{"id":23656,"date":"2023-07-13T15:23:51","date_gmt":"2023-07-13T13:23:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22284-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:53","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:53","slug":"22284-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22284-01\/","title":{"rendered":"Geotope im Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung &#8211;\nNaturschutz und Besucherlenkung in ausgew\u00e4hlten Geotopen des Nationalen Geoparks Harz-Braunschweiger Land- Ostfalen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch die Zertifizierung von Nationalen Geoparks in Deutschland gelangen Geotope in das vielschichtige Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung. Hierbei handelt es sich um die Interessenlagen des Umwelt- und Geotopschutzes, des (Geo-)Tourismus und der unterschiedlichen Arten der Freizeitnutzung sowie der Rohstoffsicherung. \u00dcbergeordnetes Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Naturschutz- und Besucherlenkungskonzepten und deren Umsetzung an ausgew\u00e4hlten Geotopen im Geoparkgebiet, die eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung aufweisen. Dadurch soll eine nachhaltige F\u00f6rderung des sanften Tourismus sowie des naturvertr\u00e4glichen Freizeitangebots erreicht werden. Dies ist von gro\u00dfer Bedeutung, da schon ohne die Geoparkentwicklung sehr sensible Bereiche von Geotopen gro\u00dfe Probleme mit den Belastungen durch ein normales Besucheraufkommen hatten bzw. haben.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Schritt werden die zu bearbeitenden Geotope einer Neuaufnahme und Neubewertung unterzogen, die auf den klassischen Kriterien der Geotopausweisung (Ad-hoc-AG Geotopschutz, 1996) aufbaut, weiterhin aber auch Biotopkartierungen mit Artenlisten (Auftragsarbeiten) und die Ermittlung des geodidaktischen Werts des Geotops einschlie\u00dft. Daraufhin werden die konkurrierenden Interessenlagen wie Natur-\/Biotopschutz, Rohstoffnutzung\/Nachnutzung, Umweltbildung und Geodidaktik, Freizeit und Tou-rismus, sowie Wissenschaft in je einer objektbezogenen Konfliktanalyse dargestellt. Als Ergebnis daraus ist jeweils eine Bewertung der Konfliktsituation vorzunehmen, in der die Interessenlagen abzuw\u00e4gen sind und ein ma\u00dfgeschneidertes und umsetzbares Konzept zur weiteren Bearbeitung erstellt wird. Inhalt der Konzepte werden unter anderem Vorschl\u00e4ge zur Besucherlenkung, zielgruppenorientierte Umweltbildung, Erstellung von Begleitschriften und Erlebnispfaden etc., Schulung von Personal und Evaluationen der Produkte sein.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der im Projektantrag beschriebene Zeitrahmen erwies sich als realistisch und die gesetzten Arbeitsziele konnten erreicht werden. Durch eine Kooperation mit einem Projekt der ARGEn Salzgitter, Wolfenb\u00fcttel und Braunschweig (das 50Top!-Projekt f\u00fcr Arbeitslose \u00fcber 50), konnten sogar noch weitere Geotope in das Projekt aufgenommen und somit eine h\u00f6here Anzahl an Geotopen bearbeitet werden, als dies urspr\u00fcnglich geplant war. Konzepterstellung und Konzeptumsetzung: Im Rahmen des Projekts wurden neun Geotope bearbeitet. Die Konzepterstellung f\u00fcr die jeweiligen Geotope war mitunter problematisch, da sie von zahlreichen \u00e4u\u00dferen Faktoren abh\u00e4ngig war. Dies f\u00fchrte immer wieder zu Verz\u00f6gerungen im Ablaufplan.<br \/>\nPlanung und Aufbau von Erlebnispunkten: In etwa der H\u00e4lfte der F\u00e4lle konnten als ein Endergebnis der Projektarbeit geotouristische Produkte in Form von Geo-\/Erlebnispfaden, Geopunkten und Brosch\u00fcren installiert bzw. erstellt werden. Bei der anderen H\u00e4lfte kamen die Planungen aufgrund des Naturschutzes, der Eigentumsverh\u00e4ltnisse oder der wirtschaftlichen Nutzung in den Geotopen gar nicht erst bis zur Er-stellung von geotouristischen Produkten. Doch genau dieses Nichterreichen werten wir als ein wichtiges Ergebnis des Projekts, weil es zeigt, dass es bei weitem nicht m\u00f6glich ist, \u00fcberall dort Geotope zu nutzen, wo es aus geotouristischer Sicht w\u00fcnschenswert bzw. sinnvoll w\u00e4re.<br \/>\nKooperationspartner: Ein nicht zu untersch\u00e4tzender Faktor eines Projektfortschritts ist die Kooperationsbereitschaft und das bereitgestellte zeitliche Arbeitsvolumen der \u00c4mter und Beh\u00f6rden. Die Naturschutzbeh\u00f6rden zeigten sich dem gegen\u00fcber dem Projekt und den damit verbundenen Anforderungen in den meisten F\u00e4llen aufgeschlossen und kooperativ. Entt\u00e4uschend dagegen verlief die Zusammenarbeit mit dem offiziellen Kooperationspartner, dem Landesamt f\u00fcr Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), zur Zeit der Antragsstellung noch das Nieders\u00e4chsische Landesamt f\u00fcr Bodenforschung (NLfB).<br \/>\nAus- und Fortbildung der Geoguides: Beabsichtigt war, neue Geoguides zu gewinnen und die bestehenden Naturguides weiter als solche zu besch\u00e4ftigen. Es wurde angenommen, dass sich leicht Interessenten f\u00fcr die Geoguide-Ausbildung finden lie\u00dfen. Dies stellte sich jedoch als Fehleinsch\u00e4tzung heraus. Den meisten fachfremden Interessenten war das Thema Geologie viel zu komplex und auch zu schwierig (Geologie hab ich schon in der Schule gemieden). Auch die schon in der Umweltbildung t\u00e4tigen Mitarbeiter waren am Anfang sehr z\u00f6gerlich, nahmen aber schlie\u00dflich doch mit gro\u00dfer Begeisterung an der Ausbildung teil. Dadurch, dass der bestehende Mitarbeiterstamm sehr viel Erfahrungswissen in Naturerlebnisp\u00e4dagogik, Rhetorik und mitbrachte, konnte gemeinsam ein tragf\u00e4higes Fundament f\u00fcr ein Geodidaktik-Programm aufgebaut werden.<br \/>\nUm dieser erfolgreichen Arbeit einen ad\u00e4quaten Rahmen zu verschaffen, plant FEMO ein weiterf\u00fchrendes dreij\u00e4hriges Ausbildungsprogramm Geoguides<br \/>\nVom Leitfaden Geotope zu einer Imagebrosch\u00fcre f\u00fcr den Geotourismus\/Geotopschutz: Anhand der Ergebnisse und Erfahrungen, die im Rahmen des Projekts gewonnen werden konnten, wurde eine Imagebrosch\u00fcre Vom GeoPotenzial zum GeoErlebnis konzipiert, die die Begeisterung f\u00fcr den Umgang mit dem Naturerbe wecken, die wichtigsten Fakten vermitteln und die Interessierten dazu bringen soll, ihr Geotopprojekt in Kooperation mit dem Geopark umzusetzen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>o\tPr\u00e4sentation auf Informationstafeln der Geopunkte<br \/>\no\tZeitungsartikel der regionalen Presse<br \/>\no\tPosterpr\u00e4sentationen auf Fachtagungen<br \/>\no\tVer\u00f6ffentlichungen in der Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Geowissenschaften<br \/>\no\tVer\u00f6ffentlichungen in Tagungsb\u00e4nden<br \/>\no\tFernsehberichte<br \/>\no\tBewerbung der Angebote \u00fcber den Veranstaltungskalender von FEMO oder unter femo-online.de<br \/>\no\tBewerbung der Angebote \u00fcber Messest\u00e4nde auf den deutschen und regionalen Tourismusmessen.<br \/>\no\tVerbreitung des Projektinhalts \u00fcber die im Projekt ausgebildeten Geoguides<br \/>\no\tVerbreitung der Imagebrosch\u00fcre Vom GEOpotential zum GEOerlebnis<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Geotopprojekt verlief sehr erfolgreich. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Naturschutzbeh\u00f6rden, Umweltverb\u00e4nden, Gemeinden und St\u00e4dten konnte je nach Sachlage flexibel und im Sinne des Geotopprojektes, d. h. im Sinne von Schutz und Nutzung, entschieden werden. Die erfolgreiche Bearbeitung von neun Geotopen erbrachte einen deutlichen Wissenszuwachs f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Abw\u00e4gung, Planung und (eventuelle) Umsetzung von geotouristischen Produkten. Mit der Erstellung der Imagebrosch\u00fcre Vom GeoPotential zum GeoErlebnis &#8211; Heimische Landschaften f\u00fcr den Naturtourismus nutzbar machen verf\u00fcgt FEMO \u00fcber ein ansprechendes Medium, um f\u00fcr die Geotoparbeit und den Geotourismus im Sinne des Naturschutzes zu werben. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Umweltbildungsmodu-le waren so erfolgreich, dass FEMO zurzeit ein Folgeprojekt initiiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch die Zertifizierung von Nationalen Geoparks in Deutschland gelangen Geotope in das vielschichtige Spannungsfeld zwischen Schutz und Nutzung. 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