{"id":23575,"date":"2024-11-27T10:36:46","date_gmt":"2024-11-27T09:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22061-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:46","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:46","slug":"22061-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22061-01\/","title":{"rendered":"Umweltausstellung: In der Spur des Menschen &#8211; Biologische Invasionen in aller Welt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden werden weltweit Tiere und Pflanzen aus und von allen Erdteilen verschleppt, absichtlich oder zuf\u00e4llig eingeb\u00fcrgert. In Deutschland sind derzeit etwa 1.400 nicht einheimische Tierarten und 700 nicht einheimische Pflanzen als eingeb\u00fcrgert registriert. Die starke Ausbreitung einiger Arten gef\u00e4hrdet die biologische Vielfalt weltweit. Mit den heutigen globalen Verkehrsstr\u00f6men k\u00f6nnen invasive Arten fast jeden Punkt der Erde erreichen. Jeder ist m\u00f6glicher Akteur in diesem Geschehen. Biologische Invasionen sind in ihrem Bedrohungspotenzial dabei vergleichbar mit dem globalen Klimawandel sowie der Ver\u00e4nderung der Landnutzung durch den Menschen. Angesichts des weltweit zunehmenden Warenverkehrs und steigender Tourismuszahlen ist es unausweichlich, sich mit diesem Thema eingehend zu befassen und Vorsorge zu treffen. Als wesentlicher Teil der Vorsorgema\u00dfnahmen wird derzeit die Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung angesehen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie gemeinsame Ausstellung des Naturkundemuseums (rund 250 m\u00b2) und Botanischen Gartens Potsdam zeigt an zwei Standorten die Probleme von biologischen Invasionen. Durch das Zusammenwirken beider Einrichtungen besteht die M\u00f6glichkeit, neben Texten und bildlichen Darstellungen eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen in der Ausstellung zu zeigen. So werden im Museum zoologische Originalpr\u00e4parate und lebende Tiere gezeigt, im Botanischen Garten die Vielfalt der Neub\u00fcrger aus dem Pflanzenreich an lebenden Objekten. Die Ausstellung wurde in f\u00fcnf Abschnitte gegliedert, die von allgemeinen \u00fcber spezifische Inhalte bis zu den Fragen der Beurteilung, der Bewertung und der Handlung in Bezug auf biologische Invasionen voranschreiten. Die f\u00fcnf Abschnitte beider Ausstellungen werden jeweils durch eine Frage eingeleitet. Sie haben das Ziel, den Besucher f\u00fcr den jeweiligen Inhalt zu interessieren und ihn zum Eintauchen in die Komplexit\u00e4t des Themas zu motivieren. Der Ausstellungsteil im Naturkundemuse-um gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Gesamtthematik, ist text- und bildgest\u00fctzt und wird auf 47 Tafeln sowie in 14 Vitrinen und vier Freidarstellungen realisiert. Im Botanischen Garten gibt es 35 \u00fcber die gesamte Anlage verteilte Stationen, davon 4 interaktive, mit Text-Bild-Tafeln und lebenden Pflanzen. Der Ausstellungsteil des Naturkundemuseums wurde als Wanderausstellung konzipiert, der im Botanischen Garten in den Freilandfl\u00e4chen und Gew\u00e4chsh\u00e4usern als Dauerausstellung angelegt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Berichtszeitraum besuchten 38.000 Besucher die Ausstellung. Befragungen ergaben ein sehr positives Echo. Besondere W\u00fcrdigung erfuhren die hochaktuellen Inhalte und die grafische sowie gestalterische Umsetzung. Eine derartig umfangreiche Aufarbeitung in einer Ausstellung ist zurzeit in Deutschland bisher nur im Naturkundemuseum Potsdam und Botanischen Garten Potsdam zu finden. Das Auftreten weiterer Neobiota in Deutschland wird im Naturkundemuseum verfolgt und dokumentiert. Im Botanischen Garten Potsdam wird die Lebendsammlung Invasive Pflanzenarten best\u00e4ndig erweitert. F\u00fcr die Wanderausstellung des Naturkundemuseums liegen Voranmeldungen von verschiedenen Museen vor. Die Ausstellungsinhalte im Botanischen Garten, einschlie\u00dflich der grafischen Vorgaben, werden 2008 \u00fcber eine zentrale Sammelstelle anderen Botanischen G\u00e4rten in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz zug\u00e4nglich gemacht. Das Thema Biologische Invasionen hat sich innerhalb der Laufzeit der Ausstellung weiter in den Biowissenschaften etabliert. Mehrere Forschungsprojekte zu diesem Thema laufen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Instituts f\u00fcr Biochemie und Biologie der Universit\u00e4t Potsdam (eine Promotionsarbeit \u00fcber die Invasion von Senecio inaequidens in Europa, eine Studie zu Bek\u00e4mpfungsm\u00f6glichkeiten der Kastanien-Miniermotte sowie eine Diplomarbeit).<br \/>\nDer Verband Botanischer G\u00e4rten bereitet zur Zeit eine Erkl\u00e4rung vor, in der sich die Botanischen G\u00e4rten Deutschlands und \u00d6sterreichs als m\u00f6gliche Ausgangspunkte neuer biologischer Invasionen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dieser Problematik verpflichten werden. Der Botanische Garten Potsdam ist an der Ausarbeitung dieser Erkl\u00e4rung beteiligt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits mit Er\u00f6ffnung der Ausstellung wurde gro\u00dfes Augenmerk auf eine breite \u00d6ffentlichkeitsarbeit gelegt. Die Einbindung regionaler Rundfunk- und Fernsehsender (Antenne Brandenburg, Potsdam TV, RBB) f\u00fchrte zu einem raschen Bekanntheitsgrad der Ausstellungen. Die Medienpartnerschaft mit der M\u00e4rkischen Allgemeinen Zeitung &#8211; MAZ Spezial, eine enge Zusammenarbeit mit anderen Zeitungen wie den Potsdamer Neuesten Nachrichten, mit Bildungseinrichtungen wie der Urania, der Friedrich-Ebert-Stiftung und den Volkshochschulen erg\u00e4nzten diese Strategie. Die Ausstellungen waren in s\u00e4mtlichen Veranstaltungskalendern der Landeshauptstadt angezeigt. Um die Thematik in die Schulen zu tragen, wurden in Zusammenarbeit mit den Biologiefachberatern und Biologiefachlehrern der Potsdamer Schulen und des Kreises Potsdam-Mittelmark umfangreiche Arbeitsmaterialien f\u00fcr Sch\u00fcler und Lehrer erarbeitet. Diese kn\u00fcpfen eng an Lehrplaninhalte der Schulen an. Inzwischen werden diese Angebote zur selbst\u00e4ndigen Arbeit im Museum intensiv genutzt.<br \/>\nEin Novum ist das Videoprojekt f\u00fcr Sch\u00fcler und mit Sch\u00fclern. Sch\u00fcler befassen sich mit den Ausstellungsinhalten, um danach im Heimatort auf neobiotische Spurensuche zu gehen. Mit der Videokamera werden invasive Organismen dokumentiert und Betroffene sowie Fachleute interviewt. \u00dcber die Br\u00fccke Technik-Dokumentation-Inhaltserfassung-Auseinandersetzung erarbeiten und verinnerlichen die Sch\u00fcler das Thema selbst\u00e4ndig. Der Film wird in der Ausstellung und in der Schule gezeigt. Diese Art der Be-sch\u00e4ftigung mit der Biologischen Invasion soll an den weiteren Ausstellungsorten aufgenommen und realisiert werden, so dass ein gesamtdeutsches Bild zur Neobiotaproblematik  entsteht.<br \/>\nDie an der Ausstellung beteiligten Wissenschaftler (Naturkundemuseum, Botanischer Garten) trugen w\u00e4hrend der Projektlaufzeit mit vier Vorlesungen  zur Ringvorlesung Umwelt- und Naturschutz der Universit\u00e4t Potsdam bei.<br \/>\nZum Internationalen Museumstag, der Langen Nacht der Museen, Woche der Botanischen G\u00e4rten erarbeiteten Naturkundemuseum und Botanischer Garten spezielle Vortrags- und F\u00fchrungsprogramme.<br \/>\nF\u00fchrungen: 58 (NKM), 60 (BG) = 105; Presseartikel: 15 umfangreiche Artikel, \u00fcber 40 kleinere Mitteilungen, 10 (BG) = 55; Fernsehbeitr\u00e4ge: 8 (NKM), 5 (BG) = 13; Radiobeitr\u00e4ge: 5 (NKM), 5 (BG) = 10<br \/>\nVortr\u00e4ge: 8; Diplomarbeiten: 2 [Leaf herbivory and pathogen damage in the dicot system of the Potsdam botanical garden- a test of the enemy release hypothesis von Markus Zaplata und Die Ausbreitung von australischen Akazien im temperierten Regenwald von S\u00fcd-Chile. Standortparameter und Invasionsverlauf von Andr\u00e9 Terwei]<br \/>\nAusstellungstafeln abrufbar unter: http:\/\/www.potsdam.de\/cms\/beitrag\/10026979\/387463\/2#7<br \/>\nStandorte der Wanderausstellung<br \/>\nMuseum der Natur und Umwelt Cottbus, September 2007 &#8211; Februar 2008<br \/>\nNaturkundemuseum Gera, 2008<br \/>\nNaturkundemuseum Magdeburg, 2008\/2009<br \/>\nNaturkundemuseum Braunschweig, 2009<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ausstellungen, sofern modern konzipiert und umgesetzt, sind ein probates Mittel, um aktuelle Problemfelder einer breiten \u00d6ffentlichkeit erfolgreich zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden werden weltweit Tiere und Pflanzen aus und von allen Erdteilen verschleppt, absichtlich oder zuf\u00e4llig eingeb\u00fcrgert. 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