{"id":23601,"date":"2024-11-29T10:32:50","date_gmt":"2024-11-29T09:32:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22128-01\/"},"modified":"2024-11-29T10:32:50","modified_gmt":"2024-11-29T09:32:50","slug":"22128-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22128-01\/","title":{"rendered":"Mobilisierung und wirtschaftliche Nutzung von Rohholz aus Wald und Landschaft zur Energieerzeugung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Potenzialabsch\u00e4tzungen zeigen, dass in der Forstwirtschaft und der freien Landschaft gro\u00dfe, bisher noch ungenutzte Ressourcen f\u00fcr die Bioenergieerzeugung vorhanden sind. Allerdings spielt Waldholz aufgrund der im Vergleich zu Alt- oder Industrieresth\u00f6lzern hohen Bereitstellungskosten im Bereich der Bioenergieerzeugung bisher nur eine geringe Rolle. Die \u00fcbergeordnete Zielsetzung dieses Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhabens ist es deshalb, f\u00fcr eine konkrete Region vorhandene und innovative Techniken und organisatorische L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Bereitstellung von Energieholz, unter Einbeziehung aller beteiligten Akteure weiter zu entwickeln und so miteinander zu verkn\u00fcpfen, dass daraus ein optimales regionales Mobilisierungs-, Bereitstellungs- und Logistikkonzept f\u00fcr Energieholz aus dem Wald und der Landschaft entsteht, das beispielhaft umgesetzt wird.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Arbeitsschritt werden durch eine Umfrage unter Betreibern von Holzheiz(kraft)werken in der Modellregion deren Anforderungen an den Rohstoff Energieholz und dessen Bereitstellung hinsichtlich Qualit\u00e4t, Liefermengen, Lieferzeitpunkt und Versorgungssicherheit sowie Kostenniveau definiert. Im Anschluss an eine Konkretisierung und Differenzierung des nachhaltig einsetzbaren Energieholzpotenzi-als aus dem Wald und der Landschaft werden die in der Modellregion bereits realisierten Ernte- und Be-reitstellungskonzepte analysiert, um bestehende Schwachstellen zu erkennen, aber auch um bereits be-stehende, erfolgversprechende Ans\u00e4tze zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden alternative, in der Modellregion bisher noch nicht umgesetzte Ernte-, Bereitstel-lungs- und Logistikkonzepte dargestellt, in konkreten Versuchseins\u00e4tzen praktisch erprobt und hinsichtlich Ressourcenerschlie\u00dfung, Nachhaltigkeit, Umweltvertr\u00e4glichkeit, Wirtschaftlichkeit, sowie gesellschaftlicher Akzeptanz analysiert. Als Ergebnis werden f\u00fcr die und mit den Akteuren am Bioenergiemarkt Empfehlungen zur Auswahl eines bestm\u00f6glichen Ernte- und Bereitstellungsverfahrens f\u00fcr Waldenergie-holz unter bestimmten Einsatzbedingungen erarbeitet. Organisatorische und technische L\u00f6sungsans\u00e4tze, die im Rahmen des ersten, vorbereitenden Teils der Studie als sinnvoll und erfolgversprechend bewertet wurden, werden in Zusammenarbeit mit den beteiligten Projektpartnern in die Praxis umgesetzt. Diese Umsetzung wird w\u00e4hrend der Implementierungsphase hinsichtlich Umweltwirkungen, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz begleitend evaluiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Befragung der Betreiber von Holzheiz(kraft)werken<br \/>\nVon den befragten Werken (N = 85, davon antworteten 38 %) stehen 65 % unter kommunaler Regie, 35 % werden durch private Unternehmen betrieben. Unter den kommunalen Werken waren 20 % Holzheizkraftwerke und 80 % reine Holzheizwerke. Demgegen\u00fcber befanden sich unter den durch Privatunter-nehmen betriebenen Werken 27 % Holzheizkraftwerke und 73 % Heizwerke. Die Befragung zeigte, dass im Vergleich zu Altholz, S\u00e4gerestholz und Landschaftspflegeholz Waldholz bislang nur einen geringen Anteil von 9 % am Gesamtbiomassevolumen zur thermischen Verwertung darstellt und dass dieses vor allem in den kleinen bis mittleren Holzheizwerken (0,5 MWtherm bis 1,5 MWtherm) eingesetzt wird. Eine Abh\u00e4ngigkeit der Herkunft der Biomasse von der Betreiberform ist nicht zu erkennen. Der Anteil von Waldhackschnitzeln wird in den kommenden Jahren aber ansteigen, da hier noch gro\u00dfe Potenziale vorhanden sind und da die Konkurrenz um den Rohstoff durch neue Holzheiz(kraft)werke, durch die Erzeugung von Pellets und durch die Holzindustrie steigt. Auch in Zukunft ist die gr\u00f6\u00dfte Nachfrage nach Hackschnitzeln im Winter zu erwarten, da Werke mit einem ganzj\u00e4hrigen Hackschnitzelbedarf im Sommer in der Regel auf interne Rohstoffquellen zur\u00fcckgreifen. Bislang legen 40 % der Werke f\u00fcr die Hackschnit-zellieferung werkseigene Normen zugrunde, d. h. die qualitativen Anforderungen an den Rohstoff sind f\u00fcr das jeweilige Werk optimiert. Um eine einheitliche, f\u00fcr alle Seiten verbindliche, objektive Liefergrundlage zu schaffen, sollten dennoch die von der Arbeitsgruppe Qualit\u00e4tsmanagement-Holzheizwerke (QM) entwickelten Normen verst\u00e4rkt eingesetzt werden, die die Lieferung eines genau definierten Rohstoffs erm\u00f6glichen, die bisher aber nur von 7 % der Werke verwendet werden.<br \/>\nEs zeigte sich, dass weniger als 10 % der Holzheiz(kraft)werke \u00fcber einen eigenen Hacker am Werk verf\u00fcgen, da f\u00fcr den station\u00e4ren Betrieb eines eigenen Hackers am Werk in der Regel keine M\u00f6glichkeit (Platzbedarf, L\u00e4rm- \/ Staubbel\u00e4stigung der Anwohner), aber auch keine Notwendigkeit gesehen wird. Das Hacken des Holzes und der Transport der Hackschnitzel liegen bislang in der Hand unabh\u00e4ngiger Unternehmer, was sich f\u00fcr alle Seiten als vorteilhafteste L\u00f6sung erwiesen hat. Bislang sind eher kurzfristige (12 Monate), bilaterale Liefervertr\u00e4ge die Regel. Es existieren nur wenige bindende langfristige Lieferabsprachen. L\u00e4ngerfristige Vertr\u00e4ge w\u00e4ren aus Gr\u00fcnden bspw. der Planungssicherheit aber f\u00fcr beide Seiten w\u00fcnschenswert. Aus Gr\u00fcnden der Transparenz sollte und wird die Lieferung von Hackschnitzeln in Zukunft verst\u00e4rkt nach der jeweils produzierten W\u00e4rmemenge abgerechnet werden. Die R\u00fcckf\u00fchrung von Asche in den Wald ist bislang nur wenig verbreitet, da insbesondere gr\u00f6\u00dfere Werke oft mit Holz aus unterschiedlichen Quellen beliefert werden (z.B. Landschaftspflegeholz, S\u00e4gerestholz, Altholz und Waldholz), da f\u00fcr eine Ascher\u00fcckf\u00fchrung der Brennstoff jedoch nur aus Waldholz bestehen darf. Aus \u00f6kologischer und \u00f6konomischer Sicht w\u00e4re eine Wiederausbringung der Asche in den Wald auf jeden Fall anzustreben.<br \/>\nUntersuchung der Qualit\u00e4t von Hackschnitzeln aus Waldholz und Landschaftspflegeholz<br \/>\nBei den Untersuchungen der Qualit\u00e4t von Hackschnitzeln aus Waldholz und Landschaftspflegeholz wurde deutlich, dass deren Wassergehalte (durchschnittlich 42 % (Waldholz) bzw. 45 % (Landschaftspflege-holz)) mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen vergleichbar sind, wobei die Spannweite des Wassergehalts bei Hackschnitzeln aus Waldholz deutlich gr\u00f6\u00dfer ist. Die Anforderungen der Normen des QM-Holzheizwerke sowie der CEN\/TC 335, nicht jedoch die Anforderungen der \u00d6-Norm k\u00f6nnen damit erf\u00fcllt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Wassergehalt mit steigender Lagerungsdauer sinkt, auch wenn sich dieser Zusammenhang bei den durchgef\u00fchrten Untersuchungen als wenig straff erwies. Hier ist ein starker Einfluss der Witterungssituation (Regen \/ Schnee) sowie des Lagerplatzes (besonnt \/ schattig bzw. gut \/ schlecht bel\u00fcftet) zu erkennen. Im Hinblick auf die St\u00fcckigkeit der Hackschnitzel werden die Anforderungen des QM-Holzheizwerke nicht erf\u00fcllt, da keine der Proben den geforderten Hauptanteil von 80 % erreichte. Die Anforderungen der CEN\/TC 335 an den geforderten Hauptanteil von ebenfalls 80 % (bei gleichzeitig ver\u00e4nderten Grenzwerten) werden hingegen von mehr als 85 % der Proben erf\u00fcllt. Beeinflusst wird die St\u00fcckigkeit insbesondere durch die Baumart (Nadel- \/ Laubholz) und den Durchmesser des Holzes (st\u00e4rkeres Holz mit geringerem Fein- und Rindenanteil).<br \/>\nDie Hackschnitzel aus Landschaftspflegeholz wurden weitergehenden Untersuchungen unterzogen. Dabei zeigt der Brennwert dieser Hackschnitzel mit durchschnittlich 19,1 MJ\/kg keine gr\u00f6\u00dferen Abweichungen von den f\u00fcr Waldholz bekannten Werten. Dies gilt auch f\u00fcr den Aschegehalt (im Schnitt 1,6 %). Der Schwermetallgehalt zeigte zwar je nach Herkunft deutliche Unterschiede, lag entgegen der Erwartungen aber in allen F\u00e4llen (trotz der Lage einiger Versuchsbest\u00e4nde an z. T. stark befahrenen Stra\u00dfen) auf &#8220;Normalniveau&#8221;.<br \/>\nAbsch\u00e4tzung und Lokalisierung des regionalen Energieholzanfalls aus dem Wald<br \/>\nAls Grundlage konkreter Entscheidungen im Energiebereich sind regionale und lokale Informationen \u00fcber den f\u00fcr Energiezwecke verf\u00fcg- und nutzbaren Holzanfall mit realem Ortsbezug unerl\u00e4sslich. Potenzielle Investoren und Betreiber, aber auch f\u00f6rdernde Institutionen verlangen konkrete Angaben und Nachweise, welche Energieholzmengen wo nachhaltig bereitgestellt werden k\u00f6nnen. Mit der im Projekt entwickelten &#8220;Freiburger Methode&#8221; kann eine unkomplizierte und schnelle Absch\u00e4tzung des Energieholzanfalls aus dem Wald vorgenommen werden, und zwar differenziert nach Behandlungstypen f\u00fcr die jeweiligen Waldentwicklungstypen der Region. Sie erm\u00f6glicht dar\u00fcber hinaus \u00fcber GIS eine Lokalisierung und eine raumbezogene Analyse sowie eine r\u00e4umliche und massenm\u00e4\u00dfige Visualisierung des Biomasseanfalls der Region.<br \/>\nBei herk\u00f6mmlicher Aushaltung k\u00f6nnen im Projektgebiet zus\u00e4tzlich zur bisherigen Nutzung nachhaltig durchschnittlich 1,5 Fm m.R.\/ha\/Jahr zur energetischen Verwertung als Hackschnitzel bereitgestellt werden. Dieses Potenzial kann durch die so genannte Stammholz-Plus-Aushaltung (Verzicht auf die Aushal-tung von Industrieholz) auf 3,9 Fm m.R.\/ha\/Jahr gesteigert werden. Damit k\u00f6nnten im Projektgebiet Hochschwarzwald &#8211; Breisgauer Bucht (Forstbezirke Staufen, Waldshut West und st\u00e4dtisches Forstamt Freiburg) je nach Aushaltung nachhaltig ca. 2 Mio. l bzw. 5,6 Mio. l Heiz\u00f6l substituiert werden. Ein Vergleich der Potenzialanalyse mit dem heute praktizierten Brennholzeinschlag im Projektgebiet zeigt, dass dieser einen unterschiedlich starken Einfluss auf den tats\u00e4chlich realisierbaren Energieholzanfall hat. W\u00e4hrend bspw. im Forstbezirk Staufen bei Stammholz-Plus-Aushaltung nach Abzug des bereits heute aufgearbeiteten Brennholzes nur 2,03 Fm o.R.\/ha\/Jahr f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche energetische Verwertung in Form von Hackschnitzeln bleiben, k\u00f6nnen im Forstbezirk Waldshut West immerhin 3,98 Fm o.R.\/ha\/Jahr energetisch genutzt werden, ohne dass dies einen Einfluss auf die bereits genutzten Brennholzmengen hat. Demgegen\u00fcber k\u00f6nnen im Stadtwald Freiburg zus\u00e4tzlich zu der dort bereits heute sehr intensiven Brennholznutzung im Wesentlichen nur noch im Bergwald begrenzte Mengen an Energieholz in Form von Hackschnitzeln bereitgestellt werden.<br \/>\nAbsch\u00e4tzung des Energieholzanfalls aus der Landschaft<br \/>\nZur Absch\u00e4tzung des mengenm\u00e4\u00dfig noch weitgehend unbekannten Potenzials an Landschaftspflegeholz zur energetischen Verwertung wurde mit der Kombination von Luftbildauswertung und terrestrischen Messungen ein neuer Ansatz entwickelt. Der durchschnittliche Biomasseanfall der in der freien Land-schaft erfassten wichtigsten Geh\u00f6lztypen (Baumhecke, Geh\u00f6lzstreifen, Vorwald, Strauchhecke und Ufergeh\u00f6lz) kann demzufolge auf knapp 300 Srm\/ha gesch\u00e4tzt werden. In einem strukturell vergleichbaren Untersuchungsgebiet in Rheinland-Pfalz (Gr\u00f6\u00dfe: ca. 11 km2), das im Rahmen des Projekts analysiert wurde, k\u00f6nnten &#8211; bei einer Gesamtfl\u00e4che an Geh\u00f6lztypen der freien Landschaft von 18 ha &#8211; demnach ca. 6.000 Srm geerntet werden, was bei einem 20j\u00e4hrigen Nutzungsrhythmus ca. 295 Srm\/Jahr entspricht. Dieser Anfall reduziert sich durch \u00f6kologische, rechtliche, naturschutzfachliche und andere Restriktionen um 36 % auf ca. 190 Srm\/Jahr. \u00dcbertragen auf die Fl\u00e4che des Gebiets Hochschwarzwald &#8211; Breisgauer Bucht (Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut sowie Stadtkreis Freiburg) erg\u00e4be sich daraus ein Biomasseanfall von knapp 32.000 Srm an Landschaftspflegeholz, der j\u00e4hrlich nachhaltig geerntet werden k\u00f6nnte (entspricht ca. 2,88 Mio. l Heiz\u00f6l). Im Rahmen dieses Teilprojekts wurden Optimierungspotenziale bei der Ernte und Logistik aufgezeigt, so dass zuk\u00fcnftig auch bei der Bereitstellung von Hackschnitzeln aus Landschaftspflegeholz die Erwirtschaftung von Kostendeckungsbeitr\u00e4gen durch den Verkauf der Hackschnitzel m\u00f6glich sein sollte.<br \/>\nOptimierung der Bereitstellungsketten von Energieholz aus dem Wald<br \/>\nInnovative Ernteverfahren in der Ebene<br \/>\nAls bislang in Deutschland noch wenig untersuchte Verfahren wurden in Kiefern-Erstdurchforstungsbest\u00e4nden und im Eichenmittelwald Versuchseins\u00e4tze mit Harvestern mit F\u00e4ller-Sammler-Aggregaten durchgef\u00fchrt. Die dabei erreichten Ernteleistungen liegen zwischen 17 Srm\/h RAZ und 19 Srm\/h RAZ. Damit liegt die Leistung dieser Systeme um ca. 15 % unter der Leistung von konventionellen Harvestersystemen. Dennoch sind diese Schneid-Aggregate bei Kosten von 6,50 \u0080\/Srm bis 7,60 \u0080\/Srm insbesondere aufgrund ihrer geringeren St\u00f6ranf\u00e4lligkeit vor allem in Best\u00e4nden mit ausgepr\u00e4gter Strauchschicht und aufgrund ihres geringen Wartungsaufwands in Erstdurchforstungsbest\u00e4nden ohne Sortimentsaushaltung eine echte Alternative zu konventionellen Harvesteraggregaten mit Kettens\u00e4gen.<br \/>\nAndere Erntesysteme, wie z. B. eine kombinierte F\u00e4ll-R\u00fccke-Maschine zeigten sich im Rahmen des Projekts weniger geeignet f\u00fcr den Einsatz bei der Bereitstellung von Energieholz. Bei Kosten von knapp 11 \u0080\/Srm f\u00fcr die Ernte und Bringung des Hackmaterials an die Waldstra\u00dfe (ohne Hackung!) ist hier momentan keine Kostendeckung gegeben. Hauptgrund f\u00fcr die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen Bereitstellungskosten ist, dass die Maschine weder f\u00fcr die Ernte noch f\u00fcr die Bringung von Holz optimiert ist. Dabei erwies sich das<br \/>\nangebaute F\u00e4llgreifer-Aggregat zum einen beim F\u00e4llen als relativ schwach und st\u00f6ranf\u00e4llig, andererseits<br \/>\nwiederum ist es beim Beladen des Rungenkorbs einer konventionellen Greifzange deutlich unterlegen. Dennoch hat auch dieses System seine Berechtigung, da bspw. bei der Bereitstellung von Brennholz im selben Versuch Nettoerl\u00f6se zwischen 11 und 16 \u0080\/Efm erzielt werden konnten.<br \/>\nInnovative Ernteverfahren am Hang<br \/>\nIn mehreren Versuchseins\u00e4tzen mit einem Kurzstreckenseilkran in Fichtendurchforstungsbest\u00e4nden am Steilhang konnte gezeigt werden, dass auch unter diesen schwierigen Bedingungen mit Gesamtkosten zwischen 9 \u0080\/Srm und 10 \u0080\/Srm eine kostendeckende Bereitstellung von Hackschnitzeln frei Waldstra\u00dfe als Koppelprodukt zu Stammholz realisiert werden kann. Als besonders vorteilhaft erwies sich dabei der Transport des Hackmaterials auf einen zentralen Platz im Wald durch einen Forwarder. Die dadurch entstandenen Mehrkosten in H\u00f6he von knapp 3 \u0080\/Srm konnten durch die deutlich h\u00f6here Leistung des Hackers aufgrund einer reibungslosen Logistik mehr als ausgeglichen werden. Kostete das Hacken direkt auf der Waldstra\u00dfe ca. 5,30 \u0080\/Srm, so sanken die Kosten beim Hacken auf einem zentralen Platz im Wald mit 2 \u0080\/Srm auf weniger als die H\u00e4lfte!<br \/>\nIn Erg\u00e4nzung dazu wurde in einer weiteren Studie in Tannenstarkholzbest\u00e4nden am Steilhang die Energieholzbereitstellung aus Kronenmaterial als Koppelprodukt zur Stammholzgewinnung untersucht. Zum Einsatz kam dabei ein Seilbagger, der das Holz an die Waldstra\u00dfe vorr\u00fcckte und die motormanuelle Aufarbeitung an der Waldstra\u00dfe unterst\u00fctzte. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Wirtschaft-lichkeit des Verfahrens mit Gesamtkosten f\u00fcr das Stammholz von 17 \u0080\/Efm bis 19 \u0080\/Efm durchaus gege-ben ist, dass jedoch die Bereitstellung von Energieholz aus Starkholzkronen unter aktuellen Marktbedingungen bei Kosten zwischen 12,60 \u0080\/Srm und 16,30 \u0080\/Srm noch nicht wirtschaftlich ist.<br \/>\nOptimierte Hackverfahren<br \/>\nIn einer weiteren Studie wurde der optimale Ort des Hackvorgangs untersucht. Dabei wurde das Hacken auf der R\u00fcckegasse verglichen mit dem Hacken an der Waldstra\u00dfe. Es wurde deutlich, dass sich im vorliegenden Fall (Eichen-Altholz) das Hacken auf der R\u00fcckegasse mit Kosten von insgesamt 9,30 \u0080\/Srm (Hackschnitzel, frei Waldstra\u00dfe) um 1,30 \u0080\/Srm g\u00fcnstiger darstellt im Vergleich zum Hacken auf der Waldstra\u00dfe, obwohl keine Vorkonzentration des Hackmaterials auf der Fl\u00e4che stattfand. Trotz der h\u00f6heren Vorkonzentration des Hackmaterials lag die Leistung aufgrund der geringeren Motorisierung des eingesetzten Hackers an der Waldstra\u00dfe sogar um knapp 10 % unter der Leistung die beim Hacken auf der R\u00fcckegasse erreicht wurde. In Kombination mit den R\u00fcckekosten f\u00fcr das Hackmaterial in H\u00f6he von 1,93 \u0080\/Srm, die beim Hacken auf der R\u00fcckegasse entfallen, resultieren daraus in der Summe h\u00f6here gesamte Bereitstellungskosten.<br \/>\nAls Hauptansatzpunkte zur Optimierung des Hackens an der Waldstra\u00dfe konnten insbesondere eine weitere, st\u00e4rkere Vorkonzentration des Hackmaterials sowie die Schaffung von Lagerpl\u00e4tzen f\u00fcr Wechselcontainer zur schnelleren Abfuhr von vollen Containern identifiziert werden. So konnten in den vorliegenden Untersuchungen die Hackkosten durch eine optimierte Logistik z.T. um mehr als 50 % reduziert werden. Bei regelm\u00e4\u00dfiger Bereitstellung von Hackschnitzeln aus dem Wald sollte au\u00dferdem die Anlage von festen Hackpl\u00e4tzen im Wald, mit idealen logistischen Bedingungen f\u00fcr den Hacker und die Transportfahrzeuge unbedingt in Erw\u00e4gung gezogen werden. Zur Optimierung der Logistik bietet sich sogar eine Zwischenlagerung der Hackschnitzel an, wenn dadurch bspw. Wartezeiten f\u00fcr den Transporteur am Heizwerk vermieden werden. Durch die daraus resultierenden geringeren Stillstandszeiten des Hackers k\u00f6nnen die Hackkosten um bis zu 15 % verringert werden!<br \/>\nZwischentransport von Hackmaterial<br \/>\nIm Mittelpunkt eines weiteren Teilprojekts stand die Frage, ob die Kosten f\u00fcr das Hacken mit einer Vorkonzentration des Hackmaterials auf einem zentralen Platz durch Zwischentransport mit einem Langholz-LKW soweit gesenkt werden k\u00f6nnen, dass die zus\u00e4tzlichen Kosten f\u00fcr den Zwischentransport durch die geringeren Hackkosten zumindest ausgeglichen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Zwischentransport von Tannenstarkholzkronen mit dem Langholz-LKW auf Forstwegen im Steilhang kostete bei Fahrstrecken von bis zu 3,6 km (einfache Fahrentfernung), durchschnittlich ca. 1,70 \u0080\/Srm. In Kombination mit den Hackkosten (1,30 \u0080\/Srm bzw. 2,50 \u0080\/Srm) kostete die Bereitstellung der Hackschnitzel somit insgesamt 3,00 \u0080\/Srm bzw. 4,20 \u0080\/Srm. Bei Hackung der Kronen direkt an der Waldstra\u00dfe, w\u00e4ren aufgrund der nachteiligen Topographie (lange Fahrstrecken der Containerfahrzeuge, z. T. r\u00fcckw\u00e4rts) deutlich h\u00f6here Bereitstellungskosten zu erwarten gewesen. So lagen die Hackkosten an der Waldstra\u00dfe unter vergleichbaren Bedingungen (Steilhang) f\u00fcr Hackmaterial aus Fichtendurchforstungen aufgrund langer Stillstandzeiten des Hackers wegen fehlender leerer Container bei ca. 5,20 \u0080\/Srm und damit um mehr als 170 % h\u00f6her!<br \/>\nBeim Zwischentransport von Hackmaterial mit einem Langholz-LKW in 40j\u00e4hrigen Fichtenbest\u00e4nden entstanden je nach Aufarbeitungs- und Aushaltungsvariante Kosten f\u00fcr den Zwischentransport von 1,20 \u0080\/Srm bis 3,20 \u0080\/Srm, wobei die Kosten insbesondere vom Ladevolumen des LKW abh\u00e4ngig waren. Auf eine \u00c4nderung der Transportentfernung reagierten die Kosten hingegen nur unterproportional. Die Kos-ten f\u00fcr die Bereitstellung von Hackschnitzeln (d.h. Transport und Hacken) lagen bei durchschnittlich 4,50 \u0080\/Srm. Gleichzeitig kann auf diese Weise z. B. auch das Hackmaterial aus h\u00f6her gelegenen Waldorten auf tiefer liegende, auch im Winter schneefreie Lagerpl\u00e4tze transportiert und somit die Rohstoffversorgung auch bei ung\u00fcnstigen Witterungsbedingungen sichergestellt werden. Weiter zeigte sich, dass der alternativ m\u00f6gliche Zwischentransport mit dem Forwarder auf der Waldstra\u00dfe je nach Beschaffenheit des Hackmaterials (Einfluss auf das Ladevolumen!) bis zu einer einfachen Fahrentfernung zwischen 0,9 km und 1,8 km vorteilhaft ist, da hier das Umladen des Hackmaterials auf den Langholz-LKW entf\u00e4llt. Erst bei l\u00e4ngeren Fahrdistanzen empfiehlt sich f\u00fcr den Zwischentransport der Einsatz eines Langholz-LKW.<br \/>\nAls Fazit kann gesagt werden, dass die Bereitstellung von Hackschnitzeln heute durchaus an der Grenze zu Wirtschaftlichkeit steht, dass aber bislang auf diesem Gebiet f\u00fcr die Forstwirtschaft nur geringe Nettoerl\u00f6se zu erwarten sind. Bei weiter steigenden Energiepreisen wird jedoch in absehbarer Zeit auch die Bereitstellung von Hackschnitzeln aus dem Holz f\u00fcr viele Forstbetriebe ein eigenst\u00e4ndiges, lohnenswertes Gesch\u00e4ftsfeld sein.<br \/>\nAns\u00e4tze zur Erh\u00f6hung des Energieholzanfalls: Intensivdurchforstung \/ Stammholz-Plus-Konzept<br \/>\nSowohl durch eine intensivierte Durchforstung, als auch durch eine ver\u00e4nderte Aushaltung (Stammholz-Plus-Konzept) k\u00f6nnen je nach Bestandessituation (in Abh\u00e4ngigkeit vom Waldentwicklungstyp bzw. Behandlungstyp) erhebliche Mehrmengen an Rund- und Energieholz realisiert werden. Obwohl durch die Nutzung auch schw\u00e4cherer Sortimente die St\u00fcckkosten der Bereitstellung steigen, k\u00f6nnen wegen des h\u00f6heren Mengenanfalls durch eine intensivierte Durchforstung f\u00fcr die Forstwirtschaft h\u00f6here Nettofl\u00e4chenerl\u00f6se im Vergleich zur herk\u00f6mmlichen Durchforstung erzielt werden. Eine Umleitung von Industrie-holzsortimenten in die energetische Verwertung (Stammholz-Plus-Konzept) scheint aber unter wirtschaftlichen Aspekten (Preisrelation Energieholz \/ Industrieholz) heute (noch) nicht sinnvoll. Das zust\u00e4ndige Forstpersonal bzw. die Waldeigent\u00fcmer beurteilten die Waldbilder der intensiv durchforsteten Best\u00e4nde als absolut zufrieden stellend, eine Gef\u00e4hrdung der waldbaulichen Zielerreichung konnte ausgeschlossen werden. Insbesondere die zus\u00e4tzliche Nutzung von Kronenmaterial zur energetischen Verwertung f\u00fchrt jedoch zu einem deutlich erh\u00f6hten N\u00e4hrstoffexport, so dass \u00fcber den Umfang einer intensivierten Energieholznutzung in Abh\u00e4ngigkeit von dem jeweiligen Standort entschieden werden muss, wobei auch Ma\u00dfnahmen zur D\u00fcngung bzw. N\u00e4hrstoffr\u00fcckf\u00fchrung zu diskutieren sind.<br \/>\nEnergetische Verwertung von Biomasse aus naturschutzfachlichen \/ landespflegerischen Eingriffen<br \/>\nDie Nutzung von Biomasse, die bei naturschutzfachlichen oder landespflegerischen Eingriffen sowie im Rahmen von Kalamit\u00e4tsnutzungen bspw. zur Borkenk\u00e4ferbek\u00e4mpfung anf\u00e4llt, er\u00f6ffnet neue, zus\u00e4tzliche Potenziale, die bisher nur in sehr geringem Ma\u00dfe genutzt werden.<br \/>\nSo konnte im Rahmen eines Teilprojekts bei der Pflege bzw. Rehabilitation \u00fcberalterter Niederw\u00e4lder ein potenzieller Biomasseanfall von 650 Srm\/ha bis 710 Srm\/ha ermittelt werden. Dadurch k\u00f6nnten diese Niederw\u00e4lder wieder in Stadien und Strukturen \u00fcberf\u00fchrt werden, die ihrer traditionellen Bewirtschaftung entsprechen und so ihre besondere Habitatstruktur und Diversit\u00e4t erhalten werden.<br \/>\nGleiches gilt f\u00fcr die Nutzung der im Rahmen von Enthurstungsma\u00dfnahmen auf ehemaligen Weidfeldern anfallenden Biomasse: Durch die Auswertung von Luftbildern wurde herausgearbeitet, dass die Fl\u00e4che der offenen Weidfelder in der Gemeinde Bernau (Gr\u00f6\u00dfe des betrachteten Landschaftsausschnitts: 9 km2) in den letzten Jahrzehnten durch nat\u00fcrliche Sukzession von 230 ha im Jahr 1968 um 45 % auf 125 ha im Jahr 2001 abgenommen hat. Im gleichen Zeitraum nahmen die durch Baumbewuchs stark \u00fcberschirmten Fl\u00e4chen (\u00dcberschirmungsgrad 75 %) um mehr als 75 ha von 569 ha auf 645 ha zu. Da die auf diesen Fl\u00e4chen stockenden B\u00e4ume oft von schlechter Qualit\u00e4t sind, und damit aufgrund ihrer starken Astigkeit und Abformigkeit nicht f\u00fcr eine h\u00f6herwertige Verwertung z.B. als S\u00e4geholz geeignet sind, kann hier f\u00fcr einzelne Gemeinden des Hochschwarzwalds ein hohes Potenzial an Biomasse zur energetischen Verwertung erschlossen werden. Insgesamt k\u00f6nnten bspw. auf den Fl\u00e4chen der Gemeinde Bernau rund 2.300 Srm pro Jahr geerntet werden. In einem weiteren Teilprojekt konnte au\u00dferdem gezeigt werden, dass bei Gesamtkosten zwischen 7 \u0080\/Srm und 9,60 \u0080\/Srm f\u00fcr die Bereitstellung von Hackschnitzeln frei Waldstra\u00dfe die Erwirtschaftung von Kostendeckungsbeitr\u00e4gen m\u00f6glich ist. Damit besteht die M\u00f6glichkeit, vergleichbare landespflegerische Ma\u00dfnahmen zuk\u00fcnftig geringer zu bezuschussen, bzw. bei gleich bleibenden F\u00f6rdermitteln eine gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che zu pflegen.<br \/>\nAuch die Produktion von Hackschnitzeln im Zuge von Kalamit\u00e4tsnutzungen durch Borkenk\u00e4ferbefall kann nach den gewonnenen Erkenntnissen in vielen F\u00e4llen kostendeckend gestaltet werden. Dies gilt insbesondere im Vergleich zum bisherigen Vorgehen, bei dem das Material in Handarbeit auf der Fl\u00e4che ge-sammelt und verbrannt wird. Auch hier ist festzustellen, dass die Kosten einer Bereitstellung beim Ha-cken auf der R\u00fcckegasse mit 4,70 \u0080\/Srm um ca. 1 \u0080\/Srm niedriger sind im Vergleich zum R\u00fccken des Hackmaterials und Hacken an der Waldstra\u00dfe mit Gesamtkosten von 5,70 \u0080\/Srm.<br \/>\nDurch eine energetische Verwertung der Biomasse aus den im Rahmen dieses Projekts untersuchten Quellen aus Naturschutz und Landespflege k\u00f6nnten im Anhalt an Berechnungen des Wirtschaftsministe-riums Baden-W\u00fcrttemberg (2003) im Bezug auf die Gesamtfl\u00e4che Baden-W\u00fcrttembergs immerhin 0,35 % des Prim\u00e4renergiebedarfs Baden-W\u00fcrttembergs bzw. 2,5 % des Heiz\u00f6lbedarfs von Haushalten und sonstigen Verbrauchern abgedeckt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden in Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg mehrere Projekttreffen mit den beteiligten Projektpartnern und Stakeholdern veranstaltet. An 3 Nachmittagen wurden die jeweils aktuellen Projektergebnisse vorgestellt und mit den Projektpartnern diskutiert. Im Rahmen dieser Treffen wurden die W\u00fcnsche und Anregungen der Anwesenden an das Projekt und dessen Verlauf erfragt und gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen und abgestimmt. Das hohe Interesse und die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen zeigen, dass mit dem Projekt ein Thema untersucht wurde, das in der Praxis auf hohen Zuspruch trifft und dessen Ergebnisse f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit eine hohe Relevanz besitzen. Dar\u00fcber hinaus wurden Ergebnisse des Projekts im Rahmen mehrerer Treffen auch Vertretern der Holz- und Papierindustrie vorgestellt und mit diesen diskutiert. Auch hier stie\u00df die Thematik auf ein breites Interesse und l\u00f6ste intensive Diskussionen aus. Zus\u00e4tzlich werden die Ergebnisse am 20. und 21. September 2007, im Rahmen einer 2-t\u00e4gigen Konferenz zum Thema Energieholz in Freiburg der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert.<br \/>\nAm Institut f\u00fcr Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft wurde &#8211; ebenso wie in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg &#8211; ein Schwerpunkt in der Forschung auf den Bereich Bioenergie gelegt, so dass mit Hilfe der Erkenntnisse aus dem Projekt die zahlreichen Anfragen aus dem In- und Ausland hinsichtlich der Bereitstellung von Hackschnitzeln aus dem Wald und der Land-schaft fundiert und fachkundig beantwortet und damit wertvolle Hilfestellung zum Ausbau der erneuerba-ren Energien gegeben werden k\u00f6nnen. So wurde z.B. die Holzenergie-Betreibergesellschaft Zell beim Aufbau der Hackschnitzelversorgung f\u00fcr das Nahw\u00e4rmenetz Zell im Wiesental ebenso fachlich beraten wie die Stadt Laichingen bei der Logistikoptimierung f\u00fcr das st\u00e4dtische Heizwerk. Dar\u00fcber hinaus flossen Erkenntnisse des vorliegenden Projekts in andere Projekte der DBU an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, aber auch z. B. in Projekte des \u00d6koinstituts Freiburg oder der Fischer-D\u00fcrr-Stiftung ein. Ein weiteres Projekt, f\u00fcr das die Ergebnisse dieses Projekts eine hohe Relevanz besitzen ist bspw. das EU-Life-Projekt Rohrhardsberg, Obere Elz und Wilde Gutach (Projektnehmer: Regierungspr\u00e4sidium Freiburg), das sich in Teilprojekten (Bearbeitung am Institut f\u00fcr Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft) ebenfalls mit der energetischen Nutzung von Biomasse befasst und in Teilen auf den Ergebnissen dieses Projekts aufbaut.<br \/>\nAuch wurden die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts au\u00dferhalb der Projekttreffen im Rahmen zahlreicher Vortr\u00e4ge und durch eine rege Ver\u00f6ffentlichungst\u00e4tigkeit in einschl\u00e4gigen Fachzeitschriften einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurden im Rahmen des Projekts mehrere Diplom-, Master- und Hausarbeiten von Studierenden der Fakult\u00e4t f\u00fcr Forst- und Umweltwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg bearbeitet und von Mitarbeitern des Instituts f\u00fcr Forstbenutzung und Forstlichen Arbeitswissenschaft wissenschaftlich betreut und organisatorisch begleitet. Diese sind an ihren jetzigen Arbeitspl\u00e4tzen als Multiplikatoren t\u00e4tig und treiben den Ausbau der Bioenergie weiter voran.<br \/>\nZahlreichen Studierenden konnten zudem das Thema Bioenergie und die gesamte Bereitstellungskette vom Wald bis ins Heizwerk in zahlreichen Vorlesungen sowie im Rahmen mehrerer Exkursionen zu Projektpartnern (Holzwerke Dold, Markgr\u00e4fler H\u00e4ckselzug) anschaulich und lebendig vermittelt werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>kann gesagt werden, dass die Bereitstellung von Hackschnitzeln heute durchaus an der Grenze zu Wirtschaftlichkeit steht, dass aber bislang auf diesem Gebiet f\u00fcr die Forstwirtschaft nur geringe Nettoerl\u00f6se zu erwarten sind. Bei weiter steigenden Energiepreisen wird jedoch in absehbarer Zeit auch die Bereitstellung von Hackschnitzeln aus dem Holz f\u00fcr viele Forstbetriebe ein eigenst\u00e4ndiges, lohnenswertes Gesch\u00e4ftsfeld sein.<br \/>\nAns\u00e4tze zur Erh\u00f6hung des Energieholzanfalls: Intensivdurchforstung \/ Stammholz-Plus-Konzept<br \/>\nSowohl durch eine intensivierte Durchforstung, als auch durch eine ver\u00e4nderte Aushaltung (Stammholz-Plus-Konzept) k\u00f6nnen je nach Bestandessituation (in Abh\u00e4ngigkeit vom Waldentwicklungstyp bzw. Behandlungstyp) erhebliche Mehrmengen an Rund- und Energieholz realisiert werden. Obwohl durch die Nutzung auch schw\u00e4cherer Sortimente die St\u00fcckkosten der Bereitstellung steigen, k\u00f6nnen wegen des h\u00f6heren Mengenanfalls durch eine intensivierte Durchforstung f\u00fcr die Forstwirtschaft h\u00f6here Nettofl\u00e4chenerl\u00f6se im Vergleich zur herk\u00f6mmlichen Durchforstung erzielt werden. Eine Umleitung von Industrie-holzsortimenten in die energetische Verwertung (Stammholz-Plus-Konzept) scheint aber unter wirtschaftlichen Aspekten (Preisrelation Energieholz \/ Industrieholz) heute (noch) nicht sinnvoll. Das zust\u00e4ndige Forstpersonal bzw. die Waldeigent\u00fcmer beurteilten die Waldbilder der intensiv durchforsteten Best\u00e4nde als absolut zufrieden stellend, eine Gef\u00e4hrdung der waldbaulichen Zielerreichung konnte ausgeschlossen werden. Insbesondere die zus\u00e4tzliche Nutzung von Kronenmaterial zur energetischen Verwertung f\u00fchrt jedoch zu einem deutlich erh\u00f6hten N\u00e4hrstoffexport, so dass \u00fcber den Umfang einer intensivierten Energieholznutzung in Abh\u00e4ngigkeit von dem jeweiligen Standort entschieden werden muss, wobei auch Ma\u00dfnahmen zur D\u00fcngung bzw. N\u00e4hrstoffr\u00fcckf\u00fchrung zu diskutieren sind.<br \/>\nEnergetische Verwertung von Biomasse aus naturschutzfachlichen \/ landespflegerischen Eingriffen<br \/>\nDie Nutzung von Biomasse, die bei naturschutzfachlichen oder landespflegerischen Eingriffen sowie im Rahmen von Kalamit\u00e4tsnutzungen bspw. zur Borkenk\u00e4ferbek\u00e4mpfung anf\u00e4llt, er\u00f6ffnet neue, zus\u00e4tzliche Potenziale, die bisher nur in sehr geringem Ma\u00dfe genutzt werden.<br \/>\nSo konnte im Rahmen eines Teilprojekts bei der Pflege bzw. Rehabilitation \u00fcberalterter Niederw\u00e4lder ein potenzieller Biomasseanfall von 650 Srm\/ha bis 710 Srm\/ha ermittelt werden. Dadurch k\u00f6nnten diese Niederw\u00e4lder wieder in Stadien und Strukturen \u00fcberf\u00fchrt werden, die ihrer traditionellen Bewirtschaftung entsprechen und so ihre besondere Habitatstruktur und Diversit\u00e4t erhalten werden.<br \/>\nGleiches gilt f\u00fcr die Nutzung der im Rahmen von Enthurstungsma\u00dfnahmen auf ehemaligen Weidfeldern anfallenden Biomasse: Durch die Auswertung von Luftbildern wurde herausgearbeitet, dass die Fl\u00e4che der offenen Weidfelder in der Gemeinde Bernau (Gr\u00f6\u00dfe des betrachteten Landschaftsausschnitts: 9 km2) in den letzten Jahrzehnten durch nat\u00fcrliche Sukzession von 230 ha im Jahr 1968 um 45 % auf 125 ha im Jahr 2001 abgenommen hat. Im gleichen Zeitraum nahmen die durch Baumbewuchs stark \u00fcberschirmten Fl\u00e4chen (\u00dcberschirmungsgrad 75 %) um mehr als 75 ha von 569 ha auf 645 ha zu. Da die auf diesen Fl\u00e4chen stockenden B\u00e4ume oft von schlechter Qualit\u00e4t sind, und damit aufgrund ihrer starken Astigkeit und Abformigkeit nicht f\u00fcr eine h\u00f6herwertige Verwertung z.B. als S\u00e4geholz geeignet sind, kann hier f\u00fcr einzelne Gemeinden des Hochschwarzwalds ein hohes Potenzial an Biomasse zur energetischen Verwertung erschlossen werden. Insgesamt k\u00f6nnten bspw. auf den Fl\u00e4chen der Gemeinde Bernau rund 2.300 Srm pro Jahr geerntet werden. In einem weiteren Teilprojekt konnte au\u00dferdem gezeigt werden, dass bei Gesamtkosten zwischen 7 \u0080\/Srm und 9,60 \u0080\/Srm f\u00fcr die Bereitstellung von Hackschnitzeln frei Waldstra\u00dfe die Erwirtschaftung von Kostendeckungsbeitr\u00e4gen m\u00f6glich ist. Damit besteht die M\u00f6glichkeit, vergleichbare landespflegerische Ma\u00dfnahmen zuk\u00fcnftig geringer zu bezuschussen, bzw. bei gleich bleibenden F\u00f6rdermitteln eine gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4che zu pflegen.<br \/>\nAuch die Produktion von Hackschnitzeln im Zuge von Kalamit\u00e4tsnutzungen durch Borkenk\u00e4ferbefall kann nach den gewonnenen Erkenntnissen in vielen F\u00e4llen kostendeckend gestaltet werden. Dies gilt insbesondere im Vergleich zum bisherigen Vorgehen, bei dem das Material in Handarbeit auf der Fl\u00e4che ge-sammelt und verbrannt wird. Auch hier ist festzustellen, dass die Kosten einer Bereitstellung beim Ha-cken auf der R\u00fcckegasse mit 4,70 \u0080\/Srm um ca. 1 \u0080\/Srm niedriger sind im Vergleich zum R\u00fccken des Hackmaterials und Hacken an der Waldstra\u00dfe mit Gesamtkosten von 5,70 \u0080\/Srm.<br \/>\nDurch eine energetische Verwertung der Biomasse aus den im Rahmen dieses Projekts untersuchten Quellen aus Naturschutz und Landespflege k\u00f6nnten im Anhalt an Berechnungen des Wirtschaftsministe-riums Baden-W\u00fcrttemberg (2003) im Bezug auf die Gesamtfl\u00e4che Baden-W\u00fcrttembergs immerhin 0,35 % des Prim\u00e4renergiebedarfs Baden-W\u00fcrttembergs bzw. 2,5 % des Heiz\u00f6lbedarfs von Haushalten und sonstigen Verbrauchern abgedeckt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts wurden in Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg mehrere Projekttreffen mit den beteiligten Projektpartnern und Stakeholdern veranstaltet. An 3 Nachmittagen wurden die jeweils aktuellen Projektergebnisse vorgestellt und mit den Projektpartnern diskutiert. Im Rahmen dieser Treffen wurden die W\u00fcnsche und Anregungen der Anwesenden an das Projekt und dessen Verlauf erfragt und gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen und abgestimmt. Das hohe Interesse und die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen zeigen, dass mit dem Projekt ein Thema untersucht wurde, das in der Praxis auf hohen Zuspruch trifft und dessen Ergebnisse f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit eine hohe Relevanz besitzen. Dar\u00fcber hinaus wurden Ergebnisse des Projekts im Rahmen mehrerer Treffen auch Vertretern der Holz- und Papierindustrie vorgestellt und mit diesen diskutiert. Auch hier stie\u00df die Thematik auf ein breites Interesse und l\u00f6ste intensive Diskussionen aus. Zus\u00e4tzlich werden die Ergebnisse am 20. und 21. September 2007, im Rahmen einer 2-t\u00e4gigen Konferenz zum Thema &#8220;Energieholz&#8221; in Freiburg der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert.<br \/>\nAm Institut f\u00fcr Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft wurde &#8211; ebenso wie in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg &#8211; ein Schwerpunkt in der Forschung auf den Bereich Bioenergie gelegt, so dass mit Hilfe der Erkenntnisse aus dem Projekt die zahlreichen Anfragen aus dem In- und Ausland hinsichtlich der Bereitstellung von Hackschnitzeln aus dem Wald und der Land-schaft fundiert und fachkundig beantwortet und damit wertvolle Hilfestellung zum Ausbau der erneuerba-ren Energien gegeben werden k\u00f6nnen. So wurde z.B. die Holzenergie-Betreibergesellschaft Zell beim Aufbau der Hackschnitzelversorgung f\u00fcr das Nahw\u00e4rmenetz Zell im Wiesental ebenso fachlich beraten wie die Stadt Laichingen bei der Logistikoptimierung f\u00fcr das st\u00e4dtische Heizwerk. Dar\u00fcber hinaus flossen Erkenntnisse des vorliegenden Projekts in andere Projekte der DBU an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, aber auch z. B. in Projekte des \u00d6koinstituts Freiburg oder der Fischer-D\u00fcrr-Stiftung ein. Ein weiteres Projekt, f\u00fcr das die Ergebnisse dieses Projekts eine hohe Relevanz besitzen ist bspw. das EU-Life-Projekt &#8220;Rohrhardsberg, Obere Elz und Wilde Gutach&#8221; (Projektnehmer: Regierungspr\u00e4sidium Freiburg), das sich in Teilprojekten (Bearbeitung am Institut f\u00fcr Forstbenutzung und Forstliche Arbeitswissenschaft) ebenfalls mit der energetischen Nutzung von Biomasse befasst und in Teilen auf den Ergebnissen dieses Projekts aufbaut.<br \/>\nAuch wurden die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts au\u00dferhalb der Projekttreffen im Rahmen zahlreicher Vortr\u00e4ge und durch eine rege Ver\u00f6ffentlichungst\u00e4tigkeit in einschl\u00e4gigen Fachzeitschriften einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus wurden im Rahmen des Projekts mehrere Diplom-, Master- und Hausarbeiten von Studierenden der Fakult\u00e4t f\u00fcr Forst- und Umweltwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg bearbeitet und von Mitarbeitern des Instituts f\u00fcr Forstbenutzung und Forstlichen Arbeitswissenschaft wissenschaftlich betreut und organisatorisch begleitet. Diese sind an ihren jetzigen Arbeitspl\u00e4tzen als Multiplikatoren t\u00e4tig und treiben den Ausbau der Bioenergie weiter voran.<br \/>\nZahlreichen Studierenden konnten zudem das Thema Bioenergie und die gesamte Bereitstellungskette vom Wald bis ins Heizwerk in zahlreichen Vorlesungen sowie im Rahmen mehrerer Exkursionen zu Projektpartnern (Holzwerke Dold, Markgr\u00e4fler H\u00e4ckselzug) anschaulich und lebendig vermittelt werden. <\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der Durchf\u00fchrung des Projekts konnten die Ausgangslage und die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Bereitstellung von Hackschnitzeln aus Wald und Landschaft zur energetischen Verwertung in der Region weiter verbessert werden. Durch umfangreiche Presse-, Vortrags- und Ver\u00f6ffentlichungsarbeiten konnte die \u00d6ffentlichkeit in der Region und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr das Thema sensibilisiert und mobilisiert werden. <\/p>\n<p>Durch die Besch\u00e4ftigung von Unternehmen der Region aber auch aus dem benachbarten Ausland im Rahmen des Projekts konnten neue Akteure in die Aktivit\u00e4ten der Region eingebunden und bereits bestehende Gesch\u00e4ftbeziehungen weiter vernetzt werden. Bislang unbeteiligten Institutionen (z.B. Regie-rungspr\u00e4sidium Freiburg, Weidedirektion L\u00f6rrach, Deutsche Bahn AG u. a.) konnten M\u00f6glichkeiten zur aktiven Partizipation an der energetischen Verwertung von Biomasse aufgezeigt werden, die auch in Zu-kunft bestehen und weiter ausgebaut werden. So wurden w\u00e4hrend der 30monatigen Laufzeit des Projekts im Projektgebiet insgesamt ca. 64 ha Waldfl\u00e4che bearbeitet, dabei ca. 1.500 Efm Rundholz geerntet und ca. 6.000 Srm Hackschnitzel einer energetischen Verwertung zugef\u00fchrt, womit ca. 540.000 l Heiz\u00f6l substituiert werden konnten.<\/p>\n<p>Aus \u00f6konomischer Sicht kann gesagt werden, dass es im Rahmen des Projekts gelungen ist, neue Wege f\u00fcr eine \u00f6konomisch sinnvolle Bereitstellung von Hackschnitzeln aufzuzeigen und in die Praxis zu transferieren. Dazu geh\u00f6ren nicht nur innovative Maschinenkombinationen wie z. B. die Harvester mit F\u00e4ller-Sammer-Aggregaten, sondern insbesondere auch neue Einsatzbereiche f\u00fcr herk\u00f6mmliche Maschinen, wie z.B. der Transport von Hackmaterial durch Langholz-LKW. Nachdem gerade f\u00fcr letztere der Nach-weis erbracht wurde, dass ein \u00f6konomisch sinnvoller Einsatz m\u00f6glich ist, wird dieses System in Zukunft sicherlich verst\u00e4rkt Anwendung finden. Auch im Bereich des Hackens wurden erhebliche Optimierungspotenziale aufgezeigt. Zum einen wurde verdeutlicht, wie die Arbeitsweise des Hackers selbst zuk\u00fcnftig effizienter gestaltet werden kann, welches Gewicht dabei aber auch einer optimal funktionierenden Logis-tik zukommt, die keinesfalls vernachl\u00e4ssigt werden darf. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich konnte gezeigt werden, dass auch eine Bereitstellung von Hackschnitzeln in Verbindung mit naturschutzfachlichen \/ landespflegerischen Eingriffen durchaus lohnenswert sein kann. Hier ist insbesondere die Pflege von Weidfeldern zu nennen, aber auch bspw. die Nutzung von Hackschnitzeln aus Pflegema\u00dfnahmen in Eichenmittel- und -niederw\u00e4ldern, oder von Hecken und Begleitgeh\u00f6lzen der freien Landschaft die in Zukunft anders organisiert und durchgef\u00fchrt werden wird<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Potenzialabsch\u00e4tzungen zeigen, dass in der Forstwirtschaft und der freien Landschaft gro\u00dfe, bisher noch ungenutzte Ressourcen f\u00fcr die Bioenergieerzeugung vorhanden sind. Allerdings spielt Waldholz aufgrund der im Vergleich zu Alt- oder Industrieresth\u00f6lzern hohen Bereitstellungskosten im Bereich der Bioenergieerzeugung bisher nur eine geringe Rolle. 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