{"id":23729,"date":"2023-07-13T15:24:03","date_gmt":"2023-07-13T13:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22503-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:04","slug":"22503-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22503-01\/","title":{"rendered":"Fachwirt f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften in Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zentrale Zielsetzung des Vorhabens ist es, in Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen deutliche Umweltentlastungen in den verschiedenen Produktgruppen und Dienstleistungsangeboten zu realisieren. Der Blickwinkel der Mitarbeitenden im Bereich der technischen Leitung und Arbeitsvorbereitung soll so erweitert werden, dass sie ihre Aufgabengebiete sowohl im Umgang mit den eigenen Ressourcen als auch den \u00f6kologischen und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten der Einrichtungen effektiver und nachhaltiger gestalten. Die im Projekt geschulten Multiplikatoren k\u00f6nnen im Nachahmungseffekt die Ergebnisse auf die Werkst\u00e4tten im gesamten Bundesgebiet \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend der Laufzeit des Projektes fallen insgesamt 2 x 3 Wochenbl\u00f6cke Seminararbeit an, jeweils von Montag bis Freitag. Daneben finden regionale Treffen statt. Die zu vermittelnden Werkzeuge des Nachhaltigkeitsmanagements sind Schwerpunkt der 3. Kurswoche des Pilotprojekts. Widmen sich die ersten beiden Wochen dem Schwerpunkt Akquisition und Vertrieb, sowie Selbstorganisation und Mitarbeiterf\u00fchrung, so beinhaltet die 3. Woche die Auseinandersetzung mit \u00d6konomie und \u00d6kologie, Umwelt und Ressourcenmanagement. Unter dem Titel Nachhaltiges Wirtschaften und Umweltentlastung stehen neben dem Anspruch, nachhaltiges Wirtschaften mental im Betrieb zu verankern, anwendungsorientierte und praxisbezogene Grundlagen im Vordergrund. Das Programm, dass mit der target GmbH durchgef\u00fchrt wird, beinhaltet die Themen Umweltmanagementsysteme, Energieeffizienz, Anwendungsm\u00f6glichkeiten erneuerbarer Energien, Ressourcen schonen und Kosten senken durch produktionsintegrierten Umweltschutz und die nachhaltige Verwertung von Abfallstr\u00f6men.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Vom 10.01.2005 bis 31.05.2006 wurden zwei Seminarreihen \u00e1 drei Wochen des Kurses Fachwirt\/in f\u00fcr nachhaltiges Wirtschaften in Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen mit insgesamt 37 Teilnehmenden aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern mit insgesamt 140 Stunden durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie beiden Seminarreihen setzten sich aus folgenden Programmschwerpunkten zusammen:<br \/>\n&#8211;\tNachhaltige Akquisition und Vertrieb<br \/>\n&#8211;\tSelbstorganisation und Nachhaltigkeit<br \/>\n&#8211;\tNachhaltiges Wirtschaften<br \/>\nDer Block Nachhaltiges Wirtschaften war folgenderma\u00dfen aufgebaut:<br \/>\n&#8211;\tNachhaltigkeitsmanagement in mittelst\u00e4ndische Unternehmen<br \/>\n&#8211;\tRessourcenschonung und Effizienzsteigerung im Produktionsprozess<br \/>\n&#8211;\tEnergiemanagement f\u00fcr mittelst\u00e4ndische Unternehmen<br \/>\n&#8211;\tNachhaltige Verwertung von Abfallstr\u00f6men<br \/>\n&#8211;\tDie KLVHS Oesede als praxisnahes Anschauungsobjekt<br \/>\n&#8211;\tPraxis\u00fcbungen an ausgew\u00e4hlten Beispielen<br \/>\nIn den Praxis\u00fcbungen und im Abschlusskolloquium wurden die vermittelten Inhalte mit den erlernten Kompetenzen verkn\u00fcpft und so konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Verbesserung der Nachhaltigkeit in den Werkst\u00e4tten geschaffen. Themen waren z.B. die Umstellung einer veralteten Gas-Heizung auf eine Pellets Heizung und ein  exemplarisches Beratungsgespr\u00e4ch zur Nutzung einer Photovoltaikanlage.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus kn\u00fcpften die Teilnehmenden ein kollegiales Netzwerk, um in anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4chen und Treffen das Erlernte langfristig im Arbeitsalltag implementieren zu k\u00f6nnen. In der Werkstatt f\u00fcr behinderte Menschen Altenoythe ist es beispielsweise bereits gelungen, den Stromverbrauch von 212 Kilowatt auf 182 Kilowatt zu reduzieren und ein System zu installieren, dass automatisch Lampen abschaltet, wenn ausreichendes Au\u00dfenlicht vorhanden ist.<br \/>\nIm Bereich der Entsorgung werden die anfallenden Holzreststoffe nicht nur in der Sozialen Arbeitsst\u00e4tte (WfbM) Altenoythe, sondern auch in anderen Einrichtungen der Weiterverwertung zur\u00fcckgef\u00fchrt.<br \/>\nWeiterhin hat es Gespr\u00e4che mit den hiesigen Entsorgungsunternehmen gegeben, Alternativen zum heutigen System zu finden. Diese Erfahrungen sollen dann auch von anderen Einrichtungen genutzt werden.<br \/>\nWichtige Erkenntnisse aus der Seminararbeit in Oesede konnten Mitarbeitende der Freckenhorster Werkst\u00e4tten mit nach Hause nehmen, die seit 2004 den Hof Lohmann aufbauen, der 30 Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Behinderungen bietet. Hier werden nach den Bio-Richtlinien des Naturland-Verbundes etwa 16 ha Acker- und Weidefl\u00e4chen bewirtschaftet. H\u00fchner, Schafe und Schweine in artgerechter Nutztierhaltung und die entsprechende Direktvermarktung der eigenen Produkte bieten ebenfalls ein gro\u00dfes Arbeitsfeld. F\u00fcr die konzeptionellen \u00dcberlegungen der 3. Seminarreihe sollte dieser Betrieb eine noch gr\u00f6\u00dfere Rolle als gutes praktisches Beispiel darstellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeitsarbeit richtete sich nach Durchf\u00fchrung der Kurse auf Berichte in Tageszeitungen, Kirchenzeitungen und Fachbl\u00e4tter. Pr\u00e4sentiert wurde das Projekt auf der Bundestagung der Werkst\u00e4tten f\u00fcr Behinderte aus dem Caritasbereich im M\u00e4rz 2006.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Hohe Zufriedenheit mit dem Projekt ist sowohl bei den Teilnehmenden als auch in den Werkst\u00e4tten selbst zu registrieren. Die begonnene Arbeit wird fortgesetzt.<br \/>\nAm 30.\/31. Oktober werden sich die Teilnehmenden der 1. Seminarreihe in Oesede zu einem Nachtreffen einfinden, um die weitere Netzwerkarbeit zu koordinieren und weitere Impulse f\u00fcr das Nachhaltige Wirtschaften zu geben.<br \/>\nDer Erfolg des Projektes ist nicht zuletzt daraus abzulesen, dass die im Oktober 2006 beginnende 3. Seminarreihe mit 20 Teilnehmenden aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, den s\u00fcddeutschen Bundesl\u00e4ndern und erstmalig auch aus den neuen Bundesl\u00e4ndern vollst\u00e4ndig ausgebucht ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zentrale Zielsetzung des Vorhabens ist es, in Werkst\u00e4tten f\u00fcr behinderte Menschen deutliche Umweltentlastungen in den verschiedenen Produktgruppen und Dienstleistungsangeboten zu realisieren. 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