{"id":23534,"date":"2024-11-27T10:36:43","date_gmt":"2024-11-27T09:36:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21876-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:36:45","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:45","slug":"21876-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21876-01\/","title":{"rendered":"Proaktive Konfliktl\u00f6sung und Kooperationsaufbau in der Gew\u00e4sserrevitalisierung am Beispiel der Hase in Osnabr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Fluss Hase in Osnabr\u00fcck soll als nat\u00fcrlicher, geschichtlicher und st\u00e4dtebaulicher Raum revitalisiert werden. Insbesondere geht es um die Wiederherstellung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit an sieben Querbauwerken, davon drei historische Wehranlagen, und um die Anlage eines l\u00fcckenlosen Uferweges durch die bebaute Innenstadt. Vor dem Hintergrund vielf\u00e4ltiger konkurrierender Nutzungsanspr\u00fcche ist es Ziel dieses Projektes, durch fr\u00fchzeitige Konfliktl\u00f6sung und gezielten Kooperationsaufbau die Voraussetzungen f\u00fcr eine \u00f6kologische Aufwertung des Flusses und eine naturvertr\u00e4gliche Erlebbarkeit f\u00fcr die Menschen zu schaffen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUnter systematischem Einsatz von Kommunikationswissen und -methoden soll ein von den relevanten Akteuren aus Fachverwaltungen, Interessengruppen und engagierten B\u00fcrgern getragenes Entwicklungskonzept f\u00fcr die Hase entstehen. Bei diesem weit \u00fcber die Standards gesetzlich verankerter Beteiligungsverfahren hinaus gehenden Prozess geht es um die Kl\u00e4rung und das wechselseitige Verst\u00e4ndnis der unterschiedlichen mit der Durchg\u00e4ngigkeit und Revitalisierung der Hase verbundenen Interessenlagen, den Aufbau von Zusammenarbeit zwischen bislang nicht kooperierenden Akteuren, die Konfliktl\u00f6sung und den Interessenausgleich zwischen kontr\u00e4ren Interessen, die Kommunizierung der Gemeinwohlinteressen an der Hase-Revitalisierung, die Information der B\u00fcrger bzw. bestimmter B\u00fcrgergruppen \u00fcber das Projekt, die Profilierung und Positionierung des Gesamtprojektes bei potenziellen Geldgebern und die Mobilisierung von nachhaltigem b\u00fcrgerschaftlichem Engagement. Dabei kamen entsprechend dem Projektverlauf und dem spezifischen Kommunikationserfordernis eine gezielte Auswahl und Kombination besonders kooperationsf\u00f6rdernder Methoden wie partizipative Informationsveranstaltungen, aktionsorientierte Workshops, teilnehmerverantwortete Gro\u00dfgruppentechniken oder Konfliktmediation zur Anwendung. Wesentliche Schritte zu Beginn waren die Analyse der Interessenlagen, der Aufbau einer F\u00f6rderer- und Multiplikatorengruppe sowie einer Medienpartnerschaft mit der \u00f6rtlichen Presse.<br \/>\nAblauf:<br \/>\nJanuar 2005 &#8211; Mai 2005 Vorphase<br \/>\n\tHintergrundgespr\u00e4che mit Akteuren<br \/>\n\tInformation \u00f6rtlicher Entscheider und Meinungsbildner \u00fcber das Projekt<br \/>\n\tGr\u00fcndung einer Arbeitsgruppe der Verwaltung, Dezember 2004<br \/>\n\tKonstituierung der Hase-Paten, Februar 2005<br \/>\n\tErste Fachtagung<br \/>\n\tEingrenzung der Themenkomplexe f\u00fcr die Hauptphase<br \/>\nJuni 2005 &#8211; Dezember 2006 Hauptphase<br \/>\n\tWorkshops zum Thema Wasserkraft contra Naturschutz zur Vorbereitung einer Entscheidungsfindung<br \/>\n\tGr\u00fcndung eines Netzwerks Schulen f\u00fcr eine Lebendige Hase<br \/>\n\tErarbeitung von Konzepten f\u00fcr einen durchgehenden Haseuferweg\/Initiierung eines landschaftsplanerischen Wettbewerbs<br \/>\n\tKontinuierliche Beteiligung der Hase-Paten und der AG Verwaltung<br \/>\n\tZweite Fachtagung<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen des hier beschriebenen Projektes wurde ein Kommunikationsprozess konzipiert und erprobt, der dazu diente, das Ziel der \u00f6kologischen Entwicklung der Hase konstruktiv mit anderen Entwicklungszielen zu verbinden, die sich aus den vielf\u00e4ltigen Nutzungen und Interessen an einem Stadtfluss ergeben. Das Projekt konzentrierte sich auf drei Themenkomplexe, mit denen etwa einhundertf\u00fcnfzig Akteure aus der Osnabr\u00fccker B\u00fcrgerschaft, Politik und Verwaltung aktiv in das Thema Revitalisierung einbezogen werden konnten:<br \/>\n\tVereinbarkeit von Wasserkrafterzeugung und Durchg\u00e4ngigkeit: Wasserkraft contra Naturschutz?<br \/>\n\tLebendige Umweltbildung im Schulnetzwerk: Netzwerk Schulen f\u00fcr eine lebendige Hase<br \/>\n\tRevitalisierung im verdichteten Innenstadtbereich: An der Hase entlang ins Zentrum<br \/>\nDie Kommunikationsziele konnten aus Sicht der Projektleitung und des Projektb\u00fcros erfolgreich praktisch umgesetzt werden:<br \/>\n\tDie Kl\u00e4rung und ein wechselseitiges Verst\u00e4ndnis sowie Ans\u00e4tze zur Konfliktl\u00f6sung zwischen unterschiedlichen mit der Revitalisierung der Hase verbundenen Interessenlagen, insbesondere zur Entwicklung an der Pernickelm\u00fchle und am innerst\u00e4dtischen Haseuferweg.<br \/>\n\tDer Aufbau von Zusammenarbeit zwischen bislang nicht kooperierenden Akteuren, insbesondere in den Bereichen Umweltbildung, b\u00fcrgerschaftliches Engagement, Durchg\u00e4ngigkeit des Flusses f\u00fcr Mensch und Natur sowie durch eine intensivierte Koordination zum Haseuferweg innerhalb der st\u00e4dtischen Verwaltung.<br \/>\n\tDie Information der B\u00fcrger \u00fcber die Entwicklungsaufgabe Haserevitalisierung, insbesondere durch kontinuierliche \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit Hilfe der Presse, einer Projektwebsite, von Events und Tagungen.<br \/>\n\tDie Profilierung und Positionierung des Gesamtprojektes bei potenziellen Geldgebern, insbesondere durch die Vorbereitung der Einwerbung von Landesmitteln, durch die Gewinnung von \u00f6rtlichen Sponsoren f\u00fcr ein schulisches Umweltbildungsnetzwerk und durch die Vorbereitung der konkreten politischen Entscheidung \u00fcber einen innerst\u00e4dtischen L\u00fcckenschluss des Haseuferwegs.<br \/>\nDie Mobilisierung von nachhaltigem b\u00fcrgerschaftlichem Engagement gelang im Zusammenhang mit allen behandelten Schwerpunktthemen<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Events, Aktionen und Kultur<br \/>\nTeilnahme an 3 B\u00fcrgerfesten, 1 Fahrradtour, Kanu- und Paddeltouren durch die Innenstadt, Teilnahme an Int. Tag des Wassers, Musik und Geschichten zur Hase &#8211; begleitende \u00d6ffentlichkeitsarbeit mit Flyern und Plakaten<br \/>\nPresse und H\u00f6rfunk<br \/>\nIntensive Medienarbeit zu daf\u00fcr geeigneten Anl\u00e4ssen, mehrere Sendungen im Lokalsender OS-Radio<br \/>\nWebsite<br \/>\nStart Dez. 2005, regelm\u00e4\u00dfige Aktualisierung, ca. 250 Artikel: Fakten, Geschichten, Veranstaltungshin-weise, Pressearchiv, Kommentarfunktion, Newsletter (im Aufbau) RSS-Feed<br \/>\n\u00dcberregionale Fachtagungen<br \/>\nEntdecken! Nicht verstecken! Revitalisierung von Gew\u00e4ssern im urbanen Bereich am 18. M\u00e4rz 2005<br \/>\nNetzwerktagung Lebendige Gew\u00e4sser im st\u00e4dtischen Raum am 30. und 31. Oktober 2006 mit Gr\u00fcndung des Netzwerk f\u00fcr lebendige Gew\u00e4sser im urbanen Bereich<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Faktor f\u00fcr den Erfolg des Projektes lag in der m\u00f6glichst fr\u00fchzeitigen Ansprache aller relevanten Akteure, einer transparenten Dokumentation der Ergebnisse und der Bereitstellung regelm\u00e4\u00dfiger Information f\u00fcr alle Interessierten. Die Aktivit\u00e4ten des Projektes, insbesondere die Intensivierung der Kooperation Naturschutz &#8211; Kanusport haben einen Beitrag zur Vorbereitung der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zur \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit und damit einen Beitrag im Rahmen der Umsetzung der Zielsetzung der WRRL f\u00fcr die Hase geleistet. Mit dem durch das Projekt aufgebauten Kontaktnetzwerk der an der Hase interessierten Akteure und den praxisbezogenen konzeptionellen Ergebnissen der bisherigen Arbeitsschritte konnte eine gute Grundlage aufgebaut werden, auf der ein Gesamtentwicklungskonzept f\u00fcr die Hase gezielt angegangen werden kann.<br \/>\nMit dem Projekt konnten etwa einhundertf\u00fcnfzig Akteure aus der Osnabr\u00fccker B\u00fcrgerschaft, Politik und Verwaltung aktiv in das Thema Revitalisierung einbezogen werden.<br \/>\nDas Thema Flie\u00dfgew\u00e4sser im urbanen Raum fand im Rahmen der durchgef\u00fchrten Fachtagung \u00fcberregionale Resonanz. Die Aktivit\u00e4ten des Projektes f\u00fchrten zur Gr\u00fcndung eines bundesweiten Netzwerkes, das sich zum Ziel setzt, den Erfahrungsaustausch zwischen den St\u00e4dten und Gemeinden zur Revi-talisierung von Stadtgew\u00e4ssern organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Fluss Hase in Osnabr\u00fcck soll als nat\u00fcrlicher, geschichtlicher und st\u00e4dtebaulicher Raum revitalisiert werden. Insbesondere geht es um die Wiederherstellung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit an sieben Querbauwerken, davon drei historische Wehranlagen, und um die Anlage eines l\u00fcckenlosen Uferweges durch die bebaute Innenstadt. 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