{"id":23730,"date":"2023-07-13T15:24:03","date_gmt":"2023-07-13T13:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22506-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:04","slug":"22506-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22506-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung von Konzepten und Instrumenten zur Bewahrung national wertvoller Kulturlandschaften am Beispiel des UNESCO-Weltkulturerbes P\u00fcckler-Park Bad Muskau (Deutschland-Polen) und der Landschaft um Kuks (Tschechien)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Am Beispiel der UNESCO-Welterbest\u00e4tte F\u00fcrst-P\u00fcckler-Park Bad Muskau (deutsch-polnische Park- und Schlo\u00dfanlage) sowie der Kulturlandschaft um Kuks (fr\u00fcher Bad Kukus, Tschechische Republik, Nominierungsvorschlag zur Welterbest\u00e4tte) wurden Instrumente und Modelle entwickelt, die der verbesserten Erfassung, Erschlie\u00dfung und Entwicklung der Standorte dienen. Projektschwerpunkt Kuks: Beitrag zur Inwertsetzung der Anlage durch datenbankgest\u00fctzte Inventarisation und Entwurf eines Managementplanes; Schwerpunkt Muskau: Modellbildung f\u00fcr binationale Parkverwaltung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMethodik Projektstandort Kuks, Ziel: Inventarisations- und Managementhilfen aufbauen.<br \/>\n&#8211;\tR\u00e4umliche Definition des Untersuchungsgebietes unter vorl\u00e4ufiger Zugrundelegung der Grenze der ehemaligen Stiftungsherrschaft Kuks zur Definition einer potenziellen Schutzzone f\u00fcr eine m\u00f6gliche Welterbest\u00e4tte sowie interne Zonierung des Untersuchungsgebietes unter Zugrundelegung bestehender Denkmalschutzbereiche (Nationales Kulturdenkmal NKP) zur Definition potenzieller Kernzonen einer m\u00f6glichen Welterbest\u00e4tte.<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung eines synoptischen, nach kulturlandschaftlichen Funktionsbereichen und zuzuordnenden, typisierbaren Elementen gegliederten Thesaurus.<br \/>\n&#8211;\tArchiv- und Feldarbeiten zur Inventarisation der Kulturlandschaftselemente.<br \/>\n&#8211;\tEntwicklung und Aufbau einer objektbasierten Facility-Management-Datenbank der Kulturlandschaftselemente der Stiftungsherrschaft Kuks sowie Entwurf eines Managementplanes.<br \/>\nMethodik Projektstandort Muskau, Ziel: Modellbildung f\u00fcr institutionalisierte, deutsch-polnische Parkverwaltung.<br \/>\n&#8211;\tGrundlagenermittlung: Analyse grenz\u00fcbergreifend operierender Organisationen im Kultursektor und Analyse der aktuellen EU-rechtlichen Rahmenbedingungen der neuen Koh\u00e4sions- und Strukturfonds.<br \/>\n&#8211;\tModellbildung: Entwurf und Akzeptanz\u00fcberpr\u00fcfung f\u00fcr Modell Deutsch-polnische Stiftung Park Muzakowski als EU konforme K\u00f6rperschaft Europ\u00e4ischer Verbund f\u00fcr territoriale Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Im Jahre 1697 gegr\u00fcndete Kukusbad im Riesengebirge, ein ausgedehnter Komplex von Schloss, Hospitalkomplex, Dreifaltigkeitskirche, B\u00e4dern, Volksarchitekturen und weiteren Bauten, geh\u00f6rt mit seinen monumentalen Felsskulpturengruppen zu den herausragenden Leistungen des b\u00f6hmischen Barock. Kukus sollte nach dem Willen seines Gr\u00fcnders Franz Anton Graf von Sporck (1662 &#8211; 1738) ein zweites Karlsbad werden. Der verm\u00f6gende Graf wollte einen Ort schaffen, der unter seinem Patronat eine st\u00e4nde\u00fcbergreifende Geselligkeit, verbunden mit aufkl\u00e4rerischen und caritativen Inhalten, erm\u00f6glichte. Will man die noch vorhandenen zahlreichen baulichen und r\u00e4umlich auf einander bezogenen Strukturen der Kulturlandschaft um Kuks, die in diesem Modellprojekt erstmalig in ihrem ganzen Umfang methodisch, qualitativ und quantitativ neuartig dokumentiert sind, zuk\u00fcnftig erhalten, weiter erforschen, pflegen, einer breiteren \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich machen und vermitteln, so sind neben der Schaffung einer mit zahlreichen rechtlichen Kompetenzen und einem verl\u00e4sslichen Etat ausgestatteten Institution, die ihrerseits die Kontinuit\u00e4t von Entscheidungen und langfristig konzipierte Strategien garantieren w\u00fcrde, vor allem zwei Garanten des Erfolges zu nennen: n\u00e4mlich die Transparenz von Entscheidungen und die Involvierung m\u00f6glichst breiter \u00f6ffentlicher Interessen. Mit Blick auf das erfolgreiche Sitemanagement in Muskau sind es wohl gerade diese Komponenten, die neben der finanziellen und personellen Ausstattung eine stabile, im Sinne des Denkmals und der Kulturlandschaft handelnde Verwaltungsstruktur garantieren.<\/p>\n<p>Der Vermittlung des Denkmalwertes, der Denkmaleigenschaften und der kulturellen Bedeutung des Ortes kommt dabei gro\u00dfe Bedeutung zu. Es wurde im Verlauf der Projektarbeit einmal mehr deutlich, dass Kulturlandschaftspflege zun\u00e4chst den Rekurs der an diesem Prozess Beteiligten auf den eigentlichen Wert der Landschaft verlangt. Dieses setzt die Erfassung vorhandener Kulturlandschaftselemente voraus, um mit diesem Wissen Kulturlandschaften pfleglich behandeln zu k\u00f6nnen, denn sie sind ein Archiv unserer Geschichte. Kulturlandschaften m\u00fcssen dabei verstanden werden als Erinnerungsmomente f\u00fcr das kollektive Ged\u00e4chtnis der Gesellschaft, sie bilden Archive kunst- und kulturgeschichtlicher Entwick-lungen und sind h\u00e4ufig Archive aufgegebener Produktions- und Wirtschaftsweisen. Als Wissensspeicher vergangener Epochen und Gesellschaften k\u00f6nnen sie im Sinne einer erweiterten Ressourcen\u00f6konomie zugleich als wertvolle Ressourcen betrachtet werden.<\/p>\n<p>Von gro\u00dfem Interesse ist die Entwicklung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Muskauer Park \/ Park Muzakowski als zweitem Projektstandort vor allem vor dem Hintergrund der zuk\u00fcnftigen EU-Politik zu betrachten, deren politische Zielsetzungen und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten eine in diesem Zusammenhang zuk\u00fcnftig auszusch\u00f6pfende Basis darstellen. Seit Beginn des Jahres 2007 besteht die M\u00f6glichkeit, Europ\u00e4ische Verb\u00fcnde zur territorialen Zusammenarbeit (EVTZ) als grenz\u00fcbergreifende K\u00f6rperschaften mit eigener Rechtspers\u00f6nlichkeit zu gr\u00fcnden. So sollen Instrumente zur Erleichterung und F\u00f6rderung der Zusammenarbeit von Verwaltungen und Beh\u00f6rden im Rahmen von Strukturf\u00f6rderma\u00dfnahmen etabliert werden, es k\u00f6nnen EVTZ aber auch von \u00f6ffentlich rechtlichen Stiftungen und au\u00dferdem auch unabh\u00e4ngig von EU-Strukturfonds gegr\u00fcndet werden. Hier bietet sich ein qualitativ grunds\u00e4tzlich neuer, k\u00f6rperschaftlicher Ansatz, neue Strukturen der Zusammenarbeit zu etablieren und bestehende Netzwerke auszubauen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Durchf\u00fchrung eines Abschlusssymposiums zur Kulturlandschaft um Kuks und eines deutsch-polnischen workshops zur Welterbest\u00e4tte Park Muskau; Ver\u00f6ffentlichungen in Vorbereitung<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen dieses Projektes wurde erstmalig in der Tschechischen Republik \u00fcberhaupt eine Kulturlandschaft unter kulturlandschaftlichen Gesichtspunkten datenbankgest\u00fctzt erfasst. Die aufgebaute Datenbank als FM-Datenbank ist dabei gleichzeitig ein Element zum zuk\u00fcnftigen Standortmanagement, da sie integrativer Bestandteil des vorgelegten Entwurfs des Managementplanes ist. Dieser f\u00fcr die Tschechische Republik neuartige methodische Ansatz verdient umso mehr Beachtung, da eine Kulturlandschaft einer fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfigen Ausdehnung von 6.000 ha untersucht wurde; zum Vergleich umfasst die deutsch-polnische Welterbest\u00e4tte Park Muskau etwa 600 ha. Hier wurde vor dem Hintergrund der aktuellen EU-Programme ein Modell f\u00fcr eine gemeinsame deutsch-polnische Parkverwaltung als Deutsch-polnische Stiftung Park Muzakowski vorgeschlagen, die als EU konforme K\u00f6rperschaft mit dem Status Europ\u00e4ischer Verbund f\u00fcr territoriale Zusammenarbeit aufgebaut werden sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Am Beispiel der UNESCO-Welterbest\u00e4tte F\u00fcrst-P\u00fcckler-Park Bad Muskau (deutsch-polnische Park- und Schlo\u00dfanlage) sowie der Kulturlandschaft um Kuks (fr\u00fcher Bad Kukus, Tschechische Republik, Nominierungsvorschlag zur Welterbest\u00e4tte) wurden Instrumente und Modelle entwickelt, die der verbesserten Erfassung, Erschlie\u00dfung und Entwicklung der Standorte dienen. 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