{"id":23581,"date":"2023-07-13T15:23:45","date_gmt":"2023-07-13T13:23:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22093-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:45","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:45","slug":"22093-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22093-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung eines Stauwandsystems f\u00fcr den pr\u00e4ventiven Hochwasser- und Katastrophenschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Hochwasserkatastrophe 2002 entlang der Elbe hat deutlich gemacht, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Equipment f\u00fcr eine praktikable und sinnvolle Schadensabwendung bzw. Schadensbegrenzung nur sehr eingeschr\u00e4nkt verf\u00fcgbar war. Es wurde ein mobiles Hochwasserstauwandsystem mit einer Stauh\u00f6he gr\u00f6\u00dfer 1,30 m gebraucht. Das System sollte sich durch eine hohe statische Festigkeit sowie ein einfaches Handling ohne Anwendung von Werkzeugen auszeichnen, keine Emissionen hinterlassen und auf einer \u00fcberall vorhandenen Basisfl\u00e4che adaptierbar und wieder verwendbar sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie zu Grunde liegende Innovation zum HOP-Wasserstauwandsystem ist die allseits bekannte Europalette nach DIN 15147 und UIC 432\/ GK II S 10. Es k\u00f6nnen jedoch auch andere Palettengr\u00f6\u00dfen daf\u00fcr eingesetzt werden.<br \/>\n1.\tDas Wasserstauwandsystem wurde zun\u00e4chst in seinen Verbundteilen bis zu einer Wasserstauh\u00f6he von 1, 25 m im Modell gebaut; damit wurden die entsprechenden Belastungspr\u00fcfungen durchgef\u00fchrt. Aus diesen Versuchen entwickelte sich die Zukunftsplanung des Systems 1.0 &#8211; 2.0 (schienen-gef\u00fchrtes System zur Errichtung der so genannten Freibord-Erh\u00f6hung von 700 mm auf den Landesdeichen unter Ber\u00fccksichtigung der Pegel eines 200-Jahre-Hochwassers.<br \/>\n2.\tDie durchgef\u00fchrten Tests ergaben eine sehr hohe statische Festigkeit, so dass die Wasserstauwandkonstruktion auf eine Stauh\u00f6he von 1,35 m (1,55 m) erweitert werden konnte. F\u00fcr diesen Kon-struktionsstand wurde bei der Fa. L\u00fcckoff + Engelhardt GmbH in Dillenburg eine statische Berechnung in Auftrag gegeben. In der Aussage der Berechnungen wurde eine Sicherheit von mindestens  Y F  = 1,2 nachgewiesen.<br \/>\n3.\tIm Rahmen eines Feldversuchs an der Unterelbe mit einem U-f\u00f6rmigen Aufbau von 20 x 30 x 20 m und einer Stauwandh\u00f6he von 1,35 m konnte auf dem zur Montage trocken gefallenen Sandstrand vor Blankenese \u00fcber drei Tiden hinweg, bei Ebbe und Flut, Wellenschlag und Str\u00f6mung, eine sehr hohe Widerstandskraft des Stauwandsystems dokumentiert werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die bereits am Markt befindlichen  Systeme waren im Vorfeld des Projektes analysiert und bewertet worden.<br \/>\nIm Vergleich mit anderen mobilen Hochwasserschutzsystemen hatte das B\u00fcro HOP festgestellt, dass au\u00dfer dem GS-Zeichen f\u00fcr gepr\u00fcfte Sicherheit (bezieht sich ausschlie\u00dflich nur auf das m\u00f6gliche Handling der Systeme durch Personen) ein statischer Nachweis in keinem Fall vorhanden war und ist. Daher beauftragte das B\u00fcro HOP den T\u00dcV S\u00fcddeutschland, das Gesamtsystem umfassend berechnen und \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen, um eine T\u00dcV-Zulassung f\u00fcr das HOP-Stauwandsystem zu erhalten.<br \/>\nDas T\u00dcV-Gutachten liegt nun g\u00fcltig vor. Nach den Angaben von Herrn P\u00f6tzsch ist das eigene Stauwand-System durch die im Rahmen des Projektes erlangte T\u00dcV-Zertifizierung und Zulassung derzeit das erste System in Deutschland mit dieser \u0082Qualifikation. Die insgesamt notwendigen Aktivit\u00e4ten erfor-derten jedoch einen wesentlichen Anteil von Leistungen verschiedener weiterer Firmen.<br \/>\nDurch die \u00dcberpr\u00fcfungen des T\u00dcV konnte das System bis zur Marktreife weiterentwickelt und komplettiert werden. Der Entwicklungsstand erm\u00f6glicht nun die Aufstellung einer mobilen Hochwasserstauwand \u00fcber die Zwischenh\u00f6hen von 0,82 m, 1,15 m bis 1,35 m und einer Stauwanderh\u00f6hung zum Gel\u00e4ndeausgleich bzw. als letzte Chance bis 1,55 m. F\u00fcr das Gesamtsystem gibt es f\u00fcr alle Stauh\u00f6hen 90 \u00b0 Innen- und Au\u00dfeneckl\u00f6sungen und eine hochfeste Stauwandfolie, welche die aufgedruckten Befestigungslinien f\u00fcr die einzelnen Stauh\u00f6hen aufweist.<br \/>\nUm den Hochwasserschutz auch hinter der Stauwand abzusichern, wurde zus\u00e4tzlich ein mobiler \u00dcberlaufsperrbeh\u00e4lter entwickelt, welcher das aus Gullys und Kanaldeckeln hervorquellende Stauwasser auff\u00e4ngt und durch hydrostatischen Gegendruck bei einer Stauh\u00f6he bis zu 1,20 m \u00fcber Deckelniveau zum Stillstand bringt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits im November 2003 demonstrierte Herr P\u00f6tzsch sein Hochwasserschutzsystem auf der Hochwasserschutzmesse in M\u00fcnchen. Nach eigenen Angaben informierten sich zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland auf seinem Messestand. Die Gespr\u00e4che mit den interessierten Stellen und Personen verdeutlichten Herrn P\u00f6tzsch, dass die erstmalige T\u00dcV-Zertifizierung eines Hochwasserschutzsystems und damit die offizielle Zulassung seiner Stauwand von Vorteil sein w\u00fcrde.<br \/>\nAuf Wunsch des tschechischen Ministers f\u00fcr Katastrophenschutz nahm sein B\u00fcro des Weiteren an einem internationalen Systemvergleich in Br\u00fcnn (April \/ Mai 2004) teil.<br \/>\nAuf Betreiben des Mitteldeutschen Rundfunks, Sendung Einfach genial, wurde das Stauwandsystem auf dem Theaterplatz in Dresden aufgebaut.<br \/>\nEs erfolgten bisher vier Ver\u00f6ffentlichungen in der in- und ausl\u00e4ndischen Fachpresse.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem HOP-Hochwasser-Stauwandsystem wurde ein neuer Ma\u00dfstab im Anwendungsbereich von mobilen Stausystemen erarbeitet. Die \u00dcbersichtlichkeit und konstruktive Klarheit des Systems erm\u00f6glichte eine exakte Berechnung der auftretenden Kr\u00e4fte durch den T\u00dcV-S\u00fcddeutschland.<br \/>\nHerr P\u00f6tzsch geht davon aus, dass sich durch die Einbeziehung der \u00fcberall vorhandenen Europalette als statischer Bestandteil der Stauwand und die einfache Handhabung das System in Europa \u00fcberregional durchsetzen wird. Eingelagert werden in der Regel nur die Verbundteile. Die Europalette selbst ist fl\u00e4chendeckend vorhanden. Dar\u00fcber hinaus zeichnet sich das HOP-System durch ein sehr gutes Preis-\/ Leistungsverh\u00e4ltnis aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Hochwasserkatastrophe 2002 entlang der Elbe hat deutlich gemacht, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Equipment f\u00fcr eine praktikable und sinnvolle Schadensabwendung bzw. Schadensbegrenzung nur sehr eingeschr\u00e4nkt verf\u00fcgbar war. 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