{"id":23726,"date":"2023-07-13T15:24:03","date_gmt":"2023-07-13T13:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22497-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:24:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:24:04","slug":"22497-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22497-01\/","title":{"rendered":"Umsetzung eines ganzheitlichen Ver- und Entsorgungskonzeptes am Seehaus im Fichtelgebirge als Grundlage f\u00fcr Umweltbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des Aufbaus eines ganzheitlichen Ver- und Entsorgungskonzeptes am Seehaus soll ein Hybridenergiesystem aus einem Pflanzen\u00f6l- BHKW und einer Photovoltaikanlage errichtet werden. Ziel ist die vollst\u00e4ndige Substitution von Dieselkraftstoff als Energietr\u00e4ger. Das Vorhaben wird messtechnisch von der Fachhochschule-Amberg-Weiden betreut. Die Messdatenerfassung dient als Grundlage f\u00fcr unterschiedliche Umweltbildungsaktivit\u00e4ten und Technologietransfer.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Schritt wurde die Umsetzung des Hybridenergiesystems mit Installation von Messtechnik und Energieeinsparma\u00dfnahmen durch Fachb\u00fcros geplant. Darauf aufbauend wurden gezielte W\u00e4rmed\u00e4mmma\u00dfnahmen, die Installation einer Be- und Entl\u00fcftungsanlage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung sowie Warmwasseranschluss von Sp\u00fcl- und Waschmaschinen zur Energieeinsparung und rationellen Energienutzung umgesetzt. Als zentrale Einheit wurde ein pflanzen\u00f6lbetriebenes BHKW- System mit Peripherie (Erdtank, Zentralheizung, Notk\u00fchler, Regelungstechnik) mit 10 kW elektrischer Leistung und 21 kW thermischer Leistung installiert. Drei bidirektionale Sunny- Island Wechselrichter mit jeweils 4,1 kVA elektrischer Leistung bilden das H\u00fcttennetz und synchronisieren den BHKW- Generator bzw. einen PV- Wechselrichter, der \u00fcber eine PV- Anlage mit 2,1 kWp versorgt wird. Das BHKW- Modul kann somit w\u00e4rme- bzw. stromgef\u00fchrt zu- und abgesetzt werden. In der Gaststube bleibt die Holzfeuerung, in der K\u00fcche der Fl\u00fcssiggasbetrieb erhalten. W\u00e4hrend der Installationsphase wurden Messger\u00e4te zur Erfassung s\u00e4mtlicher BHKW- Betriebsdaten, der thermischen Energieums\u00e4tze sowie elektrische Energieums\u00e4tze installiert. Die Messdaten bilden die Grundlage f\u00fcr umfangreiche Umweltbildungsaktivit\u00e4ten am Seehaus. Im Technikkeller wurde ein Besichtigungsraum mit Dokumentationswand bzw. einem technischen Schaubild  installiert. Im Eingangsbereich zeigt ein Anlagenschema die Energieums\u00e4tze des BHKW- Systems und. der PV- Anlage bzw. die entsprechenden aktuellen Leistungen. F\u00fcr alle Besucher liegt zudem ein Informationsflyer aus. Die umliegenden Schulen sind aktiv in das Vorhaben eingebunden und nutzen das Seehaus f\u00fcr Projekttage, Facharbeiten und als Exkursionsobjekt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das ganzheitliche Ver- und Entsorgungskonzept wurde am 23. Mai 2006 vollst\u00e4ndig in Betrieb genommen. W\u00e4hrend im urspr\u00fcnglichen Zustand j\u00e4hrlich 12.000 Liter Dieselkraftstoff, 10.900 Liter Fl\u00fcssiggas und 70 Ster Holz umgesetzt wurden, werden k\u00fcnftig j\u00e4hrlich 14.000 Liter Raps\u00f6l, 3.900 Liter Fl\u00fcssiggas in der K\u00fcche und 50 Ster Holz umgesetzt. In Summe werden somit 65 % CO2 eingespart. Die Energieeffizienz wurde beispielsweise durch W\u00e4rmed\u00e4mmma\u00dfnahmen bzw. den Einsatz eines BHKW- Systems erheblich verbessert. Im Ausgangszustand wurden in Summe 374,7 kWh\/m\u00b2a an fossiler Prim\u00e4renergie eingesetzt. Aufgrund der konsequenten Effizienzsteigerung und des Einsatzes erneuerbarer Energien wurde der fossile Prim\u00e4renergieeinsatz auf 3,1 kWh\/m\u00b2a gesenkt.<br \/>\nDie Abwasserentsorgung bzw. die Trinkwasserversorgung war im Ausgangszustand beanstandungsfrei und wurde mit Verbesserung der Druckerh\u00f6hung in das neue Konzept eingebunden. Die Abfallentsorgung war \u00fcber den Forstweg ebenso problemlos und wurde lediglich durch die Erstellung eines Abfallleitfadens verbessert.<br \/>\nDas Seehaus dient seitdem als Exkursions- und Praxisbeispiel f\u00fcr Projekt- und Studientage der umliegenden Schulen bzw. als Arbeitsprojekt f\u00fcr Facharbeiten und Diplomarbeiten in den Themenfeldern Abfall, Wasser und Energie.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Vorhaben bzw. die gesamte Bauma\u00dfnahme wurde in einem Dokumentarfilm Umweltprojekt Seehaus von Gerhard B\u00e4umler umfassend pr\u00e4sentiert. Die Einweihung erfolgte unter Beteiligung der Lokalpresse. Des weiteren wurde das Vorhaben \u00fcber den Verteiler der Fachhochschule-Amberg-Weiden publiziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Umsetzung eines ganzheitlichen Ver- und Entsorgungskonzeptes am Seehaus zeigt modellhaft wie durch spezielle Handlungskonzepte, den Einsatz effizienter Energiesysteme und Energieeinsparma\u00dfnahmen sowie durch Nutzung erneuerbarer Energien die Versorgungssicherheit gewahrt bleibt, sich der Betrieb jedoch optimal an die sensible \u00d6kosph\u00e4re des Fichtelgebirges anpasst.<br \/>\nDie methodisch-didaktische Aufbereitung der Inhalte bzw. die wissenschaftliche Betreuung und Messdatenerfassung er\u00f6ffnet die Nutzung des Seehauses als Umweltbildungs- und Kommunikationsst\u00e4tte f\u00fcr Schulklassen, Umweltverb\u00e4nde und Studenten im Rahmen von grenz\u00fcberschreitenden Veranstaltungen. Die kontinuierliche wissenschaftliche Betreuung aller technischen Anlagen durch den Technologietransferverbund aus mittelst\u00e4ndischen Firmen aus der Region und der Fachhochschule-Amberg-Weiden er\u00f6ffnet die Visualisierung s\u00e4mtlicher Energie- und Stoffstr\u00f6me bzw. die Einbindung des Seehauses in Demonstrations-, Forschung- und Entwicklungsaufgaben.<br \/>\nDurch das hautnahe Technik- und Naturerlebnis wird ein Umweltbewusstsein bei Sch\u00fclern, Studenten und Besuchern geschaffen und eine nachhaltige Verhaltens\u00e4nderung bewirkt.<br \/>\nDas Vorhaben h\u00e4tte ohne die F\u00f6rderung der DBU nicht umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des Aufbaus eines ganzheitlichen Ver- und Entsorgungskonzeptes am Seehaus soll ein Hybridenergiesystem aus einem Pflanzen\u00f6l- BHKW und einer Photovoltaikanlage errichtet werden. 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