{"id":23660,"date":"2023-09-21T10:32:02","date_gmt":"2023-09-21T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-54\/"},"modified":"2023-09-21T10:32:04","modified_gmt":"2023-09-21T08:32:04","slug":"17400-54","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-54\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme auf ausgew\u00e4hlten Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel des Niedersachsenhauses auf 2.471 m \u00fc. NN in der Goldberggruppe der Hohen Tauern\/ \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war es, die Energieversorgung (Heizung, Warmwasser, Strom) auf dem Niedersachsenhaus durchg\u00e4ngig zu verbessern bzw. \u00fcberhaupt zu erm\u00f6glichen. Bis dato vorhanden waren ein Dieselaggregat, eine thermische Solaranlage und eine Fotovoltaikanlage. Das Dieselaggregat versorgte im Wesentlichen den Antrieb der Materialseilbahn sowie vorhandene Gro\u00dfverbraucher und auch die Batterieanlage. Die Solaranlage versorgte die K\u00fcche zum Teil mit Warmwasser \u00fcber einen Speicher. Die Fotovoltaikanlage versorgte die Batterien f\u00fcr die Niederspannungsbeleuchtung. Kochger\u00e4te wurden \u00fcber Gas betrieben, ein Holzherd war die zentrale Warmwasserversorgung f\u00fcr den K\u00fcchengebrauch.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Warmwasserversorgung und die Heizk\u00f6rper f\u00fcr G\u00e4ste waren nur \u00e4u\u00dferst eingeschr\u00e4nkt nutzbar und erfolgten nur bei ausreichendem Speicherangebot. Die Brauch- und Trinkwasserversorgung (UV-Anlage) erfolgt durch eine Quellfassung mit Pumpen und ausreichenden Speichervolumen au\u00dferhalb des Hauses. Die prim\u00e4re Brauchwasserversorgung wird durch Zisternen im und am Haus sichergestellt. Mittels eines Abwasserkanals werden K\u00fcchen &#8211; und Sanit\u00e4rw\u00e4sser ins Tal geleitet. Ein Fettabscheider ist vorgeschaltet. Um eine \u00f6kologisch und vollst\u00e4ndige Energieversorgung zu erreichen, erstellte in Absprache mit dem Hauptverein des DAV die Firma Siemens\/Linz ein Energiekonzept als erweiterte Insell\u00f6sung mit dem Schwerpunkt der umweltgerechten Energieversorgung (Raps\u00f6l) und gleichzeitiger Optimierung der Energieverbraucher. Dieses Konzept war darauf ausgelegt, das vorhandene Dieselaggregat durch eine Raps\u00f6lmaschine zu ersetzen und nachgeschaltete Techniken (Wechselrichter und Steuerungen) und vorhandene Fotovoltaik- und Batterieanlage zu kombinieren und zu vervollst\u00e4ndigen. Die W\u00e4rmeabgabe des BHKW war dabei f\u00fcr die Brauchwassererw\u00e4rmung und die Heizungsanlage vorgesehen.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Umbauten innerhalb des Hauses bestanden darin, die Elektroschaltzentrale im Erdgeschoss auszubauen und eine Wechselrichteranlage mit den Steuerungen und Verbindungen einzubauen. Fluchtwegbeleuchtungen in den Fluren und im Treppenhaus wurden gleichzeitig installiert. Eine Optimierung des gesamten Niederspannungsbereiches erfolgte ebenfalls. F\u00fcr die Warmwasserbereitung und -speicherung wurden Pufferschichtenspeicher eingebaut, um den thermischen Tagesbedarf vorzuhalten. Hierzu musste im 1. OG ein Sanit\u00e4rraum statisch angepasst werden. Zur Lastabtragung des Speichervolumens waren erhebliche Eingriffe (Stahltr\u00e4gerinstallationen mit Stahlbeton) in das Tragwerk notwendig. Im Kellergeschoss wurden getrennte Sanit\u00e4rraume geschaffen, hierf\u00fcr musste ein Winterraum umgebaut werden. Auch die Toilettenanlagen wurden saniert (L\u00fcftung, wasserloses Urinal etc.). Die vorhandenen zwei Duschen wurden mit Zeit- und M\u00fcnzautomaten versehen. <\/p>\n<p>F\u00fcr das Raps\u00f6laggregat mit dem dazugeh\u00f6rigen Lagerungsvolumen (2.000 l) musste ein separates Betriebsgeb\u00e4ude an dem vorhandenen Seilbahngeb\u00e4ude erstellt werden. Hierzu plante das Architekturb\u00fcro Aigner ein Geb\u00e4ude mit flachem Satteldach im \u00fcblichen Baustil (Massivbau mit L\u00e4rchenholzverschindelung und Blechfalzdach). Das Geb\u00e4ude hat drei von au\u00dfen zug\u00e4ngliche R\u00e4ume (BHKW, Raps\u00f6llager, Abstellraum). Hierzu musste der Felskamm abgestemmt werden. Alle baubeh\u00f6rdlichen und gewerbe-rechtlichen Genehmigungen wurden eingeholt und erteilt. Alle Einzelgewerkvergaben erfolgten nach be-schr\u00e4nkten Ausschreibungen an heimische Betriebe. Der Architekt war mit Planung und Bauleitung beauftragt. Gro\u00dftransporte erfolgten mittels Hubschraubereinsatzes, Kleintransporte mit der sektionseigenen Materialseilbahn.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach Erteilung rechtlicher Genehmigungen, der Zustellung des F\u00f6rderbescheides und der durchgef\u00fchrten Ausschreibungen wurde im Juni 2005 mit den Ma\u00dfnahmen begonnen. (Betriebsgeb\u00e4ude, BHKW, Elektrotechnik und Warmwasserbereitung). Die Hochbauma\u00dfnahme konnte noch 2005 abgeschlossen werden, die Maschinentechnik etc. war Ende September 2006 fertig gestellt (reine Bauzeiten nur rund f\u00fcnf Monate, Verz\u00f6gerungen durch Witterungseinfl\u00fcsse, Austausch der Batterieanlage und defekte Materialseilbahn).<br \/>\nAb Juli 2007 mussten wiederholt Anpassungen der Technik vorgenommen worden. Es traten immer wieder St\u00f6rungen auf, die vom Planer und dem ausf\u00fchrendem (Fa. Siemens) z\u00f6gerlich untersucht und be-hoben wurden. Im September 2007 erfolgte eine Abnahme, die noch eine Anpassung der Raps\u00f6lzufuhr erforderlich machte. Der fr\u00fche Wintereinbruch 2007 verhinderte weitere Abnahmen durch den H\u00fcttenreferenten. Die Probel\u00e4ufe in 2007 zeigten aber, dass eine Optimierung der energetischen H\u00fcttenversorgung eingetreten war. Die Probel\u00e4ufe und die Betriebserfahrungen in 2008 und 2009 belegten die erzielte Optimierung der energetischen H\u00fcttenversorgung. Die Verbrauchsanpassungen unter Austausch von Einrichtungen des Gastbetriebes in Bezug auf das umgesetzte Energiekonzept zeigten Wirkung in den Energieaufwendungen und im Ablauf des H\u00fcttenbetriebes. Die Betriebsabl\u00e4ufe der H\u00fctte und K\u00fcche wurden nicht mehr eingeschr\u00e4nkt oder gest\u00f6rt. Die Versorgung der Waschr\u00e4ume mit Warmwasser, der neuen L\u00fcfter f\u00fcr den Betrieb des Trockenraumes und die ausreichende Beheizung der ganzen H\u00fctte sind nun gleichzeitig gew\u00e4hrleistet. Bei geringerem Energieverbrauch ist eine deutlich bessere Nutzung der eingesetzten Energiezufuhr mit dem umweltfreundlichen Raps\u00f6l, der Fotovoltaik- und thermische Solaranlage sowie der Nutzung der Abw\u00e4rme m\u00f6glich geworden. Bedingt durch den Wechsel der H\u00fcttenwirte konnten genaue Verbrauchszahlen zu Raps\u00f6l und KW-Leistung ab der Saison 2010 durchg\u00e4ngig aufge-zeichnet und weitergegeben werden. Die baubeh\u00f6rdliche Abnahme fand im Jahr 2010 statt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Sektion bereitete f\u00fcr das 9. Internationale Fachseminar in Benediktbeuern am 28. Februar 2009 einen Vortrag zum Demonstrationsprojekt vor (siehe Tagungsband des ZUK auf den Seiten 179 &#8211; 185). Die Ergebnisse des Projektes wurden dar\u00fcber hinaus im Rahmen des 10. Internationalen Fachseminars Umweltgerechte Ver- und Entsorgungskonzepte f\u00fcr Berg- und Schutzh\u00fctten am 19. Februar 2010 im ZUK Benediktbeuern von der Sektion Hannover pr\u00e4sentiert. Das Demonstrationsprojekt ist einschlie\u00dflich Diskussion im Tagungsband des ZUK auf den Seiten 85 &#8211; 99 ausf\u00fchrlich dargestellt. Das am 11.08.2008 erschiene Begleitbuch Umwelttechnik f\u00fcr alpine Berg- und Schutzh\u00fctten der DBU zur F\u00f6rderinitiative enth\u00e4lt das H\u00fcttenportrait des Niedersachsenhauses auf den Seiten 267 &#8211; 271.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das vorhandene Dieselaggregat wurde 2007 verkauft und abgeflogen. Das Niedersachsenhaus wird nun mit einer innovativen und regenerativen Energieversorgungsanlage betrieben. Der herk\u00f6mmliche Betrieb mit fossilen Dieselkraftstoffen oder Heiz\u00f6l ist damit ausgeschlossen und der maximale Energieverbrauch durch die BHKW-Leistung auf viele Jahre sinnvoll auf ein vern\u00fcnftiges Ma\u00df begrenzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war es, die Energieversorgung (Heizung, Warmwasser, Strom) auf dem Niedersachsenhaus durchg\u00e4ngig zu verbessern bzw. \u00fcberhaupt zu erm\u00f6glichen. Bis dato vorhanden waren ein Dieselaggregat, eine thermische Solaranlage und eine Fotovoltaikanlage. Das Dieselaggregat versorgte im Wesentlichen den Antrieb der Materialseilbahn sowie vorhandene Gro\u00dfverbraucher und auch die Batterieanlage. 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