{"id":23567,"date":"2023-07-13T15:23:41","date_gmt":"2023-07-13T13:23:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/22030-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:43","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:43","slug":"22030-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/22030-01\/","title":{"rendered":"RE-ART ONe &#8211; Erarbeitung und Pr\u00e4sentation einer Kunstausstellung zum Thema Recycling"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer mindestens zweimonatigen Ausstellungsdauer sollen unterschiedliche k\u00fcnstlerische Positionen zum Thema Recycling gezeigt werden. Anlass ist die aktuell stattfindende Diskussion um den Umgang mit Abf\u00e4llen, wie sie z. B. durch die Einf\u00fchrung der Getr\u00e4nkeverpackungsverordnung ausgel\u00f6st wurde. Ziel der Ausstellung ist es einerseits die Bereitschaft in der Bev\u00f6lkerung und hier insbesondere in der Jugend zu steigern Abf\u00e4lle einer geordneten Sammlung zuzuf\u00fchren und nach Materialien zu trennen und zum anderen die Kreativit\u00e4t der Abfallverwerter und des produzierenden Gewerbes, also nicht nur der Recyclingindustrie anzuregen. Entsprechend ist die Konzeption darauf ausgelegt, m\u00f6glichst ein breites Publikum anzusprechen. Gelingt es K\u00fcnstler, Designer und Abfallwirtschaft \u00fcber das Medium Ausstellung zusammenzubringen, k\u00f6nnte ein nachhaltiger Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden. Je mehr Sekund\u00e4rrohstoffe in der Produktion eingesetzt werden und zu marktf\u00e4higen Produkten f\u00fchren, desto besser f\u00fcr Energiebilanz, CO2 Situation und den Schutz der Landschaft. Nicht zuletzt werden durch den Einsatz von Sekund\u00e4rrohstoffen auch Deponiefl\u00e4chen eingespart.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber das Medium Ausstellung wird das Thema Recycling in die \u00d6ffentlichkeit getragen. Als Ort der Ausstellung wurde ein Ferienort in einer im Sommer stark frequentierten Ferienregion gew\u00e4hlt. So besteht die Chance ein gesamtdeutsches Publikum zu erreichen und \u00fcber die Grenzen Niedersachsens hinaus auszustrahlen. Das Geb\u00e4ude, in dem die Ausstellung stattfindet, ist ein ehemaliges Recyclingwerk. Damit ist die Ausstellung auch mit dem Ausstellungsort stimmig. Zun\u00e4chst werden geeignete K\u00fcnstler aus-findig gemacht, angesprochen und eingeladen. Dann werden ausgew\u00e4hlte Arbeiten nach Ihlienworth gebracht und ausgestellt. Die Ausstellung wird \u00fcber Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, das Internet sowie durch Plakate in den umliegenden Gemeinden und Seeb\u00e4dern beworben. Schulen werden gesondert angeschrieben. Beim Aufbau und Betrieb der Ausstellung helfen Jugendliche und junge Erwachsene, die \u00fcber den Bauorden als internationale Freiwillige ins Sietland kommen. Die Ausstellung wird \u00fcber einen CD-ROM Katalog dokumentiert. Die Ausstellung soll an weiteren Ausstellungsorten gezeigt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Insgesamt wurden im Vorfeld der Ausstellung 50 K\u00fcnstler ausfindig gemacht und angesprochen, die mit Recyclingmaterialien arbeiten. Davon waren schlussendlich 41 K\u00fcnstler aus 12 L\u00e4ndern bereit Arbeiten in Ihlienworth zu zeigen. Es konnten zwei Workcamps mit Freiwilligen des Int. Bauordens stattfinden, die ohne Probleme abliefen. 1\/4 der ausstellenden K\u00fcnstler reiste selbst an und half der Ausstellung den letzten Schliff zu verleihen. Die anderen sandten ihre Arbeiten mit Speditionen oder Paketdiensten. Der Aufbau wurde unter der Leitung des Kurators Samuel J. Fleiner fristgerecht wie geplant fertig gestellt. Das Thema Recycling wurde thematisch nicht nur durch die ausgestellten Exponate, sondern auch die Ausstellungsarchitektur selbst repr\u00e4sentiert. Stellw\u00e4nde, Sockel und Vitrinen wurden ebenfalls unter Ver-wendung von Recyclingmaterial erbaut. Bei der Auswahl der K\u00fcnstler legte Samuel J. Fleiner gro\u00dfen Wert darauf, dass diese bereits \u00fcber eine Werktradition in dem jeweiligen Sekund\u00e4rrohstoff verf\u00fcgten. Das Ziel war eine internationale Querschnittschau \u00fcber das aktuelle k\u00fcnstlerische Schaffen im Kontext Abfall und Recycling zu pr\u00e4sentieren, was zu 100 % umgesetzt werden konnte. Die ausstellenden K\u00fcnstler, die die Ausstellung besuchten, waren von der Art der Pr\u00e4sentation begeistert und gaben uns entsprechend positives Feedback. Der Kontakt mit der Bev\u00f6lkerung am Ort wurde w\u00e4hrend der Aufbauphase immer besser und intensiver, was dazu f\u00fchrte, das in der letzten Woche auch einheimische Handwerker unentgeltlich mitarbeiteten und Frauen vom Ort f\u00fcr unser multinationales Aufbauteam kochten.<br \/>\nDie Ausstellungshalle ist 600 qm gro\u00df und wird von einem ca. 2000 qm gro\u00dfen Au\u00dfenbereich umgeben. Dort stellten wir mehrere Gro\u00dfplastiken aus Metallschrott auf, wovon zwei per Pedalantrieb in Bewegung versetzt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr filigrane Textilarbeiten im Au\u00dfenbereich erwies sich das norddeutsche Wetter als zu rau. Starkregen im Kombination mit Sturmb\u00f6en machten alle Bem\u00fchungen zunichte die Ausstellung im Au\u00dfenbereich noch weiterzuentwickeln. Neben der Halle mit dem Freigel\u00e4nde gab es noch einen weiteren Au\u00dfenstandort, der ebenfalls gut angenommen wurde.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im gesamten Elbe-Weser-Dreieck wurde w\u00e4hrend der Ausstellung insgesamt 2300 Plakate (A3-A0) geh\u00e4ngt. Schwierigkeiten beim Plakatieren gab es nur mit der Verwaltung der Stadt Cuxhaven, die Plakate erst sehr sp\u00e4t und dann auch nur gro\u00dfen Einschr\u00e4nkungen erlaubte. Die Ausstellung wurde mit einer professionellen Pressearbeit und einer eigenen homepage im WWW begleitet. Die Niederelbezeitung berichtete mit der Nordseezeitung am intensivsten. Zur Er\u00f6ffnung gab es H\u00f6rfunk- u. TV-Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Landesnachrichten, der von 3Sat \u00fcbernommen und bundesweit ausgestrahlt wurde. Der Deutschlandfunk brachte ein ausf\u00fchrliches Interview. Die dpa schickte berichtete mehrfach bundesweit in Wort und Bild. Durch die Teilnahme von K\u00fcnstlern aus dem Ausland gab es auch Meldungen und Berichte in deren Heimatl\u00e4ndern. Um die Ausstellung interessant zu halten wurden lange N\u00e4chte mit Musik und Kleinkunst sowie zahlreiche kostenlose \u00f6ffentliche F\u00fchrungen veranstaltetet. Der Verband der Papierhersteller stellte eine Woche lang sein Papiermobil zur Verf\u00fcgung, ebenso das DSD sein Cycle Mobil. F\u00fcr die PR waren die Workshopwochen mit Sch\u00fclern und Kinderg\u00e4rten aus der Region wichtig. Im Nachbarort wurde zudem eine Lehrerfortbildung veranstaltet. Die Sch\u00fcler erarbeiten unter fachkundiger Anleitung von K\u00fcnstlern und p\u00e4dagogischen Assistenten selbst gro\u00dfe und kleine Kunstwerke, Spielzeuge oder Schmuckst\u00fccke aus Abf\u00e4llen. Landtags- und Bundestagsabgeordneten besuchten ebenfalls die Ausstellung, wor\u00fcber ebenfalls in der Presse berichtet wurde. Frau Dr. Wetzel, MdB aus Stade widmete der Ausstellung sogar eine eigene Kolumne.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Ausstellung hat gezeigt, dass es m\u00f6glich ist mit der thematischen Eingrenzung Kunst und Design im Kontext von Abfall und Recycling eine sehr sehenswerte und spannende Ausstellung zusammenzustellen. Konservativ gez\u00e4hlt w\u00fcrde man auf \u00fcber 10.000 Besucherinnen und Besucher kommen. Kinder-g\u00e4rten, Schulklassen und Behindertenwerkst\u00e4tten hatten kostenlosen Eintritt. Hervorzuheben ist, dass \u00fcber den Rohstoff Abfall viele Menschen einen ganz eigenen und neuen Zugang zur bildendenden Kunst fanden. Die Ausstellung brachte auch viele Besucher, die \u00fcberhaupt zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Kunstausstellung waren. Ihre Begeisterung spiegelt sich im G\u00e4stebuch der Ausstellung. Die ausf\u00fchrliche bundesweite Berichterstattung \u00fcber die Ausstellung brachte viele K\u00fcnstler und Designer dazu sich zu melden, die ebenfalls seit vielen Jahren mit bestimmten Abf\u00e4llen arbeiten. Interessant ist, dass \u00f6rtliche Handwerker \u00fcber den Veranstalter Kontakt zu einigen K\u00fcnstlern gesucht haben, um deren Verarbeitungstechniken zu erlernen. In einigen Schulen ist der Region ist durch den Besuch der RE-ART ONe eine Art Recyclingfieber entstanden, was wiederum zu eigenen Projekten und Ausstellungen f\u00fchrte. N\u00e4chstes Jahr wird es in der Folge der RE-ART ONe, einen Schulkunstwettbewerb geben. Aktuell befindet sich ein Verein in Gr\u00fcndung, der das ehemalige Recyclingwerk als Kunsthalle weiterf\u00fchren m\u00f6chte. Der thematische Schwerpunkt soll dabei auf Umwelt- und Recyclingkunst liegen. Aktuell interessiert sich sogar die UNEP f\u00fcr die RE-ART ONe und m\u00f6chte sie in 2005 beim Weltumwelttag zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens W\u00e4hrend einer mindestens zweimonatigen Ausstellungsdauer sollen unterschiedliche k\u00fcnstlerische Positionen zum Thema Recycling gezeigt werden. Anlass ist die aktuell stattfindende Diskussion um den Umgang mit Abf\u00e4llen, wie sie z. B. durch die Einf\u00fchrung der Getr\u00e4nkeverpackungsverordnung ausgel\u00f6st wurde. 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