{"id":23518,"date":"2023-07-14T10:34:05","date_gmt":"2023-07-14T08:34:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/21825-01\/"},"modified":"2023-07-14T10:34:08","modified_gmt":"2023-07-14T08:34:08","slug":"21825-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/21825-01\/","title":{"rendered":"Instandsetzungsma\u00dfnahmen von Umweltsch\u00e4den an der national bedeutenden Parkanlage von Schloss Eutin unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des K\u00fcchengartens sowie der Wasserf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen eines Vorprojektes sollen neben den notwendigen baufachlichen Pr\u00fcfungen und Untersuchungen Instandsetzungsma\u00dfnahmen von Umweltsch\u00e4den an der national bedeutenden Parkanlage von Schloss Eutin unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des K\u00fcchengartens sowie der Wasserf\u00fchrung vorbereitet werden. Dabei ist der hohe kulturhistorische Wert der Parkanlage, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Nutzwertes des ehem. K\u00fcchengartens, der eine Revitalisierung erfahren soll, von Bedeutung.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWegen bestehender sch\u00e4dlicher Umwelteinfl\u00fcsse auf das Gew\u00e4ssersystem im Eutiner Schlossgarten sollen in einem Vorprojekt konkrete Bauma\u00dfnahmen und gutachterliche Untersuchungen einbezogen werden, die dazu beitragen, die \u00f6kologischen Bedingungen im gesamten Gew\u00e4ssersystem nachhaltig zu verbessern. Dazu geh\u00f6ren u. a. der Bau eines Sandfanges zur Ablagerung von Sedimenten mit einer Tauchwand als \u00d6lsperre zur Abfangung von \u00d6lpartikeln; ein Gutachten zur Ermittlung der Schadstoffbe-lastungen des Grabensedimentes im Schlossgraben sowie die Pr\u00fcfung der M\u00f6glichkeiten zur Wieder-herstellung der historischen Wasserverbindung von Gartenteich und Schlossgraben.<br \/>\nZeitliche Abstufung der Arbeitsschritte im Vorprojekt Revitalisierung des K\u00fcchengartens:<br \/>\nGeophysikalisches Gutachten des K\u00fcchengarten-Gel\u00e4ndes; Untersuchungen, auch arch\u00e4ologische Grabungen der Denkmalpflege im Bereich der Gartenfl\u00e4chen und der Geb\u00e4ude; wissenschaftliche Dokumentation der Geschichte des K\u00fcchengartens; Durchf\u00fchrung eines Planungs- und Vergabeverfahrens f\u00fcr eine Nutzungsstrategie im Bereich der K\u00fcchengartens inkl. seiner Geb\u00e4ude nach VOF; Entscheidung \u00fcber die Durchf\u00fchrung eines Hauptprojektes; Bildung von Planungs- und Bauabschnitten und Schwerpunktbildung der Nutzungsvorhaben; Festlegung von wissenschaftlichen Untersuchungsschwerpunkten sowie Bauma\u00dfnahmen im Gew\u00e4ssersystem; Sanierung und Sicherung der historischen K\u00fcchengarten mauer unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Belange des Denkmal- &#038; Naturschutzes (etwaige Sch\u00e4digung durch Efeu- bzw. Flechtenbewuchs).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Vorprojekt zur Revitalisierung des Eutiner K\u00fcchengartens kann nach einer zweij\u00e4hrigen Laufzeit auf zufrieden stellende Ergebnisse zur\u00fcckblicken. Sowohl der wissenschaftlich-historische Ansatz (Geophy-sik, Bauforschung, Arch\u00e4ologie, Dokumentation der Geschichte) als auch das innovativ-planerische Mo-dul des VOF-Wettbewerbs (Architektenplanung) konnten im vorgegebenen zeitlichen Rahmen abgeschlossen werden. Eine stete Vernetzung der einzelnen Projektkompartimente durch die Technische Kommission Schlossgarten der Stiftung Schlo\u00df Eutin hat sich als \u00fcberaus hilfreich erwiesen. Von ihr gingen interdisziplin\u00e4rkoordinative Impulse aus, die als solche schon den modellhaften Ansatz des Projektes bef\u00f6rderten. Gleichzeitig ergaben sich in der Auseinandersetzung mit dem Thema K\u00fcchengarten viele weiterf\u00fchrende historische Spuren, die in der Zukunft ein lohnendes Forschungsgebiet darstellen. Eine internationale Abgleichung ist ein weiteres Desiderat. In Bezug auf die Sanierung und Sicherung der K\u00fcchengartenmauer haben sich &#8211; bedingt durch den hohen denkmalpflegerischen Anspruch, aber auch durch ein zu niedrig angesetztes Kostenvolumen &#8211; gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Planung insofern Differenzen ergeben, als dass nunmehr zun\u00e4chst ein Viertel des Objektes modellhaft wieder hergestellt werden konnte. Die Sch\u00e4digung der Mauer ging weder auf Efeubewuchs noch auf Flechtenbefall zur\u00fcck. Sie ist im wesentlichen anthropogenen Ursprungs (fugensprengender Zementm\u00f6rtel bzw. N\u00e4gel und Haken der Obstbaumspaliere). Im Bereich der Ma\u00dfnahmen zur L\u00f6sung bestehender Umweltprobleme im historischen Gew\u00e4ssersystem gab es lediglich im  Hinblick auf den Verlust eines zun\u00e4chst fest eingeplanten Sponsors f\u00fcr den Bau des Sandfangs mit \u00d6lsperre eine ung\u00fcnstige Ver\u00e4nderung. Sie konnte allerdings von der Stiftung Schloss Eutin nach Ende der Projektzeit mit Haushaltsmitteln aufgefangen werden, so dass dieser f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht der bis ins fr\u00fche 18.Jahrhundert zur\u00fcckreichenden Wasserkunst \u00fcberaus wichtige Einbau erfolgen konnte. Die durch das Gutachten nachgewiesene partielle Schadstoffbelastung des Schlossgrabensediments wird im Rahmen des 6. Bauabschnitts zur Instandsetzung des Schlossumfeldes beseitigt. In diesem Zusammenhang ist auch die Gangbarmachung der alten Wasser-verbindung vom Gartenteich zum Schlossgraben geplant. Damit verf\u00fcgt der historische Garten wieder \u00fcber ein \u00f6kologisch ausgeglichenes, schadstofffreies Wassersystem, was dem Erhalt von Pflanzen und Tieren gleicherma\u00dfen zugute kommt. Auch f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Bewirtschaftung des K\u00fcchengartens mit historisch genetischem Pflanzenmaterial konnte auf diese Weise wichtige Vorsorge getroffen werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt war w\u00e4hrend der gesamten Laufzeit durch aktive Pressearbeit begleitet. Daneben wurde und wird in Vortr\u00e4gen und Publikationen (u. a. Zeitschrift Denkmal! Zeitschrift f\u00fcr Denkmalpflege Schleswig-Holstein) auf seine Konzeption und Ergebnisse hingewiesen. Insgesamt vier unterschiedliche Pr\u00e4sentationen (Gesamter\u00f6ffnung des Schlosses 2006, Tag des offenen Denkmals 2006, Woche der Umwelt 2007, Umwelttag Schleswig-Holstein 2007), ein erstes Parkseminar 2007 mit mehr als 100 freiwilligen Helfern und der Internet-Auftritt sorgten f\u00fcr eine weitere \u00d6ffentlichkeitswirkung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Vorprojekt hat als modellhaft-innovative Ma\u00dfnahme im Hinblick auf die kooperativ-interdisziplin\u00e4r gestaltete Vorgehensweise sowohl in der Fachwelt als auch in der interessierten \u00d6ffentlichkeit eine \u00fcberaus positive Resonanz. Auch im internationalen Zusammenhang konnten Kontakte gekn\u00fcpft werden, die einen intensiven Austausch m\u00f6glich machen. Deshalb plant die Stiftung Schloss Eutin f\u00fcr Ende 2007 ein erstes internationales Kolloquium f\u00fcr K\u00fcchengartenexperten. Im Bereich der historischen K\u00fcchengarten-forschung steht Deutschland erst am Anfang, so dass eine Verortung im internationalen Gef\u00fcge der K\u00fcchengartenerhaltung und &#8211; erforschung \u00e4u\u00dferst positive Synergien zur Folge haben wird. Anhand des reichlich vorhandenen Quellenmaterials besteht besonders in Eutin die gro\u00dfe Chance, auch in Zukunft auf vielf\u00e4ltige Weise einen Beitrag zu diesem Thema leisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen eines Vorprojektes sollen neben den notwendigen baufachlichen Pr\u00fcfungen und Untersuchungen Instandsetzungsma\u00dfnahmen von Umweltsch\u00e4den an der national bedeutenden Parkanlage von Schloss Eutin unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des K\u00fcchengartens sowie der Wasserf\u00fchrung vorbereitet werden. Dabei ist der hohe kulturhistorische Wert der Parkanlage, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Nutzwertes des ehem. 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