{"id":23521,"date":"2023-07-13T15:23:35","date_gmt":"2023-07-13T13:23:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21838-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:23:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:23:36","slug":"21838-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21838-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung einer PAK-freien Wurfscheibe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Deutschland werden im Jahr etwa 30 bis 35 Mio. Wurfscheiben f\u00fcr den Jagd- und Schie\u00dfsport geworfen. Bisher werden diese Tauben aus 70 % Steinmehl und 30% einer Teerpechverbindung hergestellt, die Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Das Ziel des Projekts besteht darin, eine PAK-freie Wurfscheibe (Tontaube) herzustellen, die bei Einsatz von schadstofffreiem Ton die  Anforderungen an eine Wurfscheibe erf\u00fcllt. Hierzu soll, wie bei der Herstellung von Blument\u00f6pfen, eine Flugscheibe aus dem Rohstoff Ton gedreht und anschlie\u00dfend getrocknet und\/oder gebrannt werden. Sowohl der Rohstoff als auch das Produkt sind umweltfreundlich.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVerbesserung der Materialeigenschaften: Eine Wurfscheibe muss ein spr\u00f6des Brechverhalten aufweisen und sie sollte gegen\u00fcber Wasser bzw. Luftfeuchtigkeit resistent sein. Beides wird erreicht, wenn das Material gebrannt wird. Dann ist es resistent gegen\u00fcber Wasser bzw. Luftfeuchtigkeit, wird jedoch hart und ist durch normalen Beschuss u. U. nicht ausreichend sicher zu zerst\u00f6ren. Die H\u00e4rte des gebrannten Materials h\u00e4ngt in entscheidendem Ma\u00dfe von der Brenntemperatur ab. Deshalb wurden Versuchsbr\u00e4nde zur Erh\u00f6hung des Spr\u00f6dbruchverhaltens durchgef\u00fchrt.<br \/>\nGleichzeitig wurde das Bruchverhalten der ungebrannten Wurfscheibe verbessert und dem der gebrannten bei Versuchen auf dem Schie\u00dfstand gegen\u00fcbergestellt. Im Ergebnis wurde die ungebrannte Taube weiterentwickelt. Diese Taube hat nach der Trocknung einen harten und spr\u00f6den Zustand, sodass die Anforderungen an die Bruchfreudigkeit erf\u00fcllt wurden. Die Wurfscheibe ist auf dem Schie\u00dfstand Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Deshalb muss sie versiegelt werden. Dies geschieht mit einer umweltneutralen Kunststoffbeschichtung, die sich bei nat\u00fcrlichen Witterungsbedingungen und der UV-Bestrahlung durch die Sonne komplett und umweltneutral aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es wurde eine Wurfscheibe entwickelt, die mit entsprechender Beschichtung ungebrannt zum Einsatz kommen kann. Parallel dazu wurden in der Firma OSKO weitere Ergebnisse in den Bereichen Bruchfestigkeit, Sollbruchstellen und Signalwirkung gesammelt. Zusammen mit der Firma Wefa wurden wasserverd\u00fcnnbare Lacke getestet. Dabei wurden die Leucht- und Deckkraft der Tontaube den momentan auf dem Markt verf\u00fcgbaren Tontauben angepasst. Die Voraussetzung, nur umweltfreundliche Bestandteile zu verwenden, wurde ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nOptimierung der Materialverteilung: Bei einer Wurfscheibe ist es wichtig, dass das Gewicht optimal aufgeteilt ist. Es wurden verschiedene Werkzeuge f\u00fcr die Formgebung hergestellt. Nach jeder \u00c4nderung wurden die so hergestellten Wurfscheiben mit der Maschine geworfen, so dass die Bruchfestigkeit einerseits und andererseits die Flugeigenschaften beurteilt werden konnten. Ermitteln der Bruchfestigkeit: Hohe Stabilit\u00e4t bedeutet einen sicheren Abschuss in der Maschine. Bruchfreudigkeit beschreibt die Empfindlichkeit der Wurfscheibe bei Beschuss. Um diese Werte erfassen zu k\u00f6nnen, ohne jedes Mal eine gro\u00dfe Anzahl f\u00fcr die Maschine oder den Schie\u00dfstand fertigen zu m\u00fcssen, wurde eine Messeinrichtung entwickelt.<br \/>\nEntwicklung von Sollbruchstellen: Das Material musste an bestimmten Stellen geschw\u00e4cht werden, damit sich bei Beschuss leicht ein Riss bilden kann. Auf Basis der herk\u00f6mmlichen Entnahmestation f\u00fcr Tont\u00f6pfe wurde eine Maschine konstruiert, die die Wurfscheibe mit einem Vakuumsaugstempel der Form entnimmt und bei der Entnahme die Sollbruchstellen einpr\u00e4gt. Durch Versuche wurden Form, Position, Anzahl und Gr\u00f6\u00dfe der Schlitze ermittelt.<br \/>\nSignalwirkung der Taube: Es wurde eine Beschichtung entwickelt, die die Wurfscheibe vollst\u00e4ndig bedeckt und eine gute Signalwirkung besitzt. Bedingung war hierbei, dass das Farbgemisch nur umweltfreundliche Bestandteile enth\u00e4lt. Die Beschichtung wurde so optimiert, dass ungebrannte Wurfscheiben w\u00e4hrend Transport\/Lagerung vor Feuchtigkeit gesch\u00fctzt werden.<br \/>\nVersuche auf dem Schie\u00dfstand: Auch wenn eine Vielzahl von Abwurfversuchen im Werk durchgef\u00fchrt werden konnten, war das Bruchverhalten beim Beschuss jeweils nur durch Versuche auf dem Schie\u00dfstand zu ermitteln. Hierzu erfolgten Reisen zu verschiedenen Schie\u00dfst\u00e4nden, um die Wurfscheiben von Sch\u00fctzen beschie\u00dfen zu lassen. W\u00e4hrend dieser Versuchsschie\u00dfen sollte durch die Pr\u00e4sentation bei den zuk\u00fcnftigen Anwendern bereits eine Akzeptanz der Sch\u00fctzen f\u00fcr die neue Scheibe hergestellt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Alle Ergebnisse wurden auf verschiedenen Schie\u00dfst\u00e4nden pr\u00e4sentiert, prim\u00e4r auf jagdlichen Schie\u00dfanlagen sowie Jagdparcours. Die Splitter der Wurfscheibenreste landen in oft schwer zug\u00e4nglichem Gel\u00e4nde. Die Entsorgung gestaltet sich schwierig. Deshalb wird gro\u00dfer Wert auf die Umweltvertr\u00e4glichkeit der Tauben gelegt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektziele wurden in technischer Hinsicht erreicht. Trotz der gegen\u00fcber den heute verf\u00fcgbaren Wurfscheiben positiver Eigenschaften der entwickelten Tontaube ist es aber bis dato nicht gelungen, diese Wurfscheibe auf Schie\u00dfpl\u00e4tzen erfolgreich einzuf\u00fchren. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ablehnung werden von den Schie\u00dfplatzbetreibern bzw. den Sch\u00fctzen insbesondere der h\u00f6here Preis und ein nicht exakt gleiches Bruchverhalten gegen\u00fcber den mit Pech gebundenen Tauben angef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden im Jahr etwa 30 bis 35 Mio. Wurfscheiben f\u00fcr den Jagd- und Schie\u00dfsport geworfen. 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