{"id":23661,"date":"2024-11-27T10:36:13","date_gmt":"2024-11-27T09:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-55\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:18","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:18","slug":"17400-55","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-55\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Wolfratshauser H\u00fctte auf 1.753 m \u00fc. NN in den Lechtaler Alpen\/\u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anlass des Vorhabens waren M\u00e4ngel bei der Energieversorgung f\u00fcr Heizung und Warmwasser und bei der Isolierung der Wolfratshauser H\u00fctte gegen W\u00e4rmeverluste. Die Zielsetzung bei den Sanierungs-Ma\u00dfnahmen lag schwerpunktm\u00e4\u00dfig<br \/>\n&#8211;\tbei der Minimierung des W\u00e4rmebedarfs der H\u00fctte durch geeignete D\u00e4mmma\u00dfnahmen und<br \/>\n&#8211;\tbeim Einsatz nachwachsender Rohstoffe f\u00fcr Heizung und Warmwasserbereitung.<br \/>\nEin zeitgem\u00e4\u00dfer Brandschutz und die Reduzierung des Energieverbrauches bei den K\u00fcchenger\u00e4ten waren weitere Punkte, die bei der Sanierung beachtet wurden. Die Verwendung der Holzst\u00e4nderbauweise mit entsprechenden D\u00e4mmma\u00dfnahmen ist eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig neue Technologie bei Bauten in dieser H\u00f6he. Auch eine Pelletheizung wird in einer Bergh\u00fctte heutzutage nur in \u00e4u\u00dferst wenigen F\u00e4llen eingesetzt. Daher haben diese Realisierungen<br \/>\nDemonstrations-Charakter f\u00fcr Bergh\u00fctten in vergleichbarer Lage.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEin Energiekonzept f\u00fcr die Wolfratshauser H\u00fctte war der Ausgangspunkt f\u00fcr die Bauplanung; es legte Mindestanforderungen f\u00fcr den W\u00e4rmedurchlass der verschiedenen Geb\u00e4udeteile fest und bewertete die beiden Varianten Gas und Holzpellets f\u00fcr die Erzeugung der W\u00e4rmeenergie. Das Energiekonzept war Basis f\u00fcr die Planungen der Fa. Holzbau Saurer f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der Wand-, Decken-, Boden- und Dachstruktur und f\u00fcr die Auslegung der Heiz- und Warmwasserbereitungsanlage mit Holzpellets; durch diese Anlage entf\u00e4llt die bisher f\u00fcr die Warmwasserbereitung ben\u00f6tigte elektrische Energie.<br \/>\nBei der Bauausf\u00fchrung wurden im Bereich Betonbau (Keller und Vorratsraum) geeignete D\u00e4mmstoffe gem\u00e4\u00df den Planungsberechnungen eingesetzt. Erd- und Obergeschoss wurden in Holzst\u00e4nderbauweise aufgef\u00fchrt, wobei das D\u00e4mm-Material bei der Vorfertigung der W\u00e4nde in der Fabrik eingebracht wurde; die Montage der vorgefertigten W\u00e4nde erfolgte auf der Baustelle. Eine \u00e4hnliche Methode wurde bei Fertigung und Montage der Dachelemente eingesetzt. Das Rohrsystem f\u00fcr Heizung und Warmwasser wurde ebenfalls gegen W\u00e4rmeverluste entsprechend ged\u00e4mmt.<br \/>\nBei der Nutzung der sanierten H\u00fctte sollte besonders auf qualifiziertes Betreiben der Heizung geachtet werden. Der Verbrauch der Energie sollte \u00fcberwacht werden, um ggf. Schwachstellen in der D\u00e4mmung aufzudecken und zu beheben.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>A.\tSanierungsarbeiten<br \/>\nBei Planung und Ausf\u00fchrung der Sanierungsarbeiten wurden die Vorgaben des Energiekonzeptes strikt ber\u00fccksichtigt. Hauptziel war eine ausgepr\u00e4gte W\u00e4rmed\u00e4mmung. Eine typische Wand beinhaltet (vereinfacht) folgende Elemente (von au\u00dfen nach innen): Holzschalung, Lattung, Windpapier, Holzwallplatte (60 mm), Gipsfaserplatte, D\u00e4mmung mit 160 mm Mineralwolle, Dampfbremse und eine weitere Gipsfaserplatte. Der Dachaufbau sieht wie folgt aus: beschichtetes Falzblechdach, Holzschalung, Unterdachbahn, Kasten mit darin enthaltener 240 mm D\u00e4mmung. Die im Untergeschoss installierte Pelletheizung \u00d6KOFEN PE32 mit einer Nennleistung von 31 kW dient sowohl zur Heizung der R\u00e4ume als auch zur Bereitstellung des Warmwassers. Eine gute W\u00e4rmed\u00e4mmung sollte den Pellet-Bedarf so gering wie m\u00f6glich halten. Bei den Ersatzbeschaffungen von K\u00fcchenger\u00e4ten wurde auf einen sparsamen Energieverbrauch geachtet.<br \/>\nB.\tErgebnisse der Sanierung<br \/>\n1.\tW\u00e4rmed\u00e4mmungF\u00fcr die D\u00e4mmung von W\u00e4nden, Dach, Fenster und T\u00fcren gab es einerseits Vorgaben aus dem Energie-Konzept der Fa. EST (VE) und andererseits Vorschriften der Tiroler Bauordnung (TO). Mit der von der Fa. Saurer gew\u00e4hlten Realisierung (IST) wurden in allen F\u00e4llen bessere W\u00e4rmedurchl\u00e4ssigkeits-Werte (W\/m2K) erreicht.<br \/>\n                                                                VE                    TO                  IST<br \/>\nAu\u00dfenw\u00e4nde (Beton od. Ziegel)       0,35-0,45         0,35                0,19<br \/>\nAu\u00dfenw\u00e4nde (Holz + D\u00e4mmung)      0,40-0,50         0,35                0,19<br \/>\nDach                                                        0,30                 0,20                0,18<br \/>\nVerglasungen (Fenster, T\u00fcren)       1,70                  1,70                1,20<br \/>\n2.\tPellet-Heizung<br \/>\nDiese starke W\u00e4rmed\u00e4mmung hat sich vor allem beim Pellets-Verbrauch ausgewirkt. Im Energiekonzept war ein Jahresverbrauch von 12 t prognostiziert worden. Im ersten Betriebsjahr wurden aber nur 8 t verbraucht, Ersparnis 33 %. Selbst wenn man den CO2-Aussto\u00df f\u00fcr die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Pellets mit 0 ansetzen kann, ergibt sich durch einen solchen sparsamen Verbrauch eine weitere Schonung von Ressourcen, z. B. weniger Energieverbrauch f\u00fcr Herstellung und Transport der Pellets. Weil jetzt ausreichend W\u00e4rmeenergie zur Verf\u00fcgung steht, wurde der vorhandene Kachelofen nicht mehr genutzt und damit ebenfalls die Umweltbelastung reduziert. Mit der verf\u00fcgbaren Pelletheizung fiel auch der Strombedarf von 9077 kW\/a f\u00fcr die Erzeugung von Warmwasser  weg.<br \/>\n3.\tK\u00fcchenger\u00e4te<br \/>\nDie Auswahl energiesparender K\u00fcchenger\u00e4te f\u00fchrte im ersten Betriebsjahr, trotz gestiegener Zahlen f\u00fcr \u00dcbernachtungen und Tagesg\u00e4ste, zu einer Reduzierung des Gasbedarfs um 10% von 1.700 kg auf 1.525 kg.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tAuf dem 4. Internationalen Fachseminar Umweltgerechte Konzepte f\u00fcr Berg- und Schutzh\u00fctten 2004 in Benediktbeuern wurde eine Kurzdarstellung der Zielsetzung des Projektes pr\u00e4sentiert.<br \/>\n&#8211;\tBei den Informationen f\u00fcr die \u00f6rtliche Presse wurde auf die umweltrelevanten Zielsetzungen des Sa-nierungsprojektes und die F\u00f6rderung durch die DBU entsprechend hingewiesen.<br \/>\n&#8211;\tDie Ergebnisse des Projektes bez\u00fcglich der umweltrelevanten Themen sind auf den Internetseiten unserer Sektion (www.dav-wolfratshausen.de; H\u00fctte, Generalsanierung, umweltrelevante Ma\u00dfnah-men) dokumentiert.<br \/>\n&#8211;\tDiese Informationen fanden auch Eingang in das Informationsblatt Umweltma\u00dfnahmen bei der Generalsanierung der Wolfratshauser H\u00fctte; es wurde an die umliegenden Gemeinden, DAV-Sektionen und weitere Interessierte verteilt. Au\u00dferdem werden die Flyer auf unserer H\u00fctte und der Kletterhalle in Bad T\u00f6lz ausgelegt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die bisherigen Erfahrungen auf der Wolfratshauser H\u00fctte haben gezeigt, dass die verwendeten L\u00f6sungen f\u00fcr Bergh\u00fctten in vergleichbaren H\u00f6henlagen geeignet sind. Die Sektion Wolfratshausen verf\u00fcgt jetzt mit den von der DBU gef\u00f6rderten Ma\u00dfnahmen zur W\u00e4rmed\u00e4mmung und der Pelletheizung \u00fcber eine zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sung f\u00fcr die Energieversorgung der Wolfratshauser H\u00fctte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlass des Vorhabens waren M\u00e4ngel bei der Energieversorgung f\u00fcr Heizung und Warmwasser und bei der Isolierung der Wolfratshauser H\u00fctte gegen W\u00e4rmeverluste. Die Zielsetzung bei den Sanierungs-Ma\u00dfnahmen lag schwerpunktm\u00e4\u00dfig &#8211; bei der Minimierung des W\u00e4rmebedarfs der H\u00fctte durch geeignete D\u00e4mmma\u00dfnahmen und &#8211; beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe f\u00fcr Heizung und Warmwasserbereitung. Ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[1266,51,53],"class_list":["post-23661","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-grenzueberschreitend","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"17400\/55","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"17400-55.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"60.822,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Deutscher Alpenverein (DAV) e. 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