{"id":23652,"date":"2023-07-14T10:34:11","date_gmt":"2023-07-14T08:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22269-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:11","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:11","slug":"22269-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22269-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und modellhafte Erprobung einer innovativen Sanierungstechnologie f\u00fcr gegen\u00fcber Schadstoffeintrag empfindlichem Lettenkohlensandstein von Schloss Friedenstein (Th\u00fcringen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schloss Friedenstein in Gotha gilt als die gr\u00f6\u00dfte fr\u00fchbarocke Schlossanlage Deutschlands. An den in den Arkaden des Schlosses verbauten Lettenkohlensandsteinen (Unterer Keuper) sind starke Verwitterungen vorhanden. In der Restaurierung erweisen sich diese Steine bisher als problematisch und h\u00e4ufig treten nach der Durchf\u00fchrung von Sanierungen erneut Sch\u00e4den auf.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes sollen die Schadensph\u00e4nomene in Abh\u00e4ngigkeit von Steineigenschaften und der Exposition am Beispiel der Schlossarkaden erfasst und bewertet werden. Auf der Basis dieser Bewertung wird eine Sanierungstechnologie erarbeitet und erprobt. Die Erprobung der Reinigungs- und Konservierungstechniken erfolgt im Laborma\u00dfstab und an Musterachsen am Objekt. Neben der Konser-vierung von vorhandenen Steinoberfl\u00e4chen werden Steinerg\u00e4nzungsmaterialien und geeignete M\u00f6rtel f\u00fcr die Verfugung auf den Lettenkohlensandstein abgestimmt. In die Objektarbeit werden Studenten der Fachhochschule Erfurt, Fachbereiche Restaurierung und Bauingenieurwesen einbezogen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tLiteraturrecherche zu Eigenschaften und zum Verwitterungsverhalten von Lettenkohlensandstein sowie Auswertung von bekannten Sanierungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\n2.\tErfassung und Bewertung von Sch\u00e4digungen an den Arkaden sowie Untersuchung der Sch\u00e4den an den Sandsteinen, den vorhandenen M\u00f6rteln an und in den Pfeilern<br \/>\n3.\tRecherche zu Ersatzgesteinen f\u00fcr den Austausch stark gesch\u00e4digter Lettenkohlensandsteine sowie Untersuchungen zur Eignung dieser Alternativgesteine<br \/>\n4.\tUntersuchungen zur Reinigung und Konservierung unter Ber\u00fccksichtigung spezifischer Schadbilder sowie Durchf\u00fchrung von Untersuchungen im Labor und an Testfl\u00e4chen<br \/>\n5.\tEntwicklung eines M\u00f6rtelsystems zur Erg\u00e4nzung von Fehlstellen am Lettenkohlendsandstein, deren stoffliche Anpassung sowie Erprobung des Steinerg\u00e4nzungssystems an Testfl\u00e4chen am Objekt<br \/>\n6.\tErarbeitung von Randbedingungen f\u00fcr M\u00f6rtelrezepturen zur Ausbesserung von Mauererbereichen, Erarbeitung und Erprobung speziell angepasster Rezepturen an Testfl\u00e4chen<br \/>\n7.\tErprobung der entwickelten Sanierungstechnologie auf einer Musterachse an den Arkaden<br \/>\n8.\tBewertung der Testfl\u00e4chen und der Musterachse<br \/>\n9.\tDokumentation der Ergebnisse in Berichtsform, Vorbereitung und Durchf\u00fchrung eines Kolloquiums zur Verbreitung der Ergebnisse<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Oberfl\u00e4chensch\u00e4den:<br \/>\nSch\u00e4den sind vor allem an den Oberfl\u00e4chen der Lettenkohlensandsteine vorhanden. Es handelt sich um fl\u00e4chige Abschalungen, Absandungen und Abschuppungen. H\u00e4ufungen von Sch\u00e4den treten im Bereich von Fallrohren, \u00fcber Sockeln und \u00fcber Gesimsen auf.<br \/>\nDie Oberfl\u00e4chensch\u00e4den an den Sandsteinen sind teilweise \u00fcberarbeitet. Ausbesserungen erfolgten mit vorgesetzten Natursteinplatten oder M\u00f6rtelschichten. Dabei wurden andere Sandsteine als die im Bestand vorhandenen verwendet. Der Versatz erfolgte mit sehr festen M\u00f6rteln.<br \/>\nAuch die Fugen wurden mehrfach \u00fcberarbeitet. H\u00e4ufig sind auch daf\u00fcr sehr feste M\u00f6rtel verwendet wor-den.<br \/>\nSch\u00e4den im Inneren der Pfeiler:<br \/>\nIn den untersuchten Pfeilern war immer ein massiv aufgebauter Kern vorhanden. Durch Setzungen, die in der Vergangenheit aufgetreten sind oder immer noch auftreten, werden Abl\u00f6sungen von Steinschalen beg\u00fcnstigt. Auch Abl\u00f6sungen der \u00e4u\u00dferen Quaderschichten vom Kern der Pfeiler sind m\u00f6glich. \u00dcber sich \u00f6ffnende Fugen kann Wasser eindringen und Sch\u00e4digungsprozesse beschleunigen.<br \/>\nBelastung der Steinoberfl\u00e4chen mit Gips:<br \/>\nAls Quelle f\u00fcr Gips konnten gipshaltige M\u00f6rtel, die an den Au\u00dfenfl\u00e4chen f\u00fcr Ausbesserungen von Fugen und auch von Fehlstellen am Stein sowie im Inneren der Pfeiler als M\u00f6rtel zum Versetzen von Quadern verwendet wurden, festgestellt werden. Auch in Verf\u00fcllm\u00f6rteln sind partiell Gipsanteile nicht auszuschlie-\u00dfen.<br \/>\nEine weitere Quelle f\u00fcr Gips stellt die Umwelt dar. In allen Oberfl\u00e4chenbereichen von Sandsteinen sind erh\u00f6hte Gipsgehalte nachweisbar.<br \/>\nBelastung mit wasserl\u00f6slichen Salzen: Neben Gips konnten verschiedene Nitrate und Chloride als wasserl\u00f6sliche Salze nachgewiesen werden. Als Quellen sind F\u00e4kalien (Pferde auf dem Hof) und Streusalze anzunehmen. Prinzipiell deutet sich eine Zunahme der Gehalte in Richtung Pfeileroberfl\u00e4chen und mit der H\u00f6he der Pfeiler an. Die zum Arkadengang gerichteten Pfeilerseiten sind h\u00f6her belastet als die zur Hofseite exponierten Oberfl\u00e4chen.<br \/>\nFeuchtebelastung:<br \/>\nBei den Untersuchungen konnten in den Kernbereichen der Pfeiler immer h\u00f6here Materialfeuchten nachgewiesen werden als in den \u00e4u\u00dferen Mauerschalen. Wasser wird im Bereich der M\u00f6rtelauff\u00fcllungen im Inneren der Pfeiler besser kapillar transportiert als im Sandstein.<\/p>\n<p>Erprobung und Vorbereitung von Sanierungstechnologien:<br \/>\nZur Vorbereitung der Sanierungstechnologie wurden Informationen zu den Eigenschaften der Lettenkohlensandsteine gesammelt und Kennwerte ermittelt. Versuche zur Festigung und Konservierung sind ebenfalls ausgef\u00fchrt worden. F\u00fcr die Erg\u00e4nzung von Fehlstellen sind Recherchen zu Ersatzgesteinen f\u00fcr Vierungen durchgef\u00fchrt worden, und die Entwicklung eines Erg\u00e4nzungsm\u00f6rtels sowie einer Schl\u00e4mme f\u00fcr die Aufarbeitung kleiner Fehlstellen erfolgte.<br \/>\nGegenw\u00e4rtig l\u00e4uft die Erprobung der Sanierungstechnologie an gro\u00dffl\u00e4chigen Probefl\u00e4chen an den Arkaden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tMai 2005, Natursteintag in Osnabr\u00fcck, Vortrag zur Zielstellung des Projektes und 1. Ergebnissen,<br \/>\n&#8211;\tVer\u00f6ffentlichung im Buch Stein-Zerfall und Konservierung, S. 256-260<br \/>\n&#8211;\tDezember 2005, Vortrag im Rahmen eines Kolloquiums an der FH Hildesheim im Rahmen des DBU-Projektes Schilfsandstein Melle<br \/>\n&#8211;\tSeptember 2006, Natursteintag an der FH Erfurt, Vortrag zum Stande der Kenntnisse \/ Ver\u00f6ffentlichung im Tagungsband<br \/>\n&#8211;\tM\u00e4rz 2007, Natursteintag in Stuttgart, Vortrag zum Stand der Kenntnisse \/ Ver\u00f6ffentlichung im Tagungsband<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>&#8211;\tBei der Festigung zeigte sich, dass an vertikalen Oberfl\u00e4chen Eindringtiefen bis zu 4 cm erreicht werden k\u00f6nnen und die Sch\u00e4dingungszone somit bis zum ungesch\u00e4digten Kerngestein \u00fcberbr\u00fcckt werden kann. An gew\u00f6lbten Untersichten hingegen konnten diese Eindringtiefen trotzt ge\u00e4nderter Applikation nicht erreicht werden.<br \/>\n&#8211;\tDie Steinerg\u00e4nzungsm\u00f6rtel und Schl\u00e4mmen sind farblich und strukturell sehr gut an den vorliegenden Lettenkeupersandstein angepasst.<br \/>\n&#8211;\tGeeignetes Austauschmaterial f\u00fcr den rotbraunen Lettenkeupersandstein wurde erst zum Ende des Projektes gefunden. Zwischenzeitlich musste auf andere Sandsteine zur\u00fcckgegriffen werden. Mit den neuen, geeigneten Steinen wurde an 2 Musterpfeilern gearbeitet.<br \/>\n&#8211;\tWegen unvorhergesehener statisch bedingter Zwischenstandzeiten (Gr\u00fcndung der Pfeiler) konnten die Antragungen erst im Sp\u00e4tsommer 2007 aufgebracht werden. Eine erste Zwischenkontrolle, die m\u00f6glichst nach dem Winterhalbjahr erfolgen sollte, ist daher erst im Februar, kurz vor Ende des Projektesmachbar. Die Ergebnisse werden aber in den Abschlussbericht und in das Kolloquium mit einflie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schloss Friedenstein in Gotha gilt als die gr\u00f6\u00dfte fr\u00fchbarocke Schlossanlage Deutschlands. An den in den Arkaden des Schlosses verbauten Lettenkohlensandsteinen (Unterer Keuper) sind starke Verwitterungen vorhanden. In der Restaurierung erweisen sich diese Steine bisher als problematisch und h\u00e4ufig treten nach der Durchf\u00fchrung von Sanierungen erneut Sch\u00e4den auf. 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