{"id":23540,"date":"2023-07-13T15:23:38","date_gmt":"2023-07-13T13:23:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21919-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:39","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:39","slug":"21919-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21919-01\/","title":{"rendered":"Veranstaltung: \u00d6kologische Generationengerechtigkeit in der Verfassung? \u00d6kologische Weichenstellung Europas im 21. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Unsere Gesellschaft lebt vor allem im \u00f6kologischen Bereich auf Kosten zuk\u00fcnftiger Generationen. Ein struktureller Grund daf\u00fcr ist, dass zuk\u00fcnftige Individuen heute keine W\u00e4hler sind und deshalb \u00f6kologische Lasten relativ einfach in die Zukunft verschoben werden k\u00f6nnen. Deshalb setzt sich die SRzG im nationalen Ma\u00dfstab seit geraumer Zeit f\u00fcr die institutionelle Verankerung \u00f6kologischer Generationengerechtigkeit ein. Die Erfahrungen der nationalen Kampagne f\u00fcr eine Verfassungs\u00e4nderung werden durch das Projekt an Jungpolitiker und High Potentials aus zahlreichen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern weitergegeben. Umweltprobleme enden nicht an Grenzen, daher w\u00e4re es ein kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzender Gewinn f\u00fcr die Umwelt, wenn Jungpolitiker und NGOs Initiativen f\u00fcr die Verankerung \u00f6kologischer Generationengerechtigkeit in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4nder und der EU starten w\u00fcrden. Die Teilnehmer wurden umfassend \u00fcber unterschiedliche Ans\u00e4tze zur Verminderung von political short termism infomiert.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend des f\u00fcnft\u00e4gigen Kongresses in Berlin (22.-26.6.2005) entwickelten die Teilnehmer gemeinsam mit renommierten Referenten, Modelle, wie \u00f6kologische Generationengerechtigkeit in den europ\u00e4ischen Nationalstaaten und in der EU selbst institutionell verankert werden kann. Um den Teilnehmern bereits vor dem Kongress einen gleichen Wissenstand zu vermitteln, wurden sie ausf\u00fchrlich mit Hilfe einer Internet-Universit\u00e4t und eines Informationsmagazins vorbereitet. Das Gesamtziel der Veranstaltung wurde in mehreren Arbeitsschritten realisiert. Analyseelemente bildeten Vortr\u00e4ge und Podiumsdiskussionen. Die Workshops, als angewandte Arbeitsmethode, erm\u00f6glichten Diskussionen und die Entwicklung von konkreten Probleml\u00f6sungsvorschl\u00e4gen in kleinem Kreis. Diese Diskussionen setzten sich fort in selbstorganisierten Teambesprechungen, die von den Referenten unterst\u00fctzt wurden. Die Konzeption des Kongresses sah vor, dass zun\u00e4chst der \u00f6kologische Ist-Zustand in Europa analysiert wurde, darauf aufbauend Konzepte zur Verbesserung vorgestellt wurden, die dann von den Teilnehmern in eigens entwickelten Modellen aufgegriffen wurden. Die Kooperationspartner AEGEE Europe und YOIS Europe halfen bei der Teilnehmerrekrutierung und achteten dabei vor allem auf Ausgewogenheit hinsichtlich Geschlecht, Alter und sozialer und geographischer Herkunft. Die Evangelische Akademie zu Berlin unterst\u00fctzte den Kongress durch organisatorische Aufgaben vor Ort, das IZT bei der Referentenauswahl.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die gesetzten Ziele wurden vor allem durch die Workshops und die Pr\u00e4sentationen der Teilnehmer erreicht. Der Vortrag von Ernst-Ulrich von Weizs\u00e4cker \u00d6kologie als Luxus &#8211; eine gute Initiative zur falschen Zeit? und die darauf folgende Debatte zum Thema 13 Jahre nach Rio &#8211; inwiefern haben wir \u00f6ko-logische Generationengerechtigkeit in Europa erreicht? am 24. 6.05 zeigten vor allem die aktuellen Probleme in der europ\u00e4ischen Umweltpolitik und schufen so die Grundlage, um in den unterschiedlichen Workshops gemeinsam zu \u00fcberlegen, welches Modell zur Verankerung von Generationengerechtigkeit, zum einen am wirkungsvollsten, zum anderen am realistischsten zu verwirklichen ist. So befasste sich eine Gruppe mit dem Thema Ombudsmann f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen und entwickelte l\u00e4nderbezogene Implementierungsstrategien. Der Workshop mit dem Titel Verfassungs\u00e4nderung hingegen setzte sich mit der momentanen rechtlichen Situation auseinander und analysierte zun\u00e4chst, inwiefern die Verfassungen verschiedener L\u00e4nder Aspekte der \u00f6kologischen Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit bereits beinhalten. Daraufhin wurden gemeinsam M\u00e4ngel und Verbesserungsvorschl\u00e4ge erarbeitet und mit Hinblick auf die tats\u00e4chliche Realisierbarkeit auch konkrete Formulierungen entwickelt. In selbstorganisierten Arbeitsgruppen besch\u00e4ftigten sich die Teilnehmer mit nationalen L\u00f6sungen f\u00fcr ihr eigenes Herkunftsland bzw. mit einem gesamteurop\u00e4ischen L\u00f6sungsvorschlag im Rahmen der EU. Die anschlie\u00dfende Vorstellung der Ergebnisse lieferte ein \u00e4u\u00dferst breit gef\u00e4chertes Spektrum an Visionen und Initiativen, die von jeweils zwei Vertretern der Gruppe mit Hilfe von flip charts, vorgestellt und erl\u00e4utert wurden. Dabei erkl\u00e4rten die Teilnehmer, weshalb sie diese Institutionalisierungsstrategie f\u00fcr das jeweilige Land gew\u00e4hlt hatten, aber auch auf welchem Weg sie diese realisieren wollen. Zum Beispiel beinhaltete die Idee f\u00fcr eine Reform der europ\u00e4ischen Strukturen den bestehenden Ombudsmann durch einen gew\u00e4hlten guardian speziell f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen zu entlasten. Dieser sollte dar\u00fcber hinaus mit nationalen Vertretern in Kontakt stehen, um so eine gesamteurop\u00e4ische Strategie f\u00fcr \u00f6kologische Generationengerechtigkeit zu verwirklichen. Eine Alternatividee war die Einrichtung einer Kammer f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen innerhalb des europ\u00e4ischen Parlaments. Zusammenfassend l\u00e4sst sich feststellen, dass die Teilnehmer sowohl top-down als auch bottom up Initiativen planen. Das Ergebnis der Abschlussdiskussion, u. a. mit Timo M\u00e4kel\u00e4, Director Sustainable der EU, zeigte, dass f\u00fcr die europ\u00e4ische Union gerade eine Doppelstrategie, das hei\u00dft sowohl \u00f6ffentliches Bewusstsein durch Agenda setting wecken, als auch die Entscheidungstr\u00e4ger direkt zu \u00fcberzeugen, am Erfolg versprechendsten scheint. So plant die SRzG bereits als n\u00e4chsten Schritt eine Buchpr\u00e4sentation mit dem Inhalt Institutionalisierungsm\u00f6glichkeiten von Generationengerechtigkeit im europ\u00e4ischen Parlament.<br \/>\nNicht nur unser subjektiver Eindruck des gesamten Kongresses, sondern auch die Auswertung der Feedbackb\u00f6gen fiel sehr positiv aus. Die Teilnehmer waren besonders von den kompetenten Referenten und der au\u00dferordentlich guten Organisation begeistert. Der Kongress lieferte dar\u00fcber hinaus eine Kommunikationsplattform auf der internationale Kontakte zwischen jungen engagierten Menschen und Entscheidungstr\u00e4gern aus Umwelt, Politik, Medien und Wirtschaft gekn\u00fcpft wurden. 90 Prozent der Young Leaders w\u00fcrde gerne an einer zuk\u00fcnftigen Veranstaltung mit \u00e4hnlicher Intention teilnehmen und sind dar\u00fcber hinaus auch bereit eine eigene Kampagne f\u00fcr ihr Land oder der EU zu initiieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die erarbeiteten Ergebnisse werden als Special Edition des Magazins Generational Justice Review, mit einer Auflage von 12500 Exemplaren ver\u00f6ffentlicht und an EU-Parlamentarier, Parlamentarier aus 16 europ\u00e4ischen Nationalstaaten, sowie nationale und internationale NGOs versendet. Dar\u00fcber hinaus nutzen wir unsere Kooperationspartner als Multiplikatoren, um eine noch gr\u00f6\u00dfere Zielgruppe zu erreichen. So wird beispielsweise AEGEE Europe die Dokumentation und Auswertung des Kongresses an eigene Mitglieder weitergeben. F\u00fcr die Zukunft ist ein Post-Event vorstellbar, bei welchem ein Austausch stattfindet, in wieweit die geplanten Kampagnen realisiert werden konnten. Dar\u00fcber hinaus ist geplant, das Netzwerk zwischen allen beteiligten Organisationen wie z.B. AEGEE Europe, Lisbon Council und Protect the Future zu festigen und auszuweiten. Um auch den Kontakt mit den Teilnehmern weiterhin zu gew\u00e4hrleisten, wurde auch eine yahoogroup eingerichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch den Kongress sind wir dem Ziel, \u00f6kologische Gerechtigkeit institutionell zu verankern, einen Schritt n\u00e4her gekommen. Wir sind mit unserem Ergebnis absolut zufrieden. Die Feedbackb\u00f6gen der Teilnehmer zeigten ein hohes Ma\u00df an Zufriedenheit und auch von den Referenten haben wir nur freundliche R\u00fcckmeldungen erhalten. Die Teilnehmer waren \u00fcber unsere Erwartungen hinaus engagiert und die Arbeit in den Workshops und den Gruppen war vor allem durch die Eigeninitiative der Teilnehmern gepr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Unsere Gesellschaft lebt vor allem im \u00f6kologischen Bereich auf Kosten zuk\u00fcnftiger Generationen. Ein struktureller Grund daf\u00fcr ist, dass zuk\u00fcnftige Individuen heute keine W\u00e4hler sind und deshalb \u00f6kologische Lasten relativ einfach in die Zukunft verschoben werden k\u00f6nnen. 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