{"id":23629,"date":"2023-09-24T10:32:05","date_gmt":"2023-09-24T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22191-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:07","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:07","slug":"22191-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22191-01\/","title":{"rendered":"Umweltbildung f\u00fcr behinderte Menschen &#8211; Aufbau einer Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte f\u00fcr Naturerleben"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>F\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderungen fehlen Einrichtungen, die integrative Angebote der Umweltbildung vorhalten. In der ehemaligen Jugendherberge Bremerv\u00f6rde, die nach einer gr\u00fcndlichen Sanierung und Erweiterung als Integrationsunternehmen Ostel -Jugendhotel neu er\u00f6ffnet wird, soll ein erweitertes Umweltbildungsangebot entwickelt und erprobt werden, dass insbesondere durch mehrt\u00e4gige und m\u00f6glichst ganzheitliche Programme das Naturverst\u00e4ndnis vertieft, durch integrative Ans\u00e4tze das Zusammenf\u00fchren von behinderten und nicht behinderten Menschen f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektvorlauf: Schaffung von behindertengerechten Projektr\u00e4umen mit entsprechender medialer Ausstattung. Ausarbeitung inhaltlich geschlossener Wochenprogramme und Unterrichtsmaterialien, Anpassung an die Behindertenarbeit durch Differenzierung verschiedener Leistungsstufen. Qualifizierung der am Projekt beteiligten Mitarbeiter im wechselseitigen Austausch der behinderten- und umweltp\u00e4dagogischen Inhalte.<br \/>\nDurchf\u00fchrungsphase: Erprobung und \u00dcberpr\u00fcfung der entwickelten Programme in verschiedenen Integrationssituationen. Hohe Bedeutung kommt der parallelen Ausbildung von Multiplikatoren zu. So werden die Gruppenbetreuer durch vor- und nachbereitende Gespr\u00e4che sowie \u00fcber die enge Einbindung in die Lernprogramme praktisch geschult. Durch die systematische Ausbildung sollen auch behinderte Menschen soweit ausgebildet werden, dass sie in der Lage sind in den Lernprogrammen ihre Erfahrungen an andere Teilnehmer weiterzugeben. Durch Evaluation werden das Umweltbildungsangebot und die Multiplikatorenausbildung \u00fcberpr\u00fcft und optimierend gesteuert.<br \/>\nAuswertungsphase: Zusammenstellung und Dokumentation der Ergebnisse der Lernprogramme und Evaluation. Vervollst\u00e4ndigung des Pr\u00e4sentationsmaterials und der Praxisanleitungen. \u00d6ffentliche Vorstellung der Projektergebnisse.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ergebnisse<\/p>\n<p>&#8211; Das Geb\u00e4ude und die Projektr\u00e4ume f\u00fcr die Ansiedlung der Bildungs- und Begegnungsst\u00e4tte wurde im M\u00e4rz 2007 nach einj\u00e4hriger Bauzeit fertig gestellt und k\u00fcnftig unter dem Namen &#8220;OstelJugendhotel Bremerv\u00f6rde&#8221; gef\u00fchrt. Das Geb\u00e4ude ist barrierefrei ausgebaut, verf\u00fcgt \u00fcber insgesamt vier ausgestattete Seminar- und Projektr\u00e4ume sowie \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten in 122 Betten verteilt auf 27 Zimmer.<br \/>\n&#8211; Der Betrieb des Hauses ist seit 2007 als Integrationsunternehmen vom Nieders\u00e4chsischen Integrationsamt anerkannt. Besch\u00e4ftigt werden insgesamt elf Mitarbeiter. F\u00fcnf Arbeitspl\u00e4tze sind Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen vorbehalten.<br \/>\n&#8211; Im Verlauf des ersten (Teil-) Betriebsjahres 2007 gab es im Ostel Jugendhotel insgesamt 7.987 \u00dcbernachtungen, die sich wie folgt aufteilen: Vorschule, Primarstufe (2.987); Sek I\/II (2.126); Lehrg\u00e4nge (730); Gruppen, Freizeiten (1.006); Familien, Einzelg\u00e4ste (1.138). Davon Gruppen mit Menschen mit Behinderungen: Lehrg\u00e4nge, Tagung (221); Gruppen, Freizeiten (312); Schulen Sekundarstufe I\/II (192), das sind 9 % der Gesamt\u00fcbernachtungen.<br \/>\n&#8211; Im Folgejahr 2008 ergaben sich insgesamt 12.422 \u00dcbernachtungen, davon Schulen und Integrationsklassen 6.038, Tagungen 1.551, Freizeiten, Familien und Einzelg\u00e4ste 2.109 sowie 2.156 \u00dcbernachtungen im Rahmen von Veranstaltungen f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen.<br \/>\n&#8211; Im Jahr 2009 wurden 11.751 \u00dcbernachtungen und damit ein leichter R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Vorjahr, registriert. Ursache dieses R\u00fcckgangs waren die schulischen Ferienzeiten und die Feiertage im Fr\u00fchjahr, die etwa vier Wochen Hauptbuchungszeit unattraktiv werden lie\u00dfen.<br \/>\n&#8211; F\u00fcr das laufende Jahr 2010 k\u00f6nnen durch den jetzigen Buchungsbestand weit \u00fcber 14.000 \u00dcbernachtungen erwartet werden.<br \/>\n&#8211; Im Rahmen des Bildungsansatzes wurden von der Tr\u00e4gergemeinschaft verschiedene mehrt\u00e4gige Bildungsprogramme unter den Oberthemen &#8220;Die Elemente des Lebens&#8221; und &#8220;Die Welt der Sinne&#8221; in Form von Halbtagesmodulen speziell f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen ausgearbeitet und durchgef\u00fchrt. Im Projektverlauf wurden weitere Programme (&#8220;Natur erleben&#8221;, &#8220;Betrieblicher Umweltschutz&#8221;) entwickelt, bzw. die Angebotsstruktur den Anforderungen angepasst<br \/>\n&#8211; Unter den genannten Oberthemen wurden in den Projektjahren bis M\u00e4rz 2010 insgesamt 142 Veranstaltungen mit weit \u00fcber 1.000 Teilnehmern und 184 Betreuern durchgef\u00fchrt.<br \/>\n&#8211; Die erste Qualifizierung von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zu Assistenten der Umweltbildung wurde im M\u00e4rz 2008 abgeschlossen. Ein weiterer, etwas ver\u00e4nderter Schulungsdurchgang mit zun\u00e4chst 5, dann 4 Teilnehmern wurde im August 2009 durchgef\u00fchrt. Inzwischen haben 7 der 8 Absolventen bis M\u00e4rz 2010 bei \u00fcber 50 ein- und mehrt\u00e4gigen Veranstaltungen mitgewirkt.<br \/>\n&#8211; Ausarbeitung eines neuen Ausbildungsmoduls zum &#8220;Assistenten im betrieblichen Umweltschutz&#8221;. Der 120 Unterrichtsstunden umfassende Lehrgang f\u00fcr beeintr\u00e4chtigte Mitarbeiter von Werkst\u00e4tten wurde in Kooperation mit der Lebenshilfe entwickelt und soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, Ziele des betrieblichen Umweltschutzes umzusetzen und ihre Kollegen zum Mithandeln anzuregen.<br \/>\n&#8211; Vier jeweils einw\u00f6chige Fortbildungen mit 35 Unterrichtsstunden f\u00fcr Assistenten im betrieblichen Umweltschutz wurden im November 2009 sowie im M\u00e4rz 2010 mit insgesamt 53 Teilnehmern und 7 Betreuern durchgef\u00fchrt. Diese Wochenprogramme wurden von Werkstatt-Besch\u00e4ftigten aus mehreren Bundesl\u00e4ndern besucht und werden in Vertiefungsfortbildungen 2011 fortgesetzt. Zudem dienten sie auch der konzeptionellen Programmerprobung und \u00dcberpr\u00fcfung.<br \/>\n&#8211; Die Evaluation zum Selbstkonzept der Assistenten wurde im Dezember 2009 mit einer dritten Interviewrunde abgeschlossen. Sie bescheinigte dem Projekt, dass die Teilnehmer von der durchgef\u00fchrten Assistenzausbildung f\u00fcr ihre Entwicklung profitieren.<br \/>\n&#8211; Im Februar 2009 wurde eine 30st\u00fcndige Folgeschulung mit den ausgebildeten Assistenten durchgef\u00fchrt.<br \/>\n&#8211; Im M\u00e4rz 2010 wurde eine 120-st\u00fcndige Ausbildung von 11 Werkstattbesch\u00e4ftigten zu Assistenten im betrieblichen Umweltschutz begonnen, bei der der Einsatz der Assistenten auch in den Werkst\u00e4tten begleitet und evaluiert wird.<br \/>\n&#8211; Die Datenerhebung zur Evaluation wurde mit Leitfaden gest\u00fctzten Interviews von ausgebildeten Assistenten und von Begleitpersonen, die an den mehrt\u00e4gigen Veranstaltungen der Einrichtung teilnahmen, abgeschlossen. Die Auswertung der gewonnenen Daten wird zurzeit von der Leibniz Universit\u00e4t Hannover, Institut f\u00fcr Didaktik der Naturwissenschaft, vorgenommen und in einem Evaluationsbericht zusammengestellt.<\/p>\n<p>Diskussion<br \/>\nGerade in den ersten Jahren des Projektes hatte neben der Programmentwicklung vor allem das Herausfinden der richtigen Ansprechpartner in den Einrichtungen f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fcr unsere Programme eine gro\u00dfe Bedeutung, die mit der noch relativ unscharfen Definition der Zielgruppen direkt in Verbindung stand. Die Kommunikationswege besonders in den gro\u00dfen Einrichtungen und die z. T. sehr komplexen Wege zur Entscheidungsfindung erwiesen sich als Herausforderung f\u00fcr das Marketing. W\u00e4hrend die Informationen zu der neuen integrativen Einrichtung &#8220;Ostel Jugendhotel&#8221; relativ schnell \u00fcber diverse Wege (Interne Informationsdienste, Vortr\u00e4ge, Medienberichte, Druckerzeugnisse etc.) transportiert werden konnten, zeigte sich das Angebot &#8220;Umweltbildung f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen&#8221; als relativ schwer vermittelbar. Hier erwies sich tats\u00e4chlich die Messebeteiligungen und das Direktmarketing, d. h. das direkte Ansprechen und Informieren von Gruppenleitern und die Vorstellung des Bildungsangebotes in den Einrichtungen selbst, als bester Weg, Nachfrage zu erzeugen. So ergab sich auch ein genaueres Bild der Zielgruppen, die sich neben den schulischen Bereichen bei den Jugendlichen und Erwachsenen kurz als &#8220;Besch\u00e4ftigte in Werkst\u00e4tten&#8221;, &#8220;Berufsbildung&#8221; und &#8220;Teilnehmer an Ferienfreizeiten&#8221; unterscheiden lassen.<\/p>\n<p>Bei den Fortbildungen f\u00fcr betrieblichen Umweltschutz zeigt sich deutlich, dass sowohl f\u00fcr Mitarbeiter als auch Besch\u00e4ftigte das Thema &#8220;Umweltschutz und Klimawandel&#8221; einen realen Lebensbezug hat und Ankn\u00fcpfungspunkte im Werkstattalltag findet, bzw. die Teilnehmer bereits \u00fcber die Medien mit der Thematik an sich vertraut sind. Das bekannteste Thema aus diesem Bereich ist die M\u00fclltrennung im Betrieb, \u00fcber das fast alle Teilnehmer zu berichten wissen.<br \/>\nEin Ergebnis der mit dem Projekt verbundene Evaluation, f\u00fcr dieses Teilprojekt eine Befragung in Form eines Leitfaden gest\u00fctzten Interviews unter den Teilnehmern des ersten Fortbildungsgangs &#8220;Betrieblicher Umweltschutz&#8221;, zeigt, dass weit \u00fcber die H\u00e4lfte der Teilnehmer 2 Monate nach Ende der Fortbildung mit der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen des betrieblichen Umweltschutzes besch\u00e4ftigt waren oder bereits Ver\u00e4nderungen, wie den Einbau von Durchfluss begrenzenden Wassersprudlern und den Einsatz Energiesparlampen, in Angriff genommen hatten.<\/p>\n<p>Die Ausbildung und der Einsatz von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen als Mitgestalter und Lehrende bei der Umsetzung von Umweltbildungsprogrammen hatte als herausragendes Ziel des Projekts auch Modelcharakter. Verbunden mit den gemachten Erfahrungen beim Einsatz der Assistenten, den eindeutig positiven Reaktionen der teilnehmenden Sch\u00fcler und Lehrer, der Tatsache, dass die ausgebildeten Assistenten an zahlreichen Umweltbildungsprogrammen inzwischen mitgestaltend teilnehmen und damit die ihnen zugedachte Rolle bestens ergriffen und in ihrem Sinne erweitert noch haben, wurden die Erwartungen an dieses Vorhaben \u00fcbererf\u00fcllt. Die Assistenten waren motiviert und in der Lage, ihr angelerntes Wissen zu vermitteln. Als sehr wichtige Voraussetzung f\u00fcr den erfolgreichen Einsatz der Assistenten hat sich dabei eine kleinteilige Struktur des Umweltbildungsgramms erwiesen, die es erm\u00f6glicht, die Gruppe der Lernenden zu teilen und damit die Assistenten beim auf sich selbst gestellten Einsatz nur mit kleinen Teilgruppen zu konfrontieren. Im hier erprobten Programm &#8220;Elemente des Lebens&#8221; wurden dazu unter den Oberthemen und nach der Einf\u00fchrung in das Thema dezentrale Arbeitsstationen angeboten, die von den Sch\u00fclergruppen nacheinander durchlaufen werden mussten und an denen die Assistenten ihre speziellen Experimente und \u00dcbungen zeigen und deren Zusammenh\u00e4nge vermitteln konnten. Von diesem sicher gekonnten kleinen &#8220;St\u00fctzpunkt&#8221; aus, haben sich im Laufe der Zeit einige Assistenten beachtlich weit ge\u00f6ffnet und mittlerweile keine Scheu mehr, auch vor gr\u00f6\u00dferem Publikum ihr Wissen zu pr\u00e4sentieren.<br \/>\nGanz unproblematisch ist die organisatorische Konstellation von Werkstatt- und Au\u00dfenarbeitsplatzeins\u00e4tzen, in der sich die Assistenten ja befinden, weder f\u00fcr die Assistenten selbst, noch f\u00fcr die Arbeitsgruppen in den Werkst\u00e4tten: Die Assistenten werden durch ihre externen Eins\u00e4tze aus ihrem allt\u00e4glichen Rhythmus gebracht und brauchen zumindest in der Anfangsphase mehr Zeit f\u00fcr ihre Lebensplanung. Sie nehmen zudem einen besonderen, z. T. beneideten Status gegen\u00fcber ihren Kollegen ein und bilden auch durch die Sonderbehandlung innerhalb des Betriebes, die \u00f6ffentlichen Pr\u00e4senz etc. eine eigene Gruppe. F\u00fcr die Werkst\u00e4tten fehlen \u00fcber die Zeit der Eins\u00e4tze als Assistent die vor geplanten Leistungen, zumal die Assistenten eher aus dem leistungsst\u00e4rkeren Kreis der Mitarbeiter stammen. Zudem ergibt sich beim Tr\u00e4ger Lebenshilfe ein erh\u00f6hter Verwaltungsaufwand f\u00fcr Einsatzplanung und Leistungsabrechnung sowie Mehraufwand f\u00fcr Fahrdienstleistungen, den einige Assistenten in Anspruch nehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Ann\u00e4herung an das Generalziel, n\u00e4mlich der Verbesserung der Lebensbedingungen f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen durch das Projekt wurde auf den unterschiedlichsten Ebenen vollzogen, von denen die drei wichtigsten im Folgenden aufgef\u00fchrt sind:<br \/>\nSo wurden durch das Ostel Jugendhotel selbst Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen in einem Arbeitsumfeld geschaffen, die nur an sehr wenigen anderen Orten bislang vergleichbar existieren. Sie zeichnen sich durch die Zusammenarbeit mit den nicht beeintr\u00e4chtigten Mitarbeitern und die permanente Begegnung durch Kundenkontakt aus und wirken so in hohem Ma\u00dfe integrierend. Noch keiner der 5 besch\u00e4ftigten Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen des Ostel hat in den vergangenen 3 Jahren den eigenen Entschluss bereut, den besch\u00fctzen Arbeitsplatz in der Werkstatt gegen den im 1. Arbeitsmarkt zu tauschen. Das gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die nicht beeintr\u00e4chtigten Mitarbeiter des Hauses, in dem es noch keinen personellen Wechsel gab. Zusammen mit dem erreichten G\u00e4stemix von behinderten und nicht behinderten G\u00e4sten, der in der allt\u00e4glichen Nutzung des Hauses das Zusammentreffen von Menschen mit und ohne Beeintr\u00e4chtigungen verlangt, kann bei dieser Einrichtung von &#8220;gelebter Inklusion&#8221; gesprochen werden.<br \/>\nWeiterhin wurde aus der Bildungsarbeit des Projektes heraus eine deutliche Erh\u00f6hung der Vielfalt von Programmen f\u00fcr Umweltbildung oder anderen Bildungsangeboten, wie sie vom Bildungsnetzwerk der Lebenshilfe bef\u00f6rdert wird, eine Situation erreicht, die eine Verbesserung von Lebensqualit\u00e4t bedeutet. Die Umweltbildungsvielfalt konnte durch das Projekt zielgruppengerechter ausgearbeitet werden und erstreckt sich inzwischen auf die Bereiche Schule, Berufsbildung bis hin zu Freizeitgestaltung. Weitere neue Konzepte, wie das &#8220;Workcamp-Konzept&#8221; werden gerade den letztgenannten Bereich noch st\u00e4rken.<br \/>\nSchlie\u00dflich konnte durch den Einsatz der Assistenten ein ganz neuer Ansatz bei der Integration von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen erprobt und in eine erfolgreiche Umsetzung gebracht werden, der in seinen vielen Dimensionen weiter oben bereits beschrieben wurde und insbesondere f\u00fcr die Partizipierenden ganz neue Wege und M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, die auf viele andere Einrichtungen auch \u00fcbertragbar sind. <\/p>\n<p>Der kostendeckende Betrieb der Umweltbildung f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen war nur bei bestimmten Angeboten, wie dem Qualifizierungsangebot f\u00fcr betrieblichen Umweltschutz oder den Angeboten bei Freizeiten, gegeben. Grunds\u00e4tzlich die pro-Kopf- Kosten bei den Angeboten f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen anzuheben, wurde unter dem Primat der Gleichbehandlung ausgeschlossen, soweit sie sich auf einem der schulischen Umweltbildung vergleichbarem Niveau bewegen. Ohne diesen Grundsatz aufzugeben, k\u00f6nnten f\u00fcr die schulischen Umweltbildungsangebote lediglich solche im Vorfeld mit den der G\u00e4stegruppe abgestimmte Zusatzleistungen zur Durchf\u00fchrung, wie z. B. der erh\u00f6hte Betreuungsaufwand f\u00fcr einzelne Gruppen, kostengerecht realisiert werden, was bisher nicht berechnet wurde. Bei diesen Angeboten k\u00f6nnte auch der Leistungsumfang bei den Bildungsangeboten noch gesenkt werden, denn die zeitliche Dichte ganzer Wochenprogramme wurde von den Teilnehmern mehrfach als &#8220;zu eng&#8221; empfunden. Die Kostensituation versch\u00e4rft sich noch durch den hohen Zeitaufwand von durchschnittlich etwa 3 Stunden, der zur Vor- und Nachbereitung dieser Veranstaltungen angesetzt werden sollte. Dieser Kostenanteil lie\u00dfe sich allerdings \u00fcber die Zeit wohl noch verringern, wenn die Angebote wie in der schulischen Umweltbildung besser &#8220;eingefahren&#8221; sind. Anders dagegen k\u00f6nnen neu entwickelte Umweltbildungsprogramme, die im Umfeld der beruflichen Qualifizierung oder im Freizeitbereich angesiedelt sind, auch kostendeckend, bzw. entsprechend \u00dcberschuss erzeugend, kalkuliert und angeboten werden. Dass es hierf\u00fcr gen\u00fcgend Nachfrage gibt, wurde im Ergebnis des Projektes belegt. Mit dem Ziel, solche Programme in Zukunft auszubauen, wird die Umweltbildungsarbeit im Ostel Jugendhotel fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit zum Projekt wurden mehrfach Pressegespr\u00e4che anberaumt, die die allgemeinen Ziele und Inhalte des Projektes, die Arbeit des Beirats oder erfolgreiche Ma\u00dfnahmen wie den Abschluss der Assistentenausbildung zum Inhalt hatten. Mehrere Rundfunkbeitr\u00e4ge (NDR 1; nordwestradio) und umfangreiche Presseberichterstattung waren das Ergebnis.<br \/>\nDas Projekt bzw. die Bildungsangebote wurden auf verschiedenen Fachmessen, insbesondere solchen, die sich an Werkstatteinrichtungen der Behindertenhilfe (z. B. Werkstattmesse N\u00fcrnberg) und Schulen richten, pr\u00e4sentiert.<br \/>\nIm M\u00e4rz 2009 wurden bei einer zweit\u00e4gigen integrativen Fachtagung unter dem Motto Lust auf Natur wesentliche Projektergebnisse den etwa 46 Tagungsteilnehmern vorgestellt und durch praxisnahe Angebote Wege zur Umweltbildung f\u00fcr Menschen mit und ohne Beeintr\u00e4chtigungen intensiv erprobt und diskutiert.<br \/>\nIm April 2010 wurde ein Fernsehbeitrag des NDR (N3) zur Ausbildung von Assistenten f\u00fcr betrieblichen Umweltschutz gedreht und gesendet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt wurde ein Integrationsunternehmen mit einem breiten Umweltbildungsangebot f\u00fcr Menschen mit und ohne Beeintr\u00e4chtigungen aufgebaut, das bereits nach 3 Jahren an der Schwelle eines kostendeckenden Betriebes steht. Die Tr\u00e4ger der Bildungsarbeit haben sich unter dem Dach der Einrichtung vernetzt. Alle wesentlichen Projektziele wurden erreicht und werden in der Zukunft auch fortgef\u00fchrt und weiter entwickelt.<\/p>\n<p>Als Erfahrung aus dem Projekt hat sich herausgestellt, dass Umweltbildung f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen weniger eine Frage der Methoden und Inhalte ist, sondern dass es einer sehr klaren Zielgruppenansprache bedarf. Im vorliegenden Projekt wurden Angebote f\u00fcr den schulischen Bereich, den Berufsbildungsbereich und f\u00fcr Freizeiten entwickelt, um Teilnehmergruppen insbesondere f\u00fcr mehrt\u00e4gige Aufenthalte gezielt ansprechen zu k\u00f6nnen. Frei buchbare Angebote wurden erst angenommen, nachdem die Programminhalte einen konkreten Bezug zum Werkstatt-Alltag der meist erwachsenen Teilnehmer hatten. Eine Schwierigkeit des Marketings der Angebote besteht oft darin, dass die Entscheider nicht den Teilnehmern gleichzusetzen sind.<br \/>\nUmweltbildungsangebote f\u00fcr Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen sind keine Selbstg\u00e4nger, direkte Ansprache der Entscheider und intensives gezieltes Marketing sind notwendig, um gr\u00f6\u00dfere Nachfrage zu erzeugen. Allerdings entwickelt sich die Nachfrage \u00fcber die teilnehmenden Betreuer durch die Weitergabe der gewonnenen positiven Erfahrungen.<br \/>\nZum Kernpunkt des Projektes hat sich die Fortbildung von Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen zu Assistenten der Umweltbildung entwickelt. Waren sie anf\u00e4nglich nur f\u00fcr den Einsatz bei Umweltbildungsprogrammen mit Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen vorgesehen, haben sich die Assistenten f\u00fcr Umweltbildung im Projektverlauf durch ihre kompetente Mithilfe in der schulischen Umweltbildung bei Sch\u00fclern wie Programmleitern einen festen Platz erobert. Der Einsatz von Assistenten hat sich in verschiedensten Dimensionen bew\u00e4hrt: Ausbildung und Einsatz st\u00e4rken das Selbstwertgef\u00fchl, schaffen Verantwortungsbewusstsein und Kommunikations- und Handlungskompetenzen bei den Assistenten, wirken in hohem Ma\u00dfe integrierend und tragen die Inhalte und Anliegen der Umweltbildung \u00fcber die Assistenten weiter (Multiplikatorenfunktion). Der Einsatz von Assistenten wird auch k\u00fcnftig fortgef\u00fchrt und noch ausgebaut. \u00dcber den Assistenteneinsatz werden neue Arbeitsfelder er\u00f6ffnet, die zumindest f\u00fcr einen kleinen Teil von Menschen mit Behinderungen pers\u00f6nliche Entwicklungsm\u00f6glichkeiten erschlie\u00dfen und zudem ein Schritt f\u00fcr mehr Integration bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens F\u00fcr Menschen mit und ohne Behinderungen fehlen Einrichtungen, die integrative Angebote der Umweltbildung vorhalten. 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