{"id":23523,"date":"2023-07-13T15:23:35","date_gmt":"2023-07-13T13:23:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21844-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:36","slug":"21844-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21844-01\/","title":{"rendered":"Vorplanung eines Verfahrens zur Vermeidung von Einleitungen aus der Mischkanalisation in st\u00e4dtische Flie\u00dfgew\u00e4sser am Beispiel der Berliner Stadtspree (berlinbeach)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Obwohl Einleitungen der Industrie in den letzten Jahrzehnten stark zur\u00fcckgegangen sind, sind Wasserverschmutzungen h\u00e4ufig noch so gravierend, dass z.B. Badeverbote in Gew\u00e4ssern notwendig sind. Eine der Hauptbelastungsquellen f\u00fcr stehende und flie\u00dfende Gew\u00e4sser sind z. B. bei Starkregenereignissen die Einleitungen aus der Mischwasserkanalisation mit relativ hohen Schmutzfrachten. Insbesondere wenn Versickerungsanlagen f\u00fcr Regenwasser vor Ort nicht konsequent verfolgt werden m\u00fcssen diese W\u00e4sser aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden des Leitungsnetzes ungekl\u00e4rt in das Gew\u00e4sser abgeschlagen werden. Zur Reduzierung dieser Belastungen und hinsichtlich der Finanzlage der Kommunen erschien es notwendig, eine neue preisg\u00fcnstige Technologie zur Speicherung von Mischwasser als Alternative zu Regen\u00fcberlaufbecken zu entwickeln. Als kosteng\u00fcnstige Regen\u00fcberlaufspeicher werden Pontons im Vorfluter vorgeschlagen, die das Schmutzwasser direkt an den Notausl\u00e4ssen der Mischkanalisation auffangen. Vor einer pilothaften Realisierung sollten in einer Studie rechtliche, technische und finanzielle Fragen gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchung wurde beispielhaft f\u00fcr das Fliesgew\u00e4sser Spree durchgef\u00fchrt. Zun\u00e4chst wurde der Fluss in seinem Ursprung und Verlauf betrachtet. In einem zweiten Schritt wurden die Belastungsursachen der Spree detailliert dargestellt. Es folgte eine Bestandsaufnahme zum Stand der Technik mit pr\u00e4zisen Beschreibungen von geplanten und gebauten Mischwasserspeichern (Regen\u00fcberlaufbecken).<br \/>\nIm dritten Schritt wurde der geplante Ansatz im Detail ausgearbeitet, eine genaue Kostensch\u00e4tzung durchgef\u00fchrt, die Finanzierbarkeit er\u00f6rtert und das Konzept hinsichtlich der Kosten mit konventionellen Techniken verglichen.<br \/>\nSchritt vier betrachtet die st\u00e4dtebauliche Einordnung. Unter Punkt f\u00fcnf erfolgt die Einordnung in das geplante Sanierungskonzept der Stadt Berlin. Eine rechtliche Einsch\u00e4tzung erfolgt unter Punkt sechs.<br \/>\nPunkt sieben betrachtet den Nachhaltigkeitsfaktor und die Imagechancen, die in der Umsetzung des Projektes liegen und leitet zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit unter Punkt acht \u00fcber.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die erarbeitete Studie hat mit den Untersuchungen zu hydrologischen Gegebenheiten der Spree, der Darstellung der Probleme von Entlastungseinleitungen aus der Mischwasserkanalisation, der Beschreibung des technischen und konstruktiven und \u00f6konomischen Konzepts von SPREE2011, einem Abriss \u00fcber die st\u00e4dtebauliche Einbindung des Projekts sowie der siedlungswasserwirtschaftlichen und rechtlichen Beurteilung die Grundlagen f\u00fcr den Beginn der konkreten Umsetzung des Projekts geschaffen. Planungen f\u00fcr den Bau einer Pilotanlage im Berliner Osthafen ist damit ein Weg bereitet.\u00dcber den jetzigen Stand der Forschung hinaus m\u00fcssten weitere Aspekte intensiv untersucht werden, die zur Verschmutzung der Spree beitragen bzw. zur Herstellung der Badegew\u00e4sserqualit\u00e4t n\u00f6tig sind. Dazu z\u00e4hlen die st\u00e4dtebauliche Einbindung der Module, die Sanierung und die Kosten der Trennkanalisation, die R\u00fcckleitung des in den Modulen zwischengespeicherten Mischwassers, die bauliche und messtechnische Anpassung der Einleitbauwerke und eine Vorort-Kalibrierung zur Erfassung der Einleitungsmengen. F\u00fcr die weitergehende Zielsetzung Badewasserqualit\u00e4t Berliner Stadt-Spree sind auch Voruntersuchungen zu Art und Kosten einer zus\u00e4tzlichen Reinigungsstufe f\u00fcr das Kl\u00e4rwerk M\u00fcnchehofe erforderlich.<br \/>\nDie Reinigung der Spree und die Verbesserung der Qualit\u00e4t anderer Gew\u00e4sser durch Hochtechnologien bergen nach Einsch\u00e4tzung des Bewilligungsempf\u00e4ngers ein enormes \u00f6kologisches, \u00f6konomisches, soziales und technisches Potential, dass bisher kaum ausgesch\u00f6pft wird.<br \/>\nDas Projekt SPREE2011 vermeidet einen gro\u00dfen Teil der auch nach einer Kanalnetzsanierung erforderlichen Mischwassereinleitungen. Gravierende Gew\u00e4sserverschmutzungen entfallen. Dem stehen neue Umweltbelastungen durch Anlage und Betrieb der Module entgegen. Diese sind als vergleichsweise gering einzustufen oder k\u00f6nnen durch geeignete technische Ma\u00dfnahmen vermindert werden. Besonders Geruchsemissionen erfordern bei der weiteren Projektentwicklung erh\u00f6hte Aufmerksamkeit.<br \/>\nDas Projekt ist nicht an den Standort Berlin gebunden, sondern gut auf andere Kommunen \u00fcbertragbar. Voraussetzungen sind hydrodynamische Kanalnetzberechnungen sowie die Eignung des Gew\u00e4ssers.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie wurden einer breiten \u00d6ffentlichkeit und den Entscheidern aus der Wirtschaft, Verwaltung und Politik vorgestellt. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit ist insofern eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit erfolgt.<br \/>\nIm Jahr 2005 wurden zwei Symposien und eine Ausstellung durchgef\u00fchrt. Durch \u00fcber 120 Besprechungen und Meldungen in der Presse wurde es zu einem der Hauptthemen des Berliner Sommers. Die Ausstellung \u00fcber das Projekt wurde von \u00fcber 5.000 Besuchern besucht.<br \/>\nDas Projekt SPREE2011 wurde beim 1. Europ\u00e4ischen Flussbadetag am 17.7.2005 pr\u00e4sentiert und auch auf dem zehnj\u00e4hrigen Geburtstagsfest der arena Berlin, einem am Spreeufer ans\u00e4ssigen Gro\u00dfveranstalter, einem breiten Publikum vorgestellt, dass sich sonst weniger f\u00fcr die Themen Wasser und Umweltschutz interessiert.<br \/>\nEin 375-seitiger Abschlu\u00dfbericht SPREE2011  Baden im Fluss.  Mitten in Berlin wurde von OFFSHO-RESYSTEMS, ecom.AG, herausgegeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Erstes generelles Vermeidungs- und Verminderungsgebot ist die Versickerung von Regenwasser vor Ort, um m\u00f6glichst wenig Regenwasser \u00fcber die Kanalisation ableiten zu m\u00fcssen. Diese M\u00f6glichkeiten wurden und werden vielerorts nicht ausgesch\u00f6pft. Abflusssteuerungen mit Mischwasserspeicherungen k\u00f6nnen zu einem Teil M\u00f6glichkeiten bieten, Gew\u00e4sser zur Erhaltung und Verbesserung der Gew\u00e4sserg\u00fcte vor Mischwassereinleitungen zu sch\u00fctzen. Die Studie widmete sich im Einzugsgebiet der Berliner Stadt-Spree der Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Mischwasserspeicherung, die kosteng\u00fcnstiger ist als konventionelle Anlagentechnik, schneller einsetzbar, als Instrument der Stadt- und Regionalplanung eingesetzt werden kann und ein hohes \u00f6kologisches und \u00f6konomisches Potenzial birgt.<br \/>\nMit der Durchf\u00fchrung der Studie wurde ein wichtiger Schritt hinsichtlich der Gew\u00e4sserreinhaltung und Erreichung der Badegew\u00e4sserqualit\u00e4t im innerst\u00e4dtischen Bereich der Berliner Spree umgesetzt.<br \/>\nEine Projektfortf\u00fchrung mit einer ersten pilothaften Verfahrensumsetzung in der Berliner Innenstadt ist nach den Ausf\u00fchrungen der ecom AG vorgesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Obwohl Einleitungen der Industrie in den letzten Jahrzehnten stark zur\u00fcckgegangen sind, sind Wasserverschmutzungen h\u00e4ufig noch so gravierend, dass z.B. 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