{"id":23604,"date":"2023-07-13T15:23:45","date_gmt":"2023-07-13T13:23:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22133-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:46","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:46","slug":"22133-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22133-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeits-Akzeptanzstudie f\u00fcr die Renaturierung und standortgerechte Nutzung von Feuchtgr\u00fcnland auf ehemaligen Niedermoorstandorten im Gr\u00fcnen Band"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Gro\u00dfe Bruch ist ein ehemaliges Niedermoorgebiet im Gr\u00fcnen Band. Aufgrund seiner naturr\u00e4umli-chen Ausstattung, seines Arteninventars und der Biotopverbundfunktion ist das Gro\u00dfe Bruch von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung. Das Ziel ist es, das Gro\u00dfe Bruch in seinen naturnahen Bereichen und seiner bestehenden Artenvielfalt sowie als R\u00fcckzugsraum f\u00fcr seltene und gef\u00e4hrdete Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Umfeldes k\u00f6nnte es bei der Umsetzung der Extensivierungs- und Wiedervern\u00e4ssungsma\u00dfnahmen zu Konflikten kommen. In dieser Studie werden die Bedingungen ermittelt, unter denen die Renaturierung und standortgerechte Nutzung von Feuchtgr\u00fcnland auf ehemaligen Niedermoorstandorten umgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcberpr\u00fcfung und Konkretisierung der vorliegenden naturschutzfachlichen Bestandsaufnahmen mit einzelnen Erfassungen von Flora, Vegetation und Avifauna. Parallel dazu werden die Landeigent\u00fcmer und Landnutzer der im Bundeseigentum befindlichen Fl\u00e4chen sowie die angrenzenden Nutzer ermittelt. Aus den Erfassungen ergeben sich detailliertere Bewertungen hinsichtlich der im Sinne des Naturschutzes optimalen Bewirtschaftung. Die Bewertungen dienen somit zur \u00dcberpr\u00fcfung und Konkretisierung des vor-geschlagenen Ma\u00dfnahmekatalogs hinsichtlich der k\u00fcnftigen Bewirtschaftung und zur Erstellung eines Dringlichkeitsranking zur Sicherung der Fl\u00e4chen durch Erwerb dieser. Nachfolgend werden die vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen auf ihre Machbarkeit \u00fcberpr\u00fcft. Die ermittelten Landeigent\u00fcmer und Nutzer sollen angeschrieben, informiert und zu Gespr\u00e4chen eingeladen werden. Dabei sollen die potenziellen Konflikte aufgedeckt und m\u00f6gliche L\u00f6sungskonzepte ermittelt werden. Im Rahmen dieser Gespr\u00e4che sollen geeignete Akteure gefunden werden, die in der Lage sind, die naturschutzfachlichen Ma\u00dfnahmen zu unterst\u00fctzen bzw. durchzuf\u00fchren. Dies betrifft insbesondere die Extensivierung der Landnutzung (Umwandlung von Acker in Gr\u00fcnland, extensive Beweidung, abgestimmte Mahdnutzung). Weiterhin sind erste Ans\u00e4tze zur mittel- und langfristigen finanziellen Absicherung der Ma\u00dfnahmen aufzuzeigen. M\u00f6glichkeiten wasserwirtschaftlicher Ma\u00dfnahmen sind ein zweiter, eng mit der unmittelbaren Landnutzung verkn\u00fcpfter Schwerpunkt der Machbarkeitsanalyse, bei dem auch wasserrechtliche Probleme, Hochwasserschutz, Au\u00dfenwirkungen etc. detailliert zu pr\u00fcfen sein werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Bei der \u00dcberpr\u00fcfung und Konkretisierung der bestehenden Erfassungsergebnisse zeigte sich, dass die wertgebenden Biotoptypen in ihren Fl\u00e4chen geschrumpft sind. Des Weiteren konnte festgestellt werden, dass die wertgebenden Pflanzengesellschaften nur noch als Fragmentgesellschaften anzutreffen sind. So zeigte sich bspw. bei den Heuschrecken dass + Arten des mesophilen Gr\u00fcnlandes dominieren. Hygrophile Arten konnten nur vereinzelt verzeichnet werden. Unter den Tagfaltern fanden sich nur eury\u00f6-ke Vertreter des Offen- und Halboffenlandes. Die Libellenfauna war mit 18 Arten relativ reich an den Gr\u00e4ben des Untersuchungsgebietes vertreten. W\u00e4hrend der Brutvogelkartierung konnten typische Brutv\u00f6gel des Offen- bzw. Halboffenlandes nachgewiesen werden. Aus den ermittelten Kartierungsergebnissen wurden folgende Leit- und Zielarten ermittelt: Kiebitz, Braunkehlchen, Wiesenpieper, Feldlerche, Sumpf-Grash\u00fcpfer und Helm-Azurjungfer. Daraus leiten sich folgende Ma\u00dfnahmenkomplexe ab: Kom-plex 1 ist die Ver\u00e4nderung der Gr\u00fcnlandbewirtschaftung. Hierbei wurden Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr den Mahdtermin, zur D\u00fcngung sowie Verbote f\u00fcr den Umbruch und die Neueinsaat formuliert. Teilbereiche des Gr\u00fcnen Bandes sollen ganz aus der Bewirtschaftung genommen werden, wiederum andere Teilbereiche sollen mosaikartig in tempor\u00e4re Brachen umgewandelt werden. Komplex 2 besteht aus der Neuanlage von Geh\u00f6lzpflanzungen. Hierbei sollen weg- und grabenbegleitend Geb\u00fcsche neu angepflanzt werden und auf einigen Teilfl\u00e4chen sollen Geh\u00f6lzriegel und Geh\u00f6lzgruppen etabliert werden. Komplex 3 befasst sich vorwiegend mit dem Wasser. Einerseits sollen zwei oberfl\u00e4chliche relativ kleinfl\u00e4chige Wiederver-n\u00e4ssungen angelegt werden. Andererseits sollen zwei torfstich\u00e4hnliche Gew\u00e4sser geschafften werden, in denen der Oberboden stufenweise bis auf permanent wasserf\u00fchrende Schichten abgetragen wird. \u00dcber das Ausbringen von Mulchgut aus dem benachbarten NSG Gro\u00dfen Bruch soll die Ansiedlung von niedermoortypischen Pflanzen initiiert werden. Des Weiteren soll die Grabenpflege auf ein naturschutz-fachlich vertr\u00e4gliches Ma\u00df minimiert werden. Hierbei sollen die Gr\u00e4ben nur noch abschnittweise in einem Abstand von drei Jahren ger\u00e4umt werden.<br \/>\nNach Vorstellung der Ma\u00dfnahmen bei allen beteiligten Beh\u00f6rden und Institutionen zeichnet sich eine breite Zustimmung bei diesen ab. Es wurde au\u00dferdem von allen Beteiligten eine Unterst\u00fctzung bei einem Umsetzungsprojekt signalisiert. Derzeit bestehen keine F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die hier empfohlenen Ma\u00dfnahmenkomplexe \u00fcber Landesf\u00f6rderprogramme, es wurden andere M\u00f6glichkeiten der Finanzierung aufgezeigt. Die derzeit noch ungekl\u00e4rten Eigentumsverh\u00e4ltnisse des Nationalen Naturerbes stellten ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr die Machbarkeits- und Akzeptanzstudie dar, da gerade die im Bundeseigentum be-findlichen Fl\u00e4chen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielen. Die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen ist ma\u00dfgeblich von der Zustimmung und der Unterst\u00fctzung des k\u00fcnftigen Eigent\u00fcmers abh\u00e4ngig. Ohne einen zumindest Teilverzicht auf Pachtzinseinnahmen sind die vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen nicht umsetzbar. Es wurde ein Fl\u00e4chenranking erarbeitet, in dem die Fl\u00e4chen gef\u00fchrt werden, die dringend f\u00fcr die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen noch erworben werden m\u00fcssen. Im Rahmen der Planungen wurden f\u00fcr die einzelnen Ma\u00dfnahmenkomplexe Kostensch\u00e4tzungen angefertigt.<br \/>\nEs konnten im Rahmen des Projektes neue regional besonders wichtige Kooperationspartner gefunden werden. Hier ist zum Beispiel der Gew\u00e4sserunterhaltungsverband Gro\u00dfer Graben zu nennen, der f\u00fcr die sp\u00e4tere Umsetzungsphase Unterst\u00fctzung sowohl bei der Umsetzung der Ma\u00dfnahmen als auch bei Verhandlungen mit Anliegern und Betroffenen zugesagt hat.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung wurde ein Flyer entwickelt, in dem auf die Besonderheiten und den besonderen Wert des Gr\u00fcnen Bandes und des Gr\u00fcnen Bandes\/Gro\u00dfen Bruch aufmerksam gemacht wird. Au\u00dferdem wird kurz auf geplante Ma\u00dfnahmen innerhalb des Gro\u00dfen Bruch hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Es besteht gro\u00dfer Handlungsbedarf, um das Gr\u00fcne Band im Gro\u00dfen Bruch weiter zu erhalten und eine zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft zu verhindern. Die in diesem Projekt entwickelten Ma\u00dfnahmen finden bei allen beteiligten Gremien eine breite Zustimmung. Derzeit ist unklar, wie sich der k\u00fcnftige Eigent\u00fcmer des Nationalen Naturerbes des Gr\u00fcnen Bandes im Gro\u00dfen Bruch dazu positioniert und ob dieser bereit ist, auf Einnahmen aus den Pachtzinserl\u00f6sen zumindest teilweise zu verzichten. Somit ist es unerl\u00e4sslich, vor Beginn eines Umsetzungsprojektes die Unterst\u00fctzung und Zustimmung des k\u00fcnftigen Eigent\u00fcmers einzuholen. Auch ist es im Rahmen eines Umsetzungsprojektes n\u00f6tig, einige Fl\u00e4chen, die derzeit in Privatbesitz sind, zu erwerben. Aus Sicht der Bearbeiter ist eine Umsetzung der Ma\u00dfnahmen unbedingt notwendig und wenn die oben erw\u00e4hnten Bedingungen gekl\u00e4rt sind, auch umsetzbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Gro\u00dfe Bruch ist ein ehemaliges Niedermoorgebiet im Gr\u00fcnen Band. 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