{"id":23546,"date":"2023-07-13T15:23:38","date_gmt":"2023-07-13T13:23:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21955-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:40","slug":"21955-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21955-01\/","title":{"rendered":"Substanzschonende Betoninstandsetzung denkmalgesch\u00fctzter Bauwerke am Beispiel des Modellobjekts Fatimakirche in Kassel (inklusive Monitoring)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ausgehend von dieser Diskrepanz zwischen der heute \u00fcblichen Instandsetzungspraxis und der Forderung nach einem m\u00f6glichst sensiblen Umgang mit denkmalgesch\u00fctzten Sichtbetonoberfl\u00e4chen ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen:<br \/>\nIst der heutige Stand der Technik der Betonsanierung f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Sichtbetonoberfl\u00e4chen geeignet? Sind die auf dem Markt befindlichen Reparaturm\u00f6rtel f\u00fcr historische Betonqualit\u00e4ten geeignet? Ist der Einsatz von Monitoring &#8211; Systemen zur fr\u00fchzeitigen Erkennung und Erhaltung der Sichtbetonfl\u00e4chen m\u00f6glich und sinnvoll?<br \/>\nAufbauend auf den Stand der Technik sollen m\u00f6gliche Sanierungsalternativen f\u00fcr die am h\u00e4ufigsten auftretenden Sch\u00e4den an Sichtbetonoberfl\u00e4chen entwickelt, im Laborma\u00dfstab erprobt und an Musterfl\u00e4chen getestet werden. Die Applikation und die Evaluation der vorgenannten Reparaturmaterialien wie Repara-turtechniken sollen an Hand von exemplarischen Projekten erfolgen. Es sollen geeignete Monitoring &#8211; Systeme zur Aufzeichnung des weiteren Schadensverlaufs getestet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlagenermittlung (2 Monate): Vorab ist die vorhandene Literatur zum Thema des Projektantrags zu sichten, zu werten und zusammenzustellen. Referenzprojekte mit bereits durchgef\u00fchrter Betoninstandsetzung sind auszuw\u00e4hlen, zu erfassen und zu bewerten. Zustandserfassung (6 Monate): Die aufgetretenen Sch\u00e4den werden nach Lage, Schadensart, Schadensgrad, Schadensursache und bereits durchgef\u00fchrten Instandsetzungsma\u00dfnahmen in Form einer Schadenskartierung aufgenommen. Das Betonmaterial wird im Labor untersucht. Forschung und Entwicklung (9 Monate): Die aus der Literaturrecherche sowie den Referenzprojekten gewonnenen Erkenntnisse werden an das Modellobjekt angepasst und im Laborma\u00dfstab getestet. Erprobung (4 &#8211; 6 Monate): Aufgrund der Schadenskartierung und der Laborergebnisse wird ein Musterfl\u00e4chenplan ausgearbeitet. Die Musterfl\u00e4chen werden ca. 4 &#8211; 6 Monate der Witterung ausgesetzt und bewertet. Parallel dazu sollen geeignete Monitoring &#8211; Systeme zur Aufzeichnung der weiteren Schadensverl\u00e4ufe an reparierten und nicht reparierten Stellen getestet werden. Res\u00fcmee: S\u00e4mtliche Untersuchungen und Erkenntnisse werden in einem Schlussbericht zusammengefasst und gewertet sowie auf einer Tagung vorgestellt<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Neben der Schadenserfassung und Ermittlung der Schadensursachen am Bauwerk wurden die mechanischen, physikalischen und chemischen Kennwerte des Originalmaterials untersucht. Dadurch konnten im Labor gut \u00fcbereinstimmende Reparaturmaterialien mit modernen Materialien f\u00fcr den originalen Ziegelsplittbeton hergestellt werden. Auch bei den Spritzversuchen am Bauwerk wurde eine gute \u00dcbereinstimmung mit dem Originalbeton erreicht. Um eine weitere Optimierung des Instandsetzungsmaterials zu er-reichen, wurden im Fr\u00fchjahr 2007 weitere gespritzte und Hand aufgetragene Musterfl\u00e4chen hergestellt. Diese wurden mit verschieden Techniken auf der Oberfl\u00e4che bearbeitet. Neben den Sand- und Flammstrahlen wurde die Oberfl\u00e4che mit dem Meisel bearbeitet. Risse am Bauwerk wurden mit eingef\u00e4rbten Mikrozementen verschlossen.<br \/>\nNeben den instand gesetzten Konchen des Kirchenschiffs wurden Monitoring &#8211; Systeme im Altbeton, als auch an den neu hergestellten Bereichen angebracht, welche folgende Parameter des Betons kontrollieren: Messung des pH &#8211; Wertes, Messung des Korrosionszustands, Messung der Bauteiltemperatur und Messung des Feuchtegehalts. Dies erfolgte durch gering dimensionierte Sensortechnik welche einen minimalen Eingriff in die historische Bausubstanz erlaubt. Die Ergebnisse der Sensormessungen haben gezeigt, dass ein Bauwerksmonitoring prinzipiell m\u00f6glich ist. Um l\u00e4ngerfristige materialtechnische Ver\u00e4nde-rungen zu erfassen sind weitere Messungen notwendig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>o\tAllessandra Keil: Projektarbeit III: Aufnahme und Dokumentation des Bauwerkzustands der Fatimakirche in Kassel &#8211; Bad Wilhelsh\u00f6he, 2004 -2005<br \/>\no\tAllessandra Keil (2005): Diplomarbeit: Instandsetzung denkmalgesch\u00fctzter Sichtbetonbauwerke &#8211; Durchf\u00fchrung von Untersuchungen und Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes am Beispiel Fatimakirche in Kassel, Januar &#8211; April 2005<br \/>\no\tSabine Heise (2006): Diplomarbeit: Instandsetzung denkmalgesch\u00fctzter Sichtbetonbauwerke &#8211; Durchf\u00fchrung zur Bestimmung der Farbigkeit von Zementen. Abgabe 22.03.2006<br \/>\no\tEgloffstein, P &#038; Gerdes A. (2007): Innovative Instandsetzungs- und Monitoring &#8211; Konzepte f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Betonbauwerke am Beispiel der Pfarrkirche St. Marien (Fatimakirche) in Kassel. Internationales WTA &#8211; Kolloqium -Bauinstandsetzen und Bauphysik IV- am 09.03.2007 TU WIEN<br \/>\no\tEgloffstein, P., Sch\u00e4ufele, I. &#038; Gerdes, A. (2007): Innovative Instandsetzungs- und Monitoring &#8211; Konzepte f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Betonbauwerke am Beispiel der Pfarrkirche St. Marien (Fatimakirche) in Kassel. &#8211; Berichtsband zum Workshop 2007 &#8211; Innovative Feuchtemessung in Forschung und Praxis, Aedificatio Verlag 2007, S. 157-169<br \/>\no\tEgloffstein, P. (2008): Innovative Instandsetzungskonzepte f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Sichtbeton &#8211; Betonbauwerke am Beispiel der Fatima Kirche in Kassel &#8211; Bad Wilhelmsh\u00f6he. &#8211; Erhalten und Instandsetzen, 31. Darmst\u00e4dter Massivbauseminar, TU Darmstadt am 26.02.20008<br \/>\no\tTagung \u00fcber das DBU &#8211; Projekt am 27. Februar 2008 in Kassel<br \/>\no\tDBU &#8211; Abschlussbericht in IFS Bericht 30\/2008: Substanzschonende Betoninstandsetzung denkmalgesch\u00fctzter Bauwerke<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Schlussfolgerung Betoninstandsetzung:<br \/>\no\tSichtbetonoberfl\u00e4chen k\u00f6nnen denkmalgerecht und in \u00e4sthetisch ansprechender Weise instand gesetzt werden<br \/>\no\tBaukastensystem f\u00fcr Reparaturmaterialien zur Instandsetzung von Sichtbetonoberfl\u00e4chen ist m\u00f6glich. (Spritzbeton und mit der Hand aufgetragene Massen)<br \/>\no\tZahlreiche Bindemittel (Zemente) und Gesteinsk\u00f6rnungen (Sande, Ziegel, Gesteinssplitte) wurden untersucht und sind in einer Datenbank archiviert.<br \/>\no\tVertr\u00e4glichkeit und Dauerhaftigkeit der Materialien sind von der AMPA Kassel \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Schlussfolgerung Monitoring:<br \/>\no\tMessvorrichtung hat gro\u00dfen Einfluss auf die Ergebnisse<br \/>\no\tMessdaten lassen eine Interpretation der Zust\u00e4nde in den W\u00e4nden zu<br \/>\no\tpH &#8211; Sensoren brauchen ein gewisses Ma\u00df an Feuchtigkeit, vorhandene Korrelation zwischen angezeigter Feuchte und Aktivierung der pH &#8211; Sensoren zeigen die Funktionalit\u00e4t<br \/>\no\tMinimal &#8211; invasiver Eingriff ist gegeben, d. h. Monitoring &#8211; Systeme  eignen sich f\u00fcr den Einsatz in der Denkmalpflege<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ausgehend von dieser Diskrepanz zwischen der heute \u00fcblichen Instandsetzungspraxis und der Forderung nach einem m\u00f6glichst sensiblen Umgang mit denkmalgesch\u00fctzten Sichtbetonoberfl\u00e4chen ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen: Ist der heutige Stand der Technik der Betonsanierung f\u00fcr denkmalgesch\u00fctzte Sichtbetonoberfl\u00e4chen geeignet? Sind die auf dem Markt befindlichen Reparaturm\u00f6rtel f\u00fcr historische Betonqualit\u00e4ten geeignet? 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