich zum gew\u00fcnschten Ergebnis f\u00fchrte, mussten dann die Konstruktionen gefunden und die entscheidenden Zeitpunkte oder Zeitr\u00e4ume identifiziert und herausgearbeitet werden. An dieser Stelle war ein intensiver Austausch mit den Wissen-schaftlern des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Bauphysik erforderlich, um herauszufinden, ob der darzustellende Effekt tats\u00e4chlich hinter den beobachteten Messwerten vermutet werden kann, oder ob es sich um eine zuf\u00e4llige oder ggf. fehlinterpretierte Messung handelte. Von entscheidender Bedeutung war in dieser Diskussion auch, ob die zum Vergleich herangezogenen Messungen aufgrund ihrer Exposition oder aufgrund der differierenden Nutzung \u00fcberhaupt verglichen werden konnten und ob die Messungen nicht durch andere Effekte \u00fcberlagert oder ggf. sogar verf\u00e4lscht wurden. Ergebnis dieser Diskussionen war ein tats\u00e4chlich intensiver Wissenstransfer von der Wissenschaft in das Bildungszentrum mit der M\u00f6glichkeit, Fachinhalte nun zielgruppengerecht aufbereitet an das Handwerk und damit an die Praxis weitergeben zu k\u00f6nnen.<br \/>\n\u00dcberzeugt von der Aussagekraft tats\u00e4chlich gemessener bauphysikalischer Effekte konnten wir im Projektverlauf die hilfsweise geplante vergleichende Simulation durch die Auswertung weiterer Messwerte aus anderen sanierten und nicht sanierten Geb\u00e4uden unterschiedlicher Nutzung, Konstruktion und Baujahre in M\u00fcnster ersetzen. Damit konnten wir auch diese Betrachtung weiterer Konstruktionen in der gleichen Art aufbereiten und zum Vergleich heranziehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die entwickelten Inhalte wurden in Seminarmodule eingebettet und in bestehende Seminare und Lehrg\u00e4nge integriert. Die aufbereiteten Messergebnisse wurden bereits erfolgreich in Bauherrenberatungen und  Vortr\u00e4gen, FH-Vorlesungen, Lehrg\u00e4ngen, Seminaren und Fachtagungen f\u00fcr Handwerker und Planer sowie im Bachelor-Studiengang Bauen im Bestand am HBZ in Kooperation mit der FH M\u00fcnster verwendet. Dar\u00fcber hinaus werden die Ergebnisse in digitaler Form den Dozenten am HBZ zur Verf\u00fcgung gestellt und werden Teil der Intra- und Internetdarstellungen zu den Demonstrations- und Kompetenzzentren der HWK M\u00fcnster.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Darstellung der in der Realit\u00e4t gemessenen Vorg\u00e4nge in den Bauteilen und den technischen Anlagen vermittelt den Teilnehmern der Seminare einen tieferen und nachvollziehbaren Einblick in sonst nur schwer vorstellbare physikalische Abl\u00e4ufe und Zusammenh\u00e4nge. Die visualisierten Wirkungsweisen erm\u00f6glichen es, glaubhaft und sehr praxisnah die Vorg\u00e4nge begreifbarer zu machen und einen Zusammenhang herzustellen zwischen der im Demonstrationsgeb\u00e4ude erlebbaren Konstruktion und der Funktionsweise unter den Belastungen von Innenraumklima und Bewitterung. Sie erm\u00f6glichen es aber auch, haustechnische Anlagen zu erleben und nachvollziehen zu k\u00f6nnen, wie sie sich unter realistischen Bedingungen verhalten. Die Teilnehmer k\u00f6nnen damit begreifen und genauer einsch\u00e4tzen, was die theoretische Auslegung einer Anlage in der Praxis bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Umfassende bauphysikalische Messdaten der unterschiedlichen Bauteile und der haustechnischen Anlagen des beispielhaft sanierten Geb\u00e4udes in Gelsenkirchen-Buer und des Demonstrationszentrums Bau+Energie in M\u00fcnster sollten \u00fcber einen Zeitraum von 3 Jahren erfasst werden. 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