{"id":23582,"date":"2024-11-27T10:36:46","date_gmt":"2024-11-27T09:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22094-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:47","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:47","slug":"22094-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22094-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung eines vereinfachten Verfahrens zur Ermittlung geb\u00e4udespezifischer Prim\u00e4renergiekennwerte, geeignet als Bewertungsmerkmal eines Mietspiegels"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der \u00f6kologische Mietspiegel ist ein Instrument, um sozialvertr\u00e4gliche und marktwirtschaftliche Anreize f\u00fcr Energiesparma\u00dfnahmen in Mietwohngeb\u00e4uden zu schaffen. Dabei wird die w\u00e4rmetechnische Beschaffenheit, die die energetische Effizienz eines Geb\u00e4udes beschreibt, als Kriterium in den Mietspiegel aufgenommen. Voraussetzung f\u00fcr die Aufnahme des neuen Merkmals ist, dass bei der Mietspiegelerstellung ein signifikanter Einfluss auf die Nettomiete nachgewiesen wird. Aus dieser Bedingung ergibt sich die An-forderung, bei der Mietspiegelerstellung in kurzer Zeit f\u00fcr alle Geb\u00e4ude der Mietspiegelstichprobe die Prim\u00e4renergiekennwerte zu ermitteln. Bei der ersten Umsetzung des \u00f6kologischen Mietspiegels in Darm-stadt wurde hierdurch ein erheblicher zus\u00e4tzlicher Zeit- und Kostenaufwand verursacht. Vor diesem Hintergrund werden in dem beschriebenen Forschungsvorhaben M\u00f6glichkeiten zur vereinfachten Ermittlung von Prim\u00e4renergiekennwerten untersucht, die f\u00fcr die Anwendung bei der Mietspiegelerstellung geeignet sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBetrachtet werden zwei Ans\u00e4tze zur vereinfachten Ermittlung von Prim\u00e4renergiekennwerten:<br \/>\n1.\tGemessener Verbrauch (Verbrauchskennwert)<br \/>\n2.\tBerechnung mit vereinfachter Datenaufnahme (KVEP)<br \/>\nDie Ans\u00e4tze werden in Bezug auf ihre Genauigkeit und Zeitaufwand untersucht. Aussagen zur Genauigkeit werden durch den Vergleich mit der genauen Berechnung gemacht. Hinweise zur erzielbaren Zeitersparnis werden gewonnen, indem f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Geb\u00e4ude die Prim\u00e4renergiekennwerte \u00fcber die vereinfachten Ans\u00e4tze sowie eine Berechnung mit detaillierter Datenaufnahme bestimmt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Verbrauchskennwert kann f\u00fcr zentral beheizte Geb\u00e4ude aus dem gemessenen Heizenergieverbrauch ermittelt werden. Die Auswertung von ca. 1700 Geb\u00e4uden zeigte, dass Verbrauchskennwerte erhebliche Differenzen zu den berechneten Kennwerten (mit individueller Fl\u00e4chenermittlung) aufweisen. Neben einer gro\u00dfen Streuung ergibt sich eine deutliche Mittelwertverschiebung, was auf systematische Abweichungen hindeutet. Durch Anpassungsfaktoren kann die Mittelwertverschiebung ausgeglichen werden. Wird eine aufw\u00e4ndigere Anpassung auf der Grundlage von Regressionsrechnungen vorgenom-men, kann zudem die Standardabweichung f\u00fcr alle Geb\u00e4ude von 41 % auf 30 % und f\u00fcr Geb\u00e4ude ab 8 Wohneinheiten von 30 % auf 26 % reduziert werden. Die Unterschiede zwischen beiden Kennwerten sind weiterhin hoch. Die bei der Mietspiegelerstellung erforderliche Eindeutigkeit bei der Bestimmung der w\u00e4rmetechnischen Beschaffenheit erlaubt es nicht, neben dem Bedarfs- auch den Verbrauchskennwert f\u00fcr die energetische Bewertung heranzuziehen.<br \/>\nMit dem Kurzverfahren Energieprofil (KVEP) kann aus einer vereinfachten Datenerhebung \u00fcber statistisch ermittelte Zusammenh\u00e4nge ein vollst\u00e4ndiger Datensatz f\u00fcr die Berechnung generiert werden. Der Zeitaufwand f\u00fcr die Datenerhebung reduziert sich hierdurch auf 10 bis 15 Minuten. Er entspricht damit der Zeit, die f\u00fcr die Ermittlung der Verbrauchskennwerte erforderlich ist. Die Abweichungen, die sich aus der Fl\u00e4chensch\u00e4tzung des KVEP ergeben, sind gering. Die Streuung der Prim\u00e4renergiekennwerte weist eine Standardabweichung von 7 % auf.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projekts wurden in einem Fachartikel zusammengefasst, der in der Aprilausgabe der Zeitschrift Bauphysik (Verlag Ernst &#038; Sohn) ver\u00f6ffentlicht wurde. Der Endbericht ist im IWU-Eigenverlag erschienen und kann \u00fcber das IWU bestellt werden. Auf das Erscheinen des Endberichts wurde in einem Info-Mailing hingewiesen, das an 2.500 Fachleute versendet wurde. Zudem steht der Endbericht auf der Homepage des IWU zum Herunterladen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Berechnung mit vereinfachter Datenaufnahme nach KVEP ist ein geeignetes Werkzeug f\u00fcr die energetische Bewertung gr\u00f6\u00dferer Geb\u00e4udebest\u00e4nde. Hierdurch kann der Zeit- und Kostenaufwand sowohl bei der Mietspiegelerstellung als auch bei der sp\u00e4teren Anwendung reduziert werden. Es erleichtert die Erstellung von \u00f6kologischen Mietspiegeln und damit deren Umsetzung in der Breite.<br \/>\nDer n\u00e4chste Entwicklungsschritt stellt die konkrete Anwendung von KVEP bei der Mietspiegelerstellung dar. Offene Fragen sind zum Beispiel, mit welcher Erhebungsmethodik eine m\u00f6glichst hohe R\u00fccklaufquote bei  geringen Kosten erreicht werden kann. Denkbar ist die Erfassung der Daten \u00fcber einen Fragebogen, der an den Eigent\u00fcmer versandt und anschlie\u00dfend automatische eingelesen wird. Dies wurde im vorliegenden Projekt beispielhaft realisiert. M\u00f6glich ist aber auch die Datenerhebung in Form eines Telefoninterviews mit den Eigent\u00fcmern oder die Beauftragung von Fachleuten\/Schornsteinfegern, die bereits Informationen zur Heizungsanlage in ihren Unterlagen vorliegen haben. Zudem muss der Abgleich mit den zuk\u00fcnftig zu erstellenden Energieausweisen erfolgen. Der Energieausweis sollte perspektivisch f\u00fcr die Mietspiegelerstellung herangezogen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nNeben der Entwicklung der Werkzeuge f\u00fcr die energetische Bewertung der Geb\u00e4ude ist es wichtig, den Ansatz \u00f6kologischer Mietspiegel bei der n\u00e4chsten Mietspiegelerstellung in Darmstadt wieder zu realisie-ren und zuk\u00fcnftig auf andere Kommunen auszudehnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der \u00f6kologische Mietspiegel ist ein Instrument, um sozialvertr\u00e4gliche und marktwirtschaftliche Anreize f\u00fcr Energiesparma\u00dfnahmen in Mietwohngeb\u00e4uden zu schaffen. Dabei wird die w\u00e4rmetechnische Beschaffenheit, die die energetische Effizienz eines Geb\u00e4udes beschreibt, als Kriterium in den Mietspiegel aufgenommen. 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