{"id":23547,"date":"2025-04-10T10:32:16","date_gmt":"2025-04-10T08:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21958-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:17","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:17","slug":"21958-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21958-01\/","title":{"rendered":"Eiszeitgarten &#8211; Einrichtung eines Umweltlernortes zu historisch-\u00f6kologischen Fragestellungen f\u00fcr Kinder und Jugendliche"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Arbeit mit Kindern zum Thema Steinzeit ergab meistens das Problem, dass eine geeignete \u00d6rtlichkeit fehlte, um praktische Versuche durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Steinzeit erleben, steinzeitliche Techniken wie Feuerstein schlagen, Feuer entfachen oder Kochen in Fellgruben auszuprobieren, l\u00e4sst sich in den Ausstellungsr\u00e4umen praktisch nicht durchf\u00fchren. Dass sich in Salzgitter-Lebenstedt einer der wichtigsten mitteleurop\u00e4ischen Fundpl\u00e4tze der Alt-Steinzeit befindet &#8211; die Freilandstation an der Kr\u00e4henriede &#8211; f\u00fchrte notwendig auch dazu, sich mit Klima und Umwelt im Eiszeitalter zu besch\u00e4ftigen. Theoretisch ist dies in Wort, Bild und Ton im St\u00e4dtischen Museum geschehen. Die Idee war nun, den Besuchern einen realen Einblick nicht nur in die eiszeitliche Umwelt, sondern dar\u00fcber hinaus auch die M\u00f6glichkeit zum kreativen Mitmachen und Ausprobieren zu geben. Grundlagen daf\u00fcr bilden die Ausgrabungsergebnisse von 1952\/1977, aufgrund deren die klimatischen Verh\u00e4ltnisse, die Flora und Fauna des Salzgittergebietes vor 50.000 Jahren rekonstruiert werden k\u00f6nnen. Pollenanalysen geben uns genaue Auskunft dar\u00fcber, welche Pflanzen es gegeben hat. Geologische Analysen sowie die Auswertung zoologischer und botanischer Reste erlauben uns, die naturr\u00e4umliche Situation an der Kr\u00e4henriede nachzustellen. Tierknochenfunde erm\u00f6glichen Aussagen zur Tierwelt. So l\u00e4sst sich die Lebenssituation von Neandertalern w\u00e4hrend der letzten Eiszeit rekonstruieren!<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufgrund dieser Informationen m\u00f6chten wir unseren Besuchern in einem musealen Au\u00dfenbereich einen realen Einblick in die eiszeitliche Umwelt bieten: ein entsprechend gestalteter Landschaftsbereich von etwa 2.000 Quadratmetern ist als Lern- und Erlebnisort geplant. Hier soll die  Bedeutung von Natur und Klima f\u00fcr die kulturelle Entwicklung des Menschen im eiszeitlichen Milieu dargestellt werden. Auf Grundlage der arch\u00e4ologischen Erkenntnisse aus Salzgitter-Lebenstedt, l\u00e4sst sich einerseits verdeutlichen, welche Auswirkungen die geologische Vergangenheit auf unser kulturhistorisches Erbe hatte &#8211; und noch heute hat, und andererseits aufzeigen, wie der Mensch seinerseits die vorgefundene Umwelt  &#8211; bis in die Gegenwart &#8211; ver\u00e4nderte. Mit dem Eiszeitgartens kann demnach der arch\u00e4ologische mit dem geologischen Aspekt verkn\u00fcpft werden, indem die aufgrund der Ausgrabungsergebnisse rekonstruierbare Um-welt unter eiszeitlichen Klimabedingungen ann\u00e4hernd wieder hergestellt werden soll. In einem k\u00fcnstlich hergestellten Profilschnitt wird ein Blick in die glazial-fluvatilen Ablagerungen des Quart\u00e4rs erm\u00f6glicht. Weiter wird aufzuzeigen sein, welche Rolle Salzlagerst\u00e4tten f\u00fcr den Urmenschen in Salzgitter gehabt haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach zweij\u00e4hriger Bauzeit wurde der Eiszeitgarten am 2. Juli 2006 er\u00f6ffnet. Im Anschluss daran wurden dort vom 3. &#8211; 19. Juli 2006 die Eiszeitwochen durchgef\u00fchrt. Es hat sich bereits jetzt gezeigt, dass der Eiszeitgarten als eine lebendige Bereicherung unserer Dauerausstellungen Anziehungskraft f\u00fcr Besucher, besonders Kinder- und Sch\u00fclergruppen, erreicht hat. W\u00e4hrend der Eiszeitwochen besuchten 540 Kinder in Gruppen den Garten. Dazu kommen mehrere hundert Einzelg\u00e4ste.<br \/>\nEs ist gelungen, Landschaft und Leben in Abh\u00e4ngigkeit von Klima zu zeigen. Der Besucher betritt den Eiszeitgarten durch eine Gletscherspalte und f\u00fchrt ihn in eine andere Umwelt. In einer baumlosen, arktischen Landschaft, die \u00fcber ausgetrocknete Flussbetten zu erschlie\u00dfen ist, kann sich der Besucher \u00fcber die Lebensbedingungen w\u00e4hrend der letzten Eiszeit informieren. Eine Pflanzinsel beherbergt eine Auswahl jener Gew\u00e4chse, die pollenanalytisch f\u00fcr Salzgitter vor 50.000 Jahren nachgewiesen sind. Begehba-re Aktionsfl\u00e4chen zeigen z. Z. eine bl\u00fchende Tundrenvegetation, die sich mittelfristig zu einer Grassteppe entwickeln wird. Beschriftungen geben Auskunft zu den Pflanzen. \u00dcber gro\u00dfe Schautafeln sind dar\u00fcber hinaus Informationen zu Klima und Umwelt im Eiszeitalter, den Neandertalern sowie der Tierwelt gegeben. Anhand der Mammutfalle sowie der Mammutf\u00e4hrte, der Steinzeith\u00fctte und -k\u00fcche sowie dem Feuerstein-Schlagplatz wird das extreme Leben der Neandertaler in Salzgitter veranschaulicht. Der Besucher kann sich zur Lebensweise wie zu Jagdstrategien informieren und diese nachvollziehen, teilweise sogar selbst ausprobieren. Der Rundgang durch den Eiszeitgarten endet im Bereich eines kleines Platzes, der zuk\u00fcnftig einem Museums-Caf\u00e9 angegliedert werden soll. Hier werden Informationen zur Nacheiszeit &#8211; dem Holoz\u00e4n- und dem Entstehen unserer Kulturlandschaft gegeben. Das Thema des aktuellen Klimawandels auf unserem Globus kann hier diskutiert werden. Es ist demnach gelungen, arch\u00e4ologische Inhalte aus der Fr\u00fchzeit des Menschen \u00fcber geologische Themen wie das Eiszeitalter und den Klimawandel mit aktuellen Fragestellungen zu verkn\u00fcpfen.<br \/>\nDie Themenf\u00fclle, die der Eiszeitgarten bietet, wird die zuk\u00fcnftige Arbeit in unserem Museum stark beeinflussen. Neben den bereits bearbeiteten Aspekten sind Fragestellungen aus der Biologie, der Geologie, der Osteologie oder der \u00d6kologie denkbar, wo es auch zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen kommen kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung des Eiszeitgartens fand in der regionalen sowie \u00fcberregionalen Presse gro\u00dfe Beachtung. Selbst am Er\u00f6ffnungstag kamen Familien aus dem weiteren Umkreis von bis zu 200 km angereist. Auch im Rundfunk (NDR 1) wurde \u00fcber den Eiszeitgarten berichtet. Der Regionalsender TV 38 &#8211; Fernsehen zwischen Harz und Heide, sendete einen ausf\u00fchrlichen Bericht anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung des Eiszeitgartens. Am 31.Juli 2006 wird direkt aus dem Eiszeitgarten im Rahmen der Fernsehsendung Hallo Niedersachsen gesendet. Die Stadt Salzgitter informiert \u00fcber den Eiszeitgarten auf der Homepage im Internet. Schulen in Salzgitter und den angrenzenden Landkreisen Wolfenb\u00fcttel, Peine, Goslar und Hildesheim wurden bereits im Februar 2006 \u00fcber unser Vorhaben informiert. Termine f\u00fcr unser Projekt Eiszeitwochen waren innerhalb k\u00fcrzester ausgebucht. In der Zeit vom 3. -19. Juli 2006 besuchten 21 Sch\u00fclergruppen den Eiszeitgarten zu den Themen Leben in der Steinzeit sowie Klima und Wetter. F\u00fcr die Sommerferien sind weitere Gruppen im Rahmen von Ferien-Aktionen angemeldet. Es ist auf diese Weise gelungen, den Eiszeitgarten fr\u00fchzeitig bekannt zu machen und aktuell zu beleben. Er ist dadurch fester Bestandteil im au\u00dferschulischen Lernprogramm, was Anfragen f\u00fcr das neue Schuljahr zeigen. Auch im Angebot der Junior-Universit\u00e4t Calbecht wird der Eiszeitgarten in den kommenden Semestern ber\u00fccksichtigt. Ein Film \u00fcber die Entstehungsgeschichte des Eiszeitgartens ist derzeit im Medienzentrum der Stadt Salzgitter in Arbeit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Eiszeitgarten kann in jeder Hinsicht als Erfolg gewertet werden. Nicht nur durch seine inhaltlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr unsere museumsp\u00e4dagogische Arbeit, sondern auch als \u00fcberregionales Aush\u00e4ngeschild bereichert der Garten unser Museum und dar\u00fcber hinaus die Museumslandschaft im Braunschweiger Land. Als Teil des Geoparks Harz &#8211; Braunschweiger Land &#8211; Ostfalen ist er zudem in ein Netz historisch-geologischer Projekte eingebunden. Dem St\u00e4dtischen Museum Schlo\u00df Salder ist es damit gelungen, einen besonderen Beitrag f\u00fcr die so vielf\u00e4ltige Geschichte der Region zu leisten. Im Hinblick auf Wissenschaft und Forschung, Museumspr\u00e4sentation sowie Museumsp\u00e4dagogik behauptet das Museum seinen festen Platz neben den gro\u00dfen Landesmuseen in Braunschweig (Braunschweigisches Landesmuseum, Staatliches Naturhistorisches Museum Braunschweig).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Arbeit mit Kindern zum Thema Steinzeit ergab meistens das Problem, dass eine geeignete \u00d6rtlichkeit fehlte, um praktische Versuche durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Steinzeit erleben, steinzeitliche Techniken wie Feuerstein schlagen, Feuer entfachen oder Kochen in Fellgruben auszuprobieren, l\u00e4sst sich in den Ausstellungsr\u00e4umen praktisch nicht durchf\u00fchren. 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