{"id":23627,"date":"2023-07-13T15:23:24","date_gmt":"2023-07-13T13:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21575-13\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:25","slug":"21575-13","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21575-13\/","title":{"rendered":"Weiterverbreitung \u00f6kologischer Baustoffe durch Entwicklung eines geeigneten Fixativs und Weiterentwicklung eines maschinell verarbeitbaren braunen Lehmputzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>\u00b7\tVerbesserung der Akzeptanz von Lehmputzen bei Bauherrn, Architekten und Nutzern durch Verbesserung der mechanischen Eigenschaften.<br \/>\n\u00b7\tOptimierung eines Fixativs zur farblosen Verfestigung von Lehmputzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Lehmfertigputz<br \/>\n\u00b7\tBeschaffung von verschiedenen Tonmehlproben mit unterschiedlicher Klebekraft<br \/>\n\u00b7\tErstellen von Probek\u00f6rpern, Pr\u00fcfung der Druck- und Biegezugfestigkeit<br \/>\n\u00b7\tErg\u00e4nzende Pr\u00fcfung der Abriebfestigkeit und Haftzugfestigkeit<br \/>\n\u00b7\tGeeignete Proben werden anschlie\u00dfend auf Ihre Verarbeitungseigenschaften gepr\u00fcft<br \/>\n\u00b7\tAuswertung und Bericht<br \/>\n2. Lehmfixativ<br \/>\n\u00b7\tVergleichspr\u00fcfung von verschiedenen Fixativen<br \/>\n\u00b7\tHerstellung von Pr\u00fcfplatten<br \/>\n\u00b7\tPr\u00fcfung der Verarbeitbarkeit<br \/>\n\u00b7\tPr\u00fcfung der Wasseraufnahme<br \/>\n\u00b7\tPr\u00fcfung der Abriebfestigkeit<br \/>\n\u00b7\tAuswertung und Bericht<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1. Pr\u00fcfungen mit Lehmfertigputz<br \/>\nAufgabenstellung:<br \/>\nVerbesserung der mechanischen Eigenschaften des Lehmfertigputzes. Dadurch kann bei der breiteren Bev\u00f6lkerung eine h\u00f6here Akzeptanz dieses \u00f6kologischen Produktes erzielt werden. Die Verbesserung soll nicht mit Hilfe von chemischen Additiven und\/oder anderen Bindemitteln erreicht werden.<br \/>\nMaterialien:<br \/>\nEs wurden verschiedene Tone als Bindemittel gepr\u00fcft. Dabei waren diese Tone von der Mineralogie her unterschiedlich. Illit mit normaler Bindekraft und Montmorillonit mit h\u00f6herer Bindekraft aber auch h\u00f6herer Schwindung.<br \/>\nPr\u00fcfungen:<br \/>\nFolgende Pr\u00fcfparameter sollten ermittelt werden:<br \/>\nNassrohdichte, Ergiebigkeit, Wasserbedarf, Ausbreitma\u00df, Rissbildung, Haftzugfestigkeit, Abrieb, Schwindung, Oberfl\u00e4chenh\u00e4rte, Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit, Kugeldruckh\u00e4rte<br \/>\nPr\u00fcfmethodik:<br \/>\nDie von der M\u00f6rtelindustrie bekannten Pr\u00fcfmethoden mussten zum Teil doch sehr modifiziert werden. Beim Abriebtest wurde eine Apparatur nach Prof. Minke gebaut. Die Prismen wurden in speziellen Styropor-Formen hergestellt. Die gemessenen Werte sind mit den bisher publizierten, auch denen des Forschungsinstituts der Uni Kassel, vergleichbar. Damit konnten in der Praxis reproduzierbare Pr\u00fcfmethoden erfolgreich etabliert werden. Von dieser Basis ausgehend, k\u00f6nnen nun weitere Untersuchungen davon profitieren.<br \/>\nErgebnisse:<br \/>\nDie Probe mit dem h\u00f6chsten Wasseranspruch zeigte aber auch die h\u00f6chste Schwindung. Der bisher in der Produktion eingesetzte Lehm zeigt die geringste Schwindung, aber gleichzeitig auch gute Festigkeiten.<br \/>\nFazit:<br \/>\nAus der M\u00f6rtelpr\u00fcfung stammende Pr\u00fcfmethoden wurden erfolgreich beim Lehmputz eingef\u00fchrt, neue Methoden getestet. Dabei wurde der zur Zeit eingesetzte Lehm in allen Pr\u00fcfparametern gut beurteilt.<br \/>\nWeiteres k\u00fcnftiges Vorgehen:<br \/>\n\u00b7\tErprobung von Zusatzstoffen wie Holzfasern, Glimmer<br \/>\n\u00b7\tVergleich mit Marktprodukten<br \/>\n\u00b7\tweitere Pr\u00fcfungen praxisrelevanter Parameter wie Wasserr\u00fcckhalteverm\u00f6gen, Trocknungsverhalten und Haftzugpr\u00fcfung mit Maschinenm\u00f6rtel<br \/>\n2. Pr\u00fcfung von Fixativ auf Lehmspachtel<br \/>\nAufgabenstellung:<br \/>\nDas Fixativ hat die Aufgabe die Oberfl\u00e4che von Lehmputzen nachtr\u00e4glich zu verfestigen und den nat\u00fcrlichen Abrieb zu verringern. Gleichzeitig sollen die bauphysikalischen Eigenschaften des Lehmputzes nicht nachteilig beeinflusst werden.<br \/>\nHerstellung der Pr\u00fcfplatten<br \/>\nFermacell-Platten (Gipsfaserplatten) wurden mit einem Haftgrund vorbehandelt. Nach Trocknung wurde Lehmspachtel in den Farben wei\u00df und natur auf die Platten appliziert.Testmaterialien Marktg\u00e4ngige Fixative wurden untersucht.<br \/>\nVerarbeitung<br \/>\nDie Fixative wurden mit der B\u00fcrste aufgetragen. Dabei zeigten sich schon erste Unterschiede.<br \/>\nPr\u00fcfergebnisse<br \/>\n\u00b7\tWasseraufnahme<br \/>\nDer Auftrag des Fixativs soll die Wasseraufnahme des Putzes nicht extrem verschlechtern. Dazu wurde die Zeit gemessen, die ein Tropfen Wasser (0,1ml) ben\u00f6tigt, um ganz im Putz aufgesogen zu werden. Bei der unbehandelten Referenzprobe dringt das Wasser sofort in den Spachtel ein. Bei den verschiedenen Fixativen wurden teilweise sehr unterschiedliche Zeiten ermittelt.<br \/>\n\u00b7\tAbriebfestigkeit<br \/>\nWichtigster Messeffekt ist die Verringerung des nat\u00fcrlichen Abriebs, da die Bindekraft des Lehmspachtels einzig auf Ton und nicht auf anderen Bindemitteln oder chemischen Additiven beruht. In Analogie zu dem Verfahren von Prof. Minke wurde eine Apparatur gebaut, die den mechanischen Ab-rieb simuliert.<br \/>\nFazit:<br \/>\nDie Ergebnisse mit den verschiedenen Fixativen zeigte bei der Abriebfestigkeit unterschiedliche Resultate, wobei geringer Abrieb allein in der Beurteilung nicht reicht. Je nach Hersteller bzw. Additiv wurde auch die Verarbeitung und das Schwindverhalten manchmal auch negativ beeinflusst. Die Fixative haben bei der Untersuchung nicht ganz \u00fcberzeugt. Bei der Pr\u00fcfung von anderen Verfestigern und von Additiven haben sich gute Ergebnisse erzielen lassen. \u00dcberraschend gut beurteilt wurde eine \u00c4nderung des Verarbeitungsprinzips. Statt wie bisher nachtr\u00e4glich das Fixativ aufzutragen (Kosten, nicht unproblematische Verarbeitung), hat die Variante den Lehmspachtel mit verd\u00fcnntem Fixativ anzumischen \u00fcberraschend gute Ergebnisse gezeigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\t\u00c4nderung der technischen Unterlagen\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung auf der Lehm 2004 in Leipzig<br \/>\n\u00b7\tPublikation im Internet<br \/>\n\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung in den neuen Prospekten<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>:<br \/>\nAus der M\u00f6rtelpr\u00fcfung stammende Pr\u00fcfmethoden wurden erfolgreich beim Lehmputz eingef\u00fchrt, neue Methoden getestet. Dabei wurde der zur Zeit eingesetzte Lehm in allen Pr\u00fcfparametern gut beurteilt.<br \/>\nWeiteres k\u00fcnftiges Vorgehen:<br \/>\n\u00b7\tErprobung von Zusatzstoffen wie Holzfasern, Glimmer<br \/>\n\u00b7\tVergleich mit Marktprodukten<br \/>\n\u00b7\tweitere Pr\u00fcfungen praxisrelevanter Parameter wie Wasserr\u00fcckhalteverm\u00f6gen, Trocknungsverhalten und Haftzugpr\u00fcfung mit Maschinenm\u00f6rtel<br \/>\n2. Pr\u00fcfung von Fixativ auf Lehmspachtel<br \/>\nAufgabenstellung:<br \/>\nDas Fixativ hat die Aufgabe die Oberfl\u00e4che von Lehmputzen nachtr\u00e4glich zu verfestigen und den nat\u00fcrlichen Abrieb zu verringern. Gleichzeitig sollen die bauphysikalischen Eigenschaften des Lehmputzes nicht nachteilig beeinflusst werden.<br \/>\nHerstellung der Pr\u00fcfplatten<br \/>\nFermacell-Platten (Gipsfaserplatten) wurden mit einem Haftgrund vorbehandelt. Nach Trocknung wurde Lehmspachtel in den Farben wei\u00df und natur auf die Platten appliziert.Testmaterialien Marktg\u00e4ngige Fixative wurden untersucht.<br \/>\nVerarbeitung<br \/>\nDie Fixative wurden mit der B\u00fcrste aufgetragen. Dabei zeigten sich schon erste Unterschiede.<br \/>\nPr\u00fcfergebnisse<br \/>\n\u00b7\tWasseraufnahme<br \/>\nDer Auftrag des Fixativs soll die Wasseraufnahme des Putzes nicht extrem verschlechtern. Dazu wurde die Zeit gemessen, die ein Tropfen Wasser (0,1ml) ben\u00f6tigt, um ganz im Putz aufgesogen zu werden. Bei der unbehandelten Referenzprobe dringt das Wasser sofort in den Spachtel ein. Bei den verschiedenen Fixativen wurden teilweise sehr unterschiedliche Zeiten ermittelt.<br \/>\n\u00b7\tAbriebfestigkeit<br \/>\nWichtigster Messeffekt ist die Verringerung des nat\u00fcrlichen Abriebs, da die Bindekraft des Lehmspachtels einzig auf Ton und nicht auf anderen Bindemitteln oder chemischen Additiven beruht. In Analogie zu dem Verfahren von Prof. Minke wurde eine Apparatur gebaut, die den mechanischen Ab-rieb simuliert.<br \/>\nFazit:<br \/>\nDie Ergebnisse mit den verschiedenen Fixativen zeigte bei der Abriebfestigkeit unterschiedliche Resultate, wobei geringer Abrieb allein in der Beurteilung nicht reicht. Je nach Hersteller bzw. Additiv wurde auch die Verarbeitung und das Schwindverhalten manchmal auch negativ beeinflusst. Die Fixative haben bei der Untersuchung nicht ganz \u00fcberzeugt. Bei der Pr\u00fcfung von anderen Verfestigern und von Additiven haben sich gute Ergebnisse erzielen lassen. \u00dcberraschend gut beurteilt wurde eine \u00c4nderung des Verarbeitungsprinzips. Statt wie bisher nachtr\u00e4glich das Fixativ aufzutragen (Kosten, nicht unproblematische Verarbeitung), hat die Variante den Lehmspachtel mit verd\u00fcnntem Fixativ anzumischen \u00fcberraschend gute Ergebnisse gezeigt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00b7\t\u00c4nderung der technischen Unterlagen\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung auf der Lehm 2004 in Leipzig<br \/>\n\u00b7\tPublikation im Internet<br \/>\n\u00b7\tVer\u00f6ffentlichung in den neuen Prospekten<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Untersuchungen waren erfolgreich. Folgende Ziele wurden erreicht:<br \/>\n\u00b7\tPr\u00fcfmethoden sind f\u00fcr Lehmputze und Hilfsmittel im Praxistest erfolgreich getestet und k\u00f6nnen f\u00fcr weitere Untersuchungen verwendet werden<br \/>\n\u00b7\tAus den Messdaten lassen sich weitere interessante Untersuchungen ableiten<br \/>\n\u00b7\tPr\u00fcfungen unter Praxisbedingungen sind nun im Vergleich zu den Laborbedingungen zu pr\u00fcfen<br \/>\n\u00b7\t\u00c4nderung von Verarbeitungsschritten beim Spachtel f\u00fchren zum Erfolg<br \/>\n\u00b7\tUm die geplanten Ziele zu erreichen sind nach wie vor keine chemischen Zus\u00e4tze erforderlich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens \u00b7 Verbesserung der Akzeptanz von Lehmputzen bei Bauherrn, Architekten und Nutzern durch Verbesserung der mechanischen Eigenschaften. \u00b7 Optimierung eines Fixativs zur farblosen Verfestigung von Lehmputzen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. 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