{"id":23680,"date":"2023-07-13T15:23:54","date_gmt":"2023-07-13T13:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22337-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:56","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:56","slug":"22337-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22337-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung eines Umweltinformationsprojektes zum Thema Gartenkunst als Impuls f\u00fcr ein ver\u00e4ndertes Umweltbewusstsein und Konsumverhalten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ausgangssituation: Durch Evolution und fortschreitende Zivilisation entfremdet sich der Mensch der Natur zusehends. Erkrankungen und fehlende Nachhaltigkeit im Umgang mit Natur und Umwelt sind die Folgen dieser Entfremdung. Gartenkunst als Verbindung von \u00d6kologie (Wissenschaft) und \u00c4sthetik (Kunst) ist die einfachste, effektivste und zugleich vielf\u00e4ltigste Form der Ann\u00e4herung an die fremd gewordene Natur. Es sollen komplexe Umweltzusammenh\u00e4nge verdeutlicht werden. Dazu werden Aspekte der Nachhaltig-keit herausgestellt und Wege zur Konkretisierung aufgezeichnet. Der Garten wird in seiner wichtigen Funktion f\u00fcr das \u00d6kosystem und f\u00fcr das Wohlergehen der Menschen fokussiert. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bedeutung von G\u00e4rten f\u00fcr die Artenvielfalt und die Lebensqualit\u00e4t. Cross Garden will mit dem Projekt Impulse vermitteln, um die entstandene Kluft zwischen den modernen Menschen und der Natur zu \u00fcberwinden. Aus Anlass des Gartenfestivals im Schlo\u00dfpark von Ippenburg in der Gemeinde Bad Essen vom 28.5. bis 31.5.04 wird in 11 Gartenkunst-Projekten ein Beispiel gegeben, wie man Nutzg\u00e4rten mit mehr Kreativit\u00e4t, Mut und Individualismus anlegen kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEs werden vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen der Kommunikation ergriffen. Schautafeln an den einzelnen G\u00e4rten vermitteln Inhalte \u00fcber die Gestaltung, die verwendeten Pflanzen und \u00fcber die Geschichte und die Einsatzm\u00f6glichkeiten dieser Pflanzen. Der Katalog enth\u00e4lt dar\u00fcber hinaus Pl\u00e4ne und Pflanzenlisten, so-wie Informationen \u00fcber das Grundkonzept, die Zielsetzung und weiterf\u00fchrende Literatur zu den Themen. W\u00e4hrend des Gartenfestivals besteht die M\u00f6glichkeit, die beschriebenen Pflanzen bei Originalz\u00fcchtern zu erwerben und dar\u00fcber weitere Informationen zur Aussaat, Pflege und Verwendung zu bekommen. Ein Prospekt mit gro\u00dfer Auflage enth\u00e4lt eine Einstimmung zum Thema K\u00fccheng\u00e4rten. So wie der Katalog enth\u00e4lt auch der Flyer die unmissverst\u00e4ndliche Botschaft: Kampf dem Dauergr\u00fcn, Bodendecker und Beton ! An den folgenden Wochenenden bis Anfang September besteht die M\u00f6glichkeit, die Eindr\u00fccke und Entwicklung der G\u00e4rten im Jahresverlauf zu beobachten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ziel, die Distanz und Entfremdung des Menschen zur Natur mit den Mitteln der Gartenkunst als Verbindung von \u00d6kologie (Wissenschaft) und \u00c4sthetik (Kunst) aufzuheben kann als erreicht angesehen werden. Die Begeisterung der \u00fcber 34.000 Besucher w\u00e4hrend des Festivals und jeweils 600 &#8211; 800 Besuchern am Sonntag spricht f\u00fcr die Richtigkeit des Weges. Die M\u00f6glichkeit, an den Schautafeln sowohl Pflanzpl\u00e4ne als auch Pflanzenzusammenstellung abzulesen, wurde sehr gut angenommen. Dadurch wurde den Besuchern erm\u00f6glicht, bekannte Pflanzen in neuer Umgebung zu sehen, vergessene Pflanzen wieder zu entdecken und bislang ihnen unbekannte Pflanzen kennen zulernen. Angesichts der Vielfalt und F\u00fclle der K\u00fccheng\u00e4rten im Labyrinth und im Schwerpunkt Pastorale und Datschengl\u00fcck konnte eine Verbindung hergestellt werden zwischen der t\u00e4glichen Realit\u00e4t von Nutzg\u00e4rten und den neu erweckten Erinnerungen an G\u00e4rten der Vergangenheit beziehungsweise der Kindheit. Diese sinnliche Komponente des Erlebnisses setzte Akzente, die mit herk\u00f6mmlichen p\u00e4dagogischen oder belehrenden Verfahren nicht erreicht werden k\u00f6nnten. Die Belehrung findet auf diese Weise unbewusst statt, weil sie sich aus dem sinnlichen Erlebnis und der Freiheit, pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke zu sammeln, von selbst ergibt. Angeregt durch die Verwendung von Gem\u00fcse und anderen Nutzpflanzen in einem neuen \u00e4sthetischen Zusammenhang wurde nicht selten der spontane Entschluss gefasst, der heimischen, dauergr\u00fcnen Gartenlandschaft wieder einen eignen Gem\u00fcsegarten hinzuzuf\u00fcgen. Die Begeisterung der Kinder f\u00fcr Gem\u00fcse, das sie bisher nur aus dem Supermarkt kannten, forderte die Eltern heraus, gemeinsam mit ihren Kindern \u00fcber diese Eindr\u00fccke zu sprechen und im heimischen Garten umzusetzen. Viele begeisterte Briefe haben uns erreicht, wof\u00fcr wir das Beispiel eines Dankesbriefes einer Wochenend-Besucherin beilegen. Hier wird deutlich, dass auch der mitgef\u00fchrte autistische Jugendliche von dem Zauber der Gartenanlagen erfasst wurde. \u00dcber den sinnlichen Eindruck hinaus wurden wichtige Informationen vermittelt; u. a. die Gesunderhaltung einzelner Pflanzen durch Nachbarpflanzen, vom Aussterben bedrohte Kulturpflanzen, Heilkr\u00e4uter und Giftpflanzen etc. Hierf\u00fcr kann als Beispiel der sogenannte Hexengarten (Garten der Artemis) angef\u00fchrt werden, der eine Vielzahl von Heilpflanzen enth\u00e4lt, die je nach Dosierung auch gif-tige Wirkungen verbreiten k\u00f6nnen. Dieser K\u00fcchengarten im Labyrinth fand gro\u00dfes Interesse, weil Informationsvermittlung und \u00c4sthetik eine besondere Dialektik entfalteten. Ein anderes Beispiel ist der sogenannte Garten im Supermarkt\/Supermarkt im Garten, der den modernen Menschen dort abholt, wo er die verarbeiteten Gem\u00fcse und Kr\u00e4uter in der Theke des Supermarktes finden kann. Aus den nachgebauten K\u00fchltheken w\u00e4chst im Laufe der Vegetation immer mehr Gem\u00fcse und Kraut \u00fcber die Begrenzung gleichsam zur\u00fcck in das Gartenbeet, w\u00e4hrend von dort eine umgekehrte Entwicklung stattfindet. Andere G\u00e4rten nehmen das Motiv des Labyrinthes der \u00e4u\u00dferen Begrenzung durch die Hainbuchen auf und f\u00fchren die Besucher immer wieder neu zu \u00fcberraschenden Perspektiven.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Flyer, der sowohl das Festival wie auch die Dauerausstellung kommunizierte, wurde in einer Auflage von 260.000 Exemplaren gedruckt und \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le verteilt bzw. in einschl\u00e4gige Zeitschriften eingelegt. Fachpresse und Tagespresse berichteten ausf\u00fchrlich. Weitere Fernsehreportagen werden vom MDR am 20.07.2004 und vom WDR am 08.08.2004 gesendet. Besondere Beachtung in den Medien fand auch die Er\u00f6ffnung des Gartenfestivals durch den nieders\u00e4chsischen Ministerpr\u00e4sidenten Christian Wulff. Der Katalog wurde in einer Auflage von 2200 St\u00fcck gedruckt und gezielt an Meinungsbildner, F\u00f6rderer und Er\u00f6ffnungsg\u00e4ste verteilt bzw. an Besucher der Sonntags-\u00d6ffnung verkauft. Besonderes Interesse findet der weit verzweigte Auftritt im Internet, das mittlerweile \u00fcber 60.000 Besuche mit jeweils ca. 10 Seitenaufrufen im Durchschnitt verzeichnet. Im Umfeld des Festivals finden mehrere Benefizveranstaltungen bzw. \u00f6ffentliche Veranstaltungen statt wie z. B. die \u00dcberreichung der Unesco-Anerkennung des Geoparkes TerraVita im Schlo\u00df Ippenburg. So gelingt es immer wieder, den Menschen aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Medien die G\u00e4rten, den alten Familiensitz und die Kulturlandschaft als Gesamtkunstwerk n\u00e4her zubringen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der besondere Ansatz des Festivals, alle Generationen, alle Schichten der Bev\u00f6lkerung und Besucher aus der n\u00e4heren Umgebung und aus dem weiteren In-und Ausland anzusprechen, ist im Jahr 2004 ganz besonders gut gelungen. Unter der Dachmarke Ippenburg gelingt es mittlerweile jedes Jahr, neue Themen und neue G\u00e4rten f\u00fcr die G\u00e4ste interessant zu machen. K\u00fcnstler aus ganz Europa pr\u00e4sentieren ihre Ideen neben jungen und einheimischen Gartengestaltern. Dadurch wird ein europ\u00e4ischer Dialog zu den Themen Kunst, Natur und Kulturlandschaft evoziert, der eine besondere Ausstrahlung und Anziehung in der Garten- und Kunstszene verbreitet. Die einzigartige Kombination von Gartenlust und Landvergn\u00fcgen spricht die Menschen auf verschiedenen Ebenen mit der gleichen Intensit\u00e4t an. Nebenbei erf\u00e4hrt das Osnabr\u00fccker Land und die weitere Heimat eine hervorragende Bereicherung in Richtung auf einen sanften und nachhaltigen Tourismus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ausgangssituation: Durch Evolution und fortschreitende Zivilisation entfremdet sich der Mensch der Natur zusehends. Erkrankungen und fehlende Nachhaltigkeit im Umgang mit Natur und Umwelt sind die Folgen dieser Entfremdung. 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