{"id":23695,"date":"2023-07-13T15:23:57","date_gmt":"2023-07-13T13:23:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22408-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:59","slug":"22408-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22408-01\/","title":{"rendered":"Verbesserung des Umweltschutzes mit Schaffung von Umweltentlastungen in Krankenh\u00e4usern des neuen EU-Mitgliedslandes Lettland im Rahmen eines Pilotprojektes am Beispiel des Universit\u00e4tskrankenhauses in Riga"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Lettland geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die am 01.05.2004 der EU beigetreten sind. Der betriebliche Umweltschutz nach dem Standard der EU befindet sich dort noch teilweise in den Anf\u00e4ngen. Dieses gilt insbe-sondere auch f\u00fcr die spezielle nichtindustrielle Branche der Krankenh\u00e4user, f\u00fcr die es auch in Lettland lt. Auskunft im Gegensatz zum gewerblichen Bereich keine besonderen F\u00f6rdert\u00f6pfe hinsichtlich Umweltschutzprojekte gibt.<br \/>\nKrankenh\u00e4user besitzen eine gro\u00dfe Umweltrelevanz, wie die Vielzahl von Umweltaspekten (Abf\u00e4lle, Abw\u00e4sser, Emissionen, Ressourcenverbrauch) aufzeigt. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr die Universit\u00e4tsklinik von Riga mit ca. 1000 Betten bei 2500 MA und dem gesamten Leistungsspektrum einer Vollversorgung. Hauptziel war es, auf Basis einer Ist-Analyse konkrete Ans\u00e4tze f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Umweltentlastung zu finden und umzusetzen. Bei der Analyse sollte auch gepr\u00fcft werden, inwieweit Handlungsbedarf besteht bzgl. der Umsetzung (neuer) umweltrechtlicher Vorgaben der EU bzw. Lettlands. Letztlich sollen alle Bem\u00fchungen in eine Validierung nach EMAS m\u00fcnden, die erste in Lettland.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenSchritt 1:<br \/>\nDurchf\u00fchrung einer Informationsveranstaltung f\u00fcr Mitarbeiter zur Vorstellung des Projekts und Gr\u00fcndung einer Umweltkommission<br \/>\nSchritt 2:<br \/>\nDurchf\u00fchrung der ersten Umweltpr\u00fcfung als Ist-\/Defizitanalyse in Form einer umfassenden mehrt\u00e4gigen Begehung aller umweltrelevanten Abteilungen, Erstellung eines Pr\u00fcfberichts, Besprechung der Ergebnisse, Erstellen eines Ma\u00dfnahmenkatalogs, Informationsveranstaltung f\u00fcr die Mitarbeiter<br \/>\nSchritt 3:<br \/>\nAls Fortsetzung zum ersten Audits die Diskussion\/Analyse spezieller Komponenten in kleinen Arbeits-kreisen (Energie-, Wassermanagement, Abfall, L\u00e4rm, innerbetriebliche Fortbildung, \u00f6kol. Beschaffung, Einbeziehung Dritter in das eigene Umweltsystem u. a.)<br \/>\nSchritt 4:<br \/>\nBesuch der Unternehmen, die den Abfall der Klinik entsorgen.<br \/>\nSchritt 5:<br \/>\nBesuch einer Delegation der Paul Stradins Klinik im Ev. Kh K\u00f6ln-Weyertal. Dies erfolgte zweimal, wobei beim 2. Mal auch die St\u00e4dt. Kliniken Solingen besucht wurde.<br \/>\nSchritt 6:<br \/>\nKonzeption eines Handbuchs f\u00fcr das Umweltmanagementsystem (UMS). Die Dokumente zum UMS wurden dabei in das schon bestehende Qualit\u00e4tsmanagementhandbuch eingegliedert.<br \/>\nSchritt 7:<br \/>\nKonzeption der Umwelterkl\u00e4rung f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit, die die EMAS-Verordnung fordert.<br \/>\nSchritt 8:<br \/>\nEin letztes Audit durch den Projektleiter als Generalprobe vor dem Audit des Gutachters.<br \/>\nSchritt 9:<br \/>\nSchulung der Mitarbeiter zum Umweltmanagementsystem zur Vorbereitung auf die Zertifizierung.<br \/>\nSchritt 10:<br \/>\nZertifizierungsaudit nach der Europ. EMAS-Verordnung durch einen (deutschen) Gutachter f\u00fcr Krankenh\u00e4user unter Begleitung der lettischen Aufsichtsbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Folgenden sind einige Beispiele von durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen genannt:<\/p>\n<p>Abfallentsorgung: Sammlung und Behandlung der Abf\u00e4lle<br \/>\n1.\tEinleiten von Ma\u00dfnahmen, um k\u00fcnftig Abf\u00e4lle zur Verwertung wie Altpapier\/Kartonage, Altglas, Kunststoffabf\u00e4lle wie Flaschen und andere Verpackungen aus Plastik separat sammeln zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt:<br \/>\n&#8211;\tKauf von Sammelbeh\u00e4ltern f\u00fcr die einzelnen Abteilungen\/ Stationen<br \/>\n&#8211;\tUnterweisung des Personals und Erstellen von Informationsmaterial<br \/>\n2.\tSeparate Sammlung der Zytostatika-Abf\u00e4lle und Entsorgung als gef\u00e4hrlichen Abfall; keine Behandlung dieses Abfalls mehr in der Schneidemaschine.<br \/>\n3.\tSeparate Sammlung von alten Batterien mit an verschiedenen Stellen ausgeh\u00e4ngten Sammelk\u00e4sten; diese sollen von Mitarbeiter aber auch von Besuchern genutzt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n4.\tVerbesserung der Lagerung der medizinischen Abf\u00e4lle<\/p>\n<p>Umgang mit gef\u00e4hrlichen Stoffen<br \/>\n1.\tErstellung eines Verzeichnisses der gef\u00e4hrlichen Stoffe nach deutschem Muster f\u00fcr die gesamte Klinik auf Basis einer Abfrage in allen Bereichen.<br \/>\n2.\tErstellung von speziellen Anweisungen f\u00fcr die einzelnen gef\u00e4hrlichen Stoffe nach deutschem Vorbild, zun\u00e4chst von Desinfektionsmitteln.<br \/>\n3.\tUnterweisung der MA<\/p>\n<p>Umgang mit Desinfektionsmitteln<br \/>\n1.\tHerstellung von gebrauchsfertigen L\u00f6sungen von Desinfektionsmitteln f\u00fcr einzelne Stationen und Fachbereiche, damit die Mitarbeiter dort diese nicht mehr selbst anmischen m\u00fcssen. Der Hintergrund:<br \/>\nViele Mitarbeiter klagten \u00fcber Allergien durch den st\u00e4ndigen Umgang mit Desinfektionsmitteln.<br \/>\n2.\tAnschaffung von ersten Desinfektionsmittelautomaten, zum Beispiel f\u00fcr den neuen Operationsblock<\/p>\n<p>Lagerung von Beh\u00e4ltern mit gef\u00e4hrlichen Fl\u00fcssigkeiten<br \/>\nKauf und Aufstellen von kleinen Auffangwannen in allen Abteilungen, wo Beh\u00e4lter mit Fl\u00fcssigkeiten bisher ohne solche Wannen auf dem Boden standen.<\/p>\n<p>L\u00e4rmverminderung auf dem Klinikgel\u00e4nde durch den Autoverkehr<br \/>\n1.\tAufstellen von Halteverbotsschildern an verschiedenen Stellen, um das wilde Parken zu vermin-dern.<br \/>\n2.\tEinrichtungen von ausgeschilderten Parkpl\u00e4tzen<\/p>\n<p>Information der Mitarbeiter<br \/>\n1.\tErstellung von Informationen f\u00fcr die Mitarbeiter und auch Patienten  wie man Energie und Wasser sparen kann, und wie man die Abf\u00e4lle sammelt.<br \/>\n2.\tInstallation von Informationstafeln an Stellen, an denen besonders viele Mitarbeiter vorbeigehen, aber auch Besucher.<\/p>\n<p>Ber\u00fccksichtigung des Umweltschutzes bei Einrichtung der neuen K\u00fcche, der neuen Notfallauf-nahme und des neuen OP,<br \/>\nz. B. durch separate Entsorgungsr\u00e4ume, Energiesparlampen, Einbau eines Fettabscheiders (K\u00fcche).<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Interessierte andere lettische Krankenh\u00e4user wurden w\u00e4hrend des Projekts kontinuierlich \u00fcber das Projekt und die Resultate informiert. Dazu fanden insgesamt drei Veranstaltungen mit einer Begehung statt.<\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit &#8211; hier prim\u00e4r Patienten und Besucher &#8211; wurden \u00fcber Stellw\u00e4nden und Infobretter informiert, auf denen die Umweltaktivit\u00e4ten der Klinik aber auch Hinweise zum Umgang mit den Abf\u00e4llen und den Ressourcen Energie und Wasser gegeben wurden. Diese Infos dienten gleichsam auch den Mitar-beiterinnen und Mitarbeitern der Klinik.<\/p>\n<p>Um die Ergebnisse des Projekts auch Krankenh\u00e4usern aus Estland und Litauen vermitteln zu k\u00f6nnen, wurde in einem weiteren Projekt die 1. Baltische Umwelttagung f\u00fcr Krankenh\u00e4user organisiert und Ende September 2007 mit mehr als 60 Teilnehmern durchgef\u00fchrt. Dabei wurde deutlich, dass die Krankenh\u00e4user in allen drei baltischen Staaten dieselben Probleme haben, vornehmlich mit der Entsorgung von medizinischen Abf\u00e4llen. Das Projekt an der Klinik in Riga und die dabei durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen wurden mit gro\u00dfem Interesse zur Kenntnis genommen. Dies wurde unterst\u00fctzt durch den in englischer und lettischer Sprache erstellten Leitfaden zum Projekt, in dem auf die F\u00f6rderung durch die deutsche und auch lettische Umweltstiftung hingewiesen wurde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt kann insgesamt auch dank der guten Mitarbeit der ma\u00dfgebenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Projektklinik als voller Erfolgt gewertet werden. Es wurde in der relativ kurzen Projektzeit unter Ber\u00fccksichtigung der Gr\u00f6\u00dfe der Klinik und der w\u00e4hrend des Projekts zu verkraftenden personellen \u00c4nderungen in der Klinik viel bewegt und erreicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Lettland geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die am 01.05.2004 der EU beigetreten sind. Der betriebliche Umweltschutz nach dem Standard der EU befindet sich dort noch teilweise in den Anf\u00e4ngen. Dieses gilt insbe-sondere auch f\u00fcr die spezielle nichtindustrielle Branche der Krankenh\u00e4user, f\u00fcr die es auch in Lettland lt. 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