{"id":23617,"date":"2025-06-25T10:32:20","date_gmt":"2025-06-25T08:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22179-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:21","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:21","slug":"22179-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22179-01\/","title":{"rendered":"Erhalt der Flora und Fauna von Trockenstandorten durch Aufwertung von Kiefernw\u00e4ldern in der so genannten Trockenaue am Oberrhein"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel dieses Projektes war die Integration von Naturschutzzielen in die Landnutzungsplanung am s\u00fcdlichen Oberrhein. Besonders ber\u00fccksichtigt wurde das Potenzial der Kiefernforste im Bereich der Trockenaue. Die k\u00fcnftige Nutzung dieser W\u00e4lder sollte (1) die funktionalen Landschaftszusammenh\u00e4nge einbeziehen, (2) auf bestehende Nutzungen R\u00fccksicht nehmen, (3) versuchen Sch\u00e4den und Kosten zu vermeiden und sich (4) als differenzierte Landnutzung integrative L\u00f6sungen darstellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie konkreten Handlungsoptionen f\u00fcr die Kiefernw\u00e4lder wurden in Form von alternativen Szenarien erarbeitet, diese naturschutzfachlich und \u00f6konomisch bewertet und mit den Akteuren der Region partizipativ und unter Anwendung eines Entscheidungsunterst\u00fctzungssystems diskutiert. Hinsichtlich der Kiefernw\u00e4lder sind mindestens vier Varianten einer k\u00fcnftigen Entwicklung denkbar. Das partizipativ und im Konsens erarbeitete\/ausgew\u00e4hlte Konzept wird von den Grundst\u00fcckseignern in Zusammenarbeit mit den Verwaltungen von Forst und Naturschutz umgesetzt. Die Ergebnisse wurden<br \/>\n&#8211; \thinsichtlich ihrer Realisierungsm\u00f6glichkeiten diskutiert,<br \/>\n&#8211; \tdie jeweils erforderlichen Nutzungstechniken\/Pflegeeingriffe beschrieben,<br \/>\n&#8211; \tdie jeweils eintretenden Entwicklungen\/Sukzessionen eingesch\u00e4tzt,<br \/>\n&#8211; \tdie Installationskosten und die dauerhaften Folgekosten werden kalkuliert und<br \/>\n&#8211; \tmit der Bev\u00f6lkerung und den regionalen Akteuren diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurden:<br \/>\n&#8211; \tmit den Stakeholdern und lokalen Experten Entwicklungsziele erarbeitet.<br \/>\n&#8211; \tWunschvorstellungen f\u00fcr f\u00fcnf Nutzungskategorien (Erholung, Habitat f\u00fcr Flora und Fauna, Holzproduktion, Jagd und Kulturlandschaftsschutz) als Wissensbasis zur Trockenaue in einem Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem modelliert.<br \/>\n&#8211; \tZielkonflikte zwischen den Wunschvorstellungen herausgearbeitet und auf dieser Basis drei konfliktarme Kompromissvarianten konzipiert.<br \/>\n&#8211; \tDie drei Varianten wurden bez\u00fcglich ihrer Funktionserf\u00fcllung evaluiert und \u00f6konomisch mit Hilfe eines Entscheidungsmodells bewertet.<br \/>\n&#8211; \tDas Ergebnis wurde dem Gemeinderat vorgestellt.<br \/>\n&#8211;\tEine Pilotumsetzung wurde in die Wege geleitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde auf verschieden nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt. Wissenschaft-liche Publikationen der Projektergebnisse sind in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt der \u00d6ffentlichkeitsarbeit lag in der Region, daher wurde regelm\u00e4\u00dfig informiert:<br \/>\n&#8211; \tzur Auftaktveranstaltung mit drei Zeitungsartikeln und einem Radiobeitrag,<br \/>\n&#8211; \tin einer Artikelserie w\u00e4hrend des Projektverlaufs (sechs Beitr\u00e4ge),<br \/>\n&#8211; \tauf einer Exkursion f\u00fcr die B\u00fcrger und B\u00fcrgerinnen in die Trockenaue,<br \/>\n&#8211; \tmit Poster, Postkarten und Gewinnspiel auf einem grenz\u00fcberschreitenden Naturforum (\u00c9xpo nature) Natur-e in in Chalamp\u00e9,<br \/>\n&#8211; \tauf einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung durch Pr\u00e4sentation der Wunschvorstellungen und Zielkonflikte,<br \/>\n&#8211; \tund als Entscheidungsgrundlage f\u00fcr den Gemeinderat ausgearbeitet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die im Oktober 2007 beginnende Umsetzung findet auf sehr kleiner Fl\u00e4che statt und kann daher nur als Minimall\u00f6sung betrachtet werden. Dennoch sind mit dem Beginn der Beweidung und dem Abschluss des DBU-Projektes wesentliche Projektziele erreicht worden:<\/p>\n<p>(1) Eine exemplarische Umsetzung wird f\u00fcr sp\u00e4tere Planungen ein Demonstrationsobjekt bereitstellen, welches die Auswirkungen der Waldweide in zwei Intensit\u00e4tsstufen aufzeigen wird. Dies wird zur Versachlichung zuk\u00fcnftiger Diskussionen beitragen und die Entwicklung von Visionen und Umsetzungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Fl\u00e4chen der Trockenaue bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p>(2) Der gesellschaftliche Diskussionsprozess \u00fcber die Zukunft der Trockenaue, der bislang unsystematisch und fallbezogen gef\u00fchrt wurde, wurde erfolgreich beschleunigt und in weite Bev\u00f6lkerungs- und Stakeholder-Gruppen hineingetragen.<\/p>\n<p>(3) Verkrustete Denkstrukturen hinsichtlich der Einbindung der Trockenaue in die Landnutzungen und Landnutzungskonflikte in der Region wurden aufgebrochen, die Vision einer Aufwertung von Kiefernw\u00e4ldern auf gr\u00f6\u00dferer Fl\u00e4che besteht bei mehreren Akteuren gest\u00e4rkt weiter.<\/p>\n<p>(4) Themen, die vor der Durchf\u00fchrung des DBU-Projektes nicht auf der Tagesordnung standen oder aufgrund zu erwartender Widerst\u00e4nde in Diskussionen vermieden wurden, stehen pl\u00f6tzlich auf der Tagesordnung. Dies gilt f\u00fcr die konkrete Situation der Trockenaue, jedoch auch f\u00fcr Einsch\u00e4tzungen von Chancen und Risiken partizipativer Vorgehensweisen in Planungen f\u00fcr Natur und Landschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel dieses Projektes war die Integration von Naturschutzzielen in die Landnutzungsplanung am s\u00fcdlichen Oberrhein. Besonders ber\u00fccksichtigt wurde das Potenzial der Kiefernforste im Bereich der Trockenaue. 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