{"id":23672,"date":"2024-11-27T10:36:46","date_gmt":"2024-11-27T09:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22323-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:50","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:50","slug":"22323-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22323-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie zur Einrichtung von Nationalparken in Mecklenburg-Vorpommern, die durch Stiftungen getragen werden"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Studie hatte zum Ziel, beispielhaft f\u00fcr zwei Regionen im \u00f6stlichen Mecklenburg-Vorpommern zu kl\u00e4ren, inwieweit diese zu Nationalparken entwickelt werden k\u00f6nnen, die von Stiftungen getragen werden. Bei den Beispielsregionen handelt es sich zum einen um das Tal der Peene, eine Tieflandsniederung, die vorwiegend von Durchstr\u00f6mungsmooren gepr\u00e4gt ist, und von West nach Ost bis zum Peene-Haffmoor Richtung Usedom verl\u00e4uft. Das zweite Gebiet (Grenzheide) bildet den \u00f6stlichen Teil der Ueckerm\u00fcnder Heide im n\u00f6rdlichsten Bereich der Grenze Deutschlands zu Polen und ist durch ausgedehnte  Buchen- und Kiefernw\u00e4lder sowie Moore gepr\u00e4gt.<br \/>\nF\u00fcr eine zusammenh\u00e4ngende Entwicklung der beiden naturschutzfachlich \u00e4u\u00dferst wertvollen Gebiete sind zeitnah organisatorische L\u00f6sungen zu suchen. Beim Peenetal l\u00e4uft die F\u00f6rderung des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz als gesamtstaatlich repr\u00e4sentatives Gebiet Ende 2008 aus. Die Liegenschaften der Grenzheide, derzeit im Besitz des Bundes, sollten ab Januar 2005 in kleinen Losen ver\u00e4u\u00dfert werden. Auf Grund der angespannten Haushaltslage des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist eine Gr\u00fcndung weiterer staatlicher Gro\u00dfschutzgebiete und damit die Sicherung dieser Fl\u00e4chen durch das Land nicht m\u00f6glich. Um zu kl\u00e4ren, ob das Modell von Stiftungen getragene Nationalparke f\u00fcr Mecklenburg-Vorpommern realisierbar ist, wurden Untersuchungen zu rechtlichen Fragen, zur Organisation und Fi-nanzierung und zur Akzeptanz stiftungsgetragener Gro\u00dfschutzgebiete durchgef\u00fchrt. Stiftungen, die unabh\u00e4ngig vom Landes- bzw. Staatshaushalt gef\u00fchrt werden, k\u00f6nnten alternativ als Tr\u00e4ger fungieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenInwieweit eine Stiftung Tr\u00e4ger einer Nationalparkverwaltung sein kann wurde mit einem ausf\u00fchrlichen Rechtsgutachten gekl\u00e4rt. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen waren organisatorische Fragen einer stiftungsgetragenen Nationalparkverwaltung und die Absch\u00e4tzung des ben\u00f6tigten Stiftungskapitals. Daneben waren Untersuchungen der Akzeptanz eines Nationalparks und Detailfragen zur Ausgestaltung von Gro\u00dfschutzgebieten  in der Grenzheide- und der Peenetalregion wichtige Bausteine des Projektes. Erstmals wurde im Vorfeld der Planung eines Nationalparks ein B\u00fcrgerforum durchgef\u00fchrt. Im Rahmen von Workshops wurden konkretere Fragen der Landbewirtschaftung, zum Tourismus und zu Waldentwicklung und Wildtiermanagement in Gro\u00dfschutzgebieten bearbeitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Prinzipiell ist aus rechtlicher Sicht sowohl eine \u00f6ffentlich-rechtliche sowie eine privatrechtliche Stiftung machbar. Um voll handlungsf\u00e4hig zu sein, sollte ein Nationalpark hoheitliche Aufgaben vom Land \u00fcbertragen bekommen (z. B. Untere Naturschutz-, \/Jagd-, \/Forst-, \/Wasserbeh\u00f6rde). Dies w\u00fcrde im Einzelnen \u00fcber das zu verabschiedende Nationalparkgesetz geregelt. In M.-V. sind alle Nationalparkverwaltungen mindestens zugleich Forst- und Naturschutzbeh\u00f6rde. \u00dcber eine \u00f6ffentlich rechtliche Stiftung k\u00f6nnte ein Nationalpark ohne Weiteres realisiert werden. Dieser k\u00f6nnten alle wichtigen Aufgaben mit dem durch den Landtag Mecklenburg-Vorpommern zu verabschiedenden Nationalparkgesetz \u00fcbertragen werden. Bei einer privatrechtlichen Nationalpark-Stiftung m\u00fcsste eine \u00dcbertragung einzelner Aufgaben an die Stiftung durch das Land erfolgen.<br \/>\nDer Finanzbedarf eines Gro\u00dfschutzgebietes orientiert sich in erster Linie an seinen Zielen und den sich daraus ergebenden Aufgaben. Die Unabh\u00e4ngigkeit vom Staatshaushalt br\u00e4chte verwaltungstechnische Vorteile mit sich. Als Stiftungskapital w\u00fcrden, je nach Ausstattung f\u00fcr das Management des jeweiligen Gebietes und orientiert am mittleren Budget der mecklenburg-vorpommerschen Nationalparke, 60 bis \u00fcber 90 Millionen Euro ben\u00f6tigt, um die laufenden Kosten durch die Kapitalertr\u00e4ge zu erwirtschaften. Mit einer geringeren Finanzausstattung w\u00fcrde ein Schutzgebietsmanagement nicht in dem Umfang Aufga-ben bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, wie es die bestehenden Nationalparkverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern in ihren Zust\u00e4ndigkeitsbereichen derzeit tun.<br \/>\nDie Ziel-Regionen Grenzheide und Peenetal werden auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen  zu verschiedenen Organisationsformen f\u00fcr Gro\u00dfschutzgebiete f\u00fchren. Das f\u00fcr die Grenzheide-Region im Rahmen der Untersuchungen zur Akzeptanz erarbeitete B\u00fcrgergutachten fordert eine zusammenh\u00e4ngende Entwicklung der Region; der geeignete Weg wird weiterhin kontr\u00e4r eingesch\u00e4tzt. Gegebenenfalls l\u00e4sst sich die zusammenh\u00e4ngende Entwicklung durch eine privatrechtliche Stiftung, Greifenland Gottesheide, innerhalb des 2005 neu gegr\u00fcndeten Naturparks realisieren. Das Management sollte von der Stiftung aufgebaut, finanziert und betrieben werden. Voraussetzung bleibt die Verf\u00fcgbarkeit der Fl\u00e4chen.<br \/>\nDie bisherigen Aktivit\u00e4ten der Protagonisten in der Region Peenetal weisen eindeutig auf die konsequente Verfolgung der Ausweisung eines Nationalparks hin, der durch eine \u00f6ffentlich-rechtliche Stiftung getragen werden soll (http:\/\/www.landkreis-demmin.de\/). Auch hier sind m\u00f6gliche Einschr\u00e4nkungen aus finanzieller Perspektive f\u00fcr eine Etablierung eines stiftungsgetragenen Nationalparks von Bedeutung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde neben den Darstellungen auf den Workshops mehrfach vorgestellt: auf der Sommerakademie 2004 der DBU in Mariental, auf einer Tagung mit den Nationalparkleitern Deutschlands im Dezember 2004 in K\u00f6nigswinter, auf einer Veranstaltung des FV Naturschutz im Peenetal (4\/2005), au\u00dferdem u. a. auf einer Veranstaltung des BfN zum Thema Outsourcing in Gro\u00dfschutzgebieten und einem Treffen vor ehrenamtlichen Natursch\u00fctzern im Landkreis Ostvorpommern (11\/2005). Eine abschlie\u00dfende Informationsveranstaltung wurde am 19.01.2006 im StAUN Ueckerm\u00fcnde durchgef\u00fchrt. Weitere Informationen, v.a. zum B\u00fcrgerforum und den Workshops, sowie der Gesamtbericht sind auf der Homepage des Instituts f\u00fcr Botanik und Landschafts\u00f6kologie der Universit\u00e4t Greifswald zu finden: http:\/\/laoek.botanik.uni-greifswald.de\/projekte\/Web-Stiftungsnationalpark.htm<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Studie brachte wichtige Ergebnisse f\u00fcr die auf dem Weg zu stiftungsgetragenen Nationalparken notwendigen Schritte. Neben dem Rechtsgutachten geben hier die \u00d6konomische Studie und die Akzeptanzuntersuchungen wichtige Anhaltspunkte. Die Ergebnisse der Workshops geben bereits Hinweise auf die sp\u00e4tere Ausgestaltung und das Management von Nationalparken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Studie hatte zum Ziel, beispielhaft f\u00fcr zwei Regionen im \u00f6stlichen Mecklenburg-Vorpommern zu kl\u00e4ren, inwieweit diese zu Nationalparken entwickelt werden k\u00f6nnen, die von Stiftungen getragen werden. 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