{"id":23669,"date":"2024-11-27T10:36:46","date_gmt":"2024-11-27T09:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22310-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:49","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:49","slug":"22310-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22310-01\/","title":{"rendered":"Good-Practice-Agentur NIBA &#8211; Aufbau einer Informations- und Kommunikationsagentur zum aktiven Transfer im Themenfeld Nachhaltige Entwicklung in Beruf und Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und das Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung (BIBB) haben die Initiative ergriffen und arbeiten im Rahmen eines Kooperationsprojektes gemeinsam am Aufbau der Good-Practice-Agentur Nachhaltigkeit in Beruf und Arbeit (GPA-NiBA).<br \/>\nDie GPA hat im Wesentlichen eine Dokumentations- und Verbreitungsfunktion und versteht sich als Kommunikationsschnittstelle f\u00fcr alle interessierten Akteure der Berufsbildung sowie als Kontaktb\u00f6rse f\u00fcr gute Praxis. Ihre wichtigsten Ziele sind die F\u00f6rderung und Verbreitung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung in der Berufsbildungspraxis sowie die Verbesserung der Integration der nachhaltigen Entwicklung in die Strukturen, Regelungssysteme und Zust\u00e4ndigkeiten innerhalb der beruflichen Aus- und Weiterbildung.<br \/>\nDabei kommt dem aktiven Transfer und der systematischen Vernetzung eine zentrale Bedeutung zu. Regionale Netze, Akteurskonferenzen, Erfahrungsaustausch, Arbeitsgemeinschaften mit direkten Begegnungen und unmittelbarem Gespr\u00e4ch sollen neben Internet und virtuellen Communities eingerichtet werden. Eine Basis f\u00fcr die virtuelle Sammelstelle von Praxisbeispielen bildet die derzeit im Aufbau befindliche Internetplattform www.bibb.de\/nachhaltigkeit. Diese wird im Zuge des Projektes um gef\u00f6rderte und nicht gef\u00f6rderte Praxisbeispiele, Materialien, Ausbildungshilfen und Chat-M\u00f6glichkeiten erg\u00e4nzt. Mit der Good-practice-Agentur soll keine neue Organisationseinheit entstehen, sondern vielmehr eine in die Struktur des BIBB dauerhaft integrierte Wahrnehmung der genannten Aufgaben angestrebt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Einzelnen sollen folgende Teilaufgaben \u00fcbernommen werden:<br \/>\na)\tBereitstellung von Praxisbeispielen, Materialien und Ausbildungshilfen (Good-Practice): Angestrebt werden 100 Praxisbeispiele am Ende des F\u00f6rderzeitraums, die nach verschiedenen Kategorien (Themen, Berufsfelder\/Branchen, Lernorte, Methoden etc.) sortiert werden bzw. aufgefunden werden k\u00f6nnen. Zudem sollen G\u00fctekriterien und Standards entwickelt werden, nach denen die Praxisbeispiele bewertet werden k\u00f6nnen.<br \/>\nb)\tB\u00fcndelung, Vernetzung und Verbreitung (aktiver Transfer): Es sollen eine Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und mehrere Landesarbeitsgemeinschaften sowie sechs bis acht berufsfachliche oder dom\u00e4nenspezifische Arbeitskreise aufgebaut und unter dem Dach der GPA begleitet, dokumentiert und koordiniert werden. Daneben werden 25 Info-Veranstaltungen und Workshops durchgef\u00fchrt, die sich insbesondere auch an Vertreter\/innen der unmittelbaren Berufsbildungspraxis richten. Im letzten Drittel der Laufzeit ist vorgesehen, im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation der DBU die dritte bundesweite Fachtagung Berufsbildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung durchzuf\u00fchren.<br \/>\nc)\tAufbau einer erg\u00e4nzenden virtuellen GPA zur virtuellen Verstetigung des Transfer- bzw. Dialogprozesses sowie zur Vernetzung der Akteure und Aktivit\u00e4ten durch die Einrichtung von Communities und Foren im Internet.<br \/>\nd)\tEntwicklung eines Sensibilisierungs- und Qualifizierungsangebots f\u00fcr das Berufsbildungspersonal einschlie\u00dflich einer Konzept-DVD (mit Basisinformationen, Konzepten, Materialien, Methodenwissen, guten Beispiele, Praxiserfahrungen und kommentierten Linklisten) und Themenheften<br \/>\nEine prozessbegleitende Evaluation soll Erfolgs- und Wirkungsindikatoren benennen und die Arbeit der GPA als ganze sowie insbesondere die Umsetzung der Schwerpunkte b bis d verfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der Good-Practice-Agentur (GPA) wurden 113 Beispiele guter Praxis einer (beruflichen) Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung zusammengestellt. Gegenw\u00e4rtig wird diese Agentur zu einer Informations- und Kommunikationsplattform (www.bibb.de\/Nachhaltigkeit) ausgebaut. Die Praxisbeispiele werden archiviert oder aktualisiert und systematisch aufbereitet. Die Ergebnisse aus den Modellversuchen zur beruflichen Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung werden zusammengestellt und geordnet nach Themenfeldern  dokumentiert. Ferner wird ein Bereich f\u00fcr Aktuelles aus der beruflichen Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Ent-wicklung (Veranstaltungen, neue Projekte \/ Programm u.\u00e4.) eingerichtet. Diese Nachhaltigkeitsplattform soll auch als Austausch- und Arbeitsmedium im Rahmen der neuen F\u00f6rderrichtlinie Berufliche Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung des BIBB genutzt werden, die im ersten Quartal 2010 ausgeschrieben wird.<br \/>\nDie Informations- und Kommunikationsplattform wird schrittweise aufgebaut werden. Unter dem Portal Berufsbildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung werden nachhaltigkeitsrelevante Aktivit\u00e4ten und Materialien beruflicher Bildung dokumentiert und der \u00d6ffentlichkeit sowie dem Fachpublikum zug\u00e4nglich gemacht. Nutzer beziehungsweise Zielgruppen des Angebotes sind unter anderem Mitarbeiter von Bildungsst\u00e4tten und administrativen Institutionen, Ausbilder in Betrieben und Bildungseinrichtungen, Lehrer insbesondere an Berufs- und Produktionsschulen sowie Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, von Fachhochschulen und Hochschulen, aber auch die interessierte \u00d6ffentlichkeit (z.B. Berufsorientierung, Weiterbildungsangebote).<br \/>\nAls problematisch bei der GPA stellte sich die Bewertung bzw. der Vergleich der Praxisbeispiele miteinander heraus, weil sie verschiedene Bez\u00fcge aufweisen. Dies betrifft zum einen die Spannbreite der darin repr\u00e4sentierten Berufs- und Handlungsfelder sowie zum anderen die unterschiedlichen Bildungsstufen (Berufsvorbereitung, Ausbildung, Fort- und Weiterbildung, (berufs-)schulische Bildung). Neben Beispielen, die f\u00fcr die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in die formale Berufsausbildung bzw. den Berufsschulunterricht stehen, gibt es weitere Module und Zusatzqualifikationen f\u00fcr den Aus- und Fortbildungsbereich, Managementkonzepte und Demonstrationsanlagen zu fachspezifischen Themen, zum Beispiel Heizungs- und Klimaanlagen. Ohne den jeweiligen Kontext zu ber\u00fccksichtigen, erscheint eine Bewertung dieser Beispiele nicht m\u00f6glich (Das Konzept setzte auf die Bereitschaft und das Engagement Dritter, der GPA ohne Aufwandsentsch\u00e4digung zuzuarbeiten, was letztlich nicht funktionierte. Die vergeblichen Versuche, funktionierende thematische Arbeitsgruppen aufzubauen, belegen dies eindeutig.<br \/>\nInsgesamt besteht der Eindruck, dass die Bereitschaft, Informationen zu teilen, und das Interesse an einer Zusammenarbeit im Rahmen einer BBNE-Community gering ist, insbesondere wenn es darum geht, eigene Dokumente einzustellen und damit anderen zur Verf\u00fcgung zu stellen, aber auch wenn es darum geht, mit Anderen im Netz zusammen zu arbeiten. Die Nutzung des Netzes erfolgt in der Regel in eine Richtung: dem Herunterladen von Informationen in Form einer kostenlosen Dienstleistung. Dieses Verhalten wird auch von anderen Internetanbietern wie dem BMU-Bildungsserver und dem BNE-Portal der Deutschen UN-Dekade so best\u00e4tigt.<br \/>\nUm diesen Problemen entgegen zu wirken, wird bei der Fortf\u00fchrung der GPA insbesondere auf eine zielgruppenspezifischere Ausrichtung und die Einbindung von Machtpromotoren (Sozialparteien, zust\u00e4ndige Stellen, Fachverb\u00e4nde u.\u00e4.) Wert gelegt. Berufsbildungsrelevanten Akteuren wird Gelegenheit gegeben, Daten und Hinweise zu Links und Aktuellem aus ihrem Bereich auf das BIBB-Nachhaltigkeits-portal einzupflegen, um so gr\u00f6\u00dfere Bindungskr\u00e4fte unter der Nachhaltigkeits-Community zu etablieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Projektzeitraum beteiligte sich die GPA NiBA an 25 Fachtagungen, Informationsveranstaltungen und Workshops (vgl. Abschlussbericht, \u00dcbersicht 3, S. 22-23). Hinzu kommen die Treffen der Bundes-AG und der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildung in der Norddeutschen Partnerschaft zur Unterst\u00fctzung der UN-Dekade Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (NUN). Unter den 25 Veranstaltungen waren vier Veranstaltungen, die sich unmittelbar an Vertreter der Berufsbildungspraxis richteten (drei ver.di-Seminare f\u00fcr Pr\u00fcfer und Ausbilder sowie ein Ausbildungsleiterseminar). Auch in anderen Veranstaltungen wie insbesondere in den beiden in Hessen durchgef\u00fchrten Fachtagungen und die Chemie-Tagung in Osnabr\u00fcck waren schulische Lehrkr\u00e4fte und Ausbilder sowie weitere Berufsbildungsakteure vertreten.<br \/>\nIm Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation der DBU wurde eine bundesweite Fachtagung Berufsbildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung mit Erfolg und sehr positiver Resonanz der ca. 120 Teilnehmenden durchgef\u00fchrt. Die Tagung stellte einerseits den Abschluss des Projektes dar, bildete aber andererseits den Auftakt zur F\u00f6rderung neuer Initiativen einer nachhaltigen Entwicklung in der beruflichen Bildung.<br \/>\nFerner wurde GPA im lnternet auf der Nachhaltigkeitsplattform des BlBB (www.bibb.de\/ nachhaltigkeit) und auf der lnternetseite des IUB (www.iub-hannover.de) bekannt gemacht. Zur Ansprache von Multiplikatoren wurden verschiedene Sitzungen des Runden Tischs der UN-Dekade Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung genutzt, deren Mitglieder das IUB und das BIBB sind. Ferner wurde die GPA in weiteren Gremien sowie auf verschiedenen Fachtagungen, Seminaren, Workshops und Vortr\u00e4gen vorgestellt (vgl. Abschlussbericht, S. 36-38).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es besteht nach wie vor ein gro\u00dfes Interesse der Berufsbildungsakteure an einer m\u00f6glichst umfassenden, systematischen und zielgruppengerechten Information zum Themengebiet BBNE sowie an einem Erfahrungsaustausch in diesem Bereich. Diese Aufgabe kann sinnvoller Weise nur durch eine zentrale, bundesweit agierende Institution bew\u00e4ltigt werden. Das BIBB wird diesem Anliegen Rechnung tragen und hat daher im April 2009 eine halbe Stelle zum Umbau der GPA in eine Informations- und Kommunikationsplattform ausgeschrieben, die im Juli 2009 (zun\u00e4chst befristet f\u00fcr 2 Jahre) besetzt wurde. Damit wird das von der DBU gef\u00f6rderte Projekt Good-Practice-Agentur (GPA) NIBA &#8211; Aufbau einer Informations- und Kommunikationsagentur zum aktiven Transfer im Themenfeld nachhaltige Entwicklung in Beruf und Arbeit in die Aufgabenstruktur des BIBB eingebunden. Die Fortf\u00fchrung der GPA wird zus\u00e4tzlich gest\u00fctzt durch die Aufwertung des Aufgabengebiets berufliche Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung, was auch durch die Anfang 2010 vom BIBB ausgeschriebene und durchzuf\u00fchrende sowie vom BMBF finanzierte neue F\u00f6rderrichtlinie berufliche Bildung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zum Ausdruck kommt.<br \/>\nDie Informations- und Kommunikationsplattform wird schrittweise aufgebaut werden. Unter dem Portal Berufsbildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung werden nachhaltigkeitsrelevante Aktivit\u00e4ten und Materialien beruflicher Bildung dokumentiert und der \u00d6ffentlichkeit sowie dem Fachpublikum zug\u00e4nglich gemacht. Nutzer beziehungsweise Zielgruppen des Angebotes sind unter anderem Mitarbeiter von Bildungsst\u00e4tten und administrativen Institutionen, Ausbilder in Betrieben und Bildungseinrichtungen, Lehrer insbesondere an Berufs- und Produktionsschulen sowie Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, von Fachhochschulen und Hochschulen, aber auch die interessierte \u00d6ffentlichkeit (z.B. Berufsorientierung, Weiterbildungsangebote).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und das Bundesinstitut f\u00fcr Berufsbildung (BIBB) haben die Initiative ergriffen und arbeiten im Rahmen eines Kooperationsprojektes gemeinsam am Aufbau der Good-Practice-Agentur Nachhaltigkeit in Beruf und Arbeit (GPA-NiBA). 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