{"id":23609,"date":"2025-06-26T10:32:07","date_gmt":"2025-06-26T08:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/17400-50\/"},"modified":"2025-06-26T10:32:07","modified_gmt":"2025-06-26T08:32:07","slug":"17400-50","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/17400-50\/","title":{"rendered":"Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten am Beispiel der Energiestudie der R\u00fcsselsheimer H\u00fctte (vormals Neue Chemnitzer H\u00fctte) auf 2.323 m \u00fc. NN in den \u00d6tztaler Alpen, Tirol\/ \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Beantragung des Demonstrationsprojektes erfolgte im Rahmen der DBU-F\u00f6rderinitiative AZ 17400 Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum. Die DBU hatte zuvor mit Datum vom 24.02.2003 das Projekt der Sektion R\u00fcsselsheim AZ 17400\/38 F\u00f6rderung von Planungsleistungen unterst\u00fctzt. Die abwassertechnischen Verbesserungen auf der H\u00fctte sollten von der \u00d6sterreichischen Kommunalkreditbank (\u00d6KK), Wien, dem Land Tirol und der LSB-Hessen unterst\u00fctzt werden. Die Ma\u00dfnahmen des DBU-F\u00f6rderprojektes bezogen sich daher ausschlie\u00dflich auf das neue Energiekonzept f\u00fcr die R\u00fcsselsheimer H\u00fctte. Grundlagen f\u00fcr die baulichen Umsetzungen waren die Ausarbeitungen f\u00fcr das Energiekonzept gem\u00e4\u00df dem Leitfaden AZ 17400\/17 der DBU durch das Ingenieurb\u00fcro Berger und der Sinnhuber GmbH &#038; Co. KG Energietechnik, Mittersill. <\/p>\n<p>Ziel des Demonstrationsprojektes war die Einsparung fossiler Brennstoffe und die Schaffung einer zentralen Brandmeldung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Schritt sollte in 2004 die elektrische Energieversorgung f\u00fcr Licht, K\u00fchlen, Brandmelder und Notbeleuchtung sowie die Bereitstellung von Warmwasser f\u00fcr die K\u00fcche sichergestellt werden. Gleichzeitig sollte die Planung der Brandmeldeanlage vorangebracht werden, so dass diese im zweiten Schritt in 2005 installiert werden konnte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ausgangssituation auf der R\u00fcsselsheimer H\u00fctte war die folgende: es handelte sich um eine kleine H\u00fctte ohne jegliche Stromversorgung. Die Materialseilbahn mit 250 kg Traglast wurde mit Diesel betrieben (Verbrauch etwa 250 l Diesel im Jahr). Die H\u00fctte war au\u00dfen mit Natursteinen aufgemauert und innen nahezu komplett mit Holz verkleidet. Die zu heizende Fl\u00e4che betrug etwa 65 m\u00b2. Die bisherige Energieversorgung st\u00fctzte sich lediglich auf Fl\u00fcssiggas. Mit diesem Energietr\u00e4ger wurde gekocht, beleuchtet, gek\u00fchlt und teilweise auch geheizt. Der Prim\u00e4renergieverbrauch betrug etwa 60 kWh pro m\u00b2 bzw. 15.000 kWh\/ Saison. Warmwasser wurde \u00fcber zwei Gasherde und einen Gasdurchlauferhitzer erzeugt. Weitere Energietr\u00e4ger waren Holz und Briketts. Der Verbrauch lag bei etwa 300 kg Holz und 300 kg Briketts. Die Getr\u00e4nkek\u00fchlung erfolgte durch Fliesswasser.<br \/>\nWasserversorgung: 1999 wurde eine neue Quelle auf 2.540 m \u00fc. NN mit einer Sch\u00fcttung im Fr\u00fchsommer von 4 l pro Sekunde  gefasst. Im Sp\u00e4tsommer betrug das Dargebot rund 1,5 l\/s. Die Wasserversorgungssituation wurde vom Land Tirol genehmigt, so dass das Trinkwasser bis dato ohne Filterung oder Entkeimung genutzt wurde.<br \/>\nAbwasser: Der maximale t\u00e4gliche Schmutzwasseranfall betrug 1.660 l\/d, die saisonale Menge insgesamt etwa 98 m3. Im Juni 2003 wurde mit dem Ersatz der bis dahin bestehenden Dreikammerkl\u00e4rgrube begonnen. Nach der von der Bezirkshauptmannschaft Imst genehmigten Planung des Ingenieurb\u00fcros Gstrein, Imst, sah die erste Baustufe die mechanische Reinigung der auf der H\u00fctte anfallenden Abw\u00e4sser in einer Filtersackanlage (16 Filters\u00e4cke) vor. In einer sp\u00e4ter zu errichtenden zweiten Ausbaustufe sollte ein Tropfk\u00f6rper mit Nachkl\u00e4rbecken und anschlie\u00dfender Bodenk\u00f6rperfilteranlage mit Rezirkulation errich-tet werden. Die anfallenden Abw\u00e4sser sollten nach der Reinigungsanlage in einem Sickerschacht versi-ckert werden. Die anfallenden Filters\u00e4cke mussten k\u00fcnftig ins Tal abtransportiert und dort nach den abfallrechtlichen Bestimmungen entsorgt werden.<br \/>\nAbfall: Alle Getr\u00e4nke wurden in Containern transportiert oder in Pfandflaschen (Mehrwegsysteme) ausgereicht. Die M\u00fcllentsorgung richtete sich nach dem in der Talgemeinde geltenden Getrenntsystem. Der An- und Abtransport der Waren und Abf\u00e4lle geschah \u00fcber die Seilbahn zur Gemeindem\u00fcllverwertung.<br \/>\nK\u00fcnftige Situation: Auf Basis ausf\u00fchrlicher Variantenbetrachtungen war nach dem neuen Energiekonzept zur Deckung des t\u00e4glichen praktischen Gesamtenergiebedarfs von 6 kWh pro Tag (= 250 Ah\/d) die Installierung einer Hybridanlage vorgesehen. Sie bestand aus einer kleinen Photovoltaikanlage mit<br \/>\n2,4 kWp und einer Wasserkraftanlage mit 500 W, die die bestehende Trinkwasserquelle mit nutzte. Die H\u00fctte sollte vollst\u00e4ndig elektrifiziert werden. So wurden die Beleuchtung (Energiesparlampen), die K\u00fchlung (energiesparende Ger\u00e4te der Klasse A) und die K\u00fcchenger\u00e4te entsprechend umgestellt. Der Brand-schutz wurde durch Wegfall des Gaslichtes (auch nach der Forderung der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde) erh\u00f6ht. Zus\u00e4tzlich wurde eine elektrische Brandmeldeanlage installiert. Des Weiteren bot die Stromversorgung die M\u00f6glichkeit, die k\u00fcnftige Trinkwasserbereitstellung bei Bedarf noch optimieren zu k\u00f6nnen (Entkeimungsanlage, Filter). Zur Bereitstellung thermischer Energie f\u00fcr die H\u00fctte wurde die \u00dcberschussenergie von der Wasserkraftanlage \u00fcber ein elektrisches Heizschwert in einen Warmwasserboiler geleitet. Auch unterst\u00fctzt ein neuer Holzkombiherd mit 20 kW die Warmwasserbereitung. Dieser wird haupts\u00e4chlich zum Kochen benutzt und tr\u00e4gt so dazu bei, den Gasverbrauch weiter zu senken.<br \/>\nDie realisierten Energie- und Umweltschutzma\u00dfnahmen werden den Besuchern k\u00fcnftig auf einer fest installierten Informationstafel mit einfachen Erl\u00e4uterungen und Blockschaltbildern vermittelt. Des Weiteren werden entsprechende Faltbl\u00e4tter ausgelegt und F\u00fchrungen stattfinden.<br \/>\nIn der Saison 2004 wurde der Verbrauch von Gas von 800 kg auf 330 kg, der von Kohle von 300 kg auf<br \/>\n0 kg reduziert. Der Holzanteil steigerte sich von 300 Kg auf 600 kg. Der Anteil an Elektroenergie aus der Photovoltaik und dem Kleinwasserkraftwerk lag in 2004 bei 750 KWh. Die notwendigen wasserrechtlichen Abnahmen f\u00fcr das Wasserkraftwerk als auch die Abnahme der voll automatischen Brandmeldeanlage erfolgten im Juni und Juli 2005 durch die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse und die Installation wurden in Form eines Flyers und einer Tafel am Zugang der H\u00fctte dargestellt. Eine Informationstafel in der Gr\u00f6\u00dfe 1189 x 841 mit der Darstellung aller Umweltma\u00dfnahmen in Text und Grafik wurde Ende Juni 2005 an der R\u00fcsselsheimer H\u00fctte angebracht. Ein Flyer mit 14 Seiten ausf\u00fchrlichem Text und Grafik \u00fcber Ausf\u00fchrung, Sinn und Zweck des Demonstrationsprojektes wurde erstellt. Vom Flyer wurden 6.000 Exemplare gedruckt.<br \/>\nIn der Home Page der Sektion R\u00fcsselsheim des DAV e. V. wurde die Ma\u00dfnahme ebenfalls aufgenommen. In den \u00f6rtlichen Pressen des Pilztales\/Tirol, R\u00fcsselsheim, Mainz, Darmstadt wurde das Projekt mit Hinweisen auf die F\u00f6rderung durch die DBU publiziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der H\u00fctte wurden im Rahmen des Demonstrationsprojektes alle vier wesentlichen Umweltsparten, wie Trinkwasser, Abwasser, M\u00fcllentsorgung und Energie im Sinne einer umweltgerechten Ver- und Ent-sorgung umgesetzt. Die Sektion R\u00fcsselsheim des DAV e. V. beantragte daraufhin das Umweltg\u00fctesiegel des DAV; im August 2005 nahm eine Kommission die Zertifizierung vor Ort vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Beantragung des Demonstrationsprojektes erfolgte im Rahmen der DBU-F\u00f6rderinitiative AZ 17400 Demonstration umweltgerechter Ver- und Entsorgungssysteme f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Berg- und Schutzh\u00fctten im alpinen Raum. 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